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JENSEITS VON WINDOWS


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 14/2022 vom 01.07.2022

Chromebooks

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Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 14/2022

CHROME OS?

ERST MAL AUSPROBIEREN!

Auf Chromebooks läuft Chrome OS. Das Betriebssystem basiert auf dem gleichnamigen Google-Browser. Es ist einfach gestrickt und sehr übersichtlich. Allerdings lassen sich keine klassischen Windows-Programme installieren, sondern nur Apps aus dem Google Play Store. Wer sich nicht sicher ist, ob ein Chromebook das richtige Gerät ist, kann Chrome OS auch auf einem älteren Windows-Gerät testen.

Die Spezialversion Chrome OS Flex macht es möglich. Sie steht bei Google kostenlos zum Download zur Verfügung und muss nicht einmal installiert werden. Das System startet auch von einem USB-Stick. Weitere Infos und eine Anleitung finden Sie auf der Seite www.cobi.de/12837.

Nicht jeder findet in einem Notebook mit Windows sein großes Glück. Für viele Nutzer ist das System mittlerweile zu überfrachtet, anderen wieder zu limitiert oder nicht schick genug.

Alternativen gibt’s ...

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... durchaus: Wer gern bastelt, installiert Linux. Und wer das nötige Budget hat, greift zum MacBook von Apple (siehe Seite 58). Das ist schick, schnell, aber eben auch richtig teuer.

Eine weitere Alternative, aber vielen noch recht unbekannt: ein Chromebook! Die kosten nicht die Welt und sind laut Google einfach, sicher und schnell. Das klingt doch erst mal gut. Aber stimmt’s auch? COMPUTER BILD hat mehrere Geräte getestet.

Das ist anders

Die auf den ersten Blick recht unscheinbaren Testkandidaten stammen von Asus, Acer, Lenovo und Samsung. Das sind bekannte Hersteller, die auch Windows-Geräte bauen. Der Unterschied fällt erst beim Einschalten auf, denn installiert ist Googles Chrome OS. Für Umsteiger heißt das: Die bekannten Windows-Programme laufen nicht. Im Google Play Store gibt’s aber für das Meiste brauchbare Alternativen. So sind Mail- und Office-Programme sowie kleinere Spiele fix installiert. Die reichen fürs Home-Office und für Studenten. Profi-Software gibt’s für Chrome OS aber kaum.

Unterschiede bei Chromebooks

Google teilt Chromebooks in „normale“, Plus- und Premium-Geräte ein. Das heißt im Prinzip nur:Wer mehr Geld auf den Tisch legt, bekommt eine bessere Ausstattung und ein wertigeres Gehäuse. So steckt etwa bei den beiden Acer-Modellen Chromebook Spin 713 und Spin 514 die Technik im edlen Alu-Kleid. Beim Asus Chromebook Flip CM1 am unteren Ende der Preisskala gibt’s für 247 Euro viel Kunststoff. Schlecht verarbeitet oder gar hässlich ist das Chromebook deswegen aber nicht. Und das trifft auf keines der Geräte zu.

TIPPS

„Auch bei Chromebooks sollten Käufer nicht an der Ausstattung sparen.“

Marco Engelien Stellv. Leitung News

Mit dem Lenovo IdeaPad Duet 5 hat sich ein Sonderling ins Testfeld geschlichen. Das Gerät ist ein Tablet und lässt sich mithilfe eines magnetischen Covers und einer Anstecktastatur in ein vollwertiges Chromebook verwandeln. Das Microsoft Surface lässt grüßen. Auch bei den weiteren Testkandidaten erhalten Käufer Tablet-Funktionen. Alle sind mit einem Touchscreen und 360-Grad-Scharnieren ausgerüstet und fix zum Tablet umgebaut.

Am besten lässt sich der Bildschirm des Acer Chromebook Spin 514 streicheln. Die schön glatte Oberfläche macht es möglich. Aber auch die anderen Touchscreens schneiden gut ab.

Wer zeigt das beste Bild?

