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Jenseits von Eden – diesseits der Hölle!


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die aktuelle Krimi - epaper ⋅ Ausgabe 23/2022 vom 08.10.2022

Das rätselhafte Ende von Kino-Gigant JAMES DEAN

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Bildquelle: die aktuelle Krimi, Ausgabe 23/2022

Dieses Foto ging um die Welt: Ein stolzer James Dean betankt seinen nagelneuen silbernen Porsche 550 Spyder. Die Vorfreude auf das Rennen steht ihm ins Gesicht geschrieben. Kurz darauf ist er tot!

Der junge Mann schiebt sich den Cowboy-Hut aus dem Gesicht, sitzt da, ganz lässig, mit Zigarette in der Hand, erzählt – ein wenig nuschelnd – von seinen Erfahrungen auf der Straße. Aufnahmen für einen Werbespot zum Thema Verkehrssicherheit. Zum Schluss wendet er sich direkt an die Zuschauer: „Fahrt vorsichtig! Vielleicht bin ich es, dem ihr damit eines Tages das Leben rettet.“ Zwei Wochen später ist er tot. Gestorben mit nur 24 Jahren auf dem Highway. Der junge Mann ist James Dean. Was war geschehen?

Am 30. September 1955 macht sich der aufstrebende Hollywood-Star in seinem nagelneuen silberfarbenen Porsche 550 Spyder auf den Weg von Los Angeles (Kalifornien) ins weiter nördlich gelegene Salinas. 220 Sachen bringt der Wagen auf den Tacho. Er will damit an einem Auto-Rennen teilnehmen – neben der Schauspielerei seine zweite große Leidenschaft. Kurz hat ...

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... Dean überlegt, den Porsche nach Salinas überführen zu lassen, sich dann aber umentschieden. Er will sich mit seinem neuen „Spielzeug“ vertraut machen. „Little Bastard“ hat er den Flitzer getauft – so wie er selbst von manchen genannt wird. Begleitet wird der Jung-Star von seinem Mechaniker, dem Deutschen Rolf Wütherich. Die Euphorie der beiden PS-Junkies ist riesig, die Vorfreude auf das Rennen macht James Dean ganz kribbelig. Trotzdem lenkt er seinen Wagen konzentriert, fährt mit angemessener Geschwindigkeit. In der Abenddämmerung kommen die beiden Männer zur Kreuzung der Highways 41 und 46 bei Cholame. Plötzlich ist da dieser Ford Tudor, der nach links abbiegen will und dabei dem Porsche völlig unvermittelt die Vorfahrt nimmt. „Der Typ muss anhalten. Er wird uns schon sehen“, sollen James Deans letzte Worte gewesen sein. Dann knallt es.

Kurz bevor James Dean starb, kletterte er in einen Sarg!

Warum ließen seine Freunde das zu?

… denn er wusste nicht, was er tat

Der Unfall-Verursacher, ein 23-jähriger Student namens Donald Turnupseed, kommt mit ein paar Blessuren davon (wird dafür aber zeitlebens von hasserfüllten James-Dean-Fans drangsaliert). Deans Beifahrer Wütherich wird aus dem Porsche katapultiert und überlebt schwer verletzt (unternimmt in der Folge allerdings mehrere Selbstmordversuche). James Dean selbst wird völlig entstellt aus dem zertrümmerten Wagen geborgen. Augenzeugen berichten, es sei ein entsetzlicher Anblick gewesen. Im Krankenhaus kann nur noch sein Tod durch Genickbruch festgestellt werden.

Die Nachricht vom Ableben des Teenie-Idols trifft eine ganze Generation junger Menschen ins Mark. Hatten sie mit ihm doch gerade erst eine neue Identifikationsfigur gefunden, die ihr Lebensgefühl verkörperte wie kein anderer in Hollywood: cool, rebellisch, genauso schwer zu bändigen wie seine Wuschel-Mähne – und dabei hochsensibel, verletzlich, innerlich zerrissen. Dieser junge Mann aus Indiana, der seine Mutter früh verloren hatte, vom Vater zu Verwandten abgeschoben worden war und beharrlich seinen Traum verfolgte. Gerade hatte er mit „Jenseits von Eden“ seinen Durchbruch gefeiert, zwei weitere Streifen waren frisch abgedreht. Der rote Teppich schien für ihn ausgerollt. Und dann – krachte es!

Ein Unfall, ganz klar. Für die Polizei war die Geschichte sofort erledigt. Doch nicht nur den Fans, auch engen Weggefährten des Kino-Stars kam die ganze Sache rätselhaft vor.Ausgerechnet jetzt, ausgerechnet er!? Da musste doch jemand eiskalt nachgeholfen haben! Nur wer?

