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JAHRES-VORSCHAU WAS SIE NICHT VERPASSEN SOLLTEN


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Weltkunst - epaper ⋅ Ausgabe 208/2022 vom 13.12.2022

JAN

Die fetten Tage dauern an! Zwar sind Weihnachtspudding und Silvesterkrapfen verzehrt, aber im neuen Jahr gibt es noch einen künstlerischen Nachschlag bei der Fondation Beyeler in Basel: Cupcakes und Eiscreme zählte Wayne Thiebaud, der dort vom 29.1. bis 21.5. gezeigt wird, zu seinen absoluten Lieblingsmotiven. Doch auch die Landschaften des 2021 mit 101 Jahren verstorbenen Amerikaners sind köstliche Malerei – in zarten Farben üppig aufgebaut wie Schichttorte.

Altersmäßig noch zur gleichen Generation gehört die 1930 geborene Faith Ringgold. Die Afroamerikanerin mischt bunte Pop-Art mit Einflüssen der Moderne wie Picasso oder Matisse zu einem Bildercocktail von politischer Sprengkraft: Ihre Flaggenbilder weinen Blut! Ringgolds furiose New Yorker Retrospektive übernimmt das Musée Picasso in Paris vom 31.1. bis 2.7. als Europagastspiel.

Stolze 300 Jahre ist das Grüne Gewölbe im ...

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Bildquelle: Weltkunst, Ausgabe 208/2022

JAN Zahlreiche Farbschichten lassen Wayne Thiebauds Bilder wie »Flood Waters« (2006/2013) leuchten
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... Dresdner Residenzschloss alt. Ab 1732 legte August der Starke diese legendäre Schatz- und Wunderkammer an. Die feiern den Geburtstag ein Jahr lang mit wechselnden Präsentationen. Den Auftakt der Party macht der Künstler Olaf Nicolai mit einer Intervention.

FEB

Geradezu majestätische Verehrung erfährt die Milchmagd in einem der berühmtesten Bilder des Delfter Menschenmalers: Nun holt das Rijksmuseum in Amsterdam vom 10.2. bis 4.6. sensationelle 28 Gemälde von Vermeer für eine Ausstellung zusammen – also mehr als drei Viertel seines Œuvres. »Die Dienstmagd mit Milchkrug« trifft das »Mädchen mit dem Perlenohrring« aus Den Haag oder »Die Spitzenklöpplerin« aus Paris. Mehr Vermeer war noch nie!

Wer schon in Holland unterwegs ist, sollte noch im Rijksmuseum Twenthe in Enschede Halt machen, wo vom 12.2. bis 11.6. die Gemälde von Sofonisba Anguissola einen weiteren Zeitreisetunnel öffnen: Motive wie drei Schwestern beim Schachspiel zeigen den besonderen weiblichen Blick auf die Welt der Renaissance.

Mindestens so sehr um das Hören wie um das Schauen geht es im Basler Museum Tinguely, das vom 22.2. bis 14.5. seine Reihe »sinnlicher« Ausstellungen fortsetzt und jetzt mit À bruit secret für eine Weile das Ohr als Zentralorgan bei Produktion und Rezeption von Kunst würdigt. Die Schau hat definitiv Nachhall.

MÄR

Attraktive Gesellschaftsbilder für unser 21. Jahrhundert schafft die Malerin Nicole Eisenman, wenn sie ihr queeres Lebensumfeld beim Knutschen oder Flaschenbiertrinken zeigt. Dieses zeitgenössische Update der neusachlichen Moderne rockt das Museum Brandhorst in München vom 24.3. bis 10.9. in einer Überblicksausstellung. Neben Malereien denkt sich die New Yorkerin auch sehr lustige und groteske Skulpturen aus.

Im Vergleich zu Eisenman ist der Maler Georg Baselitz im Kunsthistorischen Museum Wien –verdächtig, in seiner Schau vom 7.3. bis 25.6. als der alte knurrige Kerl aufzutreten, den er gerne in der Öffentlichkeit gibt. Bei längerer Betrachtung entpuppen sich seine Bilder jedoch als so virtuos wie empfindsam. Dieser Künstler schont sich auch selbst nicht, wenn er die Veränderungen seines Körpers auf der Leinwand thematisiert. Baselitz hängt 80 eigene Arbeiten zwischen 40 Altmeister-Gemälde der Haussammlung. Das allen gemeinsame Thema ist der Akt. Wer doch eher nach einer dezidiert feministischen Position sucht, wird vom 11.3. bis 6.8. im Düsseldorfer K21 bei der Ausstellung von Konzeptkünstlerin Jenny Holzer fündig. Aus den Buchstaben ihrer Poster und Steintafeln lassen sich seit 1977 prägnante Denkanstöße zu Themen wie Krieg, Despotismus oder Geschlechterungerechtigkeit herauslesen. »Anständigkeit ist relativ« lautet einer ihrer berühmten »Truisms«. So wahr!

