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Kamera-Apps: Profi-Kamera-Apps


iPhone & iPad Life - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 12.10.2020

Diese Apps holen noch mehr aus deinem iPhone heraus, damit du es wie eine professionelle Kamera einsetzen kannst.


Artikelbild für den Artikel "Kamera-Apps: Profi-Kamera-Apps" aus der Ausgabe 4/2020 von iPhone & iPad Life. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: iPhone & iPad Life, Ausgabe 4/2020

Unsere Testkandidaten

Adobe Lightroom Camera+ 2 Filmic Firstlight Halide Obscura Camera

Professionelle DSLR-Kameras verfügen über einen manuellen Modus, mit dem man Blende und Verschlusszeit steuert. Das ist wichtig, da eine schnelle Verschlussgeschwindigkeit dein Motiv „einfriert“, während eine langsame Verschlusszeit für Bewegungsunschärfe sorgt und so unterschiedliche Versionen desselben Motivs entstehen.

Die „Point and Shoot” Kamera-App des iPhone bietet dir im Vergleich eine eingeschränkte ...

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... Steuerung: Apples Kamera-App passt automatisch gleichzeitig Fokus und Belichtung an. Apps von Drittanbietern stellen hingegen Belichtung und Fokus unabhängig voneinander ein, um einem Motiv im Detail gerecht zu werden, oder bieten Werkzeuge, um mit größerer Präzision zu fokussieren, als es die Standard-Kamera-App kann.

Drittanbieter-Apps bieten Optionen, die absaufende Schatten und ausgefranste Lichter identifizieren.


Der Markt für Kamera-Apps ist randvoll mit Anwendungen, die mehr Kontrolle beim Fotografieren versprechen.


Einrichtung
Mit der Kamera-App des iPhone tippst du auf einen Bereich des Himmels, um die Belichtung zu priorisieren. Wenn du nach oben oder unten streichst, nimmst du die Feinabstimmung vor – allerdings verlierst du dabei Details in Schatten oder Lichtern. Wir haben geprüft, welche Werkzeuge manuelle Optimierungen bieten, um Details in helleren oder dunkleren Bereichen perfekt wiederzugeben.

Der App Store ist randvoll mit einer Vielzahl von Apps, die darum wetteifern, mehr Kontrolle über Fokus, Belichtung und Komposition zu gewähren. Einige bieten Bearbeitungswerkzeuge für die Postproduktion, mit denen du gängige Bildprobleme behebst oder analoges Filmmaterial imitierst. Wir haben fünf der besten Profi-Apps auf den Prüfstand gestellt, um deren Möglichkeiten sowie die Benutzerfreundlichkeit zu vergleichen.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Aufnahme-Modi

Wie DSLR-Kameras bieten Profi-Kamera-Apps eine Vielzahl an Modi und Voreinstellungen an. Zum Beispiel ermöglicht der Weißabgleich (WB) die Aufnahme verschiedener Lichtszenarien, während der Action-Aufnahmemodus eine kurze Verschlusszeit verwendet, um sich bewegende Motive einzufrieren.

Fokus und Belichtung

Verlässt du dich bisher gänzlich auf dein iPhone, um die Belichtung automatisch so einzustellen, dass Details in Schatten und Glanzlichtern sichtbar werden? Mithilfe des Histogramms erkennst du die Verteilung der Höhen und Tiefen besser und passt die Belichtung entsprechend an. Warnungen zeigen dabei die Bereiche an, die überoder unterbelichtet sind. Mit der Schärfentiefe siehst du, ob ein Motiv im Vorder- oder Hintergrund unscharf oder scharf ist.

Dateiformate

Professionelle DSLR-Nutzer wählen meist das Raw-Bildformat. Damit erhalten sie mehr Farb- und Tonwertinformationen, mit denen sie besser arbeiten können. Eine Raw-Datei muss jedoch in einer digitalen Dunkelkammer bearbeitet werden, bevor sie optimal aussieht.

