Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 9 Min.

ITALIEN BELLUNO: Abseits des Trubels


Alpentourer - epaper ⋅ Ausgabe 5/2020 vom 28.08.2020

Sonnige Hochebenen, dunkle Schluchten, kurvenreiche Bergstraßen: Der Nationalpark der Belluneser Dolomiten bietet ein fantastisches Motorraderlebnis, versteckt und ohne Urlauberkarawanen.


Artikelbild für den Artikel "ITALIEN BELLUNO: Abseits des Trubels" aus der Ausgabe 5/2020 von Alpentourer. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Alpentourer, Ausgabe 5/2020

Am Passo Duran herrscht Einsamkeit vor einer gigantischen Alpenkulisse.


Schon zwei Päpste stammen aus Belluno, dessen Altstadt zu Füßen dieser alpinen Kulisse liegt.


Peter studiert die Inschrift auf der marmornen Gedenktafel. „Dein Papst“, sagt er. Und fügt angesichts meiner fragenden Miene erklärend hinzu: „Ich bin evangelisch.“ „Früher ja“, erwidere ich beim Blick auf die Jahreszahl. „Mittlerweile bin ich vom Glauben ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 5,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Alpentourer. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 5/2020 von NEWS: Motorrad huckepack. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS: Motorrad huckepack
Titelbild der Ausgabe 5/2020 von Schicker Richtungsweiser. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Schicker Richtungsweiser
Titelbild der Ausgabe 5/2020 von Schmucke Halbliter: Brixton Crossfire 500 und 500 X. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Schmucke Halbliter: Brixton Crossfire 500 und 500 X
Titelbild der Ausgabe 5/2020 von ITALIEN LIGURIEN: Mehr als nur Meer. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ITALIEN LIGURIEN: Mehr als nur Meer
Titelbild der Ausgabe 5/2020 von Heiliger Berg. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Heiliger Berg
Titelbild der Ausgabe 5/2020 von SARDINIEN: Insel mit Grip. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SARDINIEN: Insel mit Grip
Vorheriger Artikel
Schmucke Halbliter: Brixton Crossfire 500 und 500 X
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel ITALIEN LIGURIEN: Mehr als nur Meer
aus dieser Ausgabe

... abgefallen und aus der Kirche ausgetreten.“

Zugegeben: Mit klerikaler Prominenz der Oberliga hatten wir nicht gerechnet, als wir aus kulturellem Interesse (und, um ein paar Minuten der hochsommerlichen Hitze zu entf liehen) die Kathedrale Santa Maria Assunta betreten. Neben dem Portal des Gotteshauses erinnert man an den aus der Region stammenden Albino Luciani. 1978 wurde er nach nur eintägigem Konklave zum Papst Johannes Paul I. gewählt, allerdings lediglich 33 Tage später zum Chef befohlen – bis heute wollen die Gerüchte, er habe es sich mit Italiens wichtigsten „Familien“ verscherzt und sei vergiftet worden, nicht verstummen.

Auch einer seiner Vorgänger, Gregor XVI, erblickte in Belluno das Licht der Welt – nichtitalienische Päpste kamen ja erst in den letzten Jahrzehnten groß in Mode. An der Belluneser Altstadt sollte man aber selbst dann nicht achtlos vorbeifahren, wenn man kein gesteigertes Interesse an den Bischöfen von Rom hat. Vom großen Bezahl-Parkplatz an der Umgehungsstraße, dessen Schranken man mit dem Motorrad elegant umrunden kann, führen Rolltreppen durch einen per Klimaanlage auf erträgliche Temperaturen heruntergekühlten Tunnel direkt zum Domplatz. Natürlich mutet diese Aufstiegshilfe auf den Hügel, der das verkehrsberuhigte Zentrum Bellunos beherbergt, ein wenig unsportlich an. Wir sind jedoch dankbar dafür, uns nicht an einem der heißesten Tage des Jahres mit der Schutzkleidung in der brütenden Mittagshitze zu Fuß bergauf mühen zu müssen.