APR

Mit Ecken und Kanten kennt sich Franziska Holstein bestens aus. In ihren Bildern kombiniert die 1978 in Leipzig geborene Malerin geometrische Figuren frei nach dem bildimmanenten Rhythmus von Form und Farbe. Im Von der Heydt-Museum in Wuppertal kann man sich vom 1.4. bis 24.9. davon überzeugen, wie die abstrakte Kunst eine spannende Neuauflage erfährt.

Apropos Abstraktion: Wer hat die eigentlich erfunden? Oft hört man den Namen Wassily Kandinsky, aber in letzter Zeit setzt sich die Erkenntnis durch, dass es wohl doch eine Frau war, die im Rennen vorne lag. 1906 warf die Schwedin Hilma af Klint in ersten Werken Figuren und Erzählung über Bord. Der Holländer Piet Mondrian malte zu der Zeit noch ganz figurativ Bäume und Windmühlen. Was die Tate Modern in London nicht daran hindert, vom 20.4. bis 3.9. mit Hilma af Klint & Piet Mondrian zwei frühe abstrakte Positionen gemeinsam zu zeigen.

Bäume wiederum sind ein wichtiges Motiv in den wundervollen Landschaftsgemälden von David Hockney. Den Jahreszeitenwechsel in seiner zweiten Heimat stellt der Engländer in seinem 90 Meter langen iPad-Gemälde »A Year in Normandy« dar, das vom 3.4. bis 16.7. im Museum Würth 2 in Künzelsau seine Zauberkraft entfaltet.

MAI

Ob ausgerechnet der malende Moralapostel William Hogarth, der das ausschweifende Leben im 18. Jahrhundert kritisierte, als Gewährsmann für eine Schau von Karl Lagerfeld taugt? Jedenfalls lieferte Hogarth mit seiner Theorie einer »Line of Beauty« den Untertitel für eine Ausstellung mit Kostümen und Zeichnungen des 2019 verstorbenen Modeschöpfers, die vom 5.5. bis 16.7. im Metropolitan Museum of Art in New York zu sehen ist. Die Kuratoren haben die bei Hogarth erwähnte s-förmige Linie der Schönheit in Lagerfelds Entwürfen entdeckt. Neben einer moderneren geraden Linie, freilich. Die auch sehr hübsch ist.

Die gesprühten Linien der New Yorker Graffiti-Szene hingegen inspirierten einen der berühmtesten Künstler der Achtzigerjahre: Keith Haring. Art is for Everybody titelt das Museum The Broad in Los Angeles vom 27.5. bis 8.10., denn in den coolen Eighties waren die wimmelnden Strichmännchenbilder des Malers wirklich überall zu sehen, in U-Bahnhöfen ebenso wie in teuren Galerien. Demokratisch und knallbunt: Wir brauchen Harings Universum der Fröhlichkeit heute mehr denn je!

Kompliziert verflochtene Linien und Formen werden bei Jan Pleitner zu wahren Farbstrudeln: Der in Düsseldorf lebende Künstler will eine begehbare abstrakte Malerei schaffen, was vom 6.5. bis 17.9. nicht nur im Inneren der Kunsthalle Emden, sondern auch in deren Außenbereich zu erleben ist.

JUN

Als sich die Kriegsreporterin Lee Miller im April 1945 in der Badewanne von Adolf Hitler ablichten ließ, entstand ein elegantes Symbolbild für den Sieg über den Faschismus. Die Amerikanerin war vor allem selbst eine talentierte Fotografin, wie das Bucerius Kunst Forum in Hamburg vom 10.6. bis 24.9. mit rund 150 Aufnahmen beweist. Millers Karriere bewegte sich zwischen Surrealismus, Bildern aus dem Krieg und Porträtfotografien.

Ein Krieg dominiert derzeit auch wieder das Leben im Osten Europas. Das Kölner Museum Ludwig befragt daher vom 3.6. bis 24.9. einen Schwerpunkt seiner Sammlung – die Russische Avantgarde – nach deren Wurzeln in der Ukrainischen Moderne. So wurde etwa Kasimir Malewitsch in Kiew geboren. Vom dortigen Nationalmuseum kommen auch viele Leihgaben nach Köln. Eine junge Nation rückt durch diese Aufarbeitung stärker in den Fokus der Kunstgeschichte.

