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„Jan fehlt mir jeden Tag“


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Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 19.01.2022

KULTUR

Artikelbild für den Artikel "„Jan fehlt mir jeden Tag“" aus der Ausgabe 4/2022 von Frau im Spiegel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
DER GROSSE MOMENT AM HAFEN Marion Fedder hielt letzten Freitag stolz das Straßenschild ?Jan-Fedder- Promenade? in den Händen

Grauer Himmel, Nieselregen, sieben Grad: Jan Fedder mochte dieses Hamburger Schietwetter. Am letzten Freitag wäre die TV-Legende 67 Jahre alt geworden. Dem Vorzeige-Hanseaten zu Ehren, der Ende 2019 nach schwerer Krebserkrankung starb, hat die Stadt Hamburg nun die „Jan-Fedder-Promenade“ am Hafen zwischen den Landungsbrücken und Baumwall benannt. Seine Witwe Marion Fedder, 55, weihte die rund 800

Meter lange Flaniermeile ein. Im Interview mit FRAU IM SPIEGEL spricht sie über die Ehrung, ihren Trauerschmerz, seine Liebe und wie sie Zwiesprache mit ihrem toten Mann hält.

„Jan macht Luftsprünge im Himmel“

Was bedeutet Ihnen die Promenade?

Ich bin sehr stolz und überglücklich, dass die Prachtpromenade direkt am Hamburger Hafen nun ‚Jan-Fedder-Promenade‘ heißt. Das ist ein echter Liebesbeweis ...

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... der Stadt Hamburg für Jan. Und den hat er allemal verdient.

Was würde Ihr Mann wohl zu diesem „Denkmal“ sagen?

Das wäre für ihn sicher das schönste Geburtstagsgeschenk, das er jemals bekommen hat. Ich denke, er wäre überwältigt und macht sicher ein paar Luftsprünge da oben im Himmel! Fedder geht’s nicht.

Wie wichtig war dieser Ort für Ihren Mann in seiner Kindheit und Jugend?

Jan liebte den Hamburger Hafen: das Tuten der Schiffe, den Geruch des Elbwassers, den rauen Wind, das Kreischen der Möwen. Er hat seine Kindheit dort am Hafen verbracht, weil seine Eltern eine Kneipe am Baumwall hatten. Es ist sozusagen seine Spielwiese gewesen.

Am 14. Januar wäre Ihr Mann 67 Jahre alt geworden. Wie haben Sie diesen Tag verbracht?

Nach der offiziellen Benennung und Enthüllung der Promenade bin ich zum Michel gegangen und habe einen Blumenstrauß auf seiner Michel-Tafel ablegt.

Wie war es früher an Jans Geburtstagen? Wie hat er gefeiert?

Jan hat seine Geburtstage immer groß gefeiert. Er liebte es, alle seine Freunde und Film- Kollegen einzuladen. Das ging meistens bis in die frühen Morgenstunden.

An welchem Ort sind Sie ihrem Mann besonders nah?

An den Orten, wo ich mit Jan viel Zeit verbracht habe. Aber eigentlich bin ich ihm in Gedanken immer ganz nah. Dazu brauche ich gar keinen Ort. Meine Gedanken kreisen noch immer täglich um Jan.

19 JAHRE EHE

SEINE ERFOLGE

Besuchen Sie oft sein Grab?

Ich besuche das Grab meines Mannes sehr oft, meistens einmal die Woche. Es ist ein toller, ruhiger Ort mit sehr viel Energie. Man spürt hier Frieden. Ich kann dort gut mit Jan reden.

Haben Sie die Trauer um Ihren Mann überwunden?

Die Trauer um Jan ist immer noch da. Er fehlt mir sehr. Aber wenn ich mich an die vielen schönen Jahre und Momente mit ihm erinnere, ist es ein Geschenk, mit diesem Mann 23 Jahre gelebt zu haben. Das erfüllt mein Herz mit Dankbarkeit.

Was hat Ihnen im ersten Trauerjahr am meisten geholfen?

Ich bin zum Glück ein positiver Mensch und versuche, immer nach vorne zu gucken. Ich habe alles von Jan aufbewahrt, weil so viele Erinnerungen daran hängen. Ich möchte nichts verdrängen, eher konservieren.

„Mein Herz ist voller Dankbarkeit“

Ihr Mann konnte ein Haudegen sein. Er hatte aber auch ein großes Herz. Wie hat Jan Ihnen seine romantische Seite gezeigt?

Jan hat mir wahnsinnig tolle Briefe, Gedichte und Liedtexte geschrieben. Er hat mir stets gezeigt und gesagt, wie sehr er mich liebt.

Auf seinem Grabstein steht „Liebe ist unsterblich“. Glauben Sie daran?

Ja. Wenn ein Mensch stirbt, dann bleibt die Liebe zu ihm in unseren Herzen. Deswegen ist die Liebe unsterblich.

Bei welchen Erinnerungen müssen Sie heute noch schmunzeln?

Jans Sammelleidenschaft kannte keine Grenzen. Die Stücke mussten eine Geschichte haben, historisch und mit einer gewissen Patina belegt sein. Wenn ich jetzt diese Stücke in der Hand halte, denke ich an unsere Flohmarkt-Besuche und die Auktionen. Die Verhandlungstaktik von Jan war spitze! Man konnte dabei viel von ihm lernen.

Wie war denn seine Verhandlungstaktik?

Jan hat alle Verkäufer um den Finger gewickelt. Am Ende hatte er recht, das Stück war eine Rarität und passte genau an den Platz, den er im Geiste schon dafür vorgesehen hatte.

Sind Sie eigentlich noch beruflich tätig?

Ja, ich bin weiterhin in meiner Marketingund Kommunikationsagentur ‚Good.Better. Fedder‘ aktiv.

Was erhoffen Sie sich von diesem Jahr?

Ich möchte gesund bleiben und hoffe, dass wir nun alle bald die Corona-Zeit überwunden haben. Ich freue mich darauf, wenn wir endlich wieder Treffen mit Freunden und Familie planen können.

CLAUDIA WILLRUTH

RARES & NIPPES