Von prachtvollen Gebäuden umsäumt

Der Domplatz wird von prachtvollen Gebäuden, wie beispielsweise dem Palazzo de Rettori, einst Sitz des venezianischen Statthalters, gesäumt. Durch enge, mit Granitsteinen gepf lasterte Gassen schlendern wir bis zur lang gestreckten Piazza dei Martiri und genießen dort in einem der Laubengänge einen Caffè Macchiato bzw. Ristretto – wie immer in Italien ein günstiges und äußerst schmackhaftes Vergnügen. Beim Rückweg gönnen wir uns in der kleinen Trattoria Il Moretto einen leckeren Mittagssnack, bevor wir die von einem beeindruckenden Gipfelpanorama umrankte Provinzhauptstadt hinter uns lassen.

Wurst und Käse zu fairen Preisen

Auf dem Weg ins Piave-Tal besuchen wir einen alten Bekannten: Giuseppe Gallo fährt mit seiner Verkaufsbude in den Sommermonaten jedes Wochenende bis zum kleinen Schotterparkplatz westlich der Passhöhe des Falzarego und bietet dort Wurst und Käse zu fairen Preisen feil. Seit vielen Jahren fülle ich am Heimweg vom Gardasee die Seitenkoffer mit seinen Leckereien – dieses Mal decken wir uns direkt in seiner Botega Del Formai ein.

Der kleine Laden versteckt sich auf der Ausfallstraße nach Ponte Nelle Alpi zwischen Supermärkten und Autohändlern. Wie immer geht es darum, ausgiebig zu verkosten und anschließend gestenreich die gewünschte Menge auszuhandeln – was gar nicht so einfach ist. Meine spärlichen Italienischkenntnisse sind in den letzten Jahrzehnten auch nicht besser geworden und Giuseppes Deutschvokabular beschränkt sich konsequent auf das Wort „Butterkäse“. Peter hört uns staunend zu und grinst dabei still vor sich hin.

Der folgende Streckenabschnitt ist als unvermeidbare Notwendigkeit einzustufen: Mit dem Ende der Autobahn ergießt sich der gesamte nach Norden strebende Verkehr auf die Alemagna-Staatsstraße. Das Fahrvergnügen wird auf diesen zehn Kilometern nicht in nennenswerten Portionen serviert, doch die gut erkennbare, immer näher rückende Vajont-Schlucht zu unserer Rechten ist das verlässliche Zeichen, dass wir den dichten Verkehr bald hinter uns lassen können. Bei Longarone setzen wir den linken Blinker und zweigen ins Val di Zoldo ab.

Den in der Civettagruppe entspringenden Torrente Maè begleitet eine breite, zügig befahrbare Straße, die uns die LKW-Kolonnen im Piave-Tal schnell vergessen lässt. Weit kommen wir nicht – schon in Forno di Zoldo erliegen wir der Versuchung, die Seitenständer der Motorräder einem weiteren Test zu unterziehen: Vor dem Ristorante Tana de‘l Ors laden sonnige Tische zur Unterbrechung der Reise ein. Der Brunnen am Dorfplatz gluckst und plätschert munter vor sich hin, Kinder spielen am Wasser, die Zeit scheint stehenzubleiben.

In den Restarants von Belluno lässt es sich lecker zu Mittag snacken.


Für Proviant oder Mitbringsel gibt es zudem ansehnliche Auswahl in der Stadt.


Der Lago del Mis (oben) liegt eingebettet zwischen steilen Berghängen. Am Passo Duran ist nicht nur das Fahren eine reine Freude – bei solchen Panoramen (li. Seite).


Dieser idyllische Platz ist ein idealer Pausenplatz – und nicht nur Speck und Käse sind hier köstlich. Gerne würden wir angesichts der verlockenden Speisekarte bis zum Abendessen verweilen, der Weinkarte gebührende Anerkennung zukommen lassen und dann mit vollem Wanst eines der Gästezimmer aufsuchen – aber die Pf licht ruft: Alles für den Leser, wir sind ja nicht zum Spaß hier!

Am Rande der oberitalienischen Bergwelt

Natürlich macht diese Arbeit Freude, denn der folgende Passo Duran gehört immer zu den Geheimtipps der Dolomiten. Seine Attraktivität hat mehrere Gründe. Einer der wichtigsten ist leicht erklärt: Er liegt nicht zentral in der Mitte, sondern am Rande der beeindruckenden, und für Motorradfahrer immer wieder aufs Neue begeisternden Bergwelt Oberitaliens. Er verbindet keine wichtigen Städte, und für den eiligen Durchreiseverkehr ist er absolut nicht geeignet. Auf der schmalen, kurvenreichen Fahrbahn kommen zwei PKW recht schlecht aneinander vorbei.

