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JETZT DIE AUFHOLJAGD STARTEN!


schule - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 25.11.2021

PRAXIS

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Bildquelle: schule, Ausgabe 5/2021

Für viele SchülerInnen kommen im Herbst die Wochen der Wahrheit. Wem das schulische Lernen nicht so leicht von der Hand geht, bekommt mit den ersten Noten aus schriftlichen Arbeiten meist schon ein deutliches Zeichen, ob es (wieder?) ein anstrengendes Schuljahr wird oder ob neue Inhalte und vielleicht auch neue Lehrkräfte etwas Entspannung mitgebracht haben.

In diesem Jahr kommt die Unsicherheit durch die Coronakrise hinzu. Die langen Schulschließungen, die vielen Wechsel zwischen Präsenztagen und Lernen zu Hause und das höchst unterschiedliche Engagement der Lehrkräfte haben die mühsam aufgebaute Lernroutine der meisten SchülerInnen zunichtegemacht. Umso schwieriger war es zu wissen, wo ein Kind nun steht – und wie die Erwartungen der Lehrkräfte im neuen Schuljahr eigentlich sind.

SCHULERFOLG BEGINNT ZU HAUSE

Umso wichtiger ist es, jetzt wieder Ordnung ins Lernen zu bringen. Und dabei gilt: ...

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... Schulerfolg beginnt zu Hause. Die wenigsten sind von sich aus so diszipliniert, dass sie ihre schulischen Aufgaben zu Hause immer gleich erledigen. Das ist auch nicht unbedingt nötig: Wichtig ist vor allem, Hausaufgaben und Üben fest im Tagesablauf zu verankern. Denn feste Lernrituale helfen, dem inneren Schweinehund, der vom Arbeiten abhalten will, einen Maulkorb zu verpassen. Egal ob man nach der Schule zuerst noch joggen geht oder als Jugendlicher erst nach dem Abendessen zu Stift oder Tastatur greift: Wenn einmal klar ist, wann die Arbeit ansteht, muss man nicht mehr jeden Tag mit sich und dem inneren Schweinehund ringen.

Das funktioniert aber nur dann gut, wenn das Lernen nicht als Strafe erscheint – und an dieser Stelle sind auch die Eltern gefragt. Einerseits sollten sie ihrem Kind Aufmerksamkeit schenken und signalisieren, dass ihnen sein Bemühen um bessere Leistungen und auch kleinere Fortschritte wichtig ist. Wo dabei das richtige Maß zwischen Interesse und Kontrolle liegt, hängt vom Alter und dem individuellen Lernverhalten ab.

Andererseits sollte die Zuneigung der Eltern auf keinen Fall von Schulnoten abhängen. Das Kind braucht Liebe und Unterstützung ja gerade dann, wenn es nicht wie gewünscht läuft. Gute Noten sind wichtig, aber sie bestimmen nicht die Persönlichkeit und den Wert eines Menschen.

REALISTISCHE ZIELE SETZEN

Zu einer positiven Lernkultur gehört ganz wesentlich auch, sich sinnvolle Ziele zu stecken. Aus dem Projektmanagement stammt die Abkürzung „SMART“ – ein Ziel sollte demnach:

Spezifisch sein, also zur Person und Situation passen und möglichst genau formuliert werden.

Messbar sein, um das Erreichte kontrollieren zu können (das gilt gerade auch für Zwischenziele).

Attraktiv und angemessen sein, die SchülerInnen müssen das Ziel also auch selbst erreichen wollen.

Realistisch, also mit Anstrengung (!) tatsächlich erreichbar sein.

Terminiert, also mit von allen Beteiligten akzeptierten, realistischen und überprüfbaren Terminen versehen sein.

Es ist nicht immer einfach einzuschätzen, ob die eigenen Ziele diesen Kriterien entsprechen. Deshalb lohnt es sich, zu Beginn auch andere um ihre Einschätzung zu bitten: die Eltern etwa, sinnvollerweise aber auch die Lehrkräfte. Gerade in diesem Jahr ist allen klar, dass Lernstofflücken und anstehende Aufgaben schwer einzuschätzen sind. Deshalb unterstützen die allermeisten Lehrkräfte dabei gern, und oft geben sie auf diesem Weg auch wertvolle Hinweise darauf, was ihnen in den nächsten Monaten besonders wichtig ist.

EXTRA-TIPP:

Allgemein motiviert uns ein Ziel dann am besten, wenn wir es nicht leicht, mit einiger Anstrengung aber doch erreichen können. Die Antwort auf die Frage, zu welchem Prozentsatz man sicher ist, sein Ziel zu erreichen, sollte nicht unter 75 % (zu schwer), aber auch nicht über 95 % (zu leicht) liegen.

Darüber hinaus kann es in dieser besonderen Situation auch sinnvoll sein, über externe Verstärkung nachzudenken. Wenn die ersten Noten klar unterhalb der Erwartungen liegen, ist Nachhilfe eine gute Möglichkeit, Lernlücken aufzuholen. Und die funktioniert umso besser, je früher im Schuljahr sie einsetzt: Gute Nachhilfelehrkräfte beginnen ihre Arbeit damit, die Defizite ihrer Schüler zu analysieren und einen Plan aufzustellen, wie diese möglichst schnell und effektiv zu beheben sind.

