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Jobreport: EIN KRAN NAMENS WOLLI


PROTRADER - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 04.02.2020

Leuchtend grün präsentiert sich der neue Truck mit Ladekran von Holzbau Dahm GmbH. Er soll dem Unternehmen helfen, sich in seinen wichtigsten Geschäftsfeldern von externen Kran-Dienstleistern unabhängig zu machen


Branche
Nutzfahrzeuge

Jobreport
Fassi F1150

Artikelbild für den Artikel "Jobreport: EIN KRAN NAMENS WOLLI" aus der Ausgabe 2/2020 von PROTRADER. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: PROTRADER, Ausgabe 2/2020

Großes Bild: Die Abstützung rechts vorn ist als einzige voll ausgefahren. Die Platzverhältnisse auf der Baustelle sind alles andere als optimal


Kranvorbereitung am frühen Morgen. Kranführer Dominik Hermann und Baustellenleiter Marcel Montada montieren den Haken


Es ist beinahe noch stockduster, als am Mittwoch in der Frühe im Industriegebiet von Löf an ...

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... der Mosel das Vorauskommando eines Montagetrupps der Holzbau Dahm GmbH in einem knallig grünen VolvoVierachser mit Ladekran vorfährt. Zunächst müssen Baustellenleiter Marcel Montada und Fahrer Dominik Hermann den jüngsten Neuzugang im Fuhrpark des Unternehmens für den anstehenden Job in die bestmögliche Position rangieren. Die Umstände sind alles andere als optimal: Neben dem Gebäude führt eine derzeit noch unbefestigte Zufahrt auf das rückwärtige Gelände, auf dem das Stahlgerippe einer im Bau befindlichen Halle zu sehen ist. Es hilft alles nichts, genau hier muss der FMX mit seinem im gleichen Grün gehaltenen FassiF1150Ladekran Aufstellung nehmen. Holzbau Dahm, das Unternehmen, für das diese Farbe steht, ist in der Region eine echte Hausnummer. Mit seinen 23 Mitarbeitern stemmt der Betrieb aus Niederdürenbach eine Vielzahl unterschiedlichster Aufgaben, die von klassischen Zimmerarbeiten über Bedachungen, Denkmalpflege bis hin zum Bau ganzer Holzhäuser reichen. Heute soll der Betrieb hier in eisiger Kälte einen Dachstuhl auf den Rohbau eines Einfamilienhauses mit angegliedertem Bürotrakt stellen.

Der Einsatz beginnt

Möglichst noch bevor der Rest der Truppe ankommt, zumindest aber bevor die vorgefertigten Bauteile hier eintreffen, soll der Kran einsatzbereit und der Rohbau klar sein für die Errichtung des Dachstuhls. Ergo ist es angesagt, schnell noch die im ersten Stock verbliebenen „Schwergewichte“ – Steinsäge, Hubwagen und zwei Paletten Porenbetonsteine – herauszuheben, bevor in wenigen Stunden die Konstruktion des Dachstuhls diesen Weg verstellt. Während das Ausfahren der Abstützung, wie bei Fassi gewohnt, schnell erledigt ist, geht den Männern das Einfädeln des Hubseils nicht ganz so mühelos von der Hand. Der neue Truck zählt erst seit nicht einmal einem Monat zum Einsatzbestand bei Dahm, und in dieser Zeit lag noch die Weihnachtspause! So blieb nicht allzu viel Zeit, sich mit jedem Detail vertraut zu machen. Schnell ist dann jedoch auch die Winde funktionsbereit und das Obergeschoss freigeräumt. Auch der Rest der Mannschaft hat sich inzwischen auf der Baustelle eingefunden und die Vorbereitungen für die Errichtung des Dachstuhls sind angelaufen. Eng getaktet greifen die Arbeitsschritte ineinander. Bis hierhin eingespannt in die Abläufe vor Montagebeginn, hat Hermann nun kurz Zeit, die zentralen Features seines Trucks anzureißen. „Die Frontabstützung“, setzt er an, „zählt ja bei Kranen dieses Kalibers schon fast zum Standard, doch lange nicht jeder Ladekran hat auch eine Winde. Für uns ist sie jedoch von großer Bedeutung. Eine immense Arbeitserleichterung ist auch die V7Fernbedienung, mit der man den Kran optimal im Griff hat und eine detaillierte Rückmeldung der aktuellen Lastzustände bekommt.“ In diesem Fall ist das nicht ganz unerheblich. Aufgrund einer zum Nachbargrundstück hin abfallenden Geländeabbruchkante konnten die der Hauptarbeitsrichtung des Fahrzeugs gegenüberliegenden Abstützungen nur mäßig ausgefahren werden und selbst die Abstützung hinten rechts ist fern von voller Ausladung. Dennoch errechnet die IMC-Unit (Integral Machine Control) zur rechten Seite in einem über 180 Grad messenden Schwenkbereich hundert Prozent Hubleistung. Das ist gut, denn genau in dieser Richtung gilt es in Kürze die Bauteile des Dachstuhls abzuladen und auf den Rohbau zu heben.

