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JAGDHUNDE-GRUNDSCHULE TEIL III: Kleine Tricks große Wirkung


Wild und Hund - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 06.06.2019

Im fortgeschrittenen Stadium der Grund- und Gehorsamsausbildung kommt es immer mehr auf die Feinheiten an. Petra Klemba sagt, worauf Sie achten sollten.


Artikelbild für den Artikel "JAGDHUNDE-GRUNDSCHULE TEIL III: Kleine Tricks große Wirkung" aus der Ausgabe 11/2019 von Wild und Hund. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Petra Klemba

Nichts ist mehr wie noch vor ein paar Wochen. Aus dem süßen kleinen Welpen ist ein pubertierender Junghund geworden, der seinen Führer oftmals in den Wahnsinn treibt!

Einen Trost gibt es für alle: Auch diese Zeit vergeht, und bei der nötigen Konsequenz hinterlässt sie kaum Spuren. In dieser Zeit ist es erst recht wichtig, die bisherigen Übungseinheiten unter kleinerer Ablenkung weiter zu festigen und auszubauen.

Die soziale ...

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... Verträglichkeit unter Artgenossen steht dabei für den Jäger an hoher Stelle, denn er jagt nicht nur allein mit seinem Jagdgefährten, sondern auch mal in Gesellschaft. Alles, was der Welpe ab der achten Woche gelernt hat, sollte mit etwa fünf Monaten in Verbindung mit Umweltreizen – andere Hunde sowie jagdliche Situationen beim Reviergang – ausgebaut werden.

Auflösesignal

Das Kommando in der Junghundeausbildung, das sicher sehr unterschätzt wird, ist das Auflösesignal. Das übliche Sitz, Platz oder Hier ist für den Hund erst dann beendet, wenn der Hundeführer ihm eine klare Auflösung dafür gibt. Das kann durch ein Wort, Körpersprache oder gar durch ein neues Signal passieren. Es muss nur, wie immer bei der Kommunikation zwischen Hund und Mensch, deutlich, klar und immer gleichbleibend sein.

Der Jagdhundwelpe lernt früh, auf dieses Kommando zu warten, damit er wieder loslaufen oder aufstehen kann. Das erfolgreiche Auflösesignal erleichtert es dem Hundeführer, das Verhalten, wie Ablegen und Liegenbleiben, zuverlässig und zügig aufzubauen.

Liegenbleiben unter Ablenkung

Für das erfolgreiche Lernen des Hundes ist es wichtig, dass alle erwünschten Verhaltensweisen in kleinen Schritten aufgebaut werden. Nachdem der Vierläufer das Platz zuverlässig aus dem Fußgehen an der kurzen Leine ausführt, geht es zum nächsten Schritt.

Bleibt der Junghund nicht liegen und versucht, aufzustehen, kann der Führer sich auf die Leine stellen.


Viele Hundeschulen bieten Gruppentraining für Junghunde an. Für den Trainer sollte die Ruhe in der Gruppe an oberster Stelle stehen.


Der Welpe bleibt ein paar Augenblicke liegen und wird vom Führer belohnt. Bei dem Aufbau dieser Übung ist es empfehlenswert, die Leine aus der Hand fallen zu lassen und sich mit dem Fuß darauf zu stellen. So kann der junge Hund kontrolliert werden und kommt nicht gleich zum Erfolg, wenn er aufstehen möchte und der Führer es gerade nicht mitbekommt.

Es macht keinen Sinn, den jungen Hund permanent zu korrigieren – der erwünschte Lernerfolg wird dadurch erschwert. Erst wenn er wirklich entspannt ein paar Minuten in der Nähe des Hundeführers liegen kann, wird ein neuer Reiz in die Übung eingebaut. Die eigene Distanz zum abgelegten Hund wird langsam vergrößert. Der Führer entfernt sich zunächst nur ein paar Schritte vom Hund, umkreist ihn zuerst langsam und dann auch in schnellerem Tempo. Sobald der Vierläufer diese Übung beherrscht, ohne dass eine Korrektur durch den Führer notwendig ist, geht es weiter zum nächsten Schritt: Die Distanz zum Hund wird immer weiter erhöht. Es sollte in stets neuen Umgebungen in Feld und Wald trainiert werden.

Sich vom abgelegten Hund zu entfernen oder auch eine Runde um ihn herumzugehen, ist die nächste Stufe zum zuverlässigen Ausführen des Kommandos Platz.


Gruppentraining ist sehr wichtig für den Junghund. Die Gruppe der Artgenossen muss jedoch überlegt ausgewählt werden. Es bringt wenig, wenn alle anderen Vierläufer einer Gruppe laut, unbeherrscht und ungehorsam sind. Leider ist dies heute immer noch oft der Fall. Am besten ist es, wenn man sich vorher die Arbeit in der Runde ohne Hund anschaut.

Auch in dieser Zeit ist ein ruhiger und bestimmter Umgang mit dem jungen Vierläufer notwendig. Die Erwartungshaltung des Hundes darf nicht unnötigerweise hochgeschraubt werden. Nur aus der Ruhe heraus kann erwünschtes Verhalten mit positiver Verstärkung erfolgreich aufgebaut werden. Wichtig ist, dass der junge Jagdhelfer in den ersten Wochen und Monaten nicht mit Reizen überflutet wird. Das Ziel ist ein ausgeglichener Jagdbegleiter und keiner, der beim kleinsten Reiz permanent hochdreht.

