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Jupiter im Widder und die Kraft des Löwenzahns


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NaturApotheke - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 08.06.2022
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Bildquelle: NaturApotheke, Ausgabe 3/2022

„Ab Jove principium“, „mit Jupiter beginnen“, hat uns Vergil geraten. Jupiter im Widder kann alles, was er anfängt, mit dem großen Glück vereinen. Hin und wieder aber pflanzt er schon etwas Neues, bevor das Alte zur Reife kommt, und hält einfach nicht bis zur Ernte durch. „Der Hastige überspringt das Glück“, warnt hierzu ein albanisches Sprichwort. „Dem Glücklichen schlägt keine Stunde“, antwortet Jupiter einfach und fängt halt noch einmal von vorne an. Dieser feurige Jupiter kann das Unmögliche erreichen, wenn er sein Glück nicht überrennt und es erst im Rückspiegel als solches erkennt.

JUPITER IM STERNZEICHEN WIDDER UND SEINE GESCHENKE

„Wer selbst nicht brennt, kann andere nicht anzünden“, hat Hans-Dietrich Genscher einmal gesagt. Der von Mars geprägte Jupiter glüht vor Begeisterung und steckt seine Mitmenschen damit auch an. Er verfügt über ausgezeichnete Führungsqualitäten und überzeugt. Von ihm ...

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... können wir Selbstachtung lernen, denn hier zieht Jupiter das Glück geradezu an. Mit ihm darf man das Risiko wagen. Vol-- ler Optimismus, Tatendrang und Eroberungslust visiert dieser Jupiter die ganz großen Ziele an. Und je überzeugter er von einer Sache ist, desto heißer wird seine Flamme lodern.

Harmonieren die marsianischen Kräfte mit denen des Jupiters, lassen sich Hilfsbereitschaft und Güte mit Mut und Pioniergeist vereinen und fördern erfolgreiches Handeln zur richtigen Zeit. Der kriegerische Jupiter liebt die Herausforderung und den Wettkampf. Er braucht Freiheit zum Handeln und er schätzt Konkurrenz, um an ihr zu wachsen. Das i-Tüpfelchen: Er schenkt uns Handlungsfreude. Ideal, um die Leber wieder einmal auf Vordermann zu bringen. Und als Sitz der Emotionen freut sich auch unser größtes Organ über freudige Gefühlsbewegungen.

ASTROMEDIZIN HEUTE

Paracelsus (1493–1541) prägte als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Medizingeschichte die abendländische Heilkunst nachhaltig. Dabei verband er auch Astrologie und traditionelle abendländische Naturheilkunde zur Heilmittelfindung. Als erfahrene Heilpraktikerin und Astrologin praktiziert und lehrt Riki Allgeier mit der Astromedizin unter anderem die praktische Umsetzung der Denkansätze von Paracelsus in der modernen Naturheilpraxis. Integraler Bestandteil ihrer Arbeit sind auch Horoskopaufstellungen auf Basis der Astromantie zusammen mit Susanne und Thomas Schury. (https://www.chiemseewellen.de). Mehr Infos unter https://ast ro. naturheilpraxis-riki-allgeier.de

