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Jedermanns Songwriter


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guitar acoustic - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 07.10.2022

Story John Fogerty

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Wrote a Song for Everyone – so nannte John Fogerty sein 2013 erschienenes Album, auf dem er mit Kollegen wie den Foo Fighters, My Morning Jacket, Tom Morello und Keith Urban Songs aus seinem reichhaltigen Katalog neu einspielte. Darunter waren frische Versionen alter Schlachtrösser wie „Have You Ever Seen the Rain“, „Bad Moon Rising“, „Lodi“ und nicht zuletzt der Titeltrack. So weit, so gut.

Das Besondere an Wrote a Song for Everyone ist jedoch, dass es eindrucksvoll demonstriert, was für sehr Wenige in diesem Business gilt: Fogertys Songs funktionieren in jedem musikalischen Ambiente und folglich auch bei den Vertretern verschiedenster Genres. Ganz besonders aber funktionieren sie auf der Akustikklampfe, denn statt auf modische Produktionsgimmicks und instrumentale Kunststückchen setzen sie ausnahmslos auf gute Melodieeinfälle und einfache Harmonien.

Schon 1968, als ...

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... Creedence Clearwater Revival mit „Suzie Q“ ihren ersten Top-20-Hit schafften, hatte Fogerty klargestellt: „Ich will Songs schreiben, die auch in zehn Jahren noch im Radio gespielt werden.“ Seine Musik sollte zeitlos sein und wurde es: catchy, kompakt, auf den Punkt. Creedence Clearwater Revival waren Giganten des Single-Formats.

In einem schier unglaublichen Schaffensrausch platzierten Fogerty & Co. in nur zwei Jahren von Anfang 1969 bis Anfang 1971 neun Singles und fünf (!) Alben in den US-Top-Five. Bruce Springsteen brachte es 1993 auf den Punkt, als er einmal über CCR sagte: „In den späten Sechzigern und frühen Siebzigern waren sie nicht die hipste Band in der Welt – aber die beste!“

Tommy Fogerty & The Blue Velvets

Die Geschichte von Creedence Clearwater Revival beginnt in El Cerrito, einem verschlafenen Vorort von San Francisco. Auch dort sorgen Mitte der 1950er Jahre Elvis Presley, Little Richard und Jerry Lee Lewis für Aufregung. Während der 17-jährige Tom Fogerty als Sänger in ersten Bands Erfahrungen sammelt, übt sein 13-jähriger Bruder John daheim verbissen auf einer billigen Gitarre. Dazu träumt der verschlossene Junge von den Südstaaten, Louisiana und dem ol’ man river Mississippi. Bald schon gründet er mit den Mitschülern Douglas „Cosmo“ Clifford und Stewart „Stu“ Cook The Blue Velvets.

Kurz darauf macht Tom die Jungs zu seiner Begleitgruppe. Tommy Fogerty & The Blue Velvets sind nichts anderes als die späteren Creedence Clearwater Revival – allerdings mit Tom als Sänger. Es ist der Sommer 1961, Tom ist gerade 20, die anderen drei sind 16 Jahre alt. Im Februar 1964 lösen die Beatles mit ihrem ersten US-Besuch ein regelrechtes Erdbeben aus, und auch die Velvets spüren, dass eine neue Zeit anbricht.

Tom, John, Stu und Cosmo suchen nun ein Label, und Fantasy Records suchen nach einer jungen Band, die der Firma helfen kann, auf den durchstartenden Beat-Zug aufzuspringen. Schnell einigt man sich, und Tom unterschreibt den Vertrag auch im Namen der anderen, die nach amerikanischem Recht noch nicht geschäftsfähig sind.

Als erstes werfen die Velvets ihren Namen über Bord, ab sofort nennen sie sich The Visions. Alsdann nehmen sie mit „Don’t Tell Me No Lies“ ihre erste Single auf. Aber: Nichts tut sich, was daran liegt, dass Fantasy die Single gar nicht veröffentlichen. Denn den Inhabern der Firma gefällt der Bandname nicht. Im November 1964 kommt der Song doch noch auf den Markt. Und die Visions stellen fest, dass die Plattenfirma ihnen kurzerhand einen neuen Namen verpasst hat, der nun auf dem Plattenlabel prangt: The Golliwogs, die landläufige Bezeichnung für dunkelhäutige Puppen, die in den Südstaaten gerne als Schirmständer verwendet werden.

