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JEANNEAU NC 37: Bewährtes in neuer Größe


Motorboot Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 22.05.2019

Die erfolgreiche Cabincruiser Serie NC von Jeanneau wurde um ein weiteres, runderneuertes Modell erweitert. Die neue NC 37 tritt damit mit frischem Design und neuen konzeptionellen Ideen die Nachfolge der NC 11 an. Martin Szech fuhr die Neuerscheinung entlang der Côte d‘Azur.


Artikelbild für den Artikel "JEANNEAU NC 37: Bewährtes in neuer Größe" aus der Ausgabe 6/2019 von Motorboot Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Motorboot Magazin, Ausgabe 6/2019

1Blick aus der Plicht in den Salon mit der großzügigen Pantry an Steuerbord


2Zugang vom Salon in die 3. Kabine


3Breites Seitendeck Stb mit seitlicher Pforte und Einfüllstutzen der Tanks


4Der Motorraum


5Der Steuerstand


Design, Konzept, Verarbeitung

Der erfahrene Betrachter erkennt schon aus der Ferne, dass es sich bei diesem Boot ...

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Der erfahrene Betrachter erkennt schon aus der Ferne, dass es sich bei diesem Boot um eines der NC-Baureihe handeln muss. Die modelltypischen Stielelemente fallen als erstes ins Auge: Großzügige Badeplattform, überdachte Sitzgruppe im Heck, zum Teil fest, zum Teil aus Persenning-Stoff. Gerader Decksaufbau mit einer flach angestellten Frontscheibe und ein geräumiges Vorschiff, das zum sonnenbaden einlädt. Das Deckslayout ist asymmetrisch und bietet durch den etwas nach Backbord versetzten Aufbau an Steuerbord ein breites Gangbord für den Weg von achtern aufs Vorschiff. Eine Pforte seitlich achtern im Schanzkleid erlaubt den bequemen Zugang zum Steg beim Längsseite liegen.
Das Konzept, dass sich nicht die Gäste auf das Leben an Bord einstellen, sondern dass sich die Yacht mit wenigen Handgriffen auf die Gäste einstellt, ist hier, wie auch bei den anderen NC Modellen, hervorragend umgesetzt. Die Außen-Sitzgruppe im Heck ist variabel und L-förmig angeordnet. Die Rückbank dient als Backskiste und ist sowohl von der Badeplattform als auch von innen zu erreichen. Außerdem lässt sie sich in der Längsrichtung um zirka 30 Zentimeter nach vorne verschieben, um so auf der Badeplattform mehr Platz für einen Dinghi oder zum Baden zu schaffen. Selbstverständlich kann diese Bank auch zur Sonnenliege umgebaut werden. Der Außenbereich im Heck ist mit einem festen Dach versehen, an dem Persenning-Teile mit Reißverschlüssen fixiert sind. So lässt sich relativ einfach das offene Heck verschließen. Entweder um das Boot bei einem längeren Hafenaufenthalt vor Dreck zu schützen, oder aber auch bei Regen den überdachten Wohnraum zu vergrößern. Mit der optionalen Klimaanlage lässt sich außerdem der Lebensraum an Bord an heißen Tagen angenehmer gestalten.