DAS GROSSE GLÜCK UND DIE KLEINE ORDNUNG

Schießt der von Mars geprägte Jupiter jedoch über das Maß hinaus, können Übereifer, Größenwahn und Fanatismus zu Entartungen wie Naziregime, Diktaturen und Glaubenskriegen führen. Dieser Jupiter breitet sich im Guten wie im Bösen in alle Richtungen aus. Fordert der marsianische Riese immer mehr, könnte aber auch ihm einmal das Glück ausgehen. Ständige Überforderung, dazu eine oftmals überkritische Haltung gegen sich selbst und andere sowie das Unvermögen, Beschränkungen aller Art zu ertragen, erschöpfen die letzten Kraftreserven bis hin zum totalen Ruin. „Schneller, höher, weiter“ heißt es im Leben dieses Jupiters, und notfalls setzt er hierfür auch verbissen seine kantigen Ellbogen ein. Reicht das noch nicht aus, könnten Doping und besonders aufputschende Drogen eine Gefahr werden. Das Ziel ist diesem Jupiter wohlbekannt, den Weg weiß er eigentlich auch, nur die Folgen seines Handelns bedenkt er oft nicht. Seine direkte Art wird nicht selten als verletzend empfunden, als Gefühlstrampel, der gern mehr verspricht, als er halten kann. Die melancholischen Schuldgefühle nach seinen cholerischen Zornausbrüchen sind aber bereits Vorboten einer klagenden Leber. Der sonst so energiegeladene und wohlwollende Jupiter kann in der Verbindung mit Mars nämlich zur Laus werden, die über dieses Entgiftungsorgan läuft, wenn es überfordert wird. Die Leber soll dem Körper Struktur geben und ihn entgiften. Treibt dieser Jupiter Seele und Geist bis zur Erschöpfung und lagert er alle unverdauten Emotionen in ihr ab, fügt sich auch der Körper seinem „Meister“. Ablagerungen, dadurch auch Arteriosklerose, Rheuma, Gicht bis hin zur Schlaganfallgefahr, Fettgeschwülste und Wucherungen besonders im Oberkiefer sind dann die Folgen davon. Auch Migräne, Herz- und Kreislauf leiden kommen bei diesem Jupiter oft von einer hitzigen Leber. Durch Leichtsinn bedingte Unfallneigungen zeigen sich beim kriegerischen Jupiter zudem häufig durch Verletzungen am Kopf. Und während der eine im Fitnessstudio seine Muskeln zu gigantischen Würsten formt, füllt der andere sich mit diesen lieber den Bauch und nimmt so an Größe zu. Superman oder Wastl und Obelix mit seiner geliebten Wildschweinhaxe könnten diesen Jupiter kennen. Die Ruhe, die Tür erst einmal zu öffnen, bevor man loszupreschen gedenkt, oder ein Eile-mit-Weile-Tränklein kann diesem Jupiter das Glück bringen.

Der Löwenzahn, ein sonniges Sternchen auf Erden, das hauptsächlich von Jupiter, Mars und der Sonne geprägt ist, darf in solchen Zeiten auf keinen Fall fehlen.

DER LÖWENZAHN

Als Zeichen der unbefleckten Empfängnis fiel einst ein Tropfen Blut der heiligen Maria auf den Löwenzahn, als sie ihrer Base Elisabeth das freudige Ereignis ihrer Schwangerschaft mitteilte. Seit dieser Zeit hat die Pflanze neben ihren grünen Blättern immer auch ein blutrotes, so erzählt eine Legende. Das rote Blatt zeigt aber auch Mars, und die ganze Pflanze zeigt sich jupiterhaft. Kaum dass die Erde ihr weißes Winterkleid abgelegt hat, führt uns die Frühlingsgöttin in einen gelben Traum. Wo immer sie nun die warme Erde berührt, hinterlässt sie einen Teppich aus unzähligen goldenen Sonnenkindern.

In Asien begann dieser Zauber einst und heute verbreitet er sich nahezu in die ganze Welt. Vom Flachland bis weit hinauf in die Berge ist der Löwenzahn gewandert, nur die zu tropischen Länder mag er nicht. Fast könnte man glauben, die „Hundeblume“ sei dem Menschen gefolgt, denn in seiner Nähe siedelt sie sich als Ruderalpflanze besonders gern an. Die Frühlingsgöttin schreitet über Wiesen, Weiden, Felder, durch Gärten und Parks. Und wer genau hinschaut, kann sie auch am Wegesrand, sogar an viel befahrenen Straßen beim Sonnenstreuen sehen.

Löwenzahnpesto

So vielseitig der Löwenzahn Körper, Seele und Geist zur Seite steht, so üppig ist auch seine Verwendung in der Küche.

Zutaten › 50 g junge Löwenzahnblätter › 50 g Mandeln oder Pinienkerne › 2 Knoblauchzehen › Saft einer halben Zitrone › je nach Geschmack geriebenen

Gouda oder Frischkäse › 5 EL Olivenöl › Salz und Pfeffer

Zubereitung

1. Löwenzahnblätter ganz vorsichtig waschen und in einem Geschirrtuch trocken schütteln. Im Anschluss daran in feine Streifen schneiden.

2. Den Knoblauch schälen und klein hacken.

3. Mandeln oder Pinienkerne zerkleinern und in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten.

4. Sämtliche Zutaten in einen Mixer geben und fein pürieren.

Das Pesto ist in einem verschlossenen Glas im Kühlschrank einige Wochen lang haltbar.