DEN ZEITPLAN AUFSTELLEN

Egal ob mit externer Unterstützung oder ohne: Um die vorgesehenen Termine dann auch einzuhalten, hilft die Rückwärtsplanung mit Zwischenzielen. Wann muss ich welchen Stoff bearbeitet haben, um am wichtigen Tag vorbereitet zu sein oder rechtzeitig abzugeben?

Mindestens einmal im Monat sollte man dann die Ziele und ihre Zwischenetappen überprüfen. Lerne ich konzentriert und effektiv? Ist meine Zeitplanung noch aktuell?

Komme ich auf die angestrebten Noten? Wer dabei konsequent alle Prüfungs- und Abgabetermine in einem Kalender sammelt, läuft nicht Gefahr, etwas zu übersehen. Wer zusätzlich mit mehreren Farben und Symbolen in der Jahresübersicht arbeitet, sieht auch gleich, wo sich die Vorbereitung mit anderen Aktivitäten überschneidet.

Apropos andere Aktivitäten: Damit man sich die heiße Lernphase für die Englischarbeit nicht ausgerechnet auf das Wochenende von Opas 70. Geburtstag legt, sollte man regelmäßig (z. B. einmal pro Woche) seinen Kalender mit dem der Eltern abgleichen. Auf Smartphones geht das sogar automatisch.

PRIORITÄTEN SETZEN

Wenn es gegen Ende doch eng wird, sollten SchülerInnen ihre Planung noch einmal kritisch überprüfen – gemeinsam mit den Eltern und, falls vorhanden, der Nachhilfelehrkraft. Wie „SMART“ sind meine Ziele noch? Welche Note kann ich überhaupt noch beeinflussen? Welche meiner Teilziele kann ich daher in der verbleibenden Zeit erreichen? Und welche davon sind am wichtigsten, um dem ursprünglichen Ziel möglichst nahezukommen? Die (noch) möglichen Ergebnisse und der dafür notwendige Aufwand sollten in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen. Damit den SchülerInnen nicht auf den letzten Metern des Schuljahrs die Kraft ausgeht, müssen Ziele auch jetzt noch angemessen, realistisch und zur Situation passend sein. Wenn Ziele zu kippen drohen, werden zwei Faktoren entscheidend:

Bedeutung (für das finale Ziel, etwa ein besseres Zeugnis) und

Dringlichkeit (etwa bei bevorstehenden Prüfungen) Diese Faktoren vor jedem Arbeitseinsatz kontrollieren:

Ist die betreffende Aufgabe bedeutsam für mein Ziel? Und muss sie jetzt als Nächstes erledigt werden oder ist etwas anderes ähnlich Wichtiges noch dringender?

Ob mir eine Aufgabe mehr oder weniger Spaß macht, ist dabei übrigens nicht erheblich!

Passieren kann auf diesem Wege, dass manche Arbeiten vernachlässigt werden, die nicht so bedeutsam oder dringend sind. Zum Beispiel können sich Noten in eigentlich guten Fächern verschlechtern. Hier gilt es zu überprüfen: Schadet das dem eigentlichen Ziel, etwa weil es einem die Motivation oder das Selbstvertrauen nimmt?

Oder ist es ein bedauerlicher, aber notwendiger Nebeneffekt? Das Prinzip von Bedeutung und Dringlichkeit hilft auch hier, Kompromisse zu finden.

PRÜFUNGEN TROTZ STRESS MEISTERN

Wenn die Noten kippen und Klassenarbeiten entscheidend werden, kochen die Emotionen schnell hoch. Prüfungen sind für die meisten SchülerInnen ohnehin Stress – und leider lernen wir unter diesen Bedingungen am schlechtesten. Tatsächlich blockieren in Stresssituationen Hormone ausgerechnet jene Hirnregionen, die für zielgerichtetes, ergebnisorientiertes Handeln verantwortlich sind.

Stattdessen schaltet das Gehirn auf Abwehr und greift auf bekannte Verhaltensmuster zurück. Bei SchülerInnen mit Notenproblemen ist das meist keine gute Idee. Die wichtigste Vorbereitungsmaßnahme auf entscheidende Prüfungen ist daher, Panik zu vermeiden. Und das beste Mittel gegen Notenpanik ist zu wissen, dass man gut vorbereitet ist.

1. Was ist gefragt?

Es scheint unglaublich, aber viele SchülerInnen wissen nicht, was überhaupt in der nächsten Arbeit gefragt sein kann. Oft geht das mit Lernlücken und mangelnder Unterrichtsbeteiligung einher. Deshalb: nicht wild draufloslernen, sondern cool bleiben und sich informieren.

Was kommt eigentlich dran? Worum geht es, welche Kapitel im Buch, welche Hefteinträge sind überhaupt wichtig? Dazu kann man KlassenkameradInnen befragen, Hinweise bekommt man aber auch im Unterricht.

