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JEEP WAGONEER : CHECKPOINT: DAS ORIGINAL


Träume Wagen - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 15.03.2019
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Bildquelle: Träume Wagen, Ausgabe 3/2019

Längst hat der Klassik-Hype die Geländewagen erfasst und macht manch früher unbeachtetes Vehikel zum Spekulationsobjekt. Wer einen Oldtimer fahren möchte, weil er alte Technik liebt und ihn nicht nur als Geldanlage in die Garage stellen will, hat zunehmend Probleme, was Solides zum fairen Kurs zu finden. Umso mehr, wenn er einen Luxusliner aus der Liga der langlebigen Legenden will wie den Land Rover, den unzerstörbaren Toyota Land Cruiser oder den scheinbar über alle Zweifel erhabenen Mercedes G. Und noch einer mischt mit bei den oberen Zehntausend: der Jeep Wagoneer. Er war der Erste. Das Original. ...

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Längst hat der Klassik-Hype die Geländewagen erfasst und macht manch früher unbeachtetes Vehikel zum Spekulationsobjekt. Wer einen Oldtimer fahren möchte, weil er alte Technik liebt und ihn nicht nur als Geldanlage in die Garage stellen will, hat zunehmend Probleme, was Solides zum fairen Kurs zu finden. Umso mehr, wenn er einen Luxusliner aus der Liga der langlebigen Legenden will wie den Land Rover, den unzerstörbaren Toyota Land Cruiser oder den scheinbar über alle Zweifel erhabenen Mercedes G. Und noch einer mischt mit bei den oberen Zehntausend: der Jeep Wagoneer. Er war der Erste. Das Original. Ein allradgetriebener Geländewagen, der auch auf befestigter Straße den Komfort einer Limousine bieten sollte. Der große Wagoneer auf SJ-Plattform, im Gegensatz zum kleinen Wagoneer, der 1984–1990 als Jeep Cherokee angeboten wurde und auf einer XJPlattform steht. Der große Jeep rangiert in Sachen Raum und Komfort ganz vorne, vergleichbar mit frühen Ausgaben des Range Rover. Im Gegensatz zu den Angeboten von International Harvester und Land Rover, die ihre Geländegänger mit spartanischer Ausstattung anboten, war der Wagoneer der erste luxuriöse 4×4, sieben Jahre vor dem Range Rover. Verschiedene Ausstattungsdetails, die es vorher noch nie bei einem vierradgetriebenen Fahrzeug gegeben hat, wie z. B. Servolenkung, Getriebeautomatik und verstärkte Vorderachse, machten ihn damals revolutionär. Auch er ist inzwischen leider im Visier der Spekulanten und wird entsprechend immer teurer. Wem das HKennzeichen egal ist, der darf sich auch gerne auf jüngere Exemplare konzentrieren, der 1963 entwickelte Offroad-Dino wurde bis 1991 gebaut – 28 Jahre lang ohne große mechanische Veränderungen. Namenstechnisch ging es weniger stringent zu, wechselnde Eigentümer begleiteten die Produktion. In den frühen 60ern gehörte Jeep noch zu Kaiser-Jeep, 1970 übernahm AMC, 1987 war Chrysler am Ruder, von den weiteren Episoden bis zur heutigen Fiat-Herrschaft blieb der Dino aufgrund seines Ablebens 1991 verschont. Eine Konstante in allen Turbulenzen: Die Zuverlässigkeit des Wagoneer, sein Komfort, seine robuste Technik und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten verhalfen dem Urgestein zu einer riesigen Anhängerschaft, die ungeachtet der Kapriolen in der Führungsebene treu zu ihm hielt. Dad fuhr damit zur Arbeit, Mom die Kids zur Schule, am Wochenende packte man das Zelt ins Gepäckabteil, den Kajak aufs Dach und die Kinder auf eine der Rücksitzbänke und fuhr raus ins Grüne. Platz ohne Ende, dazu kommodes Fahren mit Offroaderuntypischem Komfort: ein echtes Sports Utility Vehicle. Versuchen Sie das mal mit einem zeitgenössischen SUV. Da bekommt man mit Glück zwei Backpacks und eine Gucci-Clutch unter die Klappe und vielleicht noch einige Rehpinscher auf die niedliche Rücksitzbank … aber gut, das ist ein anderes Thema.
Die ersten Wagoneer wurden vom neuen Willys-OHC-Sechszylinder Tornado mit 3.769 cm³ angetrieben und 1966 durch den 3.801-cm³-AMC-OHC-Sechszylinder ersetzt wurde. Von 1964 bis 1966 gab es zusätzlich einen AMC-V8 mit 5.359 cm³. Anfang der 80er-Jahre ging die Nachfrage nach den schluckfreudigen großen Motoren wegen steigender Kraftstoffpreise drastisch zurück, daher wurde der Sechszylinder mit 4.228 cm³ zur Grundausstattung. Wahre Petrolheads orderten trotzdem weiterhin unbeirrt den größeren, stärkeren V8 mit 5.899 cm³ und 156 PS.
Unser Referenzfahrzeug ist ein besonders schönes und frühes Stück Automobil-Geschichte, das gerade eine aufwändige Frame-off-Restaurierung hinter sich hat. Der 1969er Grand Wagoneer hat die Weiten der amerikanischen Prärie allerdings niemals gesehen, er ist eine Schweizer Erstauslieferung und somit erwiesenermaßen hochalpintauglich. Das Fahrzeug wurde komplett zerlegt, instand gesetzt, lackiert und wieder zusammengebaut. Ein Sattler hat den Innenraum auf Neuwagen-Niveau gebracht, wobei er den früher gerne verwendeten Cordstoff gegen zeitgeistigbraunes Kunstleder getauscht hat. Der Sechszylinder-Reihenmotor wird über eine Dreigang-Lenkradschaltung dirigiert, optional lässt sich das Allrad-Getriebe über einen zweiten Wahlhebel bedienen. Plüschiges Zubehör, Schickimicki-Kram, Holzdekor oder gar stylische Woody-Paneele an den Flanken sucht man vergebens – die kamen erst später und brachten außer mehr Pep keine wesentliche Veränderung. Macht nichts. Die typisch amerikanische Urform, die damals üppige Vollausstattung, die erdigen Naturfarben und der Spirit der Sechziger sind Grund genug, sich in den Dino zu verlieben. Ehrlicher gehts nicht.


