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„Jeder Tag ist ein Geschenk “


Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 35/2021 vom 25.08.2021

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Artikelbild für den Artikel "„Jeder Tag ist ein Geschenk “" aus der Ausgabe 35/2021 von Frau im Spiegel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 35/2021

Lotti Krekel ist nicht nur im Rheinland beliebt und bekannt

Mein Beruf war mein Leben, das Herzblut dafür wird immer da sein“, sagt Lotti Krekel – legendäres Urgestein des Kölner Karnevals und jahrzehntelang eine gefragte Bühnen-Schauspielerin, die einst mit dem „Millowitsch-Ensemble“ („Der wahre Jakob“) berühmt geworden ist. Trotz dieser Leidenschaft hat sie sich zu Jahresbeginn mit einem Auftritt in der Show „Schlagerspaß mit Andy Borg“ vom Bildschirm verabschiedet. Denn, so erklärt sie FRAU IM SPIEGEL: „Man sollte immer wissen, wann es Zeit ist, aufzuhören – auch wenn ein bisschen Wehmut dabei ist. Allerdings, niemals geht man so ganz. Wenn mich doch noch mal ein Angebot interessiert, könnte ich auch noch mal ,Ja‘ sagen.“ Fortgeschrittenes Alter hin oder her. Ihr Mann, Schauspieler Ernst Hilbich („Willie wird das Kind schon schaukeln“) wurde im Frühjahr 90, sie selbst feierte kürzlich, am 23. August, ihren 80. Geburtstag – ...

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... allerdings nur im kleinen Kreis, mit ihrer Nichte und deren Kindern aus Berlin, der Pandemie wegen. „Nach feiern war mir nicht zumute“, resümiert sie. Im Interview spricht Lotti Krekel über ihre Ehe, ihre Hoffnung und den frühen Tod ihrer Schwester († 2013).

Was haben Sie vor mit ihrem Leben, nachdem Sie sich von der Bühne verabschiedet haben? Ich bin einfach dankbar für jeden Tag, den der liebe Gott mir gibt. Das ist ein Geschenk, da schmiede ich keine Pläne.

Sie sind ja sehr fit. Geht es Ihrem Mann Ernst auch noch so gut?

Er ist im 91. Lebensjahr, da gibt es natürlich einige Gebrechen. Die Knochen spielen nicht mehr so mit, er hat einen Rollator. Und es gibt ein weiteres großes Problem – er sieht nicht mehr gut. Wegen einer Makula-Degeneration wird der Sehnerv immer schwächer. Ernst jammert aber nicht, er nimmt sein Schicksal an und ist froh, dass wir noch zusammen sind. Im Kopf ist er vollkommen klar, wir können über alles miteinander sprechen. Deshalb bin ich nicht allein und sehr glücklich darüber.

Sie sind seit über 40 Jahren zusammen und seit fast 20 Jahren verheiratet: Was ist Ihr Rezept für eine lange Beziehung?

Das Allerwichtigste ist gegenseitiger Respekt. In jeder Beziehung gibt es mal ein Auf und Ab. Aber entscheidend ist, dass man alles zusammen durchsteht – auch die Dinge, die nicht so glatt laufen. Das gibt einem dann auch wieder Kraft. Wir sind nicht gleich bei der ersten Schwierigkeit auseinandergelaufen. Treue hat für uns eine große Bedeutung. Ich wurde so erzogen, dass man diese Werte auch lebt. Wir lachen viel gemeinsam. Ernst hat einen tollen Humor, das ist ein großes Kapital und gerade im Alter wichtig.

Haben Sie Unterstützung im Haushalt? Im Moment stemme ich alles selbst. Ich hatte 15 Jahre eine Hilfe, die ist aber zurück in die Ukraine, weil sie ihre Mutter versorgen muss. Natürlich ist es für mich schwierig, alles alleine zu machen.

Aber ich bin guter Hoffnung, dass ich bald wieder jemanden finde, der mich unterstützen kann. Das wäre mein größter Wunsch, eine nette und zupackende Hilfe fürs Haus zu finden.

Wie sieht Ihr Tag im Allgemeinen aus? Ich habe ein großes Haus mit einem großen Garten, da bin ich ausreichend beschäftigt! Auch im Büro gibt es viel zu tun. Mein Mann kann nicht mehr mit anpacken. Gerade haben wir ein neues iPad bekommen, damit nimmt er seine Gedichte auf. Das funktioniert sehr gut.

2013 ist Ihre jüngere Schwester Hildegard („Ein Herz und eine Seele“) gestorben.

Wie geht es Ihnen inzwischen mit diesem schweren Verlust?

Den Tod habe ich noch nicht überwunden. Man sagt immer, die Zeit heilt alle Wunden, aber diese Wunde habe ich noch nicht geschlossen. Dass sie nicht mehr da ist, ist für mich ganz, ganz schlimm. Ich rede täglich mit ihr und habe das Gefühl, sie müsste gleich zur Tür hereinkommen. Die Liebe zu meiner kleinen Schwester Hildegard wird niemals enden – und auch nicht die Hoffnung, dass wir uns irgendwann wiedersehen.

„Die Liebe zu Hilde wird niemals enden“

Wie war ihr Verhältnis zueinder? Meine Schwester war elf Jahre jünger, ich habe sie schon als Baby gewickelt. Ich habe immer viel für sie getan. Ein bisschen war sie auch mein Kind. Sie hatte eine sehr optimistische Art und hat mich immer aufgemuntert, wenn ich mal nicht gut drauf war. Zuletzt wohnte sie bei mir um die Ecke. Meine Schwester war meine einzige, liebste und größte Vertraute. Wenn ich mal oben im Himmel bin, werde ich den Herrgott fragen, warum er meine Schwester so früh zu sich geholt hat. Ich brauchte sie wie die Luft zum Atmen.

Gibt es ein ganz besonderes Erinnerungsstück an Hildegard?

Ich habe viele Bilder und andere Dinge von ihr. Aber die schönsten Erinnerungen liegen in mir. Wir haben Reisen miteinander unternommen, waren zusammen auf Kreuzfahrt und sind zusammen auf Filmfestivals gegangen. Uns gab es meistens nur im Doppelpack.

Ihre Schwester starb an Krebs...

Ja, es war eine ganze seltene Form, ein Gallenblasenkarzinom. Da konnte man auch nichts machen. Wenn man das hört, denkt man, die Gallenblase kann man rausnehmen, aber nein, das geht nicht. Das ist ein schlimmer Krebs, der zum Tod führt.

Sie haben zwei Nichten. Ist der Kontakt zu den beiden gut?

Miriam, die Große, lebt in Berlin, wir telefonieren täglich. Kim, die Kleine, lebt in Israel, ist also weit weg. Sie ist gerade wieder schwanger. Kim wollte zu meinem Geburtstag kommen, aber sie hat den Flug jetzt erst mal verschoben. In Israel gehen ja gerade die Corona-Zahlen wieder nach oben.

Was sind Ihre kleinen Alltags-Freuden?

Wenn ich in den Garten blicke, und da gehen die Rosenblüten auf. Das habe ich früher gar nicht so wahrgenommen – das ist ein kleines Wunder, wenn alles so lebendig wird. Und wenn ich einen Schmetterling sehe, dann sage ich: „Da fliegt meine Schwester.“ ◼

SUSANNE SCHORMANN