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JABRA ELITE 85H: GROSSER LAUSCHANGRIFF


Audio Video Foto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 05.06.2019

DerNoise-Cancelling-Kopfhörer Jabra Elite 85h belauscht die Umgebung – für einen guten Zweck. Was genau dahintersteckt, zeigt der Test.


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Bildquelle: Audio Video Foto Bild, Ausgabe 7/2019

D ie Musik dudelt so vor sich hin, man lehnt sich zurück und entspannt. Selbst in der voll besetzten und ziemlich lauten U-Bahn zur Rushhour ist das mit dem Jabra Elite 85h kein Problem. Denn per Noise-Cancelling dämpft der Bügelkopfhörer elektronisch die Umgebungsgeräusche. Und noch mehr: Er hört zu – allerdings nicht der Musik, sondern dem Umfeld. Warum er das macht, wie das geht und wie der 300-Euro-Kopfhörer klingt, das lesen Sie hier.

Siri, Google Assistant oder ...

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... Amazon Alexa

Der mit 301 Gramm nicht gerade leichte Jabra wirkt stabil und gut verarbeitet, mit seinem feinen Stoffbezug sieht der Kopfhörer richtig schick aus. Eine Nano-Beschichtung der einzelnen Bauteile soll den Elite 85h witterungsbeständig machen. Jabra ist sich dessen so sicher, dass der dänische Hersteller zwei Jahre Garantie gegen Staub und Wasser gewährt. Die recht dick gepolsterten Ohrmuscheln sorgen anfangs für ein gutes Tragegefühl, aber nach einer Weile können sie die Spannung des Kopfbügels nicht dämpfen, und es beginnt, etwas zu drücken.

Am Gehäuse des rechten Ohrhörers sitzen Drucktasten für die Musik-und Anrufsteuerung. Eine weitere Taste startet den Sprachassistenten des Smartphones – ob dabei Siri (bei Apple), der Google Assistant (bei Android) oder Amazons Alexa antwortet, lässt sich einstellen. Mit einer Taste auf der linken Seite kann der Hörer das Noise-Cancelling an-und ausschalten oder in den Transparenzmodus wechseln, der Außengeräusche durchleitet – aber eigentlich ist die Taste überflüssig.

Jabra analysiert die Umgebung

Der Jabra kann auch selbst entscheiden, wann er Außengeräusche dämpft oder zum Nutzer durchlässt. Das geschieht in Verbindung mit der kostenlosen Smartphone-App „Jabra Sound+“. Darin finden sich drei sogenannte „Momente“, die der Nutzer jeweils nach seinem Geschmack feinjustieren kann. Für das „Pendeln“ mit der Bahn schaltet er das Noise-Cancelling an, für „Öffentlich“ – etwa im Straßenverkehr – wählt er aus Sicherheitsgründen stattdes sen den Transparenzmodus, und zu Hau se kann er für „Privat“ das Noise-Cancelling ganz deaktivieren.

Gibt der Nutzer nun in der App „SmartSound“ frei (sie he Bild rechts), belauscht der Kopfhörer die Umge bung. Dabei findet laut Jabra keine Datenspei cherung statt, die erfass ten Audio-Daten wer den in Echtzeit verar beitet. Ein Algorithmus analysiert das Geräusch anhand von 6000 Para metern wie Wellenmus tern und Lautstärkeän derungen, ordnet dem Geräusch eine von 20 hinterlegten Sze nen zu – also etwa U-Bahn oder Café – und stellt dann den passenden „Mo ment“ ein.

Der Vorteil: Steigt der Nutzer etwa aus der Straßen bahn, schaltet der Kopfhörer automa tisch von „Pendeln“ auf „Öffentlich“ und macht damit Ver kehrsgeräusche hör bar. So weit die Theo rie, in der Praxis zei gen sich jedoch ein paar Fallstricke.