Oft streuen Lehrkräfte Tipps ein, z. B. „Das zu wiederholen könnte sich lohnen“ oder „Schaut euch das bitte genau an“. Außerdem stehen in den Bildungs- oder Lehrplänen zu bestimmten Zeiten bestimmte Schwerpunkte an. Meist erkennen selbst Eltern leicht im Schulbuch, ob es eher um Bruchrechnen oder Textaufgaben gehen wird. Einen guten Überblick haben übrigens oft auch Nachhilfelehrkräfte.

2. Was brauche ich?

Wenn die möglichen Inhalte der nächsten Prüfung geklärt sind, gilt es, das Arbeitsmaterial dafür auf Vordermann zu bringen. Das heißt: Aufgabenblätter, Kopien aus dem Unterricht, alte Hausaufgaben etc. zusammenstellen und, wenn nötig mithilfe von KlassenkameradInnen, vervollständigen. Das Material muss: • vollständig • korrekt • lesbar • sinnvoll sortiert sein. Darüber hinaus lohnt es, sich alte Beispielaufgaben und Prüfungen aus dem gleichen Lernabschnitt und am besten von derselben Lehrkraft zu besorgen.

3. Wie lange brauche ich wofür?

Danach die Vorbereitungszeit in übersichtliche Etappen einteilen. Faustregel: Siebenmal eine Stunde zu lernen ist sinnvoller, als einmal sieben Stunden zu pauken. Und je detaillierter der Plan ist, umso besser. Vokabeln etwa werden jeden Tag in kleinen Portionen geübt. Kompliziertere Lerninhalte nimmt man sich für Tage vor, an denen ein Elternteil für Rückfragen verfügbar ist (vorher Kalender abstimmen!). Probearbeiten oder -tests spätestens zwei Tage vor der Prüfung schreiben, um noch Zeit für Korrektur, Nachfragen und Nachlernen zu haben. Der letzte Abend vor einer Prüfung sollte lernfrei sein, das heißt, man schaut sich höchstens noch einmal die eigenen Mitschriften, Probeklausuren und Zusammenfassungen wie Spickzettel (siehe „Extra-Tipp“ unten) an.

EXTRA-TIPP: SPICKZETTEL SCHREIBEN

Eine bewährte und wirksame Lernmethode ist der Spickzettel. Das Versteck ist dabei allerdings unerheblich: Wer den Prüfungsstoff so durchdrungen und eingedampft hat, dass er auf einen winzigen Zettel passt, braucht diesen in der Prüfung nicht mehr hervorzuziehen – sondern hat ihn im Kopf.

4. Was kann ich schon?

Beim Lernen sollte immer ein Notizblock oder -zettel bereitliegen, auf dem man Fragen und Unklarheiten notiert. Die klärt man direkt im Anschluss selbst. Auf einem anderen Blatt oder Block notiert man kontinuierlich Zusammenfassungen dessen, was man verstanden hat. Darauf dürfen gern auch Skizzen oder Mind-Maps stehen – viele SchülerInnen erinnern sich in Prüfungen leichter an Inhalte, die sie einmal auf solche Weise visualisiert haben. Auch wichtige Formeln und Fachbegriffe sollte man in der Lernmitschrift sammeln.

5. Wie kann ich üben?

Sind dann die ersten Inhalte verstanden, bloß nicht das Lernen einstellen! Das ist allenfalls die halbe Miete – erst wiederholte Übung bringt Erfolge. Deshalb sollten SchülerInnen sich unbedingt passende Aufgaben besorgen und lösen – allein schon, um Routine für die stressige Prüfung zu bekommen und sich die Angst vor den bevorstehenden Aufgaben zu nehmen. Aber: unbedingt sicherstellen, dass die Ergebnisse auch korrekt sind!

6. Was mache ich in der Prüfung?

Wenn es dann wirklich losgeht, sollte man erst einmal alle Aufgaben in Ruhe durchlesen. Dann mit der einfachsten beginnen und den schwierigsten Punkt erst zum Schluss lösen. Jedes Blatt wenden, um keine Aufgabe zu übersehen! Tipp: Traubenzucker erhöht kurzfristig die Konzentrationsfähigkeit.

EXTRA-TIPP: STARK GEGEN NERVOSITÄT

● Am Abend vor den Prüfungen nichts Neues mehr lernen und früh schlafen gehen. • Vor einer wichtigen Prüfung nicht aufgeregt zu sein ist nicht normal. Ein gewisses Maß an Nervosität hilft sogar, sich zu konzentrieren und hellwach zu bleiben. • Was kann schon passieren? Im Verhältnis zu wirklich wichtigen Dingen im Leben verliert so eine Klassenarbeit ihren Schrecken.

● Wer gut vorbereitet ist, muss keine Aufgabe fürchten. Gelerntes noch einmal kurz durchzusehen erhöht die Selbstsicherheit. • Wenn dann doch der Black-out da ist: Pause machen, wenn möglich etwas essen oder trinken, an etwas anderes denken.