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Jason Robert Brown erobert London


blickpunkt musical - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 25.05.2019

»An Evening With Jason Robert Brown and Special Guests« am Theatre Royal Haymarket


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Jason Robert Brown offenbart zwischen den Songs Hintergrund-infos und wirkt dabei sehr charismatisch


Foto: Danny Kaan

Der preisgekrönte Komponist Jason Robert Brown ist mit neuem Album »How We React and How We Recover«, welches im Juni 2018 erschienen ist, und bekannten Songs aus seinen Musicals »The Last Five Years«, »Songs For a New World«, »Parade«, »The Bridges of Madison County«, »13« und »Honeymoon in Vegas« nach London zurückgekehrt, um dort gemeinsam mit Carrie Hope Fletcher (»Heathers«, »Les Misérables«), Tyrone ...

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... Huntley (»Memphis«, »Dreamgirls«) und Rachel Tucker (»Wicked«, »Come From Away«) am Theatre Royal Haymarket am 31. März 2019 im Rahmen der Konzertserie »Sunday Encounters« aufzutreten.

Das Konzert, eine Produktion von Fane Productions, wurde mit dem Titel »Hope« aus »How We React and How We Recover« eröffnet. Hier zeigt sich Brown von seiner politisch nachdenklichen Seite. Dieser Song, wie er danach auch erwähnt hat, ist kurz nachdem Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde, entstanden. Es folgte eine atemberaubende Darbietung von ›It All Fades Away‹ aus »The Bridges of Madison County«. Brown begann acappella und dann folgten die Musiker. Dabei ging der dramatische Song richtig unter die Haut. Die dritte Nummer war wieder ein Titel aus dem neuen Album: Die schwungvolle Latino-Nummer ›Melinda‹ hatte er ursprünglich für ein geplantes Musical geschrieben, aber er kommt, wie er im Vorfeld erwähnte, nicht weiter. Im Vergleich zum Album erklang diese Nummer an dem Abend musikalisch etwas reduziert präsentiert, war aber dennoch ein Hörgenuss, vor allem weil sich Brown am Klavier austoben konnte.

Der erste Gast des Abends war Tyrone Huntley. Er sang zunächst eine soulige, berührende Version von ›The Hardest Hill‹ aus dem neuen Album des Gastgebers. Während Jason Robert Brown auf dem Album eher eine Singer/Songwriter-Nummer im Stil von Billy Joel daraus gemacht hat, gelang es Tyrone Huntley, eine soulige Ballade daraus zu machen, die dank seiner einfühlsamen Interpretation Gänsehaut bewirkte. Browns ›King of the World‹ sang Huntley dagegen mit kraftvoller Stimme. Schade, dass es keine weiteren Songs aus »Songs For a New World« zu hören gab. Als nächstes folgte dafür ein echter Klassiker, der bei keinem Konzert von Jason Robert Brown fehlen darf: ›I Could Be in Love With Someone Like You‹. Der Titel war ursprünglich für das Stück »The Last Five Years« gedacht, wurde aber dann durch ›Shiksa Goddess‹ ersetzt. An diesem Abend wurde er von dem Komponisten persönlich gesungen und gehörte zu den komödiantischeren Nummern des Programms.

Der zweite Gast von Jason Robert Brown war West-End-Star Rachel Tucker, aktuell in »Come From Away« zu sehen. Als erste Nummer sang sie ›Another Life‹ aus »The Bridges of Madison County«. Sie bot den Song sehr gefühlvoll dar, auch wenn er offensichtlich nicht ganz zu ihrer Stimmlage passt. Tucker sang noch zwei weitere Titel, bevor es dann in die Pause ging: ein atemberaubendes ›You Don‘t Know This Man‹ aus »Parade« sowie die fetzige Up-tempo-Nummer ›Invisible‹ aus dem Album »How We React and How We Recover«. Bei der letzten Nummer konnte Tucker sich so richtig austoben und zeigen, was sie stimmlich drauf hat. Ein echter Genuss, um dann gut gelaunt in die Pause zu gehen.

