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JAHRESKREIS: Zeit der Zuversicht


der pilger - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 20.02.2020

Wenn die Natur mit bunten Blumen und wunderbaren Düften zu neuem Leben erwacht, feiern Christen ihr wichtigstes Fest: die Auferstehung Jesu. Hoffnung, Freude und Zuversicht bestimmen diese besondere Zeit und werden mit schönen Bräuchen und Ritualen gefeiert.


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Bildquelle: der pilger, Ausgabe 1/2020

Neues Leben

Überall sprießt und grünt es, die Vögel singen ihre besten Lieder und die milder werdenden Temperaturen mit blumigen Düften locken uns nach draußen. Ostern und Frühling bedeuten Neuanfang pur, die Welt erwacht zu neuem Leben. Die Auferstehung Jesu von den Toten symbolisiert auf großartige Weise, wie die Dunkelheit und Kälte des Winters ...

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... überwunden werden und sich Neues Bahn bricht. Aus Ende wird Anfang, aus Dunkel Licht und aus dem Tod kommt eine neue Schöpfung.

Palmsonntag: Geweihte Zweige

Am letzten Sonntag der Fastenzeit feiern die Christen den Palmsonntag. Die Bibel berichtet, dass Jesus am Palmsonntag auf einem Esel reitend nach Jerusalem kam, um dort das jüdische Passahfest mitzufeiern. Die Menschen jubelten ihm zu. Daran erinnern die Feiern bis heute. Vor allem in einigen Gegenden Süddeutschlands finden feierliche Prozessionen durch den Ort statt. Zur wahrscheinlich größten Prozession versammeln sich Pilger in Jerusalem. Laut biblischer Erzählung legten die Menschen in Jerusalem Palmzweige auf den Boden, damit der Esel mit Jesus nicht im Staub laufen musste. Heute bringen Gläubige in unseren Breiten meist Zweige von Buchsbäumen mit in die Palmsonntagsfeier und lassen sie segnen; oft verteilen die Gemeinden auch selbst Palmbüschel. Viele Menschen stecken die gesegneten Zweige dann zu Hause hinter ein Wandkreuz; die geweihten Zweige sollen vor Unheil und Krankheit schützen. Oft werden sie auch für das Osterfeuer des Folgejahres aufbewahrt - was wiederum auf frühere heidnische Osterbräuche zurückgeht

Woher stammt der Gründonnerstag?

An Gründonnerstag gedenkt die Kirche des letzten Abendmahls, das Jesus mit seinen Jüngern hielt. Das Wort grün lässt sich zum einen vom mittelhochdeutschen Wort „greinen“ ableiten, und bedeutet so viel wie „wehklagen“. Seit dem vierten Jahrhundert war der Donnerstag der Karwoche auch der Tag, an dem die Büßer wieder in die Kirche aufgenommen wurden. Sie wurden als „virides“ (Die Grünen) bezeichnet und durften ab diesem Zeitpunkt wieder an der Kommunion teilnehmen. Doch auch der Bezug zur Farbe Grün ist möglich: Im Mittelalter war es üblich, an diesem Tag grüne Messgewänder zu tragen. Traditionell werden am Gründonnerstag grüne Speisen gegessen.

Das Licht der Osternacht

Die Grabes- und Auferstehungskirche in Jerusalem steht an der überlieferten Stelle der Kreuzigung und des (leeren) Grabes Jesu Christi. Ein Ort, an dem der zentrale Glaubensinhalt des Christentums verankert ist: Der Sohn Gottes ist wie ein Mensch gestorben, hat in der Auferstehung den Tod überwunden und verheißt neues Leben. In der Grabeskirche und überall auf der Welt feiern Christen in der Osternacht dieses Ereignis. Das Licht als Symbol der Hoffnung und des neuen Lebens spielt in diesen stimmungsvollen Gottesdiensten eine ganz besondere Rolle: Vor der Kirche werden oft Osterfeuer entfacht, an denen die Gläubigen ihre Kerzen entzünden. Mit ihren Lichtern ziehen sie in die dunkle Kirche ein und erhellen den Innenraum. Auch ertönen die seit Gründonnerstag verstummten Glocken und die Orgel wieder zum Lob Gottes.

So schön bunt

Das Ei ist ein Symbol der Fruchtbarkeit und des beginnenden Lebens. Schon in der Zeit der Urchristen galt es als Symbol der Auferstehung: Es ist verschlossen wie ein Grab, ehe daraus neues Leben wird. Wieso die Eier gefärbt und später auch versteckt wurden, dafür gibt es verschiedene Erklärungsansätze. Einer davon beruht auf der Tatsache, dass es den Gläubigen in der Fastenzeit nicht erlaubt war, Tierprodukte zu essen. Um die Eier haltbar zu machen, wurden sie gekocht und dem Kochwasser wurden Pflanzenteile zum Färben beigegeben. So konnte man die gekochten von den rohen Eiern unterscheiden. Die traditionelle Farbe für Ostereier ist rot. Sie steht als Farbe der Liebe, der Freude und auch als Symbol für das Blut Christi.