Die vier finden sich mit dem ungeliebten Namen ab. Und Klein-John wird allmählich flügge; er schickt sich nun an, das kreative Kommando zu übernehmen. Im Herbst 1966 bringen sie mit dem von ihm geschriebenen „Walking on Water“ einen Song heraus, der wie eine Blaupause dessen wirkt, wofür Creedence Clearwater Revival berühmt werden sollten. Johns ureigene Handschrift ist bereits unverkennbar. Die anderen sind ab jetzt nur noch ausführende Musiker. Komposition, Arrangement und Produktion hat der Jüngste unter Kontrolle. Es ist der Beginn eines beispiellosen Triumphzugs und gleichzeitig der Anfang vom Ende der Band – noch bevor sie Creedence Clearwater Revival heißt und ihre erste Langspielplatte aufnimmt.

No drugs but rock’n’roll!

Doch zunächst geht es steil bergauf. In den Bergen von El Sobrante, Kalifornien, mietet die Band ein Haus, um ihren Sound grundlegend zu überarbeiten. Zur selben Zeit explodiert nur wenige Meilen entfernt, im magischen Dreieck von Golden Gate Park, Haight-Ashbury und Fillmore West, die psychedelische San-Francisco-Szene mit Bands wie Grateful Dead, Jefferson Airplane und Big Brother and the Holding Company. Allesamt Gruppen, die ihren elektrifizierten Folk zu langen Jamsessions ausbauen, dabei gerne auf formale Strukturen verzichten und lieber auf bewusstseinserweiternde Stimulanzien zurückgreifen.

Die vier Vorort-Rrocker in den Bergen von El Sobriante sind anders: Mit Drogen haben sie nichts am Hut, dafür umso mehr mit dem lebensfrohen Rhythm’n’Blues der fünfziger Jahre. Dazu pflegen sie ihre Liebe zum Rockabilly und zum Erbe von Hank Williams – all dies der Stoff, aus dem Pop anno 1967 durchaus nicht gemacht ist. Fogerty und die Seinen juckt das wenig – höchstens insofern, als sie sich von Fantasy überreden lassen, ihr Cover des Dale-Hawkins-Klassikers „Susie Q“ von 1957 zur zehnminütigen Jamsession auszubauen.

Im Juni 1968 erscheint der zweigeteilte Song als Single, einen Monat später das Albumdebüt der Golliwogs – die aber heißen nun Creedence Clearwater Revival. Ein Name mit symbolischer Bedeutung: Das erste Wort, inspiriert durch den Vornamen eines Freundes, erinnert an credence (Glaube), das zweite entstammt einer damals aktuellen Bierwerbung und steht für Klarheit, während das dritte auf den künstlerischen Neuanfang der Band anspielt.

Bei den Aufnahmen zu dieser ersten LP führt John Fogerty die künstlerische Oberaufsicht. Creedence Clearwater Revival (1968) zeigt die Band zwar noch auf der Suche, aber die Zutaten zu ihrem späteren Erfolgsrezept sind bereits deutlich auszumachen: Neben Johns Nebelhornstimme und der kompakten Rhythmusgruppe sind Einflüsse von Sun Records und Stax/ Volt ebenso zu erkennen wie der typische Swamp-Rock aus der Gegend von New Orleans.

„Suzie Q“ (so die CCR-Schreibweise) entwickelt sich zum lokalen, später zum landesweiten Radiohit, im Oktober schafft es die Nummer auf Platz elf in den Charts. Das nachgeschobene „I Put a Spell on You“, ursprünglich 1956 von Screamin’ Jay Hawkins aufgenommen, macht die Band weiter bekannt.

Die Ouvertüre der CCR-Saga ist damit abgeschlossen. Dass Creedence nun, auf dem Höhepunkt der Hippie-Ära, als erste Gruppe ihrer Generation eine Rückbesinnung auf die Rock-Roots einläuten, liegt auch daran, dass sie im Unterschied zu den meisten Zeitgenossen ihre Laufbahn nicht erst mit der britischen Invasion begannen, sondern bereits als Band arbeiteten, als R’n’B und Rock’n’Roll noch das Feld beherrschten. Aber auch ihre Herkunft aus der Arbeiterschicht und ihr bodenständiges Weltbild unterscheiden CCR von vornherein von der zumeist aus der Mittelschicht stammenden Konkurrenz des Acid-Rock. Symbolisch für diesen Unterschied stehen die Klamotten, in denen sie sich ihrem Publikum präsentieren: Jeans, Holzfällerhemd, Cowboyboots – fortan die Uniform aller „ehrlichen“ Rock’n’Roller.