Wichtiger als der Handschmeichler-Faktor sind beim Bildschirm allerdings Helligkeit, Auflösung und Farbdarstellung. Hier geht die Schere weit auseinander. Am besten gefällt das Display des Lenovo IdeaPad Duet 5. Das hat einen kontraststarken OLED-Bildschirm, dessen Auflösung aber gern etwas höher hätte ausfallen dürfen. Full HD ist bei 33 Zentimeter Diagonale im Jahr 2022 ein bisschen wenig.

Wie es besser geht, zeigt Samsung mit seinem Galaxy Chromebook 2 360. Das Display zeigt

2560 x 1600 Pixel. Es schwächelt dafür aber bei der Helligkeit. Nur 280 Candela pro Quadratmeter sind zu dunkel – und leider kein Einzelfall: Das Flex 5i von Lenovo und das Spin 514 von Acer sind sogar noch dunkler. Unterboten werden sie nur noch vom sehr günstigen Asus, das mit 209 Candela pro Quadratmeter auch unter Gangstern noch als echt finsterer Geselle durchgeht. Draußen bei Sonneneinstrahlung sehen Nutzer hier gar nichts mehr!

Einziger Strahlemann im Test ist das Acer Chromebook Spin 713.

Mit 450 Candela pro Quadratmeter strahlt es schön hell.

An die Arbeit, fertig, los!

Ähnlich groß sind die Unterschiede bei der Leistung. Das liegt auch daran, dass die Hersteller zu unterschiedlichen Prozessoren greifen. Im Duet 5 taktet mit dem Snapdragon 7c (Gen 2) ein ARM-Prozessor, das Asus und das Spin 514 von Acer sind mit Einsteiger-Chips von AMD ausgestattet, in den anderen drei Chromebooks gibt Intel den Takt vor.

Mit dem i5-1135G7 aus Intels elfter Core-Generation bringt das Lenovo IdeaPad Flex 5 den schnellsten Prozessor aller Testkandidaten mit. Nicht nur Arbeitsaufgaben löst er fix, auch bei Spielen lässt er es krachen. Bildbearbeitung ist mit Android-Apps wie Photoshop Express ebenfalls kein Problem für das Intel-Aggregat.

Da kann nicht einmal der Testsieger mithalten: Im Acer Spin 713 bewältigt ein Core i5-10210U aus der älteren Comet-Lake-Reihe zwar mühelos Dokumente und Tabellen, bei Spielen muss das Chromebook jedoch aufgeben.

DIESE FUNKTIONEN KOMMEN NOCH

Kleinere Games stemmt es problemlos. Sobald es etwas aufwendiger wird wie im Rennspiel „Asphalt 9“, fängt es an zu stottern.

Von den Plätzen 4 bis 6 lassen Gamer lieber komplett die Finger.

Sowohl im Samsung, als auch im Acer Chromebook Spin 514 und im Asus sind die eingebauten Prozessoren samt Grafikchips zu schwachbrüstig zum Zocken.

Für eine Knobel-App reicht es vielleicht noch. Wer aufwendigere Games zocken will, hat hingegen wenig Spaß. Das Asus quittierte bei einer Runde „Asphalt 9“ sogar komplett den Dienst. Hier half nur ein Neustart. Vielleicht war es ja ein Zeichen, wieder an die Arbeit zu gehen. Die klappte mit Office immerhin noch ganz okay bei den drei Kandidaten.

Alle getesteten Geräte stören nicht bei der Arbeit. Drei Chromebooks kommen ohne Lüfter, die anderen bleiben selbst unter Volllast schön leise. Der größte „Brüller“ ist mit 1,9 Sone das Flex 5i.

Es ist hörbar, aber damit kann man leben.

Keine Upgrades möglich

Leben muss man mit der vorhandenen Hardware. Der Arbeitsspeicher (RAM) ist bei allen Testkandidaten fest verbaut und lässt sich nicht erweitern. Käufer sollten also vorher überlegen, ob die in vier der Geräte eingebauten 4 Gigabyte RAM wirklich reichen.

