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ITALIEN: Süd-Apulien


Clever reisen! - epaper ⋅ Ausgabe 2/2018 vom 10.04.2018

Das neue Italien-Trendziel


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Bildquelle: Clever reisen!, Ausgabe 2/2018

Bilder: pixabay, depositphotos, 123rf

Spektakulär ist die Küste des von Gagliano del Capo, schwer zu Fuß aber leicht mit einem Boot zu erreichen. Immer findet man ein stilles Plätzchen zum lesen oder sonnen. Die Märkte bieten frisches Obst und Gemüse von Biobauern. In vielen Trulli-Häusern im Landesinneren kann inzwischen übernachtet werden

Wie ein riesiger roter Feuerball plumpst die Sonne ins Meer. Ganz automatisch muss ich an die vielbesungene Sonne von Capri denken. Aber ich bin nicht auf Italiens Promi-Insel an der Westküste, sondern rund 250 Kilometer Luftlinie weiter ...

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... östlich im Süden von Apulien. Hier sind die Sonnenuntergänge noch spektakulärer als auf Capri. Auch Prominente haben das inzwischen entdeckt. Meryl Streep kaufte sich ein Anwesen bei Otranto, Manuel Neuer macht mit seiner Frau regelmäßig Urlaub. Nicole Kidman, Bon Jovi und Hugh Grant kommen jeden Sommer. Für meinen Enkel Philipp (17) war es schlicht „der beste Urlaub meines Lebens“. Das Warum fasst er in einem Satz zusammen: „Die beste Pizza, das leckerste Eis und klasse Bolzen am Strand.“

Vor rund zweitausend Jahren wurde das Südkap Italiens „finibus terrae“, das Ende der Welt, genannt. Denn hier endete für die damaligen Bewohner des römischen Reiches der Kontinent. Für alle, die aus dem Orient kamen, begann dort Europa. Der Apostel Petrus soll auf dem Weg von Palästina nach Rom auf einem Felsen im südlichsten Ort von Italiens Festland, Santa Maria di Leuca, Zwischenstation gemacht haben.

Daran erinnert immer noch die Wallfahrtskirche, die hier im 18. Jahrhundert auf einem Felsen erbaut wurde. Sie gleicht eher einer Festung als einem Gotteshaus. Vom Platz vor dem Kircheneingang hat man den besten Blick über die beiden Meere, die sich vor der Küste begegnen, das Ionische und das Adriatische.

Jedes Jahr kommen Pilger aus aller Welt, um vor dem schlichten Altar der Kirche zu beten. Es heißt bei katholischen Gläubigen, nur wer eine Wallfahrt zum „finibus terrae“ gemacht hat, findet Eingang ins Paradies. Der deutsche Papst Benedikt XVI. bekräftigte diesen Glauben. Er kam 2008 als bislang bekanntester moderner Pilger. Sein hölzerner Thron steht immer noch am Eingang der Santuario Santa Maria di Leuca.

Heute kommen die meisten, um paradiesischen Urlaub zu erleben. Die Küste zwischen dem Südkap und der Hafenstadt Gallipoli gehört zu den schönsten Europas. Strände mit feinem, fast weißen Sand wechseln sich mit bizarren Felsufern ab.

Durch Dschungel-Wald an den Strand

Etwa auf der Mitte dieses Küstenstreifens liegt südlich des Städtchen Ugento eine idyllische Clubanlage in einem dschungelähnlichen Wald mit Bäumen, Büschen und Gewürzsträuchern, durch den stille, sandige Pfade zum langen Strand führen. Vom Meer und dem angrenzenden Naturpark weht der Duft von Meer und Pinien. Es ist eine grüne Oase mit stillen Ecken zum Lesen oder Träumen. Es gibt Spielwiesen für die Kleinen, Sportplätze für die Größeren und Kreativbereiche für Maler und Kochkünstler. Es gibt Kulinarik-Kurse, bei denen man lernt, wie Spaghetti und leckere Soßen zubereitet werden.

