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IWC – PILOT’S WATCH AUTOMATIC SPITFIRE: Feuereifer


Uhren Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 06.09.2019

Anfang des Jahres hat die IWC innerhalb ihrer Fliegeruhren-Kollektion eine neue Spitfire-Staffel in den Dienst gestellt. In der puristischen Automatikuhr kommt zum ersten Mal ein Uhrwerk aus der neuen Manufakturkaliber-Familie 32000 zum Einsatz. Wir sind die Ersten, die Uhr und Werk getestet haben.


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Artikelbild für den Artikel "IWC – PILOT’S WATCH AUTOMATIC SPITFIRE: Feuereifer" aus der Ausgabe 5/2019 von Uhren Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Uhren Magazin, Ausgabe 5/2019

Die kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Unweigerlich ertappt man sich bei diesem Gedanken schon beim ersten Blick auf die klassische, puristische Fliegeruhr – Pilot’s Watch Automatic Spitfire, wie sie in voller Länge heißt. Und richtig, ihr Design ist von der legendären Mark 11 ...

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... aus dem Jahr 1948 inspiriert.

Auf eine Ausschreibung der britischen Regierung hin entwickelte die IWC in dieser Zeit eine spezielle Uhr für die Piloten der Royal Air Force. Die Fertigung begann 1948, die Auslieferung ab November 1949. Die Uhr blieb bis 1981 im Einsatz. In ihr tickte das ebenso populäre IWC-Handaufzugkaliber 89. Es war durch einen Weicheisenkäfig vor Magnetfeldeinfluss geschützt, und auf dem markanten Flieger-Zifferblatt herrschten Tag und Nacht klare Verhältnisse. Erst 1994 folgte ihr die Mark XII mit Automatikwerk und Datum.

Die Spitfire galt als die elegante Fliegeruhr

Der Namen Spitfire tauchte zur Jahrtausendwende erstmals mit einer limitierten Serie von tausend Uhren auf. 2003 begann die IWC, eine Fliegeruhrenserie zu fertigen, die nach dem legendären Flugzeug benannt wurde. Mit hellem Zifferblatt galt sie als die »elegantere Mark«, stand aber etwas im Schatten dieser klassischen und inzwischen zur Mark XV hochnummerierten Fliegeruhr. Zehn Jahre später näherte sich die alte Spitfire – nun als Große Fliegeruhr mit ewigem Kalender und dunklem Zifferblatt – der klassischen Mark-Linie an, um als vermeintlich elegante Dreizeigeruhr mit hellem Zifferblatt leise zu verschwinden. Nach der Mark XVIII von 2016 und der Big Pilot’s Watch Spitfire im gleichen Jahr, die optisch kaum noch auseinanderzuhalten waren, scheint eine Symbiose der beiden nun nahezu folgerichtig, während die Mark auf leisen Sohlen das Terrain verlässt. Nur als Edition »Le Petit Prince« findet man die Pilot’s Watch Mark XVIII derzeit noch in den digitalen Katalogen der IWC.

Tickt in dieser Uhr für 4640 Euro – wie einst in der Spitfire – noch das ETA 2892-A2-basierte Kaliber 35111, so hat in der neuen Pilot’s Watch Automatic Spitfire für nur 200 Euro mehr das neue Manufakturkaliber 32110 seinen Platz eingenommen. Zwei Versionen stellt die IWC vor: Unsere Testuhr mit Edelstahlgehäuse, schwarzem Zifferblatt und grünem Textilband für 4840 Euro und eine Version mit Bronzegehäuse, grünem Zifferblatt und dunkelbraunem Kalbslederband für 5450 Euro. Es handelt sich dabei nicht nur um die Basis-Modelle der Spitfire-Kol- lektion, sie sind auch der Einstieg in die IWC-Manufakturwelt.


IWC PILOT’S WATCH AUTOMATIC SPITFIRE
Von der Mark zur Spitfire – die neue Fliegeruhr ist von der legendären Mark 11 inspiriert. Mit ihr stellt die IWC auch ein neues Basisuhrwerk in den Dienst. Mit moderner Siliziumtechnologie kommt es auf drei Tage Gangautonomie.


Kaliber 32110: Das neue Basiswerk der IWC mit Siliziumteilen läuft 70 Stunden und soll ETAund Sellita-Technik ersetzen.


Schutzwall: Das Automatikwerk im typischen IWC-Outfit tickt hinter doppeltem Boden, der erhöhten Magnetfeldschutz bietet.


Das matte Edelstahlgehäuse mit schmaler, steiler Lünette und massivem Schraubboden zeigt sich mit moderaten 39 Millimetern im Durchmesser und ist damit einen Millimeter kleiner als das der Mark XVIII. In der Höhe kommt es auf 10,86 Millimeter, was wiederum sportlich wirkt, aber zu der klassischen Fliegeruhr passt. Zur Höhe trägt das Manufakturkaliber 32110 im Innern bei, das mit 4,2 Millimetern immerhin 0,6 Millimeter höher ist als das ETA 2892-A2. Im Durchmesser misst es mit 28,2 Millimetern übrigens 2,6 Millimeter mehr als das ETA-Werk. Zudem genießt das Kaliber 32110 durch einen Weicheisenkäfig inklusive zusätzlichem Innenboden erhöhten Magnetfeldschutz – eine Maßnahme, die schon in der Mark 11 stattfand.