Auch unter Ablenkung durch die Bracke „Arthus“ muss Terrier „Otto“ brav bei Fuß bleiben.


Gehorsams-Übungseinheit im Revier mit Ablenkung durch einen zweiten Hund: Hier sollte die Führerin eingreifen, um den Terrier wieder bei Fuß gehen zu lassen.


Pirschen/Fußgehen mit und ohne Leine

Solange das Fußgehen an der Leine nicht bedingungslos abrufbar ist, wird von dem jungen Hund kein Frei bei Fuß verlangt! Wird während der Ausbildung zu schnell vorgegangen, maßregelt der Führer seinen Vierläufer häufig ungerechtfertigt. Erstens lernt er so nichts, und zweitens ist das ungerechte Handeln des Führers ein Vertrauensbruch und beeinflusst die Beziehung zwischen den beiden negativ.

Auch das Pirschen im Wald muss geübt werden. Der Phantasie beim Trainieren sind keine Grenzen gesetzt: Mit dem angeleinten Junghund und geschulterter Waffe umkreist der Führer langsam und ruhig den einen oder anderen Baum von links und rechts. Er lässt den Hund zwischendurch sitzen oder ablegen und geht danach weiter. Dabei kann auch einfach das Liegenbleiben und kurz Außer-Sicht-Gehen trainiert werden. Der Hund lernt bei vielen Wiederholungen dieser Übung, dass nichts Außer-gewöhnliches passiert und kann dadurch seine Erregungslage später in der Jagdpraxis bestens kontrollieren.

Zahnkontrolle

Das Handling, besonders aber die Zahnkontrolle beim jungen Jagdhelfer, sollte ebenfalls geübt werden. Ganz gleich, ob er auf Zuchtprüfungen vorgestellt werden soll oder nicht. Es ist wichtig, dass der Hundeführer zu jeder Zeit an seinen Hund herangehen und ihm einen Gegenstand, Futter oder Ähnliches aus dem Fang nehmen kann. Auch sollte der Tierarzt jederzeit in den Fang schauen können. Sinnvoll ist diese Übung ebenfalls in Verbindung mit fremden Hunden in der Gruppe. Hier haben manche Vierläufer große Probleme. In der gesamten Junghundezeit muss immer wieder in den Fang geschaut werden. Es bietet sich an, auch Jagdfreunde zu bitten, einmal eine Zahnkontrolle beim eigenen Hund durchzuführen.

Nicht jeder Vierläufer lässt sich gern in den Fang schauen – auch hier hilft frühe und regelmäßige Übung.


Down

Das Down (WuH 12/2016) ist ein Kommando, auf das der Hund wie auf Knopfdruck reagieren, wie ein Taschenmesser zusammenklappen und mit dem Kopf zwischen den Vorderpfoten still liegen bleiben soll, bis er ein neues Kommando erhält. Im Jagdbetrieb kann ein gut sit- zendes Down das Leben des Hundes retten, etwa wenn er in der Hatz Richtung Straße rennt. Daher ist es sinnvoll, bereits mit dem sehr jungen Hund dahingehend zu trainieren, dass er sich unter Ablenkung oder gar mitten aus dem Spiel mit anderen Hunden heraus ablegen muss. Dabei wird sich der Führer zu Beginn der Ausbildung damit zufrieden geben, dass der Vierläufer sich ablegt, ohne den Kopf auf den Boden zu legen. Das korrekte Down wird im Verlauf der weiteren Ausbildung dann Schritt für Schritt weiter entwickelt.

Der sechs Monate alte Kleine Münsterländer lernt die ersten Schritte zum späteren „Down“.


Geheimtipp Handfütterung

Eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung für erfolgreiches Lernen ist das Füttern aus der Hand. Zunächst sollte der Junghund nur einen kleinen Teil seiner tägliche Futterration aus einem Napf erhalten. Den Rest kann er sich über den Tag verteilt in kleinen Portionen aus der Hand des Führers verdienen.

Viele Wiederholungen mit hochwertiger Belohnung werden dazu führen, dass der Jagdhund immer freudiger zu seinem Führer kommen wird, wenn er beispielsweise das Signal „Hier“ hört. Die reine Handfütterung nach dem Motto „Tu etwas für mich, und du bekommst Futter“, ist während des Aufbautrainings sehr zu empfehlen. Das bedeutet, dass der Vierläufer anfangs seine gesamte Tagesration aus der Hand – über den Tag verteilt – erhält, sobald er erwünschtes Verhalten erfolgreich ausführt. Dabei gilt: Ein hungriger Hund arbeitet besser!

Die in drei Teilen beschriebene Methode zum gehorsamen Junghund ist mein persönlicher Weg zum Erfolg, zu dem bekanntlich viele Wege führen. Letztlich entscheidet jeder Jagdhundbesitzer selbst, welche Lernmethode zu ihm passt und welche Bausteine er für sich übernimmt.

Das Abrufen aus der Ablenkung ist eine Gehorsamsübung, die frühzeitig aufgebaut wird.


Fotos: Petra Klemba

Fotos: Petra Klemba

Fotos: Petra Klemba