Die Straße windet sich mit kleinen Kurven und bis zu 14 Prozent Steigung zum Scheitelpunkt auf 1601 Meter Seehöhe, wo wir eine tollle Aussicht auf den 3 167 Meter hohen Monte Pelmo haben. Er war der erste bedeutende Dolomitengipfel, der bestiegen wurde. Ein kurzer Kontrollblick auf die Kennzeichentafeln der parkenden Motorräder bestätigt unsere erste Vermutung: In den südöstlichen Ausläufern der Dolomiten sind deutlich mehr Italiener als ausländische Touristen unterwegs.

Rund 1000 kurvenreiche Höhenmeter geht es bergab bis nach Agordo. Wie die engen Ortsdurchfahrten vom Peloton des Giro d‘Italia unfallfrei passiert werden können, ist eines der großen Rätsel der Sportwelt. Auf einer schnellen Etappe fahren wir im tief eingeschnittenen Tal des Cordevole zurück Richtung Belluno, doch rechtzeitig, bevor uns der Verkehr der Provinzhauptstadt verschluckt, biegen wir am Talausgang über die den Cordevole überspannende Brücke nach rechts ein. Bald hinter dem Kreuzungspunkt unserer Route in Form einer Achter-Schleife finden wir Wegweiser, die uns ins ruhige Val de Mis leiten.

Ein optischer Jackpot

Dieses kaum bekannte Seitental ist ein optischer Jackpot. Malerisch zwischen steile Berghänge eingebettet liegt ein kleiner Stausee. Die Uferstraße führt immer wieder durch kurze Tunnel, über weite Strecken verhindert der dichte Bewuchs die freie Sicht auf das im strahlenden Sonnenlicht glitzernde Wasser. Zwei größere Badeplätze am Westufer locken an freien Tagen die Belluneser Bevölkerung an.

Auch wir haben Lust auf eine kleine Erfrischung. Die Osteria alla Soffia liegt ein Stück abseits der Straße direkt am See. Große Schirme spenden auf der sonnigen Terrasse heiß begehrten Schatten. Wir trinken unseren Ristretto – typisch italienisch – an der Theke. Offenbar schauen wir ernsthaft erschöpft aus der durchgeschwitzten Funktionswäsche, denn der Barista empfiehlt uns, einen Abstecher zu einem kleinen Wasserfall.

Der Passo Cerada gehört zu den Asphaltperlen des Belluno.


Das Val de Mis mündet in einer engen Klamm, die Straße führt hoch über ihr durch enge Tunnel.


Mit dampfenden Füßen ins kühle Nass

Gesagt, getan: Er plätschert nur wenige Schritte vom Lokal entfernt über einige Felsstufen dem Mittelmeer entgegen. Im Lauf der Zeit haben sich kleine, mit Wasser gefüllte Becken im Flussbett gebildet. Eine herrliche Möglichkeit zur Abkühlung! Wer keine Badehose aus dem Seitenkoffer hervorzaubern kann, sollte zumindest die Hosenbeine hochkrempeln und die dampfenden Füße ins kühle, glasklare Nass stecken.

Am Passo Croce d‘Aune erinnert ein Marmor-Monument an die Mühsalen der Radler, die den „Berg der Berge“ zu erklimmen wagten.


Hinter dem Stausee wird das Tal immer schmaler, bis die Straße in einer engen Klamm nur mehr durch einspurige, aus dem rohen Stein herausgeschlagene Tunnel mit nennenswerten Krümmungen fortgesetzt werden kann. Wir hupen häufig und blenden beim Durchfahren der Unterführungen das Fernlicht mehrmals auf und ab, um einen allfälligen Gegenverkehr auf uns aufmerksam zu machen. Nur selten kann man vor dem Einfahren in den Tunnel erspähen, ob das Loch im Felsen frei von anderen Fahrzeugen ist.