Aus der eleganten Spitfire wurde eine typische Fliegeruhr

Von dieser Uhr – und beinahe mehr noch von der Mark XV – ist auch das markante Fliegeruhren-Zifferblatt adaptiert. Es spricht mit seinem puren, instrumentenhaften Design, den starken Schwarz-Weiß-Kontrasten, einer sauberen Minutenskalierung, gut ablesbaren Stundenziffern, den großen Lanzen-Zeigern und dem Dreieck an Stelle der Zwölf die Formsprache einer klassischen Fliegeruhr.

Spitfire: Das Textil-Leder-Band der Uhr ist von jenem Flugzeug inspiriert, dem die Fliegeruhr ihren Namen verdankt.


VERGLEICHBARE MODELLE

Stowa Flieger, historische Fliegeruhrenmarke, typisches Design, kein Manufakturwerk, 1050 Euro


Wempe Chronometerwerke Fliegeruhr, markantes Design, Manufakturwerk, limitiert, 5450 Euro


Saubere Landung in der IWC-Fliegeruhrenkollektion

Das Dreieck mit den beiden Punkten ist von historischen Fliegeruhren übernommen. Es diente vor allem bei Dunkelheit – und tut es wohl auch heute noch – zur besseren Orientierung in Bezug auf die Stellung der Zeiger. Mit seinem beigen Anstrich – und selbigem auf den drei Indexlinien der Viertel-, halben und Dreiviertelstunde sowie der Hauptzeiger – weht damit ein Hauch von Nostalgie übers Zifferblatt. Andererseits ist die kräftig grüne Beleuchtung von Stunden- und Minutenzeiger sowie der vier Indizes modellprägend für die IWC-Fliegeruhren und geht mindestens bis auf die Mark 11 zurück.

Ganz neu an der funktionalen Fliegeruhr ist dagegen das automatische IWC-Manufakturkaliber 32110. Die Familie 32000 wurde als Basiskaliber-Linie mit dem Fokus auf Robustheit und Zuverlässigkeit konstruiert. Wie schon das Chronographen-Grundwerk 69000 soll es als hauseigene Konstruktion externe Kaliber von ETA und Sellita ersetzen. Wie der Preis dieser Uhr zeigt, geht das überraschenderweise beinahe ohne Preiserhöhung. Dabei ist das Uhrwerk grundsolide und auf der Höhe der Zeit. Es verfügt – ähnlich dem Pellaton-Aufzug, der eine IWC-eigene Konstruktion ist – über einen beidseitig aufziehenden Klinkenaufzug. Dieser ist allerdings schlichter und eine gemeinsame Entwicklung innerhalb der Richemont-Gruppe, die auch anderen Herstellern für ihre Kaliber zur Verfügung steht. Er zieht effektiv auf und baut dabei eine beachtliche Gangreserve von 72 Stunden, also drei Tagen in einem Federhaus auf.

Die hohe Gangautonomie wird angesichts fortschrittlicher Werktechnologie möglich. Unter anderem kommen zum ersten Mal Siliziumkomponenten in einem IWC-Kaliber zum Einsatz. Ankerrad und Anker sind aus diesem verschleißarmen und amagnetischen Material gefertigt, leider nicht die Spirale, so dass für erhöhten Magnetfeldschutz immer noch der Weicheisenkäfig erforderlich ist. Die Langlebigkeit der Komponenten soll durch neu entwickelte Schmierstoffe gesteigert werden.

Auch wenn man das Uhrwerk durch den doppelten Boden nicht erspähen kann, ist es nach IWC-Manier gestaltet. Typisch sind die robusten Brücken mit ihren kreisförmigen Genfer Streifen, diverse Perlagen und vor allem der durchbrochene Rotor mit dem IWC-Signet. Die Gangwerte des Uhrwerks pendeln sich in allen Situationen bei fünf Sekunden Vorgang ein – kein Spitzenwert aber wie das ganze Uhrwerk grundsolide.

Zeitloser Flieger mit modernem Antrieb

So lässt sich resümieren, dass die Schaffhauser Uhrenschmiede ein alltagstaugliches, modernes Werk in eine zeitlose Uhr gebracht hat, die zugleich einen leisen Wandel vollzog. Als hätte es die Spitfire in ihrem ursprünglichen Format nie gegeben, tritt sie wie selbstverständlich das Erbe der Mark an. Ein ziemlich cooler Schachzug, der ganz sicher im Zusammenhang mit dem weltumrundenen Flug einer Spitfire steht, den die IWC unterstützt (siehe UHREN-MAGAZIN 4/2019). Das mit Leder unterfütterte grüne Textilband verweist zumindest darauf. Es ist von den Farbcodes des alten Jagdfliegers inspiriert und befestigt die Uhr auf eigenwillige Weise am Arm. [9844]

Bewertung in der Preiskategorie bis 5000 Euro

IWC86 Punkte von 100


Fotos — Olaf Köster