Postproduktion

Nicht jede Aufnahme wird in Bezug auf Farbe, Ton, Komposition und Fokus perfekt ausfallen. Einige Test-Apps bieten digitale Dunkelkammern. Du benötigst aber nicht unbedingt eine Vielzahl an Werkzeugen, sondern kannst auch Bordmittel nutzen.

So haben wir getestet

Wir fotografierten eine Reihe Porträts und Landschaften, um zu sehen, wie einfach wir die geeigneten Aufnahmemodi auswählen und die Einstellungen anpassen können. Wir haben die Apps auf dem iPhone XR und 11 Pro verwendet, um zu sehen, wie sie mit verschiedenen Objektiven umgehen.

Besser… DSLR

Preis: ab 300 Euro

Schon ab einem Preis von rund 300 Euro bekommst du eine DSLR für manuelle Aufnahmen im Raw-Modus.

… oder günstiger? Kamera-App

Preis: kostenfrei

Die iPhone-Kamera-App leistet gute Arbeit bei Grundeinstellungen, liefert aber keine Raw-Aufnahmen. Das iPhone 11 Pro hilft dank seiner Extralinsen, die Lücke zur DSLR zu verringern.

Test 1: Das Toolset

Wie viel Kontrolle über die Aufnahme hast du?

In allen Apps tippst du einfach auf dein Motiv, um Belichtung und Fokus einzustellen; mit Camera+ 2 kannst du aber auch beides getrennt nutzen. Jede App bietet eine Schärfevorwahl, um bei der Auswahl eines Fokuspunktes zu helfen. Die Lupenansicht von Firstlight gewährt zusätzliche Kontrolle, indem sie einen Ausschnitt des Displays vergrößert. Um die manuelle Einstellung der Belichtung zu erleichtern, verfügen Firstlight, Halide und Obscura Camera über Histogramme, die die Verteilung anzeigen. Das Histogramm von Firstlight bietet eine detailliertere Darstellung als die blockartigen Histogramme in den anderen Apps.

In Adobe Lightroom und Camera+ 2 muss du dich auf Warnungen der Apps verlassen, um überbelichtete Glanzlichter zu vermeiden. Jede App (mit Ausnahme von Firstlight) bietet eine Wasserwaage, um unruhige Horizonte zu vermeiden. Lightroom geht noch weiter, indem es den vertikalen Neigungswinkel anzeigt.

Test 3: Dateiformate

Welche Exportmöglichkeiten hast du?

Die Standard-Kamera-App des iPhone erfasst Fotos im komprimierten JPEG- oder HEIC-Format, sodass die Bilder häufig aufgrund der Komprimierung unter Artefakten leiden. Mit Dateien im Raw-Format erfasst du mehr Informationen; Details lassen sich dann in der Bearbeitungsphase wiederherstellen und herausarbeiten.

Alle getesteten Kamera-Apps liefern Raw-Dateien im DNG-Format (Digitales Negativ) von Adobe. Anwendungen wie Camera+ 2 und Halide erfassen auch eine TIFF-Version in hoher Qualität. Ein TIFF erfordert weniger Nachbearbeitung als eine rohe DNG-Datei, hat aber dennoch eine höhere Qualität als ein JPEG. Keine unserer Apps im Test kann allerdings eine Datei im Raw-Format erfassen, wenn du mit dem Ultra-Weitwinkelobjektiv des iPhone 11 Pro fotografierst – schade!

Ein echter Bonus für mehr Komfort: Du kannst Fotos mit Firstlight, Halide und Obscura Camera direkt per Air-Drop zum Weiterbearbeiten an deinen Mac senden.

Test 2: Benutzerfreundlichkeit

Wie schnell bist du bereit zur Aufnahme?

Die meisten Apps bieten Schieberegler zur Feinabstimmung von Eigenschaften wie etwa dem Fokus. Das kann etwas fummelig sein. Mit Firstlight stellst du daher die Belichtung ein, indem du den virtuellen Regler nach oben oder unten bewegst. Um den Fokus zu ändern, streichst du nach links oder rechts. Halide stellt die Belichtung ebenfalls durch vertikales Streichen ein. Für den Fokus gibt es aber wieder einen Schieberegler.

