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JETZT KOMMT DER SPASS INS SPIEL


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 34/2022 vom 25.08.2022
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EINFACH MAL LOS-LASSEN. Sich um nichts einen Kopf machen müssen und das Leben genießen. Kurz: mal so richtig Spaß haben, ohne Reue. Was aktuell wie ein ziemlich ferner Traum oder die Sehnsucht nach unbeschwerten Kindertagen klingt, lässt sich allerdings durchaus finden. Zum Beispiel bei Ford und Hyundai. Beide Hersteller gießen bezahlbares (Fahr-) Vergnügen in kompakte Blechkleider und bitten mit jeweils 280 PS zum wilden Stelldichein. Der gerade frisch gemachte Ford Focus ST gibt dabei den selbstbewussten Herausforderer, präsentiert sich sehr angriffslustig in 1000 Euro teurem Mean Green metallic (auf Deutsch etwa: böses Grün) und lässt vorwitzig die beim ST X serienmäßigen LED-Matrix-Scheinwerfer funkeln. Der in der Szene durchaus etablierte Hyundai i30 N Performance tritt im typischen Performance Blue (600 Euro) an und blitzt aus ebenfalls ohne Aufpreis verbauten Voll-LED-Leuchten in Richtung ...

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DAS BIETEN SIE: SPORTFAHRER LIEBEN DIE FOCUS-SITZE

Fünf Türen, ordentliche Platzverhältnisse, brauchbarer Kofferraum – so weit die Argumente, um die Anschaffung dieser beiden Spaß-Spezialisten auch im Familienrat oder gegenüber dem Finanzausschuss zu begründen. Und wer es genauer wissen muss oder will: Im Hyundai gibt es vorn minimal mehr Platz, der Ford kann bei umgelegter Fondlehne eine kleine Tasche mehr einpacken. Kommt es darauf wirklich an, empfehlen wir, im Hyundai unbedingt auf die Querverstrebung im Gepäckraum zu verzichten. Die kostet nämlich nicht nur 180 Euro, sondern auch 14 Liter Kofferraumvolumen. Und die versprochenen sechs Prozent mehr Karosseriesteifigkeit dürften sich verschmerzen lassen.

Weniger großzügig sind wir bei den wirklich wichtigen Dingen, etwa den Vordersitzen. Der i30 N kommt mit 1400 Euro teuren Sportschalensitzen, die mit den serienmäßig verbauten Performance- Sportsitzen des Focus aber nicht mithalten können. Im ST packen die kräftig konturierten Polster deutlich besser zu, verrutscht auch bei schneller Kurvenhatz kaum etwas, lässt sich zudem die Beinauflage ausziehen – das schafft auch für große Piloten ein fast perfektes Arbeitsumfeld. Und weil sich das Lenkrad weit herausziehen lässt, passt die Sitzposition (fast) allen Fahrern. Der nächste Alpenpass kann kommen.

Im Hyundai finden wir keine ganz so innige Verbindung mit dem Auto. Der Fahrer sitzt zwar schön tief und gut integriert im Wagen, das Lenkrad bleibt bei Walter-Röhrl-Typen aber immer ein Stück zu weit weg, müsste sich weiter herausziehen lassen. Und die Seitenwangen stützen den Oberkörper deutlich geringer als im Ford, die Oberschenkelauflage lässt sich nicht verlängern. In beiden Fällen sind die Kopfstützen übrigens integriert, also nicht höhenverstellbar – für lange Lenkradakrobaten nicht ideal.

Die Bedienung gestaltet sich in beiden Kompakten einfach. Hyundai geht den eher klassischen Weg mit analogen Rundinstrumenten und realen Knöpfen für wichtige Funktionen. Das klappt ganz gut, die Sprachsteuerung beschränkt sich allerdings auf die wirklichen Basics und versteht auch nicht immer alles.