Schroffe Felskulissen der Dolomitengipfel

Ein letzter steiler Anstieg bringt uns dann wieder zurück auf die luftigen Höhen, die nur noch von der schroffen Felskulisse der Dolomitengipfel überragt wird. Bei der Forcella di Franche können wir auf die SP 3 einbiegen – aber in zwei Richtungen. Den Umweg über die Forcella Aurine lassen wir aus und nehmen angesichts der dichten, immer dunkler werdenden Wolken direkt Kurs auf den ebenfalls kaum befahrenen Passo Cereda.

Kleine Bergdörfer liegen an der bis zu 22 Prozent steilen Strecke, den weitläufigen Wiesensattel auf 1369 Meter erreichen wir in einem dichten Hagelschauer. Trotz der doppellagigen Oberbekleidung spüren wir die Einschläge der herunterprasselnden Eiskörner am ganzen Körper. Daher halten wir uns nicht lange am Lago Welsperg auf, der im Internet so einladend ausgesehen hat, und streben rasch dem Valle del Primiero zu.

Die strahlende Sonne lässt die über den Dolomiten gewitternde Schlechtwetterfront, der wir entronnen sind, noch bedrohlicher wirken. Wir genießen die f lotte Fahrt entlang des Torrente Cismon. Jacke und Hose trocknen rasch im warmen Fahrtwind, während uns das Navi einen kleinen Abstecher empfiehlt, den Motorradfahrer nur selten auf dem Radar haben. An sich ist dieser selbstgewählte Verzicht verständlich, denn Richtung Norden baut sich die ganze Pracht der gewaltigen Berge auf.

Für Radfahrer der „Berg der Berge“

Passo di Rolle, Fedaiapass, die Runde um den Sella-Stock – alles Traumstraßen, im sprichwörtlichen Handumdrehen erreichbar, aber gnadenlos mit Campervans und Wohnwagen-Gespannen überfüllt. Für Radfahrer ist der Passo Croce d’Aune hingegen der „Berg der Berge“. Dessen enge Nordrampe führt durch verwinkelte Dörfer auf die Passhöhe. Der mit anfeuernden Bodenmarkierungen im typischen Rosa des Giro d’Italias übersäte Pass hat für Pedalritter wegen einer historischen Begebenheit Kultstatus.

„Vor der Erfindung der Fahrrad-Gangschaltung waren am Hinterrad zwei unterschiedlich große Zahnräder montiert. Eines links, eines rechts – zum Ändern der Übersetzung musste man folglich das Hinterrad ausbauen und umgedreht wieder einsetzen. Eine aufwändige Prozedur, besonders in jenem Schneesturm, der am 4. November 1924 über den Croce d’Aune hinwegzog“, doziert Peter, mit seinem Küchenitalienisch-Vokabular die Infotafel des ausgesprochen bildhaft gestalteten Marmordenkmals auf der 1011 Meter messenden Passhöhe des Croce d’Aune übersetzend.

Ein paar schnelle Kurven, ein Café am Straßenrand: So muss Italien sein!


Und weiter: „Der ebendort ein Radrennen anführende Tullio Campagnolo scheiterte an den Flügelmuttern des Hinterrades, musste den Pass folglich mit einer unpassenden Übersetzung erklimmen – und wurde vom Peloton wieder eingeholt. Diesem ärgerlichen Erlebnis folgte die Erfindung des Schnellspanners für Fahrradnaben. Auch die erste praxistaugliche Schaltung entsprang einem Geistesblitz des Inventores. Heute ist die Firma Campagnolo einer der Weltmarktführer für hochwertige Fahrrad- Komponenten.“

Wer höher hinaus möchte, findet 250 zusätzliche Höhenmeter weiter oben am Monte Avena, zu dessen Skigebiet eine Ringstraße vom Croce d’Aune aus führt, ein geeignetes Ziel. Auf der Südrampe des Passes geht es f lüssig bergab ins Valbelluna, einem Tal zwischen den Belluneser Voralpen und dem Nationalpark der Belluneser Dolomiten.