Der Pflanzengeist erinnert uns hier, dass diese Heilpflanze die Erde, Tier und Mensch von Schwermetallen befreien kann und auch bei sonstigen Zi- vilisationsschäden hilft. Tritt man die Feldblume auf dem Fußballfeld nieder, steht sie einfach wieder auf, auch den Rasenmäher überlebt sie leicht. Diese marsianische Frühlingskraft und die aufmunternde Stimmung des Neuanfangs überträgt die „Maiblume“ auch auf uns, wenn wir frühjahrsmüde, erschöpft, traurig und widerstandslos sind. Doch so uneigennützig ist der Löwenzahn dem Menschen nicht nachgelaufen. Er mag und braucht nämlich die überdüngten Böden, weil er so schnell wächst, und das tut er, um Erster im Wettlauf um die besten Wiesenplätze zu sein. Das rasche Wachstum lässt uns an akute Leiden und Mars, der nährstoffreiche Boden an Pestizide und Insektizide und an Jupiter denken. Langsamere Pflanzen haben gegen dieses „Unkraut“, den Korbblütler Taraxacum, kaum eine Chance. „Taracis“, die Entzündung, und „akos“, das Heilmittel, war der griechische Namensursprung des Löwenzahns und beinahe so viele Namen wie Arten sprechen von seiner Bekanntheit, der Sonne und von Freund Jupiter. Die gelben Sonnenteppiche zeigen noch mehr. Gelbe Blüten helfen der Leber und der Galle, sie stärken das Ich und verbessern die Laune. Schauen wir uns diesen Freund der Leber genauer an.

WAS DER PFLANZENGEIST ERZÄHLT

Jede Sonne besteht aus 200 bis 300 Einzelblüten, die in einem Körbchen eng beieinander gehalten werden. Die Einzelblüte wird aus fünf verwachsenen Blütenblättern gebildet und erinnert an eine gelbe Zunge. In jeder Zunge erwartet die Bienen süßer Nektar. Typisch für einen Vertreter von Jupiter und Mars kann der Löwenzahn zweimal im Jahr blühen. Der „Dickkopp“ öffnet seine Blüten aber nur, wenn die Sonne für ihn scheint. Ist es trüb, bleibt sein Köpfchen geschlossen. Der Löwenzahn atmet mit der Sonne, er lebt in ihrem Takt. Im Sommer macht der Löwenzahn jedoch eine Pause. Scheint die Sonne länger als zwölf Stunden, hört er auf zu blühen, zu viel ist zu viel. Uns verspricht die Pflanze durch diese Signatur den Schutz vor schädlichen Außeneinf lüssen und Übertreibungen.

DIE KRAFT DER SONNENWURZ

Sie selbst erhält Sicherheit von einer Pfahlwurzel, die sich bis zu zwei Meter tief in die Erde gräbt. Damit gehört die „Sonnenwurz“ zu den Heilern, die uns zusätzlich etwas Saturn, also Struktur, und das Element Erde vermitteln. Neben der weißen Milch, die uns den leichten Mondeinf luss zeigt, speichert der Löwenzahn in der Wurzel alle Stoffe, die er zum Überwintern braucht. Doch dabei denkt er wieder einmal nicht nur an sich. Beim tiefen Durchwühlen lockert die Wurzel nämlich die Erde auf und baut damit Regenwurmbabys ein weiches Nest. Selbst aus nahezu toten Böden zieht die „Saublume“ noch etwas Brauchbares heraus und versorgt so auch durstige Nachbarpf lanzen. Nährstoffe, aber auch Gifte und Schlacken befördert der Löwenzahn aus der Erdentiefe nach oben. Was den Boden heilt und säubert, entgiftet wiederum auch den Menschen. Die Wurzeln der „Pompelblume“ können sich zudem in kleinsten Mauerritzen festkrallen. Eine säureartige Flüssigkeit sprengt feinste Risse in das Gestein. „Mauerblümchen“ wie der Löwenzahn dürfen deshalb in keiner Therapie für Steinleiden fehlen. Nur bei großen Steinen muss man achtgeben, dass diese die Körperausgänge nicht schließen.

Als Amulett sollen die Wurzeln der „Augenwurz“ zudem die Augen und die Zähne schützen. Wird die Wurzel durch Spaten und Mäher verletzt, teilt sie sich eben – und wächst weiter. Aus der Wurzel sprießt schließlich eine Blattrosette, ganz eng an den Boden geschmiegt, nochmals ein Hinweis auf das Element Erde. Selbst in harten Wintern überlebt dieser Kern. Die gezähnten, marsianischen Blätter, denen der Löwenzahn seinen bekanntesten Namen verdankt, schauen alle gleich aus, könnte man meinen, wenn man nur schnell mal einen Blick auf sie wirft. Weit gefehlt, denn kein einziges Blatt gleicht dem anderen, jedes ist ein Unikat.