Hyundai i30 N Performance

Ford Focus ST

Der neuere Focus informiert natürlich über ein digitales Display, auf dem neben der vollformatigen Navikarte aber auch klassische Zeigerinstrumente einspielbar sind. Für die wichtigsten Funktionen bleiben konventionelle Knöpfe, der Touchanteil liegt aber höher als im i30. Der Sprachassistent im Focus scheint ein Verwandter des Hyundai-Helfers: Wichtiges erledigt er aufs Wort, das Verständnis bleibt begrenzt.

SO FAHREN SIE: i30 AUF DER RENNSTRECKE KLAR VORN

Erste Überraschung: Ford kann uns den ST nicht mit Siebenstufenautomatik (Aufpreis 2000 Euro) liefern, Hyundai seinen i30 dafür nur mit Achtgang-Doppelkuppler. Zweite Überraschung: Der Focus mag den Sommer anscheinend nicht. Bei Temperaturen von 30 Grad und mehr zeigt der 2,3-Liter-Turbo des Kölners jedenfalls erstaunliche Schwächen. Das

Turboloch fällt um einiges größer aus als beim koreanischen Kollegen, bei den schnellen Runden auf dem Contidrom bei Hannover wirkt er gehemmter. So holt sich der ebenfalls 280 PS starke Hyundai schon bis Tempo 100 einen Vorsprung von 1,11 Sekunden, der bis Tempo 200 auf immerhin 5,3 Sekunden wächst. Der Zweiliter-Turbo des i30 N wirkt in allen Lebenslagen lebendiger und lustvoller, dreht freier und überrascht vor allem im Sportmodus mit einem Sound, der begeistert. Der dezenter, aber ebenfalls sportlich trompetende Focus leidet tatsächlich unter seiner Handschaltung, deren Anschlüsse nicht immer passen und der auf das souveräne DCT des Hyundai zwei Übersetzungen fehlen.

Auf dem Racetrack glänzt der i30 dann mit einem konsequent straffen Fahrwerk (das im Komfortmodus aber auch kommod kann), wenig Seitenneigung und hilfreicher elektronischer Sperre vorn. Kaum untersteuernd zieht sich der Koreaner sauber aus den Kurven und brennt gute 1:38,69 Minuten ins Messprotokoll.

Der ST tut sich da deutlich schwerer. Wie der Motor beißt das verstellbare Fahrwerk weniger konsequent und lässt mehr Aufbaubewegung zu, der Fahrer bekommt weniger Rückmeldung von der Vorderachse und sieht sich immer wieder mit einer frühzeitigen Tendenz zum Untersteuern konfrontiert. Ein Tracktool geht anders, die Uhr bleibt erst bei 1:41,39 Minuten stehen. Trotz gegenüber dem Hyundai mitteilungsfreudigerer Lenkung (mit zu viel Spiel in der Mitte) sowie Bremse mit kurzem Pedalweg und klar definiertem Druckpunkt fährt der ST 2,7 Sekunden hinterher – mindestens eine Welt. Apropos Bremsen: Mit rund 36 Metern aus Tempo 100 (warm) bekleckern sich hier beide nicht mit Ruhm. Mit kalten Scheiben steht der Ford aber fast einen Meter früher (35,5 zu 36,4 Meter).

DAS KOSTEN SIE: ANGESICHTS DER LEISTUNG NICHT ZU VIEL

Um 40 000 Euro für Kompakte ist teuer, bei diesen beiden Spaßbringern aber keine Verschwendung. Und auch die Verbräuche um neun Liter gehen bei 280 PS in Ordnung. Nur mit den Garantien hadern wir. Aufs Auto gibt Hyundai fünf Jahre, Ford nur zwei. Bei der Mobilität trauen sich beide nicht mehr – Spaß ist das nicht.

FAZIT

GERALD CZAJKA, TIM DAHLGAARD, DIERK MÖLLER

Ford Focus ST und Hyundai i30 N Performance liefern Fahrfreude und Vergnügen für noch akzeptable Preise – das muss man ihnen hoch anrechnen. Der i30 N empfiehlt sich dabei den schnellen Rennsportfans, die auch mal auf das letzte bisschen Restkomfort verzichten können. Der ST bedient Freunde der Leistung, die Familie haben.