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Jahrelang spionierte Samantha (33) ihren Partnern hinterher: Geschafft! „So überwand ich meine Eifersucht“


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 31.01.2020

Sie konnte einfach nicht anders: Die Wienerin kontrollierte ihren Ex-Freund, machte ihm heftige Szenen. Erst als sie einen Mann heiratet, der noch eifersüchtiger ist als sie selbst, wird ihr klar: „So will ich nicht sein!“


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 6/2020

Endlich unbeschwert! Samantha hat ihre Kontrollsucht überwunden


Dass Misstrauen ist immer da, es braucht gar keinen Anlass. „Ich war ständig eifersüchtig“, gibt Samantha Tobisch (33) aus Wien zu. Jedes Mal, wenn ihr Partner nicht zu Hause ist, brodelt es in ihr: „Hat er eine Affäre? Warum verbringt er so viel Zeit mit seinen Freunden ohne mich? Was, wenn ihm eine hübschere Frau ...

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... begegnet?“

Mit pochendem Herzen sitzt sie dann in der Wohnung und grübelt. „Ich konnte an nichts anderes denken, mich nicht ablenken, hatte diese schrecklichen Bilder im Kopf“, gibt Samantha zu. „Deshalb habe ich ihn dann 100-mal angerufen, seine Handynachrichten kontrolliert, ihn regelrecht terrorisiert.“ Kommt er später als angekündigt nach Hause, macht sie ihm heftige Szenen: „Ich habe getobt, geschrien, ihn beschuldigt.“

Mehrere Beziehungen zerbrechen an Samanthas Verhalten. „Meine Partner haben meine Tobsuchtsanfälle belächelt, bis es ihnen irgendwann zu viel wurde“, erzählt die Kommunikationsdesignerin heute. „Danach habe ich mich dann immer total geschämt.“

Sie weiß, dass sie sich ändern muss. „Schon damals habe ich erste Strategien entwickelt, um meine Eifersucht zu überwinden. Ich habe zum Beispiel angefangen, meinen Freundinnen zu erzählen, was mir im Kopf rumgeht. Sie haben mich beruhigt, konnten mir zumindest in manchen Situationen die Angst nehmen, belogen, betrogen und verletzt zu werden. Wenn man solche Gedanken ausspricht, merkt man, wie absurd sie eigentlich sind.“ Doch kleine Eifersuchtsattacken kommen immer wieder.

Mit Mitte 20 trifft sie einen Mann, der sie sofort fasziniert. Und diese Liebe wird alles ändern … „Ich war so verliebt, wollte diesen Mann unbedingt festhalten“, erzählt Samantha weiter. Also ziehen die beiden schon nach wenigen Monaten zusammen, feiern nach sechs Monaten ihre kleine Traumhochzeit. „Anfangs war alles schön, wir haben viel gelacht und gefeiert, ich habe mich geborgen und begehrt gefühlt. Doch dann hat er begonnen, mich ständig anzubrüllen – plötzlich hatte ICH einen krankhaft eifersüchtigen Partner an meiner Seite!“ Sie jobben damals beide in einem Restaurant. Spricht Samantha mit Kunden, Arbeitskollegen oder Bekannten, flippt ihr Mann aus: „Er hat mein Handy kontrolliert und mich irgendwann sogar lautstark öffentlich gedemütigt“, sagt Samantha. „Ich habe mich winzig klein gefühlt, hatte Angst. Und irgendwann habe ich mich nicht mehr getraut, auch nur kurz mit Stammkunden zu plaudern.“


Plötzlich erkannte ich die Gründe …


Als ihr Mann nach der Saison keinen Job mehr findet, wird es noch schlimmer. „Er war total auf mich fixiert, hatte keine Freunde, keinen Job und all seine Kraft in die Eifersucht gesteckt.“ Nach sechs Monaten hält Samantha die Kontrollen und die ständig angespannte Stimmung nicht mehr aus: Sie packt ihre Sachen und macht Schluss.

In dieser Zeit wird ihr klar, was übertriebene Eifersucht anrichtet: „Mit diesem einengenden Verhalten verdrängt man geliebte Menschen – so will ich nie wieder sein! So blöd das klingen mag, aber seither bin ich tatsächlich von der Eifersucht geheilt.“

Wie ein Spiegel hält ihr diese Beziehung vor, was bei ihr selbst so lange schiefgelaufen ist. „Plötzlich erkannte ich ganz klar die Gründe für meine frühere Eifersucht: Ich habe meine Partner damals immer zu meinem Lebensmittelpunkt gemacht, mein ganzes Glück von Männern abhängig gemacht und konnte nicht alleine sein.“

Heute genießt sie Zeit für sich selbst, hat Nähen als Hobby entdeckt, liebt Mädelsabende in geselliger Runde, geht in ihrem Job als Kommunikationsdesignerin auf. „Ich bin total glücklich“, sagt sie, „ich habe mich selbst gefunden. Eine Beziehung habe ich aktuell nicht, aber ich brauche keinen Mann mehr, um mich komplett zu fühlen. Irgendwann kommt der Richtige, bis dahin lebe ich mein Leben – in vollen Zügen.“

In ihrer Freizeit näht sie zur Entspannung: „Ein Hobby, auf das ich mich jeden Tag freue!“


„Wo ist er nur so lange? Betrügt er mich?“ Samantha ist stolz, dass sie aus dem Gedankenkarussell raus ist


Das ist Samantha klar geworden:

→ Mein Partner fühlt sich unwohl und klein, wenn ich ihm Szenen mache – damit erreiche ich das Gegenteil von dem, was ich will. So treibe ich geliebte Menschen nur von mir weg.

→ Mein Glück hängt nicht von meinem Partner ab, sondern von mir selbst!

→ Mein Partner hat sich für mich entschieden. Sollte er mich trotzdem betrügen, hat er mich nicht verdient.

In 5 Schritten aus der Eifersucht

Jutta D. Blume (58) ist Diplom-Psychologin, Coach und hat das Buch „Beziehungsstatus: Eifersüchtig“ (humboldt 2019, 19,99 Euro) geschrieben. Info: www.jutta-d-blume.de

1 Erkennen

Eifersucht ist die Angst, den geliebten Partner zu verlieren. Sie äußert sich durch Schmollen, Rückzug, Szenen, Kontrollhandlungen und ein schlechtes Gefühl. Dieses Verhalten zu erkennen, ist der erste Schritt.

2 Vergleichen

Vergleichen Sie die beobachteten Tatsachen mit Ihren Horrorszenarien im Kopf – oft stimmen Gedanken und Realität nicht überein.

3 Reden

Sprechen Sie offen und ohne Vorwürfe mit dem Partner. Wichtig: nicht im Akutzustand der Eifersucht! In einer ruhigen Minute kann ein Gespräch beruhigend wirken und ein bisschen Eifersucht sogar schmeicheln.

4 Zügeln

SMS, E-Mails, WhatsApp-Nachrichten zu kontrollieren oder dem Partner nachzuspionieren schürt die Ängste nur noch mehr. Zügeln Sie Ihr Kontrollverhalten. Entspannungsübungen wie autogenes Training, Yoga oder Mediationen können helfen.

5 Leben

Bauen Sie sich ein eigenes, unabhängiges Leben mit Freunden und inspirierenden Hobbys auf – so fallen Sie nicht ins Bodenlose beim Gedanken daran, den anderen zu verlieren. Eigene Ziele zeigen Ihnen: „Ich bin nicht nur als WIR stark“ – das gibt Selbstvertrauen!


Fotos: Stefan Fürtbauer (3), privat