Eines aber haben sie alle gemeinsam: Je härter die Lebensbedingungen sind, desto mehr bewaffnet sich die „Gänsezunge“ mit Zähnen, zeigt Mars und bleibt mehr am saturnalen Boden. Die nordamerikanischen Ureinwohner haben bei ihren Ritualen gern getrocknete Löwenzahnblätter geraucht, um nicht ganz davonzuschweben und dadurch mutiger reisen zu können. Die Blattrosetten treiben dann einen blattlosen, röhrenförmigen und hohlen Stängel hervor. Er knackt, wenn er abgebrochen wird und ist leicht behaart, was Kieselsäure und Saturn und Stärke für das Bindegewebe heißt. Hohle Stängel weisen zudem auf eine lebensverlängernde und krebsfeindliche Wirkung hin. Viele Kinderhände zauberten aus ihnen schon Kränze, Ketten, Pfeifen und Brillen und kleine Forscher blickten erstaunt, wenn sich die aufgeschlitzten Stängel im Wasserglas spiralig nach oben zogen. Spiralen deuten immer an, dass diese Pflanze die Lebensenergie stärkt. In den Stängeln und Wurzeln sind die Bitterstoffe, die weiße Milch. Bitteres zeigt Mars und macht bekanntlich das Herz froh und die Verdauungsorgane, besonders Leber und Bauchspeicheldrüse, stark. Der leicht süße Geschmack ist ein erneuter Hinweis auf das Element Erde. Der weiße Milchsaft zeigt die Beteiligung von Mond, sollte einst Warzen vertreiben, Augen heilen, den stillenden Müttern die Milchproduktion anregen und Kühe retten, die durch Hexerei keine Milch mehr geben wollten. Uns zeigt sie zudem, dass der Löwenzahn eine Heilpflanze ist, die den Körper auch über die Lymphe entgiftet und Haut wunderbar heilen kann. An der Spitze dieses „Röhrchens“ leuchten schließlich im Frühjahr und wie nochmals zum Abschied im Herbst die gelben Sonnen.

EIN MEER AUS FALLSCHIRMCHEN

Selbst wenn das „Pfaffenröhrle“ verblüht, verliert es nicht an Liebreiz und Würde. Die welkende Blüte schließt sich, um ihrem Nachwuchs ein Nest zu bieten. Erst wenn die Samen nahezu flugfähig sind, entlässt die Mutterpflanze ihre Kinder ans Licht. Jetzt tauchen unsere Blicke in ein Meer aus silbernen Zauberkugeln. Mehr als 500 kleine Fallschirmchen machen sich bereit für ihre einzige abenteuerliche Reise, gespannt, wohin sie der Wind wehen wird. Bis zu zehn Kilometer kann der Wind sie fortblasen und viele Menschen, kleine oder große, hel- fen den neugierigen Samenkindern beim Start. Die Pflanze verrät ihnen dafür auch einiges: So viele Fallschirmchen beim Pusten nämlich stehen bleiben, so viele Jahre muss man noch auf die Hochzeit warten. Sie zeigen an, wie viele Sünden man hat und wie viele Kinder kommen. Fliegen aber alle davon, darf man auf ein neues Kleid hoffen, gilt als Glückskind und darf sich etwas wünschen. Wer der Pusteblume half, sich jupiterhaft in alle vier Richtungen auszudehnen, wurde durch die Erfüllung seiner Wünsche belohnt. Ist der Blütenboden nach dem Abflug der Kinder weiß geblieben, könnte das den Himmel bedeuten, ist er aber schwarz, droht das Fegefeuer. Die Fallschirmchen f liegen, ob bestäubt oder nicht, in die weite Welt hinaus, lassen sich auch immer wieder von Hunden, Katzen, Hasen oder anderen Tieren ein Stück weit tragen, indem sie sich am Fell der Tiere anhaken.

Vielleicht hilft die Pusteblume deshalb auch bei der Landkartenzunge. Wie Maria braucht die „Mönchsblume“ keine Bestäuber, sie vermehrt sich auch alleine. Möglicherweise wurde die „Milchrödel” früher so wenig beachtet, weil sie auch erst Geduld beweisen musste. Möglicherweise waren es aber auch die Umweltgifte, die den Löwenzahn letztendlich unentbehrlich machten.