Gemütlich durch die kleinen Dörfer

Die großen Hauptstraßen entlang des Piave nehmen den überregionalen Verkehr auf, wir rollen parallel dazu gemütlich durch die kleinen Dörfer. Ein paar schnellere Kurven, dann erspähen wir wieder ein Café am Straßenrand: So muss Italien sein! Richtung Südosten gibt es hinter Feltre hingegen nur noch einen letzten Bergrücken, der die grob gezackten Gipfel der Dolomiten von der langweiligen Tiefebene trennt, die irgendwo im sommerlichen Dunst bei Venedig in der Adria versinkt.

Auf der Landkarte betrachtet keine lohnende Gegend für Motorradfahrer – doch an den östlichen Flanken dieses Bergrückens wachsen die Trauben für den Prosecco Valdobbiadene, und der Monte Grappa ist auch nicht weit. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte …

INFORMATION

Der Nationalpark der Belluneser Dolomiten liegt an der südlichen Grenze der einzigartigen Gebirgsformation im Veneto. Neben steilen Felstürmen und kristallklaren Flüssen sind Wälder, Wiesen und Weiden für das Landschaftsbild bestimmend. Folgende Webseiten sind empfehlenswert. veneto.eu • adorable.belluno.it • dolomitipark.it • dolomiti.org

ANREISE

Die direkte Route aus Deutschland führt quer durch Tirol und über den Brennerpass nach Italien. Wer im Osten unseres Routenvorschlags in die Runde einsteigen möchte, kann sich alternativ Felbertauern- Toblach-Cortina d’Ampezzo im Roadbook notieren.

CHARAKTERISTIK

Zu den Highlights dieser Route zählt aus fahrerischer Sicht der Passo Duran im nordöstlichen Eck der Belluneser Dolomiten – Kurven, Kurven, Kurven. Wunderschön ist auch die Fahrt mitten durch den Naturpark, die entlang des Stausees Lago del Mis und anschließend durch eine spektakuläre Schlucht führt.

ÜBERNACHTUNG

Die Belluneser Dolomiten sind touristisch gut erschlossen, entlang unserer Route sind daher problemlos Hotels und Pensionen unterschiedlicher Preisklassen auch kurzfristig verfügbar.

Die stattliche Locanda Tana de l’Ors bietet zeitgemäßen Alpine-Chic im alten Gemäuer mitten in Zoldo. Die Herberge ist oft ausgebucht, hier sollte man rechtzeitig reservieren. Wer nur durchfährt, ist mit einem Mittagessen oder zumindest Kaffee und Kuchen ebenfalls gut beraten.

ristorantetanadelors.it

Das Albergo Ristorante Croce d’Aune direkt am gleichnamigen Pass verführt in den Sommermonaten mit der Kühle der Höhenlage. Besonders empfehlenswert sind die Zimmer im obersten Stock mit Ausblick Richtung Süden. Die Küche am Abend ist praktisch, das Frühstücksbuffet wird leicht überblickbar angerichtet.

albergocrocedaune.it

ESSEN • TRINKEN

Die stylische Alpina 1954 Ristorante Pizzeria, die sich in den hügeligen Ausläufern des Örtchens Pedavena versteckt und von Einheimischen geschätzt wird. Hervorragende, teilweise recht ungewöhnliche Kreationen, sehr freundliche Bedienung. Ein Pflichtbesuch für Freunde der Teigflade!

alpina 1954.it

Ebenfalls in Pedavena befindet sich die Fabbrica di Pedavena, eine große Brauerei mit über 120-jähriger Tradition, samt angeschlossenem Braugasthof.

fabbricadipedavena.it • labirreriapedavena.it

Eine feine Käseauswahl und viele lokale Spezialitäten findet man in einem kleinen Shop direkt an der Schnellstraße vor Belluno, in der Botega del Formai (GPS 46.16861, 12.24916). Käse ist in der Region ohnehin ein großes Thema – eine Übersicht über die verschiedenen Sorten, deren Herstellung, eine Rezeptsammlung sowie Almen und Latterien ist online abrufbar – auch auf Deutsch.

formaggisaporidolimiti.it

Die Bar Trattoria Il Moretto (GPS 46.13893, 12.21883) ist ein nettes Lokal etwas abseits der Touristenströme, aber dennoch mitten in Belluno. Es gibt einige wenige Plätze in einer Art Biergarten, weitere dann im klimatisierten Restaurant. Ambitionierte Küche, dennoch günstig.

facebook.com/trattoriailmoretto/