Obscura Camera verfügt über ein innovatives Steuerrad, mit dem Details wie der Weißabgleich eingestellt werden. Dazu gibt es Unterkategorien wie „Bewölkt“ und „Wolfram“ für die Farbtemperatur. So dauert es jedoch eine Weile, bis alle Einstellungen sitzen. Camera+ 2 sieht hingegen eher wie ein DSLR-Menü aus: Du startest mit dem Fotografieren im Auto-Modus oder wählst das passende Symbol für bestimmte Motive. Lightroom geht einen Umweg, da du nicht sofort in der Kamera beginnst und so mit etwas Pech ein Motiv verpasst.

Test 4: Digitale Dunkelkammer

Wie gut ist die Postproduktion?

Die Adobe-Kamera ist Bestandteil der Lightroom-Anwendung für das iPhone, sodass du alle leistungsstarken Werkzeuge für die Nachbearbeitung immer dabei hast. Die Möglichkeit, selektive, abgestufte Anpassungen vorzunehmen, ist eine der größten Stärken von Lightroom bei der Fotoentwicklung. Obscura Camera, Halide und Firstlight verfügen nicht über derart ausgefeilte Nachbearbeitungswerkzeuge. Firstlight bietet immerhin eine Sammlung von Filtern direkt in der Kamera, die das Aussehen von analogem Filmmaterial simulieren, wenn du den Auslöser betätigst. Mit Obscura Camera lassen sich Filter auch nach dem Fotografieren anwenden.

Nur Camera+ 2 macht neben Lightroom eine richtig gute Figur bei der Bildbearbeitung. Die Werkzeuge ermöglicht die Anpassung von Eigenschaften wie Farbe, Komposition und Schärfe, zudem liefert die App justierbare Filter. Einzigartig bei Halide ist, dass eine Schärfentiefe-Funktion verwendet wird, um 3D-Fotos zu erstellen.

Der Gewinner: Filmic Firstlight

Erfahrene Fotografen bevorzugen Raw-Dateien, um mit Farb- und Kontrast-Details zu spielen. Sie passen die Belichtung an und bearbeiten ihre Aufnahmen in einer separaten App wie Adobe Photoshop.

In Filmic Firstlight fehlen zwar viele Funktionen, die andere Apps bieten, aber die Anwendung verfügt über die wesentlichen Bedienelemente, die für die Aufnahme eines gut belichteten Raw-Fotos erforderlich sind. Während Kamera-Apps mit mehr Funktionen meist viele Klicks erfordern, um ihre Funktionen in Untermenüs anzubieten, sind alle wichtigen Werkzeuge in Firstlight standardmäßig aktiv. Du wählst mit wenigen Handgriffen Belichtung und Schärfe und verpasst kein Motiv mehr, weil du mit den Voreinstellungen hantierst. Verschlusszeiten lassen sich vom Hauptbildschirm aus verlängern, um sich bewegende Motive aufzunehmen. Ebenso schnell wechselst du die Objektive des iPhone 11 Pro. Der Burst-Modus von Firstlight verhält sich wie eine DSLR und speichert separate Fotos. Willst du kreativ werden, simulierst du analoge Filmmaterialien für Retro-Looks. Auch wenn es etwas teurer ist, ergänzt Firstlight die Standard-Kamera-App des iPhone besonders gut.

Nadine Juliana Dressler


„Lightroom bietet viele Möglichkeiten – aber Adobe ist im Vergleich zu den anderen Anbietern nicht nur teurer, sondern hat auch eine steile Lernkurve. Firstlight ist eine ausgezeichnete Wahl, Camera+ 2 eine wirklich gute Alternative.“


Hinweis: Die endgültigen Bewertungsergebnisse spiegeln die allgemeine Meinung über ein Produkt wider und sind nicht unbedingt den Durchschnitt der in der Tabelle aufgeführten Kriterien. Für Adobe Lightroom ist ein Creative-Cloud-Abonnement erforderlich.