Das Gleiche gilt für den Speicher. Das Acer Chromebook Spin 514, das Samsung und das Asus haben jeweils nur 64 Gigabyte eMMC-Speicher an Bord. Beim Testsieger und beim Drittplatzierten ist wenigstens eine SSD verbaut. Nur das Flex 5i von Lenovo bietet mit 256 Gigabyte ausreichend Platz für Fotos & Co. Die anderen beiden haben jeweils nur 128 Gigabyte.

Das ist historisch bedingt: Ursprünglich waren Chromebooks als Terminals für die Cloud gedacht und boten noch weniger Speicherplatz. Mittlerweile lässt sich auch offline ganz gut mit den Geräten arbeiten. Google-Dienste wie Tabellen, Docs und Fotos setzen aber nach wie vor auf Speicher in der Datenwolke. Die Krux:

Ein Google-Konto bietet lediglich 15 Gigabyte Speicher.

Zwar bekommen Chromebook-Käufer von Google 100 Gigabyte Online-Speicher gratis – aber nur für ein Jahr. Danach kostet der Zugriff im Google-One-Abo 1,99 Euro pro Monat.

Es ist also gar nicht so verkehrt, dass viele der Geräte microSD-Schächte bieten. 256 Gigabyte extra gibt’s im Handel teils schon ab 25 Euro zu kaufen. Nur beim Idea-Pad Duet 5 gibt es keine Erweiterungsmöglichkeit.

Dennoch gilt: Wer ein Chromebook kauft, der sollte sich auch mit der Cloud anfreunden.

[me]

FAZIT

Für mehr Geld gibt’s auch bei den Chromebooks mehr Leistung. Das Acer Chromebook Spin 713 ist in keiner Disziplin spitze, bietet aber das beste Gesamtpaket. Preis-Leistungs-Sieger ist das Asus Chromebook Flip CM1 – für ganz schmale 247 Euro. Käufer dürfen vom Asus keine Wunder erwarten, für Internet und Office reicht es aber.

SO TESTET COMPUTER BILD

Auch wenn oft gleiche Hardware zum Einsatz kommt: Weil sich Chromebooks in vielen Punkten von Windows-Notebooks unterscheiden, hat COMPUTER BILD für diesen Vergleichstest ein eigenes Testverfahren entwickelt. Um etwa die Leistungswerte der Chromebooks zu ermitteln, muss die Redaktion andere Benchmarks nutzen, weil die für Windows-Geräte übliche Software nicht läuft. Und auch wenn sich die Tests in anderen Punkten an denen von Notebooks orientieren, lassen sich die Ergebnisse der Chromebooks nicht mit den Noten der Windows-Geräte vergleichen.

Chromebooks landen daher auch nicht in der Bestenliste der Notebooks, sondern bekommen eine eigene Bestenliste. Parallelen gibt’s aber auch: Wie Windows-Geräte kommen Chromebooks mit unterschiedlich großen Displays. Wichtig für eine gute Testnote sind nicht nur eine hohe Auflösung und eine gute Darstellung der Farben. Auch die Helligkeit muss stimmen.

Die ist bei vielen Chromebooks ein Knackpunkt. Strahlemänner sind selten.

CHROMEBOOKS IM VERGLEICH

1 ACER CHROMEBOOK SPIN 713

Preis: 615 Euro günstigere Variante: keine 1Das Acer Chromebook Spin 713 ist zwar nicht in jeder Disziplin ganz vorn dabei, dafür stimmt aber das Gesamtpaket.

Der Testsieger bietet ein ordentliches Tempo, eine hohe Bildqualität, eine lange Akkulaufzeit und blieb bei der Arbeit stets leise. Auch der Bildschirm überzeugt. Abstriche müssen Nutzer beim Speicher machen. Der fällt wie bei allen Geräten knapp aus, lässt sich aber immerhin per microSD-Karte aufstocken.

+ Hohes Arbeitstempo, guter Bildschirm, lange Akkulaufzeit.

- Knapper und etwas lahmer Speicher, Touchpad könnte größer sein.