Der zweite Teil wurde mit einem Lied aus dem Stück »Honeymoon in Vegas« mit dem Titel ›I Love Betsy‹ eröffnet. Dieser wurde von Jason Robert Brown höchstpersönlich dargeboten. Es folgte der dritte und letzte Gast des Abends: die charismatische Carrie Hope Fletcher, die zuletzt an diesem Haus im Musical »Heathers« zu sehen war. Sie begann mit der einzigen Nummer des Abends aus »13«, mit welcher sie auch auf ihrem Debütalbum »When the Curtain Falls« zu hören ist: ›What It Means to Be a Friend‹. Diese poppige Hommage an die Freundschaft interpretierte sie mit klarer, wunderschöner Stimme. Die nächste Darbietung mit dem Titel ›I‘m a Part of That‹ wurde ebenfalls von Fletcher gesungen und bildete wiederum die einzige Nummer des Abends aus Browns Erfolgsmusical »The Last Five Years«. Beim Anhören konnte man sich Fletcher tatsächlich in der Rolle der Cathy vorstellen. Bei Fletchers nächstem Songvortrag handelte es sich um eine kleine Sensation: Sie sang ›Cassandra‹ aus dem Stück »The Connector«, an welchem Brown momentan schreibt, eine tolle Up-tempo-Nummer, die für Fletchers Stimme sehr geeignet ist. Da darf man gespannt sein, wie das gesamte Stück klingen wird. Brown sang im Anschluss die berührende Ballade ›Fifty Years Long‹, die er für eine Versteigerung geschrieben hatte. Gewidmet war sie einem Paar, das zu diesem Zeitpunkt den 50. Hochzeitstag feierte. Hier zeigte sich Brown wieder sehr gefühlvoll.

Bevor es dann zum großen Finale des Abends kam, holte Brown seine illustren Gäste für jeweils noch einen Song auf die Bühne: Zunächst sang Tucker einen Song namens ›He Forgave Me‹, welcher aus »The Bridges of Madison County« gestrichen wurde. Hier konnte Tucker nicht nur beweisen, was sie stimmlich drauf hat, sondern auch ihre komödiantische Seite zeigen. Für eine Überraschung sorgte auch Tyrone Huntley mit der nächsten Nummer. Üblicherweise singt Brown zum Abschluss ›Someone to Fall Back on‹, ein durchaus beliebter Titel aus seinem Album »Wearing Someone Else‘s Clothes«. An diesem Abend sang Huntley diesen Song und brachte ihn mit viel Gefühl dar. Eher ungewöhnliche Countrystimmung gab es bei ›Mr Hopalong Heartbreak‹, der beliebten Nummer aus »Urban Cowboy«. Für diesen Vortrag holte Brown sich die junge Carrie Hope Fletcher zurück auf die Bühne – ein echter Ohrwurm, der noch dazu energiegeladen von Fletcher dargeboten wurde. Als Finale gab es noch ein Mal Jason Robert Brown alleine, mit ›Wait Till You See What‘s Next‹, das ursprünglich für die Revue »Prince of Broadway« geschrieben wurde und als letzter Titel auf dem Album »How We React and How We Recover« zu hören ist. Somit hatte er mit dem ersten Titel aus dem Album begonnen und schloss mit dem letzten Titel daraus das Programm. Nach Standing Ovations und viel Applaus gab es mit ›All Things in Time‹ – aus dem soeben erwähnten Album – noch eine atemberaubende Zugabe.

Jason Robert Brown gelingt es, mit seiner Musik – egal ob für ein Stück oder nicht – zu berühren. Er besitzt einen einzigartigen Stil und bringt in seinen Konzerten auch viel Charisma mit ein. Bei allen Liedern saß er selbst am Klavier. An diesem Abend im Theatre Royal Haymarket wurde er von Adam Goldsmith (elektrische und akustische Gitarre), Chris Marshall (Percussion) und Don Richardson (Electric Upright Bass und Kontrabass) begleitet, Musiker, die es geschafft haben, seinen Songs zum Teil einen besonders intimen Schliff zu geben.

Fotos (4): Danny Kaan


Abb. unten von oben links:
1. Tyrone Huntley begeistert mit seiner souligen Stimme
2. Rachel Tucker zeigt sich energisch und stimmgewaltig
3. Jason Robert Brown singt und begleitet sich selbst am Klavier
4. Carrie Hope Fletcher (r.) begeistert mit ihrer ausdrucksstarken Stimme und musikalischen Bandbreite