Der F1150 reicht locker über das Gebäude hinweg. Der Kran kommt auf eine Maximalausladung von deutlich über 32 Metern


Nur eine Stütze ist in Hauptarbeitsrichtung voll ausgefahren. Den noch stehen hier 100 Prozent Hubleistung zur Verfügung


Großes Bild: Endlos drehbare Kransäule im schmucken Grün. Der Ästhetik der sauber ausgeführten Lackierung kann sich kaum jemand entziehen


Hydraulisch ausschiebbare Lagerböcke für den Transport überlangen Ladeguts


Der Ventilblock steht für höchste Effizienz und modernste Hydraulik und erlaubt ein ausgesprochen feinfühliges Manövrieren


Ein Kran für alle Fälle

Als dann wenig später der Sattelschlepper mit den Holzbindern eintrifft, wird schnell klar, dass der F1150 heute nicht wirklich gefordert wird. Kaum mehr als 700 bis 800 Kilogramm bringt ein Paket der jeweils zu vieren oder fünfen zusammengeschnürten Bauteile auf die Waage. Doch künftig wird es auch bedeutend anspruchsvollere Einsätze für Fahrzeug und Kran geben: Die nicht gerade unerhebliche Investition in den neuen Truck wurde durchaus mit Bedacht getätigt: „In den letzten Jahren“, erklärt DahmGeschäftsführer Ralf Henk, „hatten wir alle Hände voll zu tun und mussten so enorm viele externe Kranstunden buchen. Darum haben wir uns nach Alternativen umgeschaut.“ Recht schnell war man da bei einem Truck mit einem zunächst aber sehr viel kleineren Ladekran. Das jedoch hätte bedeutet, dass der Betrieb für den Aufbau seiner zunehmend erfolgreichen Holzhäuser auch weiterhin regelmäßig Fremdfirmen hätte beauftragen müssen.
„Bei der Beratung durch Fassi Ladekrane kristallisierte sich dann schnell heraus“, führt Henk die anschließenden Überlegungen vor Augen, „dass selbst die sehr viel größeren und leistungsfähigeren Modelle der Marke die Ladekapazität eines Vierachsers nur in einem für uns vertretbaren Maße einschränken würden. Und um trotz Kran weiterhin die häufig sehr langen Nagelbrettbinder transportieren zu können, hatte der Fahrzeugbauer eine höchst intelligente Sonderlösung parat.“ Diese Sonderlösung besteht aus drei hydraulisch nach oben ausschiebbaren Lagerböcken auf die solche Längsträger abgelegt werden und dabei bis über das Fahrerhaus reichen können. Dank dreier Lagerwalzen lässt sich die Ladung zudem in Längsrichtung nach hinten verschieben, um dem Kran die nötigen Entfaltungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Der Fassi F1150 aus der Perspektive des Kranführers, der dank V7-RRC-Fernbedienung natürlich oben auf den Baugerüst steht


Der Rohbau ist bereit zur Montage des Dachstuhls. Nachdem die Position der Bauteile geklärt ist, geht der Aufbau schnell voran


Durchdachtes Konzept

Das alles führte dann auch zur Wahl des sehr flachen Fahrgestells der besonders robusten Volvo FMX-Baureihe, welches mit einem ebenfalls sehr niedrigen Fahrerhaus kombiniert wurde. So bleibt oberhalb des Trucks fast ein halber Meter lichter Raum frei. In die gleiche Kerbe schlägt übrigens auch eine andere Finesse des Fahrzeugs: Die Ladefläche lässt sich, ebenfalls hydraulisch, bei Bedarf nach hinten um fast einen Meter verlängern.
So ist der Eindruck kaum von der Hand zu weisen: Hier handelt es sich um eine FahrzeugKonfiguration, die möglichst viele Eventualitäten abdeckt. Umso mehr erstaunt vor diesem Hintergrund ein anderes Detail. Auf einer Abdeckung auf der rückwärtigen Kransäule prangt gut sichtbar die Aufschrift „Wolli“. „Das spielt an auf einen jüngst ausgeschiedenen Kollegen“, verrät Hermann, „mit dem wegen seiner immensen Kraft alle gern zusammengearbeitet haben, wenn es wirklich etwas zu Heben gab. Jetzt macht diesen Job unser neuer Kran.