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KAMERA: Sony Alpha 7R IV (ca. 4.000 Euro) Himmelsstürmer


CHIP Foto-Video - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 07.08.2019

Mit 60 Megapixeln Auflösung und auch sonst allem, was Profifotografen schätzen, lässt die Sony Alpha 7R IV die spiegellose Konkurrenz hinter sich. Wir haben das neue Flaggschiff zwei Tage lang ausprobiert und sind beeindruckt.


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Bildquelle: CHIP Foto-Video, Ausgabe 9/2019

PRAXISTEST

Der Schein trügt, und zwar gewaltig: Die Alpha 7R IV sieht aus wie die bislang erschienenen spiegellosen Kleinbildkameras von Sony. Nimmt man die DSLM aber in die Hand, offenbart sich, was die Ingenieure bei der Entwicklung geleistet haben: Die Alpha 7R IV ist die bisher eindrucksvollste Kamera des Herstellers.

Gleich von der ersten Minute an fühlt sich die DSLM vertraut ...

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... an, wobei die vierte Generation im Vergleich zum Vorgängermodell sogar ein klein wenig zugenommen hat. Gut so, denn mit den paar Millimetern mehr in Höhe, Breite und Tiefe liegt die Kamera nun deutlich besser in der Hand. Auch der Griff ist etwas dicker geworden, die rechte Hand greift das Gehäuse dadurch weitaus sicherer, und alle Finger finden nun Platz am Gehäuse. Zusätzlich haben sich auch beinahe alle Bedienelemente auf der Rückseite verändert: Der Fokus-Joystick hat eine neue, geriffelte Oberfläche spendiert bekommen, der »AF-ON«-Schalter ist deutlich gewachsen. Sowohl das Modus-Wahlrad als auch das Rädchen zur Belichtungskorrektur verfügt jetzt über einen Sperrknopf gegen versehentliches Verdrehen. Verbessert hat sich auch die Abdichtung gegen Spritzwasser und Staub; das Gewicht steigt mit nur fünf Gramm indes kaum. Was nach wie vor fehlt, ist die Touch-Unterstützung in den umfangreichen Menüs – das ist sehr schade. Zwischenfazit: Note 1- in Sachen Haptik und Bedienerfreundlichkeit.

Das fast perfekte Gesamtpaket

Die gravierenden Veränderungen finden sich allerdings im Inneren der Kamera: Herzstück und Highlight ist ein neu entwickelter, rückwärtig belichtender, auf fünf Achsen stabilisierter CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 60 Megapixeln. Das entspricht einem Zuwachs von 43 Prozent im Vergleich zur Vorgängerin – beeindruckend. Im „Super 35 mm“-Crop-Modus entstehen Bilder mit 26 Megapixeln – mehr als bei den meisten APS-C-Kameras. Die Bildwinkel verlängert sich hier analog zur Reduzierung der ausgelesenen Sensorfläche um den Faktor 1,5.


Alle FE-Objektive sollen Bilder die 60 Megapixeln auflösen können.


Stolze zehn Bilder pro Sekunde samt Schärfenachführung stemmt die Kamera nach wie vor. Der neue Pufferspeicher verkraftet knapp 70 Bilder in Serie – im komprimierten RAW-Format, versteht sich. Um die Schärfe kümmern sich nun bis zu 567 Phasen- und 425 Kontrast-AF-Punkte, die rund 74 Prozent der Sensorfläche abdecken. Hinzu kommen alle Autofokus-Modi und Messmethoden wie Augen-AF und Tracking, die wir aus den aktuellen Schwestermodellen ken- nen. Der Fokus reagiert so schnell und präzise, dass es eine wahre Freude ist.

1Ergonomisch: Viele Bedienelemente sind jetzt leicht erhöht angeordnet. Das Feedback der Tasten ist angenehm fest, die Oberflächen griffig.


2Kontaktfreudig: Das Sync-Terminal dient zum kabelgebundenen Anschluss einer Blitzanlage. Die Übertragungsgeschwindigkeit von USB-C wurde nochmals leicht gesteigert.


3Detailverliebt: Die Schärfe der Aufnahmen ist dank Augen-AF enorm, kurze Verschlusszeiten vorausgesetzt


In puncto ISO-Empfindlichkeit ist alles beim Alten: ISO 100 bis ISO 32.000 stellt den Standardbereich dar. ISO 50 und bis zu ISO 102.400 in der Spitze sind bei Bedarf verfügbar. Erste Aufnahmen sehen bis einschließlich ISO 3.200 enorm klar aus. Ab ISO 6.400 setzt das Bildrauschen sanft und zunächst sehr homogen ein, ab ISO 25.600 