TRADITIONELLE VER-WENDUNG

Die alten arabischen Ärzte haben ihn viel verwendet, in unseren heimischen Kräuterbüchern taucht er 600 Jahre später auf. Culpeper erwähnte seine Heilkraft für die Augen: „Dieses Kraut hilft uns weiter zu sehen ohne dass wir eine Brille benötigen“, und auch Matthiolus bestätigte ihn. In einem alten Kräuterbuch finden wir eine weitere Indikation für den „Bettnässer“. Der Löwenzahn wird auch herba urinaria oder lecti minga genannt, da er „vor die Knäblein tauget, die unter dem Schlaffen ins Bett lauffen lassen, wenn man ihnen des morgens und abends dieser Wurtzel Decoct gibt“. Das Volk erkannte die entgiftende und harntreibende Wirkung des „Pißinsbett“ schnell. Die Menschen verwendeten ihn schon bald bei Rheuma, Gicht, bei Hautleiden und Leberschäden und ganz allgemein zur Entgiftung. So viele Anhänger der Löwenzahn hat, so viele Feinde hat er. Blaukorn soll gegen den Übeltäter helfen, wird einer verzweifelten Hobbygärtnerin empfohlen, die um Hilfe fleht: „Ich könnte heulen, nur Unkraut, dieser unausrottbare Löwenzahn in meinem Garten!“ Doch gerade sie könnte diesen „Bastard“ aus mehrerlei Gründen brauchen. Entweder sie verwendet ihn gegen die Arbeitsunlust oder um ihre Laune zu verbessern.

Wie der von Mars geprägte Jupiter ist auch der Löwenzahn zu unglaublich vielem zu gebrauchen.

HEUTIGE ANWENDUNG

Löwenzahn stärkt nicht nur alle Bauchorgane, Leber, Milz, Galle, Nieren, Bauchspeicheldrüse und den Darm, er wirkt zudem auf den Hypothalamus und unterstützt damit ein Ja zum Leben. Kaum eine Pflanze passt sich so unkompliziert an wie der Löwenzahn, und genau das muss die Leber im Körper tun. Rechtsseitige Migräne, Hautleiden, auch allergische wie beispielsweise Neurodermitis, Allergien auf Nahrungsmittel, wenn der querverlaufende Dickdarm das Zwerchfell nach oben drückt und dadurch das Herz beengt, lassen durch den Löwenzahn hoffen. Durch die harntreibende Wirkung senkt er den Blutdruck, reguliert den Blutzucker, und nach Antibiotika-Gaben ist er wirklich ein Muss. Im „Bettseicher“ arbeiten Jupiter, Mars, die Sonne und auch ein wenig Saturn und Mond zusammen. Ein Geschenk für den gesamten Immunapparat, aber auch für alle diejenigen, die unter Frühjahrsmüdigkeit leiden, Morgenmuffel oder einfach erschöpft sind.

Der Löwenzahn schenkt uns die Qualitäten des Widder-Jupiters. Er zeigt uns, wie man sich selbst annimmt, so wie man ist. Als Frühlingsbote stärkt er den ersten Quadranten, mit Jupiter und Mars den Aszendenten, er vermittelt uns Erde und gleichzeitig Luft, wie die Fallschirmchen es versprechen. Mit dem Seichkraut dürfen wir das Glück wagen, denn es holt uns aus der Erdenschwere des Winters heraus und zündet uns mit seiner ganzen Kraft an.

Obwohl der Löwenzahn warm und trocken ist, kann er kühlen, was bei akuten Leiden so wichtig ist. Die leicht entflammbaren Emotionen der cholerischen Leberpsyche benötigen das ebenso wie der, der neben den Wildschweinkeulen auch zu viel Ärger in sich hineingefressen hat, und der, der immer nur für andere kämpft.Wer sein Herz verloren hat oder gar nicht weiß, dass er so etwas überhaupt hat, kann mit den vielen gelben Sonnen einen glücklichen Neuanfang starten. Wer sich mit dem Pflanzensaft einreibt, ist überall gern gesehen. Und wer der Pusteblume nicht mit Blaukorn oder Sonstigem zu Leibe rückt, sondern sie schätzt, der wird wieder ein wenig zum Kind, mit all der Lebendigkeit von Jupiter, Sonne und Mars.

Quellen & Infos

» Tabernaemontanus: Neu vollkommen Kräuterbuch, Verlag Johann Ludwig König, Offenbach 1731, Faksimile, 1963