Garantiert krisenfrei ist die Ausstellung Zeitlos schön. Tapeten der Jahrhundertwende in den Kunstsammlungen Chemnitz vom 24.6. bis 24.9., die zum ersten Mal den umfangreichen Wanddekorationsbestand der Institution dem Publikum präsentiert. Beim Betrachten des »Pfauen und Pfingstrosen Fries« aus dem Jahr 1917 denkt man augenblicklich über die Neueinrichtung seines Lebens nach.

JUL

Das Siegel »Made in Germany« muss den spanischen König Carlos III. überzeugt haben. Denn zum Leiter der Madrider Hoftischlerei ernannte er den deutschstämmigen Ebenisten Joseph Cnops. Der änderte kurzerhand seinen Namen in José Canops und brachte in herrlichen Rokokomöbeln, verziert mit exotischen Blumen, die spanischen Weltmachtträume noch einmal zum Blühen. Nachdem es 2021 ein prachtvolles Schreibmöbel angekauft hat, würdigt das Berliner Kunstgewerbemuseum vom 7.7. bis 5.11. Canops noch wenig bekanntes Schaffen.

Oft dient das Kunsthandwerk den Mächtigen, doch manchmal ist es auch eine Form des Widerstands: Die Kunstgalerie Kettle’s Yard in Cambridge, die zur dortigen Universität gehört, zeigt vom 8.7. bis 29.10. die Schau Material Power: Palestinian Embroidery mit bestickten Gewänden, die im 20. Jahrhundert in palästinensischen Gebieten entstanden sind. Und Gegenwartskünstler spinnen dazu den politischen Faden weiter.

Rein sich selbst genügte am Anfang die Malerei der Impressionisten: Das Potsdamer Museum Barberini zeigt vom 8.7. bis 22.10. mit Wolken und Licht. Impressionismus in Holland das hingetupfte Naturschauspiel – beispielsweise in Frühwerken von van Gogh oder Mondrian.

AUG

Meerschweinchen, Papierfetzen oder Wodkaflaschen – der Maler Cornelius Völker gönnt den unwahrscheinlichsten Motiven seine volle Aufmerksamkeit. Dienen sie doch dem eigentlichen Anliegen: der Untersuchung, was Malerei heute leisten kann. Im Kunstpalast in Düsseldorf lässt sich diese Frage vom 23.8. bis 7.1.2024 ganz herrlich an gemalten Lichtreflexen auf Einweckgläsern erörtern.

Die stimmungsmäßige Antithese ist Käthe Kollwitz, aber sie zeichnete ihre gebeugten Gestalten wie die »Pflüger« (1907) eben auch in einer sehr harten Zeit. Das Kunsthaus Zürich zeigt sie in der Schau Käthe Kollwitz/Mona Hatoum vom 18.8. bis 12.11. im Dialog mit einer Künstlerin, deren Werke oft eine Verletzungsgefahr in sich tragen.

Der Videokünstler Clemens von Wedemeyer ist so ein »Meta«-Denker, dass er keinen Film ohne Diskurs über die Macht der Institutionen dreht. Was er vom 25.8. bis 28.1.2024 mit der Sammlung des Kunstmuseums Liechtenstein anstellt, wird zweifellos sehenswert.

SEP

Nan Goldin hat ein großes Herz. In ihren Fotografien hat sie uns intime Einblicke in ihre Liebe, ihr Leid, ihr Leben gewährt. So wissen wir, in welchen Bars sie früher zechte und dass bei ihr selbst blaue Flecken eine Herzform annehmen. Das Stedelijk Museum in Amsterdam konzentriert sich von September bis Januar 2024 in der Retrospektive Nan Goldin: This will not end well erstmals auf Diaprojektionen ihrer Fotos. Trotz des Titels drückt man der New Yorkerin die Daumen für ein Happy End!

Menschen kommen in der Kunst von Ed Ruscha meist nur in Form ihrer Spuren vor. Das Museum of Modern Art in New York illustriert dies vom 10.9. bis 13.1.2024 mit der bisher größten Schau des Kaliforniers, die mit 250 Werken sechseinhalb Schaffensdekaden abbildet. So bewundert man wieder seine monumentalen Tankstellenmalereien und witzigen Einwortbilder (»Hey«, »Oof«) oder freut sich über die Originalität seiner Konzeptfotoserien von Parkplätzen und Swimmingpools. Ruscha bleibt der coolste Werbestratege des Humanismus.