Authentische Südstaaten

Die Basic-Tracks für ihr zweites Album spielen CCR im Herbst 1968 in den RCA Studios in Hollywood ein. Die Leadvocals und Guitar-Overdubs besorgt John ohne die anderen in einem zweiten Arbeitsgang. Sieben Songs stehen auf Bayou Country, knapp 34 Minuten Spielzeit, und sie machen CCR mit einem Schlag zur heißesten Band der Stunde. Die Monstersingle „Proud Mary“, veröffentlicht am 15. Januar 1969, rollt so unaufhaltsam an die Charts-Spitzen der Welt wie der darin besungene Dampfer über den Mississippi. Ein simples Zwei-Akkord-Riff, ein Gospel-beeinflusster Refrain, ein stoischer Midtempo-Groove, all das gespielt im Stil von Booker T. & The M.G.’s, wobei John mit einem sparsamen Gitarrensolo seinem erklärtem Vorbild Steve Cropper nacheifert. Nicht zu vergessen die detailscharfen Textbilder, mit denen John, der bis dahin nie südlich der Mason-Dixon-Linie war, eine authentische Südstaatenwelt heraufbeschwört.

„Proud Mary“ ist der musikalische Gegenentwurf zum Space-Rock der Hippies und nicht der einzige Geniestreich auf Bayou Country, auch „Born on the Bayou“ schlägt mit schwerem Southern-Groove und stimmigen Lyrics in die Swamp-Rock-Kerbe. Weitere Highlights wie das achtminütige „Keep On Chooglin’“ runden das Bild ab. Auf diesem Album sind CCR zum ersten Mal vollkommen bei sich selbst. Mehr noch: Sie haben das, was der Amerikaner momentum nennt. Und sie liefern weitere Single-Hämmer: „Green River“, Titelstück des bereits im August 1969 folgenden dritten Albums Bad Moon Rising, „Lodi“, „Commotion“ – mit atemberaubender Sicherheit schüttelt Fogerty Qualitätsware aus dem Ärmel. CCR sind die erfolgreichste Band des Jahres. Fogerty & Co. profitieren davon, dass die Rockszene in immer unkommerzielleren Sphären mäandert und das Bedürfnis des Publikums nach griffigen Songs zunehmend ignoriert.

Da fällt ein kleines Malheur kaum ins Gewicht: CCR spielen in der Nacht zum 17. August 1969 beim Woodstock Festival, Fogerty aber verweigert die Freigabe des Materials, so dass der Gig weder auf dem späteren Album noch im Film vertreten ist und der Band damit ein gehöriges Stück nachhaltiger Legendenbildung entgeht. Noch im selben Jahr, im November 1969, folgt Album Nummer vier, Willie and the Poor Boys, das mit „Down on the Corner“ und „Fortunate Son“ zwei weitere Top-Hits bietet. Nach zehn Jahren des Tingelns endlich in der Beletage der Branche angekommen, touren CCR nun exzessiv durch die USA, besuchen Europa und gehen zwischendurch ins Studio.

Fogertys Kreativität scheint unerschöpflich. Was er anpackt, wird zu Gold. Im Juli 1970 können Fantasy das fünfte Album veröffentlichen, und Cosmo’s Factory legt die ohnehin hohe Latte noch etwas höher. Nicht weniger als sechs Klassiker sind an Bord, darunter die furiosen Rocker „Travelin’ Band“ und „Up around the Bend“, der lässig-fröhliche Country-Rockabilly „Lookin’ out My Back Door“, der schwerblütige Gospel „Long as I Can See the Light“, das düstere „Run through the Jungle“ und nicht zuletzt die melancholische Anti-Vietnamkriegs-Hymne „Who’ll Stop the Rain“. Zudem gibt die Band mit einer elfminütigen Lesung von Marvin Gayes „I Heard It through the Grapevine“ eine beeindruckende Demonstration ihrer Fähigkeiten als musikalisches Improvisationstheater – grandios!

Trauma & Befreiung

Ende 1970 gelten Creedence Clearwater Revival als Amerikas Antwort auf die Beatles, lächeln von Millionen Postern, verkaufen mehr Platten als der Rest und okkupieren die Airwaves rund um die Uhr. Die Band aber ist da bereits kaputt. Insider wissen das längst und sind kaum überrascht.

