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K+T-Projekt „Hobo II“: Standbox mit zwei Neunzoll-Tieftönern und Hornhochtöner: Das Eckige muss ins Runde


Klang & Ton - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 31.05.2019

Sie erinnern sich an unser Projekt „Hobo“ aus KLANG+TON 3/2018? Das ist eine gut meterhohe Standbox, in der zwei Monacor-Neunzöller und ein Hornhochtöner für 91 Dezibel Schalldruck sorgen. Hier tut ein Update not


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Bildquelle: Klang & Ton, Ausgabe 4/2019

Das Update der Hobo ist dem Umstand geschuldet, dass es das Hochtonhorn nicht mehr gibt. Seinerzeit setzten wir ein rundes Kunststeinhorn von Stereo-Lab in Verbindung mit einem Druckkammertreiber ein, aber leider sieht es derzeit so aus, als hätte der Hersteller den Geschäftsbetrieb eingestellt. Das ist sehr schade – aus noch viel mehr Gründen als dem, dass die „Hobo“ nun nicht mehr realisierbar ...

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... war. Zumindest an letzterem Umstand können wir etwas ändern: Wir haben dem Lautsprecher ein kleines Redesign mit einem anderen Hochtonhorn verpasst, und deswegen heißt er nunmehr „Hobo II“

Treiber

Es ist nicht mehr rund, es besteht nicht mehr aus einer mineralisch verstärkten Gussmasse, aber es ist sicher lieferbar: das „NoBell“-Horn von Celestion heißt eigentlich H1-7050 (bei Monacor heißt es MRH-180), strahlt 70 Grad breit und 50 Grad hoch ab und passt kaum überraschenderweise perfekt an die hauseigenen Druckkammertreiber. Es besteht aus gegossenem Aluminium, in der Mitte ist ein Streifen Gummi eingelegt, der die Klingelneigung der Angelegenheit reduzieren soll – was ganz gut funktioniert und für den Namenszusatz „NoBell“ verantwortlich ist. Das gute Stück haben wir schon verschiedentlich erfolgreich eingesetzt, allerdings noch nie mit dem Celestion CDX1-1747. Jener ist spätestens seit seinem Einsatz in unserer Ephedra eine bewährte Kraft und überaus fair kalkuliert. Der Einzöller arbeitet mit einer Kunststoffmembran, die von einer 44 Millimeter durchmessenden Schwingspule angetrieben wird. Der „Motor“ ist ein klassischer Ferritmagnet, die Belastbarkeit liegt bei 60 Watt – für HiFi-Anwendungen weit mehr als ausreichend. Der Wirkungsgrad liegt im satt dreistelligen Bereich, muss für dieses Projekt also reichlich eingebremst werden. Der Hersteller empfiehlt bei HiFi-Anwendungen eine untere Grenzfrequenz von 1000 Hertz, so weit runter müssen wir hier nicht – das wäre auch ein wenig zu tief für das NoBell-Horn. Linearität herrscht ab rund zwei Kilohertz, der Amplitudenverlauf verläuft darüber leicht fallend, allerdings sehr ausgewogen und mit bestens kontrolliertem Rundstrahlverhalten. Der Wirkungsgrad liegt immer im dreistelligen Bereich. Das Klirrverhalten sieht ausgezeichnet aus, das passt auch bei recht heftigen 105 Dezibel Schalldruck noch. Wasserfalldiagramm? Beeindruckendes Schweigen. Die Bässe stammen nach wie vor aus dem Monacor-Programm und heißen SPH-220HQ. Die Achtzöller arbeiten mit luftgetrockneten Papiermembranen und verfügen über einen sehr interessanten Parametersatz: Das geht aufgrund seiner relativ hohen Gesamtgüte nämlich geschlossen. Machen wir hier, wie seinerzeit auch schon.

Gehäuse

Gute 50 Liter billigen wir jedem der beiden Bässe zu. Das Gehäuse aus 19er-MDF ist dazu mit einem schrägen Teiler in zwei fast gleich große Hälften unterteilt, das obere Abteil hat etwas mehr Luft, hier gilt es noch das Volumen des Horns abzuziehen. Das schräge Brett stabilisiert die Box recht gut, weitere Versteifungen sind nicht vorgesehen. Die beiden vorderen Seitenkanten sind mit einer breiten Fase ausgestattet, die in Ermangelung einer passenden Tischkreissäge mit dem Handhobel beigebracht wurden. Dauert zwar etwas, funktioniert aber ganz gut. Der Einbau des Horns gestaltet sich nicht allzu kompliziert – es braucht lediglich eine runde Öffnung. Korrekterweise müsste sie eigentlich die Form einer Ellipse haben, ein Vorteil bringt eine solche Verkomplizierung der Dinge jedoch nicht. Ein Einfräsen des Horns ist nicht erforderlich. Es empfiehlt sich allerdings, es gut abgedichtet zu montieren, sonst pfeift‘s unter dem Flansch heraus. Bei der Ur-Hobo haben wir den Treiber noch mit einer Strebe im Gehäuse gestützt, das scheint uns hier nicht mehr erforderlich, weil das neue Horn deutlich kürzer baut als das alte und so weniger anfällig für Hebelkräfte ist.