Gut, aber nicht perfekt

So erkannte der Elite 85h im Test zwar das Bahnfahren und auch einen kurzen Fuß weg korrekt. Mit dem Großraum büro kam er dagegen nicht zurecht. Nach der ersten Analyse im ruhigen Büro startete der Jabra im „Privat“-Modus, also ohne Noise-Cancelling. Telefonierten dann Kollegen, schaltete der Jabra jedoch auf „Öffentlich“ und verstärkte die Umgebungsgeräusche, statt sie zu unterdrücken.

Tolle Funktion für Noise-Cancelling-Kopfhörer: Mit dem Jabra Elite 85h hört man sich beim Telefonieren auch selbst.


Der USB-C-Anschluss zum Aufladen ist weniger fummelig als bisherige Micro-USB-Anschlüsse.


Wer deshalb einfach auch für den Moment „Öffentlich“ in den App-Einstellungen das Noise-Cancelling aktiviert, kann sich die Automatik gleich sparen – das ist keine Lösung. In solchen Fällen hilft es also nur, die Automatik zu überstimmen und manuell über die Taste am Kopfhörer in den gewünschten Modus zu springen.

Und so spannend die SmartSound-Funktion auch ist – ihr Mitteilungsbedürfnis störte die Tester gewaltig. Mit jedem Moduswechsel unterbricht der Kopfhörer die Musik und sagt den aktuellen „Moment“ an. Ein dezenter Wechsel im Hintergrund wäre hier klar besser.

Selbst hören, was man sagt

Mit einer anderen Funktion landet Jabra dagegen einen nützlichen Volltreffer, der das Telefonieren unge-mein erleichtert. Denn bislang machen Noise-Cancelling-Kopfhörer dabei Probleme, weil der Nutzer seine eigene Stimme nicht oder allenfalls schlecht hört. Deshalb spricht er dann meist zu laut oder zu leise. Jabra regelt das gekonnt und leitet die Nutzerstimme in den Kopfhörer. Die Lautstärke ist über die Jabra-App einstellbar (siehe oben).

Für all diese technischen Raffinessen braucht der eingebaute Akku ordentlich Power. Und Jabra liefert: Im Test gab der Elite 85h bei aktiviertem Noise-Cancelling fast 38 Stunden lang Musik wieder – ein Top-Wert und etwa auf dem Niveau von Sonys Noise-Cancelling-Flaggschiff WH1000XM3. Zudem wird die Schnellladefunktion ihrem Namen gerecht: Nach nur 10 Minuten am USB-Anschluss ist der Kopfhörer mit Energie für 4,5 Stunden Musik versorgt.

Jabra spielt vorne mit!

Grund zu jubeln gibt’s für Jabra auch im Hörtest. Den Testern gefiel insbesondere der ausgewogene Klang mit seinem sehr sauberen und tief greifenden Bassbereich, der auch bei niedriger Lautstärke noch eine gewisse Präsenz mitbringt. Hilfreich bei feinen Nuancen ist das gut arbeitende Noise-Cancelling, das nie mit lästigem Eigenrauschen stört.

Das Testlabor stützt die Ergebnisse: Die Bässe reichen tief hinab und sind genau richtig dosiert, auch die wichtigen Mitten gibt der Jabra sehr neutral wieder. Nur 0,097 Prozent Verzerrungen sprechen genauso für den Elite 85h wie die geringe Lärmbelästigung nach außen von gemessenen 0,22 Sone.[jab]

FAZIT

Der Jabra Elite 85h überzeugt mit guter Verarbeitung, toller Akkulaufzeit, einem sauberen und ausgewogenen Sound sowie sehr wirksamem Noise-Cancelling. Die automatische Anpassung der Lärmbremse soll das i-Tüpfelchen sein, aber – noch – ist sie das nicht. Sie erkennt nicht jede Situation korrekt, und ihre Ansagen stören. Jabra entwickelt den Algorithmus nach eigener Aussage jedoch immer weiter – man darf also gespannt sein, was die Zukunft bringt.