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IWC – INGENIEUR CHRONOGRAPH CLASSIC: Sinnreiche Er findungen


Uhren Magazin Sonderheft - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 22.03.2019

Nachdem das IWC Manufakturkaliber 69375 im limitierten Ingenieur Chronographen »Rudolf Caracciola« debütierte, testen wir es nun im neuesten, unlimitierten Modell. Überraschenderweise orientiert sich die G estaltung der Uhr an den ersten Generationen der Ingenieur-Familie aus den 1950er- und 1960er-Jahren und nicht an der bekannten Designikone.


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Bildquelle: Uhren Magazin Sonderheft, Ausgabe 1/2019

Fotos— Olaf Köster

Keine andere Uhrenmarke verbindet man so sehr mit dem Ingenieurwesen wie die IWC, die sinnreichen Erfindergeist sogar in eine gleichnamige Modellinie gießt und diesen in ausdrucksstarken Zeitmessern zelebriert. ...

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... Dabei war im Jahr 1955 die erste Ingenieur Referenz 666 eine recht schlichte, runde Uhr, allerdings von besonderer Präzision, großer Stoßfestigkeit und Wasserdichtheit sowie mit besonderem Magnetfeldschutz und seinerzeit fortschrittlichem Klinkenaufzug – benannt nach seinem Erfinder Albert Pellaton, damals technischer Direktor der IWC – ausgestattet.

Neuer Chronograph knüpft an Ingenieur-Frühgeschichte an

1976 veränderte die Ingenieur als Version »SL« ihr Outfit. Der begnadete Designer Gérald Genta gab ihr mit fünf Bohrungen in der Lünette ein signifikantes Aussehen. Es wurde oft zum Stein des Anstoßes, standen die fünf Löcher zwar im gleichen Abstand zueinander, aber – bedingt durch die Verschraubung der Lünette – stets in anderer, zufällige Position hinsichtlich Gehäuse und Zifferblatt, was doch so ganz und gar nicht ingenieursmäßigem Streben entsprach.

Dennoch oder gerade deshalb ging diese Uhr als Designikone in die Geschichte ein, weshalb man nun die neue Ingenieur nicht auf Anhieb in der Tradition dieser Uhrenlinie sieht. Vielleicht auch, weil ihr das modellprägende Weicheiseninnengehäuse für erhöhten Magnetfeldschutz fehlt – eine Ausstattung, welche die Ingenieur sogar mit einem Rekord verbindet. Die »Ingenieur 500.000 A/m« trotzte 1989 jedem Magnetfeld und widerstand unglaublichen 3,7 Millionen A/m. Dazu benötigte sie nicht einmal einen Weicheisenmantel, weil eine absolut amagnetische Niob-Zirkon- Legierung zum Einsatz kam.

Das Materialthema ist heute mit der Möglichkeit, Silizium im Uhrenbereich einzusetzen, aktueller denn je. Die IWC bringt es allerdings noch nicht mit der Ingenieur in Verbindung. Weil der neuen aber auch der Weicheisenkäfig fehlt, hat sie also keinen erhöhten Magnetfeldschutz wie zahlreiche ihrer Vorgänger.

PRO UND CONTRA

Überblick: Das schöne, blaue Zifferblatt ist sortiert und gut ablesbar. Exakte Skalen unterstreichen den Ingenieur-Charakter.


Aktuelle Trends und »alte Schule«

Tauchte bei einem Relaunch der Ingenieur im Jahr 2005 die Lünette mit den fünf Bohrungen wieder auf, kehrte die IWC nun im vergangenen Jahr zum ganz ursprünglichen Design mit abfallender, glatter Lünette ohne Bohrungen zurück. Dass die facettierten Stabzeiger für Minuten und Stunden und die Index-Appliken zusammen mit den darüber gesetzten Leuchtpunkten und dem Doppelpunkt anstelle der Zwölf ebenfalls auf die ersten Ingenieur-Modelle zurückgehen, weiß der Insider.

Angekommen in der Gegenwart tragen sie trotz ihrer polierten Kanten gut zur Ablesbarkeit auf dem im herrlichen Blau changierenden Zifferblatt bei. Je nach Lichteinfall bewegt sich der Farbton vom helleren Blau bis zum tiefen Schwarz und gibt sich somit dezent am Handgelenk. Denn auch wenn Blau einen aktuellen Trend setzt, passt nicht jede Farbnuance zu einem Ingenieur.

Der instrumentenhafte Auftritt des Blattes unterstreicht dagegen den Charakter des Berufsstandes, wobei die lang gezogenen Indexstriche auf den Hilfszifferblättern und der Tachymeterskala auffallen. Sie markieren zwischen zweistelligen Ziffern einen exakten Zeitpunkt – zum Beispiel die 30. Sekunde, die zehnte Stoppminute oder die vierte Stunde auf dem Chronographencounter. Auch auf der Tachymeterskala am Zifferblattrand findet diese Strichindizierung statt. Bei dreistelligen Angaben trennt die Linie die letzte Ziffer, bei zweistelligen steht sie wie auf den Countern zwischen den beiden Ziffern. Der Indexstrich markiert somit ganz genau die Geschwindigkeitsangabe von beispielsweise 175 km/h, während man diese ohne Strich schätzen müsste.