Mehr Auto gab es in den 60er-Jahren nun wirklich nicht fürs Geld. Auch heute ist der Ur-Vater aller SUVs ein beachtliches Stück Zeitgeschichte


Fotos: Classic Garage Celle

DER JEEP IN ZAHLEN

Das Fotofahrzeug wurde uns freundlicher weise zur Verfügung gestellt von Classic Garage Celle,www.classicgaragecelle.de

Wer einen mächtigen Edel-SUV mit V8 und viel Charme sucht, der kommt an der großen Jeep-Baureihe nicht vorbei. Hubraum und Luxus gab und gibt es einst und jetzt in US-typischer XL-Verpackung…

Lange bevor der SUV-Boom die deutschen Zulassungscharts durcheinander wirbeln sollte, kreierte Jeep einen Megatrend – einen überzeugenden Luxus-Geländegänger in europäischen Kombi-Dimensionen hatte bis auf Range Rover kein anderer Hersteller im Portfolio …

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Mehr zum Thema Jeep finden Sie unterwww.traeume-wagen.de/tag/jeep/

Konkurrenz im eigenen Haus machte dem Grand Wagoneer der kultige CJ-5, den es von 1954 bis 1986 in allerhand Sonderversionen gab. Das bevorzugte Terrain des kompromisslosen Offroaders ist das Gelände - für den luftigen Spaß macht man schon mal Abstriche in Sachen Komfort …

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28 JAHRE
ohne größere mechanische Veränderungen – das muss dem Urvater aller SUVs erst mal einer nachmachen. Das Prinzip separater Rahmen, starre Hinterachse und einzeln aufgehängte Vorderräder hat sich bewährt

5,9 LITER
bot der größte Motor im Wagoneer. Der Chrysler-V8 wurde als einer der letzten US-Cars mit Vergaser angeboten, lange nachdem alle anderen auf Einspritzung setzten

1991
wurde der Grand Wagoneer nach 30 Jahren endgültig begraben. Die letzten vier erhielten eine „Final Edition“ Plakette auf dem Armaturenbrett

Grand Wagoneer 1963 – 1991
Der von Brooks Stevens entworfene SJ-Wagoneer gilt als erster Luxus-SUV, gebaut unter Kaiser-Jeep, AMC und Chrysler. Mit 2 oder 4 Türen, als Lieferwagen ohne Fenster und geteilter Hecktür zu haben, Motoren von 3,7–5,9 Liter. Lief 28 Jahre ohne große Veränderungen vom Band

Grand Cherokee seit 1993
Wurde aus dem kleineren Jeep Cherokee entwickelt und als ZJ von 1993 bis 1998 als Base, Laredo und Limited mit 4,0–5,9-l-Motoren gebaut. 1999-2004 folgte der WJ, 2005 der WH, seit 2010 der WK2. Ultimatives Topmodell ist derzeit der Grand Cherokee Trackhawk mit SRT-Hellcat Motor