2 LENOVO

IDEAPAD 5 DUET CHROMEBOOK

Preis: 530 Euro günstigere Variante: 399 Euro 2Ein Chromebook mit OLED-Display? Das klingt verlockend und sieht auch gut aus. Wenn Kunden mit dem Gedanken spielen, beim IdeaPad Duet 5 zuzuschlagen, sollten sie aber wenigstens in die Variante mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher für 650 Euro investieren. Denn im Test ließ das Lenovo beim Arbeitstempo deutlich Federn.

Außerdem wäre eine SSD als Speichermedium fein gewesen. So reicht es nur zum zweiten Platz.

+ Schicker Bildschirm, Akkulaufzeit noch in Ordnung, arbeitet geräuschlos.

- Bei der Arbeit etwas lahm, nur eMMC-Speicher und keine SSD.

3 LENOVO

IDEAPAD FLEX 5i CHROMEBOOK

Preis: 549 Euro günstigere Variante: 288 Euro 3Klar, das Lenovo IdeaPad Flex

5i Chromebook ist ein sehr schickes Gerät. Die schöne Optik kann aber nicht über die Mängel hinwegtäuschen. Der Bildschirm ist mau, die Akkulaufzeit ausbaufähig. Immerhin stimmt das Tempo. Die anderen Testkandidaten können weder bei Arbeit noch bei Spielen mit dem Lenovo mithalten. Und selbst unter Volllast bleibt das Chromebook schön leise, allerdings nicht immer kühl.

+ Schicke Optik, Tempo bei der Arbeit und bei Spielen top, SSD-Speicher.

- Kurze Akkulaufzeit, blasser und dunkler Bildschirm, kleines Touchpad.

4 SAMSUNG

GALAXY CHROME-BOOK 2 360

Preis: 599 Euro günstigere Variante: 549 Euro 4Das Chromebook 2 360 ist zwar der zweitteuerste Kandidat im Test, liefert aber auch den Beweis, dass ein hoher Preis allein kein Garant für ein Top-Gerät ist. Beim Samsung fehlt es vor allem an Tempo.

Weder bei Office-Aufgaben noch bei Spielen kann es mit den anderen Testkandidaten mithalten. Für ein Gerät über 500 Euro fällt der Speicher mit nur 64 Gigabyte außerdem sehr dürftig aus. Da hilft auch das gute Display nichts.

+ Insgesamt guter Bildschirm, arbeitet geräuschlos.

- Geringes Tempo, wenig und lahmer eMMC-Speicher, vergleichsweise teuer.

5 ASUS

CHROMEBOOK FLIP CM1

Preis: 247 Euro günstigere Variante: keine 5Für günstige 247 Euro bekommen Nutzer mit dem Asus Chromebook Flip CM1 einen echten Dauerläufer. Mehr als acht Stunden, das schaffen die anderen Kandidaten nicht. Das Tempo reicht für Office-Aufgaben und zum Surfen gerade so aus, bei manchen Spielen muss das Asus aber passen.

Und für Filmfans und Fotofreunde ist das Asus wegen des blassen Displays nichts.

Es lohnt sich vor allem für Sparfüchse zum Surfen.

+ Längste Akkulaufzeit im Testfeld, mit Speicherkartenschacht.

- Nur wenig Speicher, langsam bei Spielen, dunkler, blasser Bildschirm.

6 ACER

CHROMEBOOK SPIN 514

Preis: 499 Euro günstigere Variante: keine 6Für Gelegenheitsnutzer, Studenten und Schüler eignet sich das Acer Chromebook Spin 514 durchaus. Sie können damit surfen und arbeiten.

Tempo und Tastatur stimmen, die Akkulaufzeit ist noch okay.

Außerdem bietet es eine ganze Palette an Anschlüssen und einen microSD-Kartenleser.

Abstriche müssen Käufer beim lahmen eMMC-Speicher mit winzigem Fassungsvermögen und beim blassen Bildschirm machen.

+ Hohes Arbeitstempo, Tastatur in Ordnung, Akkulaufzeit okay.

- Blasser Bildschirm, lahm bei Spielen, nur wenig und müder eMMC-Speicher.