Die Stoppsekundenskalierung macht der Ingenieur Chronograph Classic ebenfalls richtig. Mit drei Teilstrichen entspricht sie der Frequenz von vier Hertz des neuen Manufakturkalibers 69375. Außergewöhnlich ist die Anordnung der Kleinen Sekunde bei sechs Uhr. Bei Chronogra- phen zieht sie zumeist bei neun Uhr ihre Kreise. Der Platz bei der Sechs verweist eher auf klassische Dreizeigeruhren mit Kleiner Sekunde.

Durchblick: Hinter einem Saphirglas- Gewindeschraubboden folgt auch das neue IWC-Manufakturkaliber 69375 der Marken-DNA.


UNSERE MESSERGEBNISSE

Bei neun Uhr werden die Chronographenstunden und bei zwölf Uhr die gestoppten Minuten festgehalten. Über den tiefer gelegten Hilfszifferblättern ziehen stählerne Zeiger ihre Kreise, von denen – entgegen der Vermutung – nur die Pfeilspitze der Kleine Sekunde leuchtet. Die Stoppfunktion bleibt damit im Dunkeln, denn auch der zentrale Stoppsekundenzeiger ist nicht leuchtstoffbeschichtet. Umso schöner erscheint die leuchtend grüne Zeitanzeige bei Nacht.

Mit dem neu konstruierten Kaliber 69375 ersetzt die IWC die Chronographenwerke auf ETA/Valjoux 7750-Basis und bietet damit zugleich eine preiswerte Alternative zur Manufaktur- Baureihe 89000. Muss man für unsere Testuhr 8750 Euro bezahlen, kostet der neue Chronograph Sport mit dem Kaliber 89361 in der aktuellen Ingenieur-Linie 12300 Euro. Dafür hat dieser eine Flyback-Funktion und eine höhere Gangreserve von 68 Stunden.

Chronographenwerk ist IWC-typisch und alltagstauglich

Die Gangautonomie des Kalibers 69375 von 46 Stunden ist für heutige Verhältnisse eher knapp bemessen, die Rückerregulierung der Unruh einfacher als die über Unruhschrauben im Kaliber 89361. Ansonsten bietet das Chronographenwerk 69375 ebenfalls eine Schaltradsteuerung, Schwingtriebkupplung und einen neuen beidseitig effektiv aufziehenden Klinkenaufzug (nicht nach Pellaton). Durch den Saphirglasboden entdeckt man zudem zahlreiche Details IWC-typischer Kaliberbauweise, wie Kreisschliffe, Perlagen und den skelettierten Rotor mit der Gravur »Probus Scafusia«. Das Werk läuft im Testlabor gut und ausgewogen. Es geht bei Vollaufzug, nach 24 Stunden Gangdauer und im Chronographenbetrieb um die 1,5 Sekunden am Tag vor. Am Handgelenk ist es allerdings etwas schneller und liegt bei knapp fünf Sekunden Abweichung am Tag.

Praktisch: In der funktionalen Druckfaltschließe ist unter dem IWC-Logo-Button eine Bandverlängerung clever versteckt.


Das Kaliber 69375 steckt in einem ebenso klassischen Gehäuse wie die erste Ingenieur, allerdings von zeitgemäßem Ausmaß mit 42 Millimetern Durchmesser und stattlichen 15 Millimetern Bauhöhe. Die gerändelte Schraubkrone ist ebenso gut zu handhaben wie die großen rechteckigen Chronographendrücker mit – angesichts der dahinter steckenden Schaltradtechnik – sehr ausgewogenen Druckpunkten.

Raum für neue Ingenieursleistungen

Wie von der Ingenieur gewohnt, setzt an integrierten Anschlussstücken ein Edelstahlarmband am Gehäuse an. Es wurde speziell für diese neue Ingenieur entwickelt und besteht aus satinierten und polierten Bandgliedern. Die Übergänge zwischen ihnen sind harmonisch fließend und münden in einer ebensolchen Druckfaltschließe mit innovativem Feinjustierungssystem. Ohne dass man die Schließe öffnen muss, lässt sich damit die Länge des Bandes um etwa sieben Millimeter variieren. Per Knopf, der clever und charmant zugleich in einem Logo-Button innerhalb der Schließe versteckt ist. Das ist Markenpflege, ausgereifte Technik und Understatement zugleich – Engineering, wie man heute zum Ingenieurswesen zu sagen pflegt. [3291]

TECHNISCHE DATEN

Originalgröße: Der Ingenieur Chronograph mit 42,26 Millimeter Durchmesser.


Variante: Zum gleichen Preis mit Argenté- Zifferblatt und vergoldeten Details.


Edelmetall: Der Ingenieur Chronograph in Rotgold kostet 19 900 Euro.


IWC INGENIEUR CHRONOGRAPH CLASSIC

Der Zeitmesser lehnt sich am ganz ursprünglichen Design der Ingenieur- Familie an und ist mit einem robusten, alltagstauglichen Manufakturkaliber ausgestattet, welches gut läuft und das ETA/Valjoux 7750 ersetzt.

VERGLEICHBARE MODELLE

Breitling Navitimer 01, Manufakturchronograph, Chronometer, 70 Stunden Gangautonomie, 7150 Euro


Omega Speedmaster Racing Master Chronometer, Manufakturchronograph, Chronometer, amagnetisch, 7700 Euro