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Jetzt wird gelock(er)t


myself - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 14.07.2021

Trendfrisur mit Twist: Locken. Super Pflegetipps und eine Erklärung, warum jetzt auch Männerauf Dauerwelle stehen

Artikelbild für den Artikel "Jetzt wird gelock(er)t" aus der Ausgabe 8/2021 von myself. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: myself, Ausgabe 8/2021

„Rote Locken sind mein Markenzeichen“

Mona Haase, 30, Hairstylistin

Meine Locken: Sind mittlerweile mein Markenzeichen. Als Jugendliche habe ich mir immer „normale“ Haare gewünscht, heute fühle ich mich verkleidet, wenn ich sie mal glatt trage.

Das bringt Schwung: Nachts binde ich mir einen lockeren Dutt am Oberkopf, morgens sprühe ich Conditioner von Aveda in die Haare und knete sie leicht durch.

Bester Styling-Tipp: Man darf Locken nie im trockenen Zustand bürsten, sonst sieht man aus wie ein Pudel. Ich kämme meine Haare nur tropfnass, wenn die Spülung noch einwirkt. Danach lasse ich sie an der Luft trocknen oder föhne sie ...

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... vorsichtig mit dem Diffusor. Dauert ein bisschen, lohnt sich aber.

„Der Afro ist Teil meiner Identität“

Basma Geigenmüller, 43, Personalchefin bei Zalando

Meine Locken: Sind Teil meiner Identität. Wenn ich sie offen und wild trage, fühle ich mich am wohlsten – und bekomme auch die meisten Komplimente dafür.

Die schlimmste Frisur: Als ich ein Kind war, hat mein Vater mir mal eine Kastenfrisur geschnitten, ich sah aus wie Bart Simpson. Danach musste ich sie erst mal eine Zeit lang glätten.

Bester Pflegetipp: Vor dem Waschen entwirre ich meinen Afro mit einer speziellen Lockenbürste. Anschließend gebe ich einen Conditioner mit Arganöl in die Haare. Zum Antrocknen nehme ich ein Mikrofaserhandtuch, knete feuchtigkeitsspendende Avocado-Haarcreme von Alverde ein und föhne kopfüber mit einem Diffusor. Zum Schluss bringe ich alles mit einem Afrokamm in Form.

Lust auf Locke

Neuerdings stehen auch Männer auf Dauerwelle. Über den neuen Typus „Sipster“

Einen Mann wie Bradley Cooper, ehemals Sexiest Man Alive, kann nichts entstellen. Nicht mal die Minipli-Frisur, die er sich 2013 für seine Rolle als FBI-Agent im US-amerikanischen Filmdrama „American Hustle“ wickeln ließ. Und auch wenn nicht jeder Mann mit Cooper’schem Selbstvertrauen gesegnet ist – die Dauerwelle erlebt gerade ein Comeback, vor allem bei Männern. Schuld daran sind Social Media, um genau zu sein: Instagram, wo gerade auffallend viele Typen unter dem Hashtag #manperm ihre neuen Locken zeigen. Meist handelt es sich dabei um besonders trendaffine Männer. Solche, die Brille tragen, weil sie es chic finden und nicht weil sie müssen. Die nicht nur einen Dreitagebart, sondern auch schon Schnauzer ausprobiert haben. Männer wie Barkeeper André Kohler (Bild rechts). „Meine Haare sind von Natur aus glatt und dünn – ich wollte mehr Volumen und Griff“, sagt der 26-jährige Münchner – und ging zum Friseur.

Die Dauerwelle 2021 hat aber natürlich nur wenig mit den Pudelkringeln aus den 1980er-Jahren zu tun. Heute will man eher wie ein verwuschelter Beach Boy aussehen: die Seiten kurz geschoren, das Deckhaar lang und lockig. Zeitgeistforscherin Kirstine Fratz überrascht die neue Welle nicht. Der dauergelockte Mann passt perfekt zu den sogenannten Sipstern, einer Mischung aus Surfer und Hipster. Karriere? Irgendwann vielleicht mal, jetzt wird erst mal gelebt, aber alles ganz entspannt. Schuld daran ist (mal wieder) Corona. Seit der Pandemie haben sich die Vorstellungen von einem guten Leben verschoben. Die Leute sehnen sich mehr nach einer Hütte am Strand als nach einer Penthouse-Wohnung in der Großstadt. Philosophen haben dafür längst einen Namen: Romantik-2.0-Ära. Dazu passt der dauergewellte Sipster natürlich besser als gelgezähmte Manager.

Es gibt aber auch noch eine triviale Erklärung für den Trend: „Durch den Lockdown haben viele Männer lange Haare bekommen. Das machte die Dauerwelle erst möglich“, sagt Top-Friseur Fabien Krins, Inhaber des Münchner Salons Fabien K Coiffeur. Außerdem passt die Lust auf Locke zum Eighties- Revival in der Mode. André Kohler möchte, sobald die ersten Wellen nach drei Monaten rausgewachsen sind, noch wildere Haare. Es sieht ganz danach aus, als ob uns auch nach Corona bewegte Zeiten bevorstehen.

„Ich brauchte den Blick von außen, um mich selbst schön zu finden“

Britta Schwarz, 49, Studienreferentin

Meine Locken: Mochte ich lange Zeit nicht. Als Kind gab es noch keine Spülungen, jedes Waschen und Kämmen war eine Tortur. Als meine Familie nach Hongkong zog, explodierten meine Locken aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit, ich habe sie ständig glatt geföhnt.

Der Aha-Moment: Mit Anfang 20 war ich mit einer Freundin in Griechenland. Als sie nach dem Schwimmen das erste Mal meine Naturkrause sah, war sie so begeistert, dass ich mich davon anstecken ließ. Ich brauchte erst den Blick von außen, um mich selbst schön zu finden.

Bester Pflegetipp: Bei Locken kommt es auf den richtigen Schnitt an – deshalb immer zu einem Friseur gehen, der zuhört und sich mit Krause auskennt. Wer, so wie ich, feines Haar hat, sollte keine Leave-in-Kuren verwenden, das sieht immer strähnig aus.