In der Literatur wurde sie mit Werken von Gabriel García Márquez oder Salman Rushdie gefeiert, für die Kunst und die Architektur ist sie immer noch ein Igitt-Wort: Zur Ehrenrettung der Postmoderne über alle Disziplingrenzen hinweg tritt das Kuratorenteam Eva Kraus und Kolja Reichert der Bonner Bundeskunsthalle vom 29.9. bis 28.1.2024 an. Wir sind gespannt!

OKT

Kaum zu glauben: Weil einige Museumsdirektoren Angst vor Reaktionen auf Philip Gustons satirische Bilder von Gestalten in Ku-Klux-Klan-Hauben hatten, wollten sie die Retrospektive des Malers verschieben. Ein Kurator der Tate, der die Entscheidung kritisierte, verließ bald das Museum. Die unrühmliche Posse findet ein halbwegs gutes Ende, da wir Phillip Guston doch noch vom 5.10. bis 25.2.2024 in der Tate Modern in London nun selbst bewerten dürfen.

Guston war für die Mitte des 20. Jahrhunderts ein malerischer Sonderfall – so wie der Engländer William Turner in seiner Zeit. Ihm gelang es hundert Jahre zuvor auf geniale Weise, Sturm und Regen auf der Leinwand einzufangen. Das Lenbachhaus in München zeigt Turner vom 28.10. bis 10.3.2024 mit vielen Leihgaben der Tate Britain.

Turner besuchte auch Venedig – und dürfte dort ein interessiertes Auge auf die Werke der großen Vorgänger wie Bellini oder Tizian geworfen haben. Diese sind in der Münchner Alten Pinakothek vom 27.10. bis 4.2.2024 in der Schau Colore e Sentimento: Porträt- und Landschaftsmalerei im Venedig der Renaissance versammelt.

NOV

Das Labor der französischen Moderne war eine Bruchbude: Im Bateau-Lavoir auf dem Pariser Montmartre-Hügel malten Pablo Picasso, Kees van Dongen oder Amadeo Modigliani und ließen sich dabei von Schriftstellern wie Guillaume Appolinaire begutachten. Als kleines Trostpflaster für alle Zuspätgeborenen wird die radikale Aufbruchsstimmung in der Schau Le Paris des modernes 1905–1925 des Petit Palais in Paris vom 14.11. bis 14.4.2024 noch einmal spürbar.

Andere Zeit, andere Stadt. Auch Augsburg war einst ein Epizentrum der Kunst, wie das Frankfurter Städel Museum in der Ausstellung Diesseits. Renaissance im Norden vom 2.11. bis 18.2.2024 zu erzählen weiß. Albrecht Dürer entwarf in der Fuggerstadt eine Grabkapelle, aber vor allem Hans Holbein d. Ä. und Hans Burgkmaier schufen hier bedeutende Werke der Epoche.

Ohne konkreten Zeitbezug existieren die Holzskulpturen von Stephan Balkenhol: Wenn seine archetypischen Männer mit weißem Hemd und schwarzer Hose und seine Frauen in Sommerkleidern vom 10.11. bis 2.6.2024 die mythologischen Darstellungen in Altmeister-Gemälden des Museums Wiesbaden besichtigen, dann lässt sich erkennen, dass die Helden von heute eher unscheinbar sind.

DEZ

Der »Wanderer über dem Nebelmeer« schaut schon mehr als zwei Jahrhunderte ins Ungewisse. Mit Caspar David Friedrich erblickte 1774 der wohl tiefgründigste aller malenden Romantiker die Welt. Im Vorfeld seines 250. Geburtstags zeigt die Hamburger Kunsthalle über 100 Gemälde und Zeichnungen des

Meisters. Vom 15.12. bis 1.4.2024 regt neben dem »Wanderer« natürlich das ebenso berühmte »Eismeer« zum Nachdenken an.

Das Spirituelle in der Natur sahen auch die namenlosen Künstlerinnen und Künstler, die Urformen: Die figürliche Eiszeitkunst Europas schufen. Objekte wie ein Löwenköpfchen aus Elfenbein erzählen vom 15.12. bis 5.5.2024 im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart von der faszinierenden Lebenswelt vor rund 40 000 Jahren.

Um Technik geht es dagegen in der letzten Empfehlung: Glitch. Die Kunst der Störung feiert vom 1.12. bis 17.3.2024 das kreative Potenzial des Aussetzers im Systemablauf. Die Pinakothek der Moderne in München würdigt die kunstvolle Panne in Multimediawerken von Joan Jonas, Nam June Paik oder Pipilotti Rist. Eine Schau, viel zu schön für den Reset-Button!