Gemeinsam den Frühling feiern

Feiertage sind immer eine tolle Gelegenheit, mit Familie oder Freunden zusammenzukommen und gemeinsam zu speisen. An Ostern ist gerade das Brunchen - ein ausgedehntes Frühstück das nahtlos ins Mittagessen übergeht - wunderbar. Die Speisen lassen sich gut vorbereiten und jeder kann etwas beisteuern. So trifft man sich ganz ungezwungen, hat Zeit miteinander zu reden und kann bis in den Nachmittag hinein schlemmen.

Die Kraft des Osterwassers

Ursprünglich ein Brauch aus vorchristlicher Zeit, hat sich das Holen von Osterwasser bis in die 1950er Jahre erhalten. Mädchen und Frauen schöpften in der Nacht von Samstag auf Ostersonntag Wasser, am besten aus einem Fluss, der aus dem Sonnenaufgang, also aus Osten, heran fließt. Dem Wasser wurde heilende Kraft zugesprochen. Allerdings mussten die Mädchen auf dem Hin- und Rückweg und beim Schöpfen des Wassers schweigen, sonst wäre aus dem heilenden Wasser wieder einfaches Trinkwasser geworden. Das Osterwasser wurde in Tonkrügen das ganze Jahr aufbewahrt und als „Heilmittel“ genutzt.

Wie ist das eigentlich mit dem Hasen?

Fotos: S.106/107: anko_ter / stock.adobe.com; S.108 ob.: Corinne Simon / CIRIC / KNA; un.: lecic / stock.adobe.com; S.109: Andrea Krogmann / KNA; S.110 ob.: ChrisP / stock.adobe.com; un.: rachel-cohen / shutterstock; S.112/113: stock.adobe.com: S.112 ob.: ipopba; un.: Tatiana; S.113: Bastien; S.114 ob.: Dennis / stock.adobe.com; un.: Markus Nowak / KNA

Warum der Hase die Ostereier bringen soll, weiß kein Mensch. Er steht, wie das Ei auch, als Symbol für Fruchtbarkeit und Leben und ist das Tier der griechischen Liebesgöttin Aphrodite, ebenso wie der germanischen Frühlingsund Fruchtbarkeitsgöttin Ostara. Im Kaiserreich Byzanz war der Hase gar ein Zeichen für Christus, den Auferstandenen. Da der Hase sehr kleine Augenlider hat, wirkt es, als ob er nie schläft - wie Christus, der jederzeit über die Seinen wacht. Das Datum des Osterfestes hat einen Bezug zum Schlappohr: Der Hase gilt in vielen Ländern als Mondtier, und Ostern wird am ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes begangen. Vielleicht war es aber einfach nur Zufall und ein missglücktes Osterlamm wurde von den Bäckern kurzerhand zu einem Osterhasen erklärt.

Süßer, goldner Frühlingstag! Inniges Entzücken! Wenn mir je ein Lied gelang, sollt es heut nicht glücken?

Doch warum in dieser Zeit an die Arbeit treten? Frühling ist ein hohes Fest; laßt mich ruhn und beten!

Ludwig Uhland

Ursprung unbekannt

Zur Bedeutung des Wortes Ostern gibt es diverse Theorien. Vielleicht kommt das Wort vom alten germanischen „aus-tra“, was mit „Schöpfen von Wasser“ übersetzt werden kann und an die christliche Tauffeier in der Osternacht erinnert. Eine andere Erklärung besagt, Ostern käme vom althochdeutschen Ostara, dem angelsächsischen Namen der germanischen Göttin der Morgenröte, des Frühlings und der Fruchtbarkeit. Im 12. Jahrhundert leitete ein Benediktinermönch das Wort von „Osten“ her ab, der Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs als Symbol der Auferstehung. Wirklich geklärt ist der Ursprung des Wortes bis heute nicht.

Hoch zu Ross

In der Osterzeit ist das „Osterreiten“ in bestimmten Regionen ein altes Ritual. Seit mehr als fünf Jahrhunderten ist es zum Beispiel in den Gemeinden der katholischen sorbischen Oberlausitz Tradition, dass die Osterreiter in Prozessionen von einer Pfarrei zur anderen ziehen. Damit wird die Auferstehung verkündet und zugleich auch für eine gute Ernte auf den umliegenden Feldern gebetet. Begleitet vom Geläut der Kirchenglocken und Gesängen zieht die Prozession ins benachbarte Dorf. Die Reiter sind feierlich mit schwarzem Zylinder und Gehrock gekeidet. Spezielles Ostergeschirr und Satteldecken sowie frische Blumen schmücken die Pferde. Tausende Besucher kommen jährlich zur Osterzeit in die Oberlausitz, um diesem besonderen Ereignis beizuwohnen.