Wer das idyllische Clubgelände verlässt, glaubt in eine andere Welt zu kommen. In den vergangenen Jahren entstanden neue Feriensiedlungen und kleine Urlaubsgemeinden. Bars, Trattorien, Pizzerien und Eisdielen reihen sich aneinander. Es gibt aber auch noch ruhige Strandabschnitte und stille Plätze in den Dünen. Einige Orte haben Pfade am Meer angelegt, die ideal zum Joggen, Radfahren oder gemütlichen Spazierengehen sind.

Das Hafenstädtchen Otranto zehrt von großer Vergangenheit, die noch heute in der Altstadt und seiner Kathedrale mit einem großartigen Fußbodenmosaik zu sehen ist. Mit einem Fiat 500 kommt man auch durch die engen Gassen


Bilder: pixabay, depositphotos

Die Baia Verde zwischen Gallipoli und Marina di Mancaversa ist vor allem bei Italienern beliebt, die hier im Juli und August zu Zehntausenden Ferien machen. Mario Maura, der Clubdirektor des „Robinson“, empfiehlt mir darum: „Wer klug ist, kommt vorher im Mai und Juni oder später im September und Oktober.“ Dann ist es leerer und das Meer ist warm bis in den November – um 25 Grad.

Wo Sophia Loren essen geht

Wer abends Abwechslung sucht, lässt sich per Taxi nach Gallipoli bringen, das zum Feinschmecker-Ziel geworden ist.

Ich bummele kurz vor Sonnenuntergang über die Riviera Nazario Sauro, wo an diesem Sommerabend Claudia Cardinale erwartet wird. Sie speist im „Il Bastione“, dem angesagtesten Gourmet-Tempel des Landes. Dort werden, so behaupten die Einheimischen, die frischesten Austern, der köstlichste Fisch und der beste Mozzarella Italiens serviert. Jud Law, Helen Mirren und Sophia Loren waren auch schon da.

Gallipoli, von den Griechen vor über 2000 Jahren gegründet und „kale polis“ – „schöne Stadt“-genannt, ist ein Bilderbuchort: romantische Gassen, prächtige Barock-Kirchen, ein mächtiges Kastell, weißgetünchte Häuser und blumengeschmückte Balkone. Südlich der Stadt liegen einige der angesagten Strandabschnitte Italiens. Der Makó Beach ist der Promi-Treff. Die Yacht des Mode-Duos Dolce & Gabana ankert hier im August und bringt die VIPs der Welt an den feinsandigen Strand.

Nicht nur Apuliens kilometerlange weiße Sandstrände gehören zu den Trend-Sonnenzielen Europas. Das Hinterland erwacht jetzt aus seinem Dornröschenschlaf.

Neue Wander- und Radwege führen durch eine Landschaft mit 60 Millionen Olivenbäumen, Wein- und Artischockenfeldern bis zum Horizont. Feigen-Plantagen mit köstlichen alten Sorten wurden angelegt. Zurück zur Natur heißt das Motto, das in ein ganz anderes, als das gewohnte, oft laute Italien führt. Es gilt als sicher und sauber. Hier hört man statt Vespas und Kleinwagen nur Vogelgezwitscher und das Rauschen des Windes in Palmen und Pinien. Die Luft duftet nach Orangenblüten und frischem Heu.

Vom Feld und Meer frisch auf den Tisch

Nur rund anderthalb Flugstunden dauert es von München nach Bari oder Brindisi. Vor der 90 000 Einwohner-Stadt liegt die Region der Masserias, alte schlossähnliche Weingüter, die in den vergangenen Jahren zu Hotels umgebaut wurden. Was auf den Tisch kommt, wurde ringsum geerntet oder frisch aus dem nahen Meer gefischt. Schmale Wege zum Wandern oder Radeln führen durch üppiges Grün. Die Musik in Trattorien dröhnt nicht aus Lautsprechern, sondern perlt von einheimischen Instrumenten wie Mandoline oder Akkordeon. Wer will, kann dazu einheimische Tänze wie die Tarantella lernen. Viele Hotels veranstalten Kurse. Den Yogakurs gibt es im Olivenhain. Das Wasser in den Pools ist rein wie aus einem frischen Bergquell.

