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Jubiläums-Test: Kompaktlautsprecher: Kompakt Tradition


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Stereoplay - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 06.04.2018

Zum Jubiläum gönnt Dynaudio sich und seinen Fans eine Kompaktbox zum Verlieben. Die Special Forty dürfte die Herzen im Sturm erobern – nicht zuletzt, weil der Preis nicht abgehoben ist.


Artikelbild für den Artikel "Jubiläums-Test: Kompaktlautsprecher: Kompakt Tradition" aus der Ausgabe 5/2018 von Stereoplay. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Stereoplay, Ausgabe 5/2018

Als HiFi-Fan hat man es nicht leicht. Wenn man dem Hauch des Exklusiven nicht abgeneigt und zudem nicht auf eine oder zwei Marken festgelegt ist, bringen einen Jubiläen regelmäßig aus der Ruhe. Gehen diese doch in der Regel mit Sondermodellen, limitierten Stückzahlen oder Modellen mit besonders gutem Preis-Leistungs-Verhältnis einher. Da kann einem schon mal das sprichwörtliche Wasser im Mund zusammenlaufen.

Dynaudio macht ...

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... es zum 40. Geburtstag da nicht anders. Das Jubiläum unter dem Motto „Bloß nicht auf Erreichtem ausruhen“ bringt eine wunderschöne Kompaktbox zum Vorschein, die zwar einerseits aussieht, wie eine Dynaudio nun mal aussieht, die aber andererseits in zwei ungewöhnliche Kleider gehüllt ist. Nur die Special Forty gibt es in grauer und roter Birke, hochglanzlackiert – und es gibt sie nur so. Diese Optik verleiht der von der Formensprache her traditionellen Dynaudio das gewisse Etwas.

Naheliegend, dass man zum Jubiläum nicht ausschließlich längst vorhandene Treiber in ein schickes Gehäuse setzt. Nein, Dynaudio liefert einen exklusiven Hochtöner und einen überarbeiteten, bestens beleumundeten Tief-/Mitteltöner.

Esotar Forty

Beim Hochtöner setzen die Dänen auf eine beschichtete 28-mm-Gewebekalotte, die sie Esotar Forty nennen. Das Hauptaugenmerk lag bei dieser Neuentwicklung auf der „Druckleitung“. Genauer: Die Entwickler wollten den Luftstrom hinter der Membran optimieren. Die rückseitigen Schallan teile strömen nun durch eine spezielle Ausformung des Neodymmagneten in die Rückkammer. So entstehen zum einen weniger Verzerrungen, zum anderen sinkt die Resonanzfrequenz. Eine aufwendige Weiche erster Ordnung trennt den Hochtöner vom Tief-/Mitteltöner mit 6 dB pro Oktave. Zusätzlich optimiert sie das Phasenverhalten und linearisiert die Impedanz.

Mechanisch symmetrisch

Der Tief-/Mitteltöner der Special Forty besteht aus MSP (Magnesium-Silikat-Polymer): ein Material, auf das Dynaudio das Patent hält. Wie sollte es anders sein, stehen natürlich auch hier die Tugenden Stabilität und Dämpfung an vorderster Stelle. Diese erfüllt das Material vollauf, hinzu kommt noch eine Langzeitstabilität, die garantieren soll, dass die Kunden lange Freude an der Special Forty haben.

Ein Hybridmagnet sorgt für den Antrieb des Tief-/Mitteltöners.


Die beschichtete Hochtonkalotte ist nur in der Special Forty zu finden.


Mechanisch haben die Entwickler auf eine möglichst symmetrische Auslenkung geachtet. Gerade im Bereich des Mitteltons ist das menschliche Ohr sehr empfindlich, hier hört es die meisten Feinheiten und hier merkt es auch am schnellsten, wenn die Wiedergabe nicht ganz korrekt ist. Die Zentrierspinne ist, wie etwa auch bei der Contour 30 (getestet instereoplay 12/16), asymmetrisch gefaltet. Sie soll sich in allen Situationen gleich verhalten, was dann eben zu korrektem, unverfärbtem Klang führt.

Die ganze Membran besteht aus einem Stück, was wiederum dann ein Vorteil ist, wenn die Membranen pegelmäßig gefordert werden. Kein Wunder, dass die Entwickler auch dem Air-Flow-Korb ihre Aufmerksamkeit gewidmet haben. Ziel war es, die bewegte Luftmenge zu erhöhen und interne Reflexionen zu reduzieren.