Der Salon – wen wundert`s – ist auch wieder sehr variabel gestaltet. Dreiviertel der Tür zur achteren Plicht werden nach Backbord verschoben und in Verlängerung des Küchenblocks wird an Steuerbord eine Scheibe nach oben geklappt und an der Decke verriegelt. So entsteht ein riesiger Wohnbereich, der sich stufenlos vom Achterdeck bis zum Niedergang erstreckt.
Die L-Sitzgruppe auf der Backbordseite des Salons lässt sich, wie auf den anderen NC-Modellen auf verschiedenste Weise nutzen, beziehungsweise umbauen. So lässt sich bei geöffneter Tür die Außenfläche vergrößern, wodurch eine schöne Lounge-Atmosphäre entsteht.
Der Tisch wird durch Ausklappen vergrößert und kann dann noch verschoben werden, um so angenehm zu speisen. Die nach vorn gewandte Rückenlehne lässt sich mit der Sitzfläche nach hinten klappen, um so eine in Fahrtrichtung ausgeprägte Doppelsitzbank für Gäste während der Fahrt zu schaffen. Ebenso lässt sich, wie allgemein üblich, natürlich die Garnitur zum Bett umbauen, indem der Tisch abgesenkt und mit Polstern belegt wird.
Die Pantry ist längst hinter dem Steuerstand angeordnet und mit einem Zwei-flammigen Gasherd, einer Spüle, einem Backofen, Kühlschrank und zahlreichen Staumöglichkeiten und Oberschränken komplett eingerichtet. Ein optionaler zweiter Kühlschank findet im Unterdeck seinen Platz hinter dem Bad.
Die Sitzposition des Steuerstandes ist selbstverständlich auch wieder flexibel. Durch die stufenlose Konstruktion des Bodens gibt es zwei zusätzlich klappbare Ebenen am Boden des Steuerstandes.
Diese bilden ausgeklappt eine kleine Treppe zwischen der Kommandozentrale und der Sitzbank, um über eine Schiebetür zum Seitendeck zu gelangen. Durch die Seitentür ist es außerdem möglich, auf dem Seitengang stehend, das Boot via Joystick mit einer Hand zu manövrieren und mit der anderen die Leinen zu führen – ideal auch für kleine Crews. In Verbindung mit der zur Hälfte hochklappbaren Sitzbank und dem verstellbaren Lenkrad findet jeder Skipper seine optimale Position. Egal in welcher Fahrsituation – die Rundumsicht auf der Jeanneau NC 37 ist perfekt. Alle wichtigen Anzeigen sind gut ablesbar und in Verbindung mit dem schwarzen, blendfreiem Matt-Lack sowie dem in der Höhe verstellbaren Steuerrad bietet der Fahrstand einen optisch und ergonomisch einwandfreien Arbeitsplatz.

6Variationsmöglichkeiten der Achterdecks-Garnitur


7Die helle Eignerkabine mit indirekter LED Beleuchtung


8Stehhöhe, Sitzmöglichkeit und ein großes Fensterband in der Gästekabine


9Das Bad mit Stehhöhe, separater Dusche und vielen Ablagemöglichkeiten


10Der separate WC-Raum


1Blick Vom Achterdeck in das Schiff


2Blick aus der Plicht in den Salon mit der großzügigen Pantry an Steuerbord


3Die Sonnenliege auf dem Vorschiff


Unter Deck befindet sich im Vorschiff die Eignerkabine. Durch die seitlichen Fenster, den zwei Oberlichtern und die hellen Oberflächen ist diese Kabine tagsüber sehr hell. Bei Dunkelheit kommen die Vorzüge der warmweißen LED-Ambiente-Beleuchtung voll zur Geltung und lassen diesen Bereich besonders gemütlich erscheinen. Stauraum, Ablagefächer, TV und Radio runden diesen Bereich ab.
Einzig der Kleiderschrank könnte für die Garderobe des feineren Landgangs größer sein, denn durch den Rumpf bedingt verjüngt sich dieser nach unten. In der Gästekabine, an Backbord, liegt man im Doppelbett längs zur Fahrtrichtung. Stehhöhe im vorderen Bereich, Fenster, Staumöglichkeiten und Leselampen komplettieren diese wohnliche Kabine. An Steuerbord Seite neben der Gästekabine ist ein Stauraum unter dem Steuerstand und der Pantry. Dieser türlose Raum ist über einen Zugang neben dem Niedergang zu erreichen. Zusätzlich ist im Salonboden eine Klappe für den Zugang.
Mit optionalen Leselampen, Fenster und Strom und der optionalen Matratze wird dieser Stauraum alternativ zur gemütlichen Kinderkoje, in der von der Größe her aber auch zwei Erwachsene bequem schlafen können.
In Verbindung mit der Möglichkeit im Salon, können so bis zu acht Personen mühelos auf der Jeanneau schlafen. Dementsprechend ist es nur von den Designern konsequent gewesen, die Toilette vom Bad zu separieren. Das Ergebnis überzeugt: Großes Bad mit ausreichend Stehhöhe an Steuerbord und eine Toilette mit kleinem Waschbecken an Backbord. Die Verarbeitung ist werfttypisch gut. Glatte Oberflächen, keine scharfen Kanten, saubere Nähte und auch bei normalen Fahrbedingungen, bei denen kein störendes Knarzen der Inneneinrichtung zu hören ist.