Celestion CDX1-1767 / Monacor MRH-180


Der Monacor-Neunzöller ist ein äußerst potentes Basschassis, das sogar im geschlossenen Gehäuse eine ausgezeichnete Figur macht


Frequenzweiche

Die Weiche der Ur-Hobo konnten wir prinzipiell weiterverwenden, es haben sich lediglich ein paar Änderungen bei den Bauteilewerten ergeben. Nach wie vor fußt das Filter auf dem der Ephedra II, die ja mit dem gleichen Hochtontreiber arbeitet. Für die Pegelabsenkung verwenden wir abermals einen Autotrafo von Silvercore aus Leipzig. Bei der Hobo II ist der –14-Dezibel-Abgriffder richtige. Aus der sich ergebenden hohen Primärimpedanz resultiert der sehr kleine Wert des Filterkondensators C2 von nur 0,33 Mikrofarad. Auf der Sekundärseite des Trafos gibt’s zunächst einen Sperrkreis (C4, R1, L3), der die Linearität im Übertragungsbereich verbessert. Hinzu gesellt sich eine Impedanzlinearisierung mit C3, L5 und R2, die die Filterwirkung verbessern hilft. Der Unterschied zwischen neuem (blau) und altem Hochtonzweig (rot) sieht so aus:

Die Unterschiede sind gering, die neue Lösung verläuft nach oben etwas linearer – will sagen: sanfter. Die Filterung erfolgt nach wie vor nach dem Zweieinhalbwegeprinzip, das heißt, die beiden Bässe arbeiten nicht einfach parallel. Der obere läuft weiter bis in den Mitteltonbereich hinein, der untere macht nur ganz tiefe Töne. In der Praxis heißt das, dass der obere Tieftöner von einem Tiefpass zweiter Ordnung (C1, L2) aus dem Rennen genommen wird, der untere mit einer schlichten Spule, also einem Filter erster Ordnung (L1). Bei der Betrachtung der einzelnen Zweige sieht das so aus:

Wir konzentrieren uns hier auf den Übergang zwischen Mittel- und Hochtonbereich, die tatsächliche Trennfrequenz liegt mit 1,5 Kilohertz etwas höher als bei der Ur-Hobo. Die Addition der Schallanteile klappt sogar etwas besser als seinerzeit, das ursprünglich vorhandene kleine Phasenproblem tritt hier praktisch nicht auf. Wir sind zufrieden.

Messungen

Da kannste nicht meckern: Die Tieftöner schaffen im geschlossenen Abteil fast 40 Hertz, das ist ein Wort. Der kleine Buckel um 100 Hertz sorgt zudem klanglich für Fülle, das hört man auch. Am Amplitudenverlauf gibt‘s bis 20 Kilohertz nix zu meckern, die minimalen Nichtlinearitäten im Übernahmebereich sollten keine große Rolle spielen. Der Wirkungsgrad beträgt rund 91 Dezibel, die Nennimpedanz eher vier Ohm – auch wenn der Schrieb oberhalb von einem Kilohertz steil ansteigt. Für einen Betrieb an Röhrenverstärkern wäre eine Impedanzlinearisierung von Vorteil, die liefern wir noch nach.
Das Klirrverhalten des Lautsprechers sieht ausgezeichnet aus, was sich bei der Einzelmessung der Hochtonkombi schon andeutete. Auch bei 95 Dezibel bleiben alle Verzerrungsprodukte bestens kontrolliert. Das Wasserfalldiagramm zeigt auch hier absolut keine Auffälligkeiten.

Klang

Auch nach dem Upgrade gilt: Das Erste, was bei der Hobo auffällt, ist der Bass. Das Ding schiebt dermaßen untenherum, dass es eine wahre Freude ist. Mit Knack, Drive und Inbrunst. Definitiv eine der beeindruckendsten Bassabteilungen, die wir seit langer Zeit im Hörraum hatten. Das dürfen Sie als Warnung verstehen: Wenn Sie einen diesbezüglich kritischen Raum haben, dann wird das Tieftonpotenzial Sie gnadenlos überfahren. Darüber geht‘s fast ein wenig englisch weiter: Die neue Horn-/Treiber-Kombi spielt merklich sanfter und weniger horntypisch als die alte. Die Raumabbildung funktioniert in Breite und Tiefe ausgezeichnet, die Größenverhältnisse passen.
Wir vermelden: Update geglückt!

Das NoBell-Horn verdankt seinen Namen zwei resonanzdämpfenden Gummieinlagen


Aufbauanleitung

Der Zusammenbau beginnt auf einer Seitenwand, man klebt die Rückwand und den Boden fest, anschließend gesellt sich der Gehäusedeckel hinzu. Als Nächsten ist die Schallwand an der Reihe. Nun wird die Position des Teilers ermittelt und das Brett montiert. Im Anschluss wird das Gehäuse mit der zweiten Seitenwand verschlossen. Die Gehäusedämmung erfolgt mit rund einer halben Matte Noppenschaum an der Rückwand jedes Abteils, der verbleibende Hohlraum wird mit zwei Matten Sonofil gefüll

Das Gehäuse der Hobo II blieb bis auf die Montageöffnung für das Horn unverändert