Seit einiger Zeit bereits murren Tom, Stu und Cosmo. In Johns Schatten, der den Kurs kompromisslos bestimmt, fühlen sie sich kreativ ausgebremst. Die Nerven liegen blank im CCR-Lager, im Herbst 1970 kommt es zur offenen Meuterei. Tom verlangt kategorisch, wieder den Leadgesang zu übernehmen, zumindest gelegentlich. Stu und Cosmo wollen eigene Songs beisteuern, sie auch singen und produzieren. Kurzerhand setzen sie John als Bandleader ab. Man kommt überein, dass Pendulum das letzte Album unter seiner Regie werden soll.

Noch einmal rafft sich die Band zu großen Songs auf, darunter das wunderbare, von dunklen Ahnungen geprägte „Have You Ever Seen the Rain“ und der unbeschwerte Kracher „Hey Tonight“. Musikalisch erkundet Fogerty behutsam neues Terrain, holt erstmals Bläser hinzu und räumt den Keyboards mehr Platz ein. Pendulum, veröffentlicht am 7. Dezember mit einer rauschenden Presse-Party im CCR-Hauptquartier „Factory“, ist das letzte Album des Quartetts.

Als John sich weiter beharrlich weigert, Tom ans Mikrophon zu lassen, hat der die Nase endgültig voll von der totalen Dominanz des jüngeren Bruders. Er hat es ohnehin nie verwunden, dass der Erfolg just in dem Moment einsetzte, als er die Führung der Band an John abgegeben hatte. Im Februar 1971 reicht Tom entnervt seinen Abschied ein. CCR sind zum Trio geschrumpft. John ahnt längst, dass das Ende von CCR besiegelt ist. Er weiß, dass seine Mitstreiter nicht in der Lage sind, gleichwertiges Material beizusteuern. Mardi Gras (1972) gibt ihm Recht. Zum Entsetzen der Fans singt John nur bei vier Songs, darunter die Abschiedshits „Sweet Hitch Hiker“ und „Someday Never Comes“. Den Rest der Platte bestreiten Doug und Cosmo mit eigenen Beiträgen, die den gewohnten CCR-Standard kaum halten können.

Das Album wird zur künstlerischen Bankrotterklärung, und die Streitereien zwischen den drei Musikern werden hässlicher. Zudem zeigt sich Saul Zaentz von Fantasy nicht bereit, den beschämend schlechten Vertrag seiner unterbezahlten Goldesel nachzubessern. Fogerty zieht sich zurück. Nach dem letzten Konzert am 22. Mai 1972 beginnt er mit der Arbeit an The Blue Ridge Rangers (1973), einem reinen Country-Album, das er im Alleingang einspielt. Am 16. Oktober erklärt Fantasy Records offiziell das Ende der Band.

Zwar brachte John Fogerty nach dem CCR-Ende noch hin und wieder ein Soloalbum heraus, und gelegentlich rutschten ihm dabei auch noch Klassiker wie „Rockin’ All over the World“ und „Almost Saturday Night“ heraus. Insgesamt aber schien er wie gelähmt von der Last des CCR-Erbes, das vor allem in endlosen gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Fantasy Records und einem zermürbenden Bruderzwist bestand, der bis zu Toms Tod im Jahr 1990 andauerte.

Erst im Herbst seiner Laufbahn konnte sich John Fogerty von seinem CCR-Trauma befreien und die Rechte an seinen Songs zurückgewinnen. Seit Ende der 1990er Jahre veröffentlicht er wieder regelmäßig und erfolgreich neue Alben. Zuletzt unterschrieb er gar wieder bei Fantasy, nachdem die Luft dort mit dem Ausscheiden seines alten Intimfeindes Saul Zaentz und dem Verkauf des Labels an Concord Records für ihn wieder rein geworden war und er nun endlich frei über sein CCR-Material verfügen konnte. Heute gilt der 77-Jährige als einer der wenigen noch aktiven, über alle musikalischen Grenzen hinweg respektierten Gründerväter des klassischen Rock. Auch wenn Creedence Clearwater Revival nur eine kurze Zeit beschieden war – ein Ziel, vielleicht sein wichtigstes, hat John Fogerty erreicht: Die Songs von damals sind zeitlos. Noch heute, mehr als fünf Jahrzehnte später, werden sie gespielt – im Radio und auf Millionen akustischer Gitarren, wo sich noch immer entscheidet, ob ein Song das Zeug zum Klassiker hat. 

Ernst Hofacker