Eine, die seit jenem Tag mit Schuldgefühlen zu kämpfen hatte, war das spätere Bond-Girl Ursula Andress. Am Morgen, bevor er nach Salinas aufgebrochen war, hatte James Dean noch bei ihr vorbeigeschaut. Er wollte sie überreden, mitzufahren. Doch in diesem Moment sei ihr späterer Mann, John Derek, dazugekommen, erinnerte sich Andress später: „James sah John und wusste, dass ich John Derek liebte.“ Nach einem kurzen Gespräch unter Männern räumte Dean das Feld. Was, wenn sich Andress anders entschieden hätte? Wäre der Crash dann niemals passiert – oder hätte er auch ihr das Leben gekostet?

Deans Ex-Geliebte, die Schauspielerin Maila Nurmi, war bis zuletzt überzeugt davon, dass „Jimmy“ (so sein Spitzname) absichtlich nicht auf die Bremse getreten war. 1975 gestand Nurmi, Zeugin einer merkwürdigen Begebenheit gewesen zu sein: „Kurz bevor er (James Dean) ins Auto stieg, um zu sterben, hatte er sich in einen Sarg gelegt. Er steckte eine Kerze an und dann sagte er: ,Ich finde nur Frieden im Tod‘.“ Dean sei besessen davon gewesen, durch den Tod unsterblich zu werden. Doch warum hatte keiner seiner Freunde versucht, ihm diesen Gedanken auszureden? Und warum hätte der Hollywood-Newcomer selbstmordgefährdet gewesen sein sollen? So, wie es für ihn gerade lief, muss er doch vor Enthusiasmus nur so gesprudelt haben …

Vor allem für die weiblichen Fans bricht mit dem Tod ihres Idols die Welt zusammen. Sieben Selbstmorde junger Frauen werden direkt im Zusammenhang mit dem Ableben des Kino-Stars publik – die Dunkelziffer ist sicher weitaus höher. Bis heute pilgern Zehntausende am Todestag zu einer Art Festival in das kleine Örtchen Fairmont in Louisiana, wo ihr Star aufwuchs und beerdigt wurde. Der Grabstein ist übersäht mit Lippenstift-Abdrücken. „Lagerfeuergeschichten“ machen die Runde. Wie die einer jungen Frau, die nachts am Grab Wache hielt und plötzlich Schritte gehört haben will. Sie sei sich sicher, es sei Jimmy gewesen, „der zurück in sein Grab gegangen ist.“

Hat jemand beim Crash eiskalt nachgeholfen?

Oder lag ein böser Fluch auf dem Todes-Porsche?

Ein Autounfall, der keiner war ...

Hatte ihn dieser extreme Personen-Kult womöglich etwas überrollt? James Dean wollte Schauspieler werden. Plötzlich war er Teenie-Ikone, Frauen-Schwarm, Hoffnungsträger einer ganzen Generation. War ihm der Druck zu groß geworden? Fühlte er sich nach „Jenseits von Eden“ eher wie „Diesseits der Hölle“ – wie ein Gejagter? Eine zweite Theorie besagt jedenfalls, dass Dean seinen Tod nur vorgetäuscht habe. Dass sein Sarg bei der Beerdigung nur deshalb nicht mehr geöffnet wurde, weil der Leichnam so entsetzlich entstellt war – hmm ... Und so wird in Fan-Foren bis heute darüber diskutiert, dass sich der Schauspieler in einer kalifornischen Privatklinik ein neues Gesicht verpassen ließ, um untertauchen zu können. Die einen vermuten, er sei danach in ein orthodoxes Kloster nach Russland gegangen. Andere sind überzeugt, er habe sich nach Kanada abgesetzt und sei dort erst 2018 tödlich verunglückt. Sie liefern dafür auch einen „Beweis“: Im April 2018 gab es in Alberta (Kanada) tatsächlich einen Verkehrsunfall, bei dem ein Mann umkam, ungefähr in dem Alter, das Dean damals gehabt hätte. Der Name des Toten wurde nicht veröffentlicht …

Wer sich die letzten Fotos von James Dean in seinem „Little Bastard“ ansieht – dieser Stolz in seinen Augen, die Entschlossenheit, es damit allen zeigen zu wollen – der spürt instinktiv: Nein, das kann alles so nicht stimmen. Gräbt man tiefer, stößt man plötzlich auf ganz merkwürdige Zusammenhänge. Und mit einem Mal überkommt einen das beklemmende Gefühl, dass man die Büchse der Pandora vielleicht doch lieber nicht geöffnet hätte …

Oder wie kann es sein, dass der Todes-Porsche auch im Nachhinein noch so viel Unheil anrichtete? Für umgerechnet 7000 Mark erstand ein findiger Bastler aus Hollywood das, was andere als Schrotthaufen bezeichnet hätten. Als der zerstörte Wagen in seiner Werkstatt abgeladen werden sollte, rutschte er vom Transporter – und brach einem Mechaniker beide Beine. Den Motor kaufte ein Arzt aus Los Angeles. Er fuhr gegen einen Baum. Später wurde das Wrack des Autos als Ausstellungsstück verwendet. Es rutschte von einem Podest – und ein Mädchen erlitt einen Hüftbruch. Muss hier noch erwähnt werden, dass beim Weitertransport zum nächsten Ausstellungs-Ort der Lkw ins Schleudern geriet? Der Fahrer kam ums Leben.