Mitten und Tiefen

Die 17-cm-Tief-/Mitteltöner, die alle Frequenzen unterhalb von 2000 Hz wiedergeben, basieren auf den Chassis der Confidence- und Evidence-Baureihen. Die Entwickler setzten die Magneten ins Zentrum der Schwingspule. Üblicherweise ist es so, dass der Magnet um die Schwingspule platziert wird. Die Dänen versprechen sich von dieser Anordnung jedoch, dass die magnetische Energie immer in der optimalen Position bleibt, um die Schwingspule zu bewegen. Den Antrieb besorgt hier ein Hybridmagnet. Die Kombination aus starkem Neodymund Ferrit-Magnet soll eine symmetrischere Auslenkung zur Folge haben, was letztendlich zu präziserem Klang führen soll.

Großer Klang

Es ist zwar klischeehaft, aber unser erster Eindruck war: Da spielt eine Standbox. Wandnah aufgestellt, liefert die Special Forty ein enormes Bassfundament. Diese Box konnte sich im gut bedämpftenstereoplay -Hörraum ohne die geringsten Probleme durchsetzen. Aber auch frei aufgestellt, überzeugte sie vollauf, gerade bei hohen Lautstärken war ihr Bass dann dezenter. Enorm homogen, geschlossen ist ihr Klang. Das trifft auch auf die Abbildung zu, Bühnen sind nicht besonders breit und auch nicht ultimativ tief. Es gelingt diesem wunderbaren Lautsprecher aber, ein enorm glaubwürdiges Klanggeschehen zu projizieren, das mit einer exzellenten Staffelung zu glänzen weiß! Hier sind locker zwei, drei Ebenen mehr zu hören als bei vergleichbaren Lautsprechern. Das überrascht nur wenig, denn die räumliche Abbildung ist seit jeher eine Stärke von Zwei-Wege-Kompaktboxen.

All Your Friends: Were So Knocked Out

Was erfreut: Auf Effekte zu setzen hat die Dynaudio schlicht nicht nötig. Ihr Klang ist weder besonders anspringend, was häufig durch leichte Spitzen im Frequenzgang erreicht wird, noch ist ihr Bass betont. Sie spielt „einfach“ präzise, schlüssig und mit einem willkommenen Hauch von Milde. Dennoch konnten die Gitarren in Billy Joels „Big Shot“ vom Album „52nd Street“ in der MFSLPressung schon mal ins Ohr schneiden. Sie schönt also nicht.

Zwei nicht alltägliche Furniere stehen zur Auswahl: Birke in unkonventionellem Grau oder in ebensolchem Rot. Keine einfache Wahl.


Und langweilt schon gar nicht! „Mustapha“ vom 78er Queen-Album „Jazz“ war ein Hochgenuss. Im Bob-Ludwig-Remaster auf pinkem Vinyl (aus der Complete Studio Albums Box) klingt das wunderbar sauber, behält aber Ecken und Kanten und rockt und drückt vom Feinsten.

Fantastisch auch, wie die Special Forty Freddie Hubbards Trompete („At Onkel Pö’s Carnegie Hall 1978“) abbildet. Ohne sie allzu weit vorne zu positionieren, schält sie sie gekonnt aus dem Band-Klang heraus. Neben Pop, Rock und Jazz wusste die Special Forty aber auch mit Klassik zu begeistern. Sie ist eine der wenigen wirklich kompakten Boxen, die ein Orchester auf beeindruckende Weise zum Leben erwecken können. Ein absoluter Traumlautsprecher!

Zwei Wege und klein – eine dänische Tradition

Die mittlerweile 41-jährige Historie von Dynaudio ist besonders reich an kompakten, minimalistischen Zwei-Wege-Konzepten. Kein Wunder, kommen diese doch mit minimalistischer Bestückung und einfach dimensionierten Weichen den technischen Philosophien des Hauses entgegen. Ein früher Kleinmonitor mit Kultcharakter war etwa die Crafft (rechts) mit zwei Reflexrohren von 1988.

Zu einem Bestseller avancierte die Contour 1.3, die 1991 auf den Markt kam und dem Prinzip der flachen Weichen huldigte. Im mittigen Bild die Sonderversion Contour 1.3SE von 1998.