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Jubiläums-Test: Standlautsprecher: Magie & Material


Stereoplay - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 06.04.2018

High End und preiswert – passt das zusammen? Bei Canton schon. Eine vollwertig mit Keramik-Chassis bestückte Standbox bieten die Hessen für 2400 Euro an – als Jubiläumsangebot direkt.


Artikelbild für den Artikel "Jubiläums-Test: Standlautsprecher: Magie & Material" aus der Ausgabe 5/2018 von Stereoplay. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Stereoplay, Ausgabe 5/2018

Der Rummel der audiophilen Szene um Wundermaterialien im Membranbau von Diamant über Keramik bis Beryllium flachte zuletzt etwas ab. Geblieben ist die Erkenntnis, dass viele der weltbesten Lautsprecher auf Keramik setzen, allerdings oft der Kategorie „sauteuer“ zugehören.

Die Jubiläumsserie von Canton versteht sich da als bewusstes Gegengewicht: Zum 45-jährigen ...

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... Jubiläum der Hessen gestartet, wird die nur direkt bei Canton erhältliche Baureihe nun Schritt für Schritt erweitert. Spätestens beim Preis der neuen Standbox A 35 wird sich jetzt jeder preisbewusste Audiophile die Augen reiben: 2400 Euro für ein Paar, das full range mit nicht weniger als zehn Keramik-Chassis bestückt ist. Kann das wahr sein?

Wahrheit über Keramik

Es kann. Vom Drei-Wege-Konzept her eine Verschlankung der A 45, bietet die 35er mit drei Bässen, einem Mittel- und einem Hochtöner eine vollwertige Keramikbestückung an. Bei den vier Konen handelt es sich um ursprünglich aus Aluminium gezogene Membranen, bei denen mit einem speziellen Elektrolyseverfahren unter Zugabe des Metalls Wolfram auf der Innen- wie der Außenseite der Flächen jeweils etwa 20 Prozent des Aluminiums in gräulich schimmernde Keramik verwandelt werden. Dieses auch als Korund bezeichnete Aluminiumoxid hat eine Eigenschaft, die es vom weichen Ursprungsmetall unterscheidet: Es ist sehr hart, je nach Reinheit erreicht es einen Härtegrad auf der Mohs-Skala von über 9, nur eine Stufe unter dem Maximum von Diamant.

Der chemische Grund: Die Gitterstruktur ist ähnlich. Doch Härte ist im Membranbau nicht alles, da harte Membranen auch zu Resonanzen neigen. Die werden bei den Canton-Membranen durch die deutlich weichere und stärker dämpfende Schicht aus elementarem Aluminum verhindert.

Dabei hilft auch die Geometrie der Töner: Die Konen sind mit 13 Zentimetern Effektivdurchmesser klein und werden bei 220 Hz (Tieftöner) und 3000 Hz (Mitteltöner) bereits wieder ausgeblendet. Das verbessert zusammen mit dem Waveguide um den Keramikhochtoner die Konstanz der Schallbündelung und verspricht eine harmonischere Abbildung.

Das Gehäuse ist schmal, dank Auslegerfüßen aber kippsicher. Das Reflexrohr arbeitet auf den Fußboden.


Große Show, viel Herz

Im Hörraum musste sich die A 35 auch vor teureren Boxen nicht verstecken, die anlässlich der Jubiläumstests anwesend waren. Sara K.‘s „Whiter Shade of Pale“ intonierte die Canton mit einer überragend harmonisch-stimmigen Räumlichkeit und stellte Stimme sowie Akkordeon völlig losgelöst und weit distanziert in den Raum. Ihre warme Tonalität und homogene Darstellung aller Klangfarben passte hervorragend zu dem ruhigeren Grundcharakter der Aufnahme und empfahl sie auch für audiophile Feingeister.

Zugleich zeigte sie bei Pink Floyds „One of these Days“ (Pulse live), dass sie zumindest bis in gehobene Pegelregionen auch ein sattes Fundament mit hervorragend swingendem, runden Tiefbass produzieren kann. Den subjektiven Schub eines Live-Rockkonzerts dämpfte sie etwas ab, dafür klang diese Aufnahme aber intimer und audiophiler als gewohnt.

Dass sie dennoch keinerlei Spielfreude oder Auflösung vermissen lässt, bewies sie zum Abschluss bei Strauss’ „Fledermaus“-Ouvertüre, bei der sie nur so vor Schmiss und Einfallsreichtum strotzte und einen tendenziell warmen Streicherklang mit herausragender Plastizitität und Geschlossenheit verband. Die A 35 ist audiophil ein ganz großer Wurf – womöglich der beste ihrer Preis- und Größenklasse.