Fahreigenschaften

Zweimal 220 Diesel-PS von Volvo Penta D3 sind fügen sich in dem Gesamtkonzept des sportlichen Kreuzers sehr gut ein. Optional ist auch eine größere Variante mit zweimal 260 PS mit dem Volvo Penta D4 Motoren möglich. Wie es sich für einen Cabincruiser gehört, ist der Rudergänger stets entspannt unterwegs.
Egal ob extreme Ruderlagen, Volllastfahrten oder Wellengang, das Boot fährt sich sehr ausgewogen und ohne Überraschungen. In Verbindung mit der niedrigen Geräuschkulisse und der sehr guten Rundumsicht steht dem Crusing-Vergnügen nichts im Weg. Zu den trimmbaren Z-Antrieben sind zusätzlich Trimmklappen verbaut, die unter Normalbetrieb nicht benötigt werden. Bei Beschleunigen aus dem Stand bis zur Topgeschwindigkeit von knappen 28 Knoten vergehen keine 20 Sekunden, die saubere Gleitfahrt liegt nach acht Sekunden an.
Der Rumpf schluckt selbst größere Wellen souverän und auch die Wendigkeit ist mit zwei Bootslängen für einen Vollkreis bei mittlerer Gleitgeschwindigkeit voll ausreichend. In der Welle läuft die Kreuzeryacht weich und mit gut 21 Knoten (knapp 40 km/h) ermöglicht die Yacht dem Fahrtenskipper eine zügige Marschfahrt, mit der sich auch große Distanzen schnell und komfortable zurücklegen lassen, um z.B. noch vor einem aufziehenden schlechten Wetter den nächsten Hafen zu erreichen. Dabei bewegen sich die Verbrauchswerte mit ca. 3,5 Litern/naut. Meile im unteren Bereich des klassenüblichen Rahmens schneller Fahrtenyachten mit Doppelmotorisierung.

TESTBEDINGUNGEN: Revier: Mittelmeer vor Cannes, Wind (Bft)/Strom (kn)/Wellenhöhe(m): 2 / 0,5, Personen an Bord: 4, Tankinhalt Brennstoff/Wasser (Liter) ca.: 500 / 200

Mein Fazit

Die Gene der erfolgreichen Jeanneau NC Baureihe kommen auch bei der neuen 37er voll zur Geltung. Die ausgeklügelte Variabilität des Lebensraumes, souveräne Fahrleistungen selbst bei der kleineren Motorvariante, sowie zahlreiche kleine, durchdachte Details überzeugen bei dieser Yacht. Eigner die teils zu zweit, gerne aber auch mit mehreren Personen das Bordleben genießen wollen, werden sich hier sehr wohl fühlen. Preislich kann auch diese Jeanneau die Vorteile der ökonomischen Fertigung einer Großserienwerft an den Kunden weitergeben und bietet sowohl qualitativ als auch funktional viel Gegenwert.
Martin Szech – Testredakteur


Fotos: Jean-Jacques Bernier, Jerome Kelagopian, Martin Szech