Lag etwa ein böser Fluch auf dem silberglänzenden Schmuckstück? Und ist es möglich, dass jemand die übersinnliche Fähigkeit besaß, diese negativen Schwingungen zu spüren? Die britische Film-Legende Sir Alec Guinness („Ladykillers“) rückte erst Jahrzehnte später mit seiner Geschichte heraus. Aus Angst, man würde ihm nicht glauben? Eine Woche vor dem tödlichen Unfall habe er Dean in einem Restaurant getroffen. Stolz soll der Jung-Star ihm da seinen neuen Flitzer präsentiert haben. In diesem Moment durchfuhr Guinness ein unheimlicher Schauer – und es war, als würde eine Stimme ihm ins Ohr flüstern, was sein Mund aussprach: „Bitte steigen Sie nicht in dieses Auto. Denn wenn Sie es tun – ich sah auf die Uhr – werden Sie um diese Zeit in genau einer Woche tot sein.“ Jimmy hörte nicht auf ihn. Die Prophezeiung erfüllte sich.

Und es hörte nicht auf. Alles schien auf einmal verwunschen. So liegt über dem gesamten Film „... denn sie wissen nicht, was sie tun“ bis heute ein finsterer Schatten: Zwei weitere Darsteller verloren auf dubiose Weise ihr Leben! Natalie Wood ertrank später (lesen Sie bitte auch Seite 50/51). Und Sal Mineo wurde von einem Pizza-Boten erstochen!

Hatte sich James Dean etwa mit dunklen Mächten angelegt? Oder sollten wir unser Augenmerk eher auf „weltlichere“ Gründe und Methoden richten, mit denen jemand aus dem Weg geräumt werden kann? Und plötzlich finden wir uns in einem Krimi wieder – um Mord aus Eifersucht. Im Mittelpunkt: ein Hollywood-Konkurrent und sein dunkles Geheimnis …

Viele bekamen es gar nicht mit: 1989 brach der Hollywood-Biograf und Regisseur Robert Slatzer, † 2005, sein Schweigen und erklärte öffentlich: Deans Tod war „kaltblütiger Mord“! Dann ließ er die Bombe platzen: Hinter dem Verbrechen stecke kein Geringerer als der 1985 (an den Folgen von Aids) verstorbene Rock Hudson („Bettgeflüster“)! Die beiden Kino-Stars, Dean und Hudson, hatten 1955 zusammen in „Giganten“ vor der Kamera gestanden. Zwischen Hudson und der weiblichen Hauptdarstellerin, Elizabeth Taylor, soll damals eine perfide Wette gelaufen sein: Wer würde sexy James zuerst ins Bett kriegen …? Nun, wie es heißt, zog Liz Taylor den Kürzeren.

Dean war offenbar bisexuell, Hudson hingegen stand ausschließlich auf Männer. Was in der damaligen Zeit natürlich unter allen Umständen geheim bleiben musste. Ein schwuler Frauen-Schwarm? Undenkbar! Zwischen den beiden Männern entspann sich eine Romanze. Die Emotionen kochten hoch. Robert Slatzer will eine Situation mitbekommen haben, in der Hudson plötzlich aufsprang und seinen Partner anbrüllte: „Ich wollte, du wärst tot!“ Hudson sei auf einen anderen Kollegen eifersüchtig gewesen, der ebenfalls Gefühle für James Dean hegte.

Musste James Dean sterben, weil er ein Herzensbrecher war?

Doch wie ernst meinte er diesen Spruch? Musste Dean tatsächlich sterben, weil er ein Herzensbrecher war? War der Mord also eine Beziehungstat? Slatzer war davon überzeugt.

Die Hände habe sich Hudson aber nicht schmutzig gemacht: Nach Slatzers Version ließ der Schönling einen befreundeten Automechaniker die Bremsen an Deans Porsche manipulieren. Doch es war, so Slatzer, „als hätte Rock Hudson ihn eigenhändig umgelegt“.

Spannend: Der Regisseur war nicht der Einzige, der von dem Anschlag wusste. Auch Hudsons geschiedene „Alibi-Frau“ Phyllis Gates (die Sekretärin war mit ihm verheiratet worden, um seine Homosexualität zu vertuschen), schrieb in ihren Memoiren: „Rock wurde von Schuld und Scham zermartert, fast, als hätte er selbst Dean getötet ...!“ Sein Beifahrer im Todes-Wagen, Rolf Wütherich, starb 1981 in einem kleinen roten Honda Civic. In den Medien war damals zu lesen: „Als Deans deutscher Mechaniker Wütherich doch noch auspacken wollte, kam er bei einem Autounfall ums Leben.“

Kathrin Feulner

Plötzlich geht’s um Mord aus Eifersucht!

Ein Hollywood-Regisseur brach sein Schweigen ...