Ausflüge in die nahen, barocken Städte machen den Urlaub perfekt. Außer Gallipoli ist da die weiße Stadt Oria, mit einer Basilika und einem Kastell, das im 13. Jahrhundert vom Stauferkaiser Friedrich II. errichtet wurde. Auf dem Weg von dort, ins benachbarte Lecce oder nach Monopoli (siehe Ausflugtipp) an der Küste, kommt man an unzähligen Trulli vorbei. Das sind pittoreske Rundsteinhäuser aus dem 17. Jahrhundert, die ohne Mörtel gebaut wurden und trotzdem über Jahrhunderte hielten. Auch in ihnen kann man wohnen – gemütlich eingerichtet und angenehm kühl. Denn im Sommer kann es draußen bis zu 40 Grad heiß werden. Aber das Meer zum Abkühlen ist ja ganz nah.

Gut zu wissen

Anreise: Flüge nach Brindisi oder Bari 130-250 Euro, Preisvergleiche: www.discountflieger.de
Übernachten: 1 Woche, alles inklusive mit Flug im „Club Robinson Apulia“, ab 1024 Euro (p.P./DZ). Infos: Reisebüros oder www.robinson.de. 1Woche, Ferienhaus für bis sechs Personen (3 Schlafzimmer) in Porto Cesareo, ab 655 Euro. Infos: tui-ferienhaus.de.
Ausflug-Tipps: Monopoli Tagesausflug durch eine blühende, grüne Landschaft. Über die Piazza Garibaldi bummelt man durch die lebhafte Via Amalfitana zur romanischen Kirche Santa Maria und zur barocken Kathedrale. Danach: sonnen und baden in einer der kleinen Sandbuchten.
Castallana Grotto: Die größte Karsthöhle Italiens liegt südlich von Bari. Wer nur einen halben Tag investieren will, braucht für den Kurz-Rundgang eine Stunde. Lohnend: die 3-Stunden-Führung. Atemberaubend die „Griotta Bianaca“ in kristallklarem Weiß.
Leihwagen: 1 Woche ab Bari Flughafen, Kleinwagen Toyota ab 133 Euro, Fiat 500 ab 171,50 Euro. Infos: www.fliegen-sparen.de.
Nebenkosten: „Aperitivo completo (Getränk mit einem Imbiss, 6 bis 10 Euro). Cappuccino in einer einfachen Bar, ab 2,50 Euro., auf der Terrasse in einem schicken Café, ab 6,50 Euro. Die teuersten „Ristorantes“, Menüs (3 Gänge etwa im „La Puritate“ Gallipoli) 32 bis 48 Euro. Flasche Wein ab 11,50 Euro. „Scoglio delle Sirene“, Riviera Nazario Sauro Menüs ab 20 bis 25 Euro. Am günstigsten: Pizzerias, Pizza Margerita ab 6,50 Euro. Beachclub-Eintritt: 20 Euro bis 40 Euro pro Tag. An freien Stränden (Liegestuhl, Sonnenschirm mitbringen) frei. Mit Liegestuhl/Sonnenschirm ab 12 Euro pro Tag. Kugel Eis: ab 2 Euro. Besonders köstlich: „Gelateria und Pasticceria Natale“ in Lecce, Via Trinchese 7, „Feige“, „Pistazie“ 3 Euro.
Reiseführer : Apulien (Dumont), 17,99 Euro.
Allgemeine Infos: Italienische Touristen-Zentrale ENIT, www.enit.de oder www.viaggiareinpuglia.it/hp/de.