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Jobreport: In die Zange genommen


PROTRADER - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 24.04.2018

In ihrer Eignung als Baustoff-Lkw für den Spezialbereich Materialien für den Bau unterschiedlichster Dächer sind die von der „DEG Alles für das Dach eG“ bestellten Volvo- und MAN-Dreiachser bemerkenswerte Fahrzeuge. Für den Transport verschiedenster Baustoffe gedacht, müssen sie zudem der Forderung nach größtmöglicher Effizienz genügen. Insbesondere der Ausstattung mit Ladekranen der Marke Fassi kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu


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Bildquelle: PROTRADER, Ausgabe 5/2018

Branche
Krane

Jobreport
In die Zange genommen

Freitag, der 13. ist für manche Mitmenschen ein heikles Datum. Ausgerechnet heute will Axel Müller, Geschäftsführer der A. ...

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... Müller Fahrzeugbau GmbH, die Krane der ersten zwei, kurz vor der Übergabe an den Kunden stehenden Lkw einem finalen Test unterziehen. Kein großes Ding. Doch mit realem Gewicht am Haken und unter Einsatz der bei allen Fahrzeugen des Auftrags zusätzlich georderten Steinstapelzange soll sich der F195AS noch ein letztes Mal unter praxisnahen Bedingungen beweisen. Müller hat die beiden Volvo FM 420 dazu auf das Gelände eines in nahezu unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Bimssteinwerks beordert, zu dem der Betrieb seit Jahren freundschaftliche Beziehungen unterhält. Die hier produzierten und palettenweise gestapelten Leichtbetonsteine bieten für diesen Praxistest geradezu ideale Bedingungen.

Ein neu gewonnener Großkunde

Eigentlich haben die beiden F195AS sämtliche Tests längst erfolgreich durchlaufen. Doch Müller will in diesem Fall einmal mehr auf Nummer sicher gehen. Denn bei diesem Auftrag sind sich, angefangen bei den Niederlassungen der beiden Lkw-Hersteller Volvo und MAN über den deutschen Vertrieb des italienischen Spezialisten Fassi Ladekrane bis hin zu dem mit ihrer Installation beauftragten Fahrzeugbauer A. Müller, alle Beteiligten einig, dass jedes Detail perfekt passen muss. Neukunde „DEG Alles für das Dach eG“ hat auf einen Schlag insgesamt 12 neue Fahrzeuge geordert und soll möglichst langfristig für die beteiligten Marken gewonnen werden.

Mit einer maximalen Ausladung von 10,85 Metern erreicht der F195AS nahezu jede Ladung


Immerhin unterhält die Genossenschaft 55 Niederlassungen im In- und Ausland und gilt mit insgesamt 300 000 Quadratmetern Lagerfläche als Europas führender Großhändler in der Bedachungsbranche. 1947 als Einkaufs- und Instandsetzungsgenossenschaft des vereinigten Dachdeckerhandwerks am Stammsitz in Koblenz gegründet, beschäftigt das Unternehmen heute rund 1000 Mitarbeiter und unterhält einen umfangreichen Fuhrpark. Rund 160 Fahrzeuge mit drei oder mehr Achsen stellen eine termingerechte Lieferung von Dachziegeln, Dämmmaterial oder etwa Konstruktionsund Brettschichtholz sicher. Damit das auch beim Kunden problemlos klappt und zudem eine sachgerechte Entladung sämtlicher Materialien gewährleistet ist, sind die in markantem Rot gehaltenen Trucks der Genossenschaft ausnahmslos entweder mit Mitnahmestaplern oder aber, im Falle der Fahrzeuge mit offener Prische, mit Ladekranen ausgestattet.

Marcel Lüdenbach, Hydraulikspezialist des Fahrzeugbauers, macht den F195AS einsatzbereit


Die Bordwände sind hinten um das Kranfundament geführt und müssen zum Ausfahren der Abstützung geöffnet werden


Branche
Krane

Jobreport
In die Zange genommen

Erforderliche Sonderlösungen

Die DEG Alles fürs Dach hat sich bei der Ausstattung der neuen Fahrzeuge bewusst für den F195AS-Ladekran der Marke Fassi entschieden, der im Logistikbereich sowie insbesondere beim Vertrieb von Baustoffen weit verbreitet und geschätzt ist. Damit sich die Farbe der gemeinhin feuerroten Ladekrane der Italiener nicht mit dem roten Erscheinungsbild der DEG-Fahrzeuge beißt, sind die im Fassi-Universum den mittelschweren Kranen zuzuordnenden 195er hier komplett in Schwarz gehalten. Ansonsten spiegeln sie die aktuelle Ausstattung des Erfolgsmodells aus Bergamo wieder: Der Langarmkran wird während der Fahrt auf Pritsche abgelegt und ist dadurch in das Konzept der Ladungssicherung einbezogen. Er verfügt über das ungeheuer robuste, Zahnstangenschwenkwerk mit 420-Grad-Schwenkbereich, einen Knickzylinderschutz und die bewährte FXÜberlastabschalteinrichtung. Die Abstützungen sind vom Hochsitz bedienbar, können dank einer zusätzlichen Notbedienung aber auch am Kransockel ein- und ausgefahren werden.

Bewährtes 420-Grad-Schwenkwerkmit Zahnstangenantrieb


Insofern zunächst ein Standardmodell des Fassi-Produktportfolios, brachten jedoch die konkreten Anforderungen des Auftraggebers auch einige bauliche Spezifika mit sich, die sich auch auf die Krane auswirkten. Hier ist zum Beispiel die sonst eher unübliche Herumführung der Bordwände um das Kran-fundamentzu nennen. Zu dieser Sonderform entschloss sich die DEG, um einerseits die Krane besser zu schützen, sowie andererseits die Fläche der Bordwände möglichst vollständig für die Beschriftung nutzen zu können. Zugleich wollte man ein geschlosseneres Gesamtbild der Fahrzeuge zu erzielen. Diese Lösung erforderte den Einbau zusätzlicher Sensoren, um ein unbeabsichtigtes Ausfahren der Abstützung bei geschlossenen Bordwänden auszuschließen. Auch die von vorneherein erforderliche Eignung der Fahrzeuge für den Langholztransport führte zu weiteren Spezialanfertigungen. Neben einer für die Ladungssicherung vorgesehenen Mittelschiene im Pritschenboden ist das vor allem das auf der linken Seite in unmittelbarer Nähe des Krans angeordnete, abnehmbare Langholzgestell. Hier musste der Hydraulikspezialist des Fahrzeugbauers, Marcel Lüdenbach, eine Schwenksperre vorsehen, die nur durch Abnahme des Gestells entriegelt werden kann.

Bedienung der Zange;


Der F195AS in der Praxis

Genau mit dieser Übung beginnt letztlich auch der abschließende Praxistest auf der Lagerfläche des Bims-steinwerks In einiger Entfernung von der äußersten Reihe der transportgerecht gebündelten und auf Paletten gestapelten Leichtbetonsteine geparkt, muss sich der auf dem FM 420 montierte F195AS schon mächtig strecken, um mit seiner Steinstapelzange eine der Packungseinheiten zu greifen. Doch bei einer maximalen Ausladung von 10,85 Metern ist das für den Kran kein Problem. Wie bei Fassi gewohnt, lässt sich auch der voll ausgefahrene Teleskoparm dabei feinfühlig manövrieren. Bestens bewährt sich dabei auch der mit einer Hydraulikdurchführung versehene Kinshofer-Drehmotor, mit dessen Hilfe sich die Zange exakt positionieren lässt. Nachdem die Zange die unterste Lage des Steinpakets mit ihren gummibesetzten Backen fest im Griff hat, lässt es sich mühelos anheben und ist im Handumdrehen auf der Ladefläche verstaut.

Teleskopausschübe


Der neue Kranführerstand mit zurückklappbaren Joysticks und den neuen Fußpedalen


Unterdessen profitiert das Handling des Krans sichtbar von zahlreichen in dieser neuesten Generation erstmals realisierten Detailverbesserungen. Schon das Entern des auf der rechten Seite der Säule angebrachten Hochsitzes, der mehr einem Sessel gleicht, fällt dank der zurückklappbaren Steuerhebel erheblich leichter. Wie bei einem Bagger dienen sie zudem, nach hinten geklappt, der Deaktivierung sämtlicher Kran-funktionen.Zusätzlich gewinnt die Bedienung durch die Integration von Fußpedalen in das Steuerungskonzept. Mit ihrer Hilfe lassen sich das Aus- und Einfahren der Ausschubzylinder sowie das Öffnen und Schließen der Steinzange präzise steuern. Aktuelles Highlight des Kranführerstands ist jedoch der völlig neue Hochsitz, der sich per Kurbelantrieb in Relation zu den Bedienungselementen verschieben lässt, über eine verstellbare Rückenlehne verfügt, sich während der Fahrt vornüber klappen lässt und damit weitaus besser als bisher vor Verschmutzung geschützt ist.

Der neu entwickelte, nach vorne klappbare Hochsitz


Nicht neu bei Fassi, aber in puncto vereinfachter Bedienung immer noch hervorzuheben, ist überdies die vom Kranführerstand mögliche Motor-Start-/Stop-Funktion, deren Vorzüge selbst für Außenstehende unmittelbar begreifbar sind.
Alles auf Grün also auch bei diesem letzten Check der Krane. In Kürze wird die Abnahme durch die DEG erfolgen. Bis alle zwölf Fahrzeuge übergeben sind, wird es allerdings noch ein Weilchen dauern.
Der ProTrader wünscht den Teams von Fassi Ladekrane und A. Müller Fahrzeugbau dabei viel Erfolg.