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JA MES BOND MIT HAPPY ENT’


Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 40/2021 vom 07.10.2021

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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 40/2021

ICH WAR GERÜHRT und gleichzeitig geschüttelt. Monsieur Huille gab Gas, schmiss das Agenten-Auto in die Kurve, während ich versuchte, nicht vom Beifahrersitz zu rutschen.

Unter der Haube brummte der Boxer. Ja, ein Boxer. Weil sie gemeint hatten, rund 60 statt der üblichen 30 PS könnten auf der Flucht vielleicht nicht schaden. Es gab weder Gurte noch Kopfstützen. Ich war im Angesicht des Todes und sprach mir selbst Mut zu: „Stirb an einem anderen Tag!“

160 Autos hatte es in 59 Dienstjahren bei James Bond gegeben, und was nicht alles: einen Aston Martin DB5 mit Schleudersitz, einen tauchfähigen Lotus Esprit, einen fernsteuerbaren 7er-BMW, sogar einen Mond-Buggy. Mich hatten sie ausgerechnet nach Paris geschickt. Zu Citroën. Zu Monsieur Huille, dem Leiter des Firmenmuseums. Ente fahren.

„Sie haben doch nichts dagegen, wenn ich jetzt fahre?“

James Bond zu Ente-Besitzerin Melina ...

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... Havelock

Ich war: „In tödlicher Mission“, und man kann das durchaus doppeldeutig sehen, dachte ich, während Monsieur Huille sichtlich Spaß hatte, mit seinen Goldfingern das Lenkrad herumriss und der gedopten Ente fast das Fliegen beibrachte.

„In tödlicher Mission“ hieß im Original „For Your Eyes Only“. Und nur für die Augen von AUTO BILD hatte der Monsieur den gelben 2 CV wieder flottgemacht, aus der großen Museumshalle gefahren und bretterte damit nun, mit den spanischen Film-Kennzeichen, durch ein Gewerbegebiet.

Im Geheimdienst Ihrer Majestät war der Citroën 1981 gewesen, an der Seite von Roger Moore. Und zwar exakt 4 Minuten und 40 Sekunden lang, verfolgt von dunklen Gestalten in zwei ebenso dunklen Peugeot 504. Weil Bonds eigentlicher Agenten-Bolide, ein Lotus Esprit, soeben standesgemäß  in einem Feuerball aufgegangen war, setzte er sich ins Auto zu einer gewissen Melina Havelock, gespielt von Carole Bouquet, die sich später als Bond-Girl entpuppte bzw. entkleidete (er war 54, sie 24). Bond ließ sich natürlich nur kurz chauffieren und sagte dann: „Sie haben doch nichts dagegen, wenn ich jetzt fahre?“ Der süffisante Unterton würde ihm heutzutage vermutlich eine #MeToo- Diskussion einbringen. Aber damals tickte die Welt noch anders.

ROGER MOORE ALS 007

Roger Moore (1927-2017) war in insgesamt sieben Bond-Filmen zu sehen. Er folgte Sean Connery 1973 in „Leben und sterben lassen“. Seinen letzten Einsatz hatte der Wahl-

Schweizer 1985 in „Im Angesicht des Todes“.

Unten bei einem Reklame-Termin in Paris 1981.

Man lebt nur zweimal? Das reicht nicht. Insgesamt vier Enten nutzte die Filmcrew. Zwei für statische Aufnahmen, zwei für die Stunts. Eine der Letzteren gehört zum Fundus von Monsieur Huille. Geschont wurde sie ganz offensichtlich nicht. Überall Beulen, innen ein Rohrgestell als Überrollkäfig, eine mit Stahlstücken verstärkte Karosse. Und mehrere Einschusslöcher im Heckdeckel. Kaliber unbekannt.

„Einige 2 CV wurden übrigens auch in London gebaut, als Rechtslenker“, sagt Monsieur Huille. Aber der Film spielte in Spanien, da passte ein Modell aus dem Pariser Vor- und Produktionsort Levallois- Perret besser.

„Fahren Sie schon! Egal ob vorwärts oder rückwärts!“

Melina Havelock zu James Bond

Wo die anderen drei Film-Enten abgeblieben sind, ist unklar. Das andere Stunt-Auto sei komplett zerstört, heißt es. Wer jetzt ein Quantum Trost braucht – belegt ist das nicht. „Und wenn jemand was weiß, soll er sich gern bei uns melden“, sagte Monsieur Huille.

Später gab es ein 007-Sondermodell der Ente zu kaufen, „500 in Frankreich und etwa 300 in Großbritannien“, sagte der Monsieur. Da waren die Einschusslöcher allerdings bleifrei – weil aufgeklebt.

Der miesepetrige „Spiegel“ nahm für sich damals übrigens die Lizenz zum Töten in Anspruch und urteilte über den Film: „Wer nach solchen technischen Glanznummern noch nach Sinn und Handlung fragt, dem ist nicht zu helfen – ebensogut könnte er im Telephonbuch nach den Psalmen suchen.“

„Wir haben uns übrigens noch nicht bekannt gemacht, Melina. Mein Name ist Bond, James Bond.“

James Bond

„Wollen Sie noch eine Runde?“, fragte Monsieur Huille, und seine Golden Eyes leuchteten. „Die läuft locker 140 km/h.“ „Nennen Sie mich Dr. No“, sagte ich. „Aber: Keine Zeit zu sterben.“ Ich ergriff die Flucht. Zum Glück mit Happy Ent’.

NEUES BUCH ÜBER BOND-AUTOS

DIE 160 DIENSTWAGEN DES 007

Zum Start des neuen James-Bond-Films „Keine Zeit zu sterben“ gibt es ein Buch über alle 160 Dienstwagen des Geheimagenten. Geschrieben hat es der britische Auto-Journalist Jason Barlow, Chefredakteur von „Top Gear“. Er hat dafür mit Bond-Darsteller Daniel Craig, den Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli sowie Bond-Spezialeffekt-Veteran Chris Corbould gesprochen. Zudem hatte Barlow Zugang zu seltenen Dokumenten wie Storyboards, unveröffentlichtem Bildmaterial der Drehorte, technischen Zeichnungen und Auszügen aus Originaldrehbüchern. Am Ende gibt es eine Aufstellung aller Filme mit den jeweiligen Fahrzeugen. Vom Austin A55 („007 jagt Dr. No“, 1962) bis zum neuen Land Rover Defender im aktuellen Film. Der sehens- und lesenswerte Bildband „Bond Cars“ ist im Frederking & Thaler Verlag erschienen, hat 336 Seiten, 250 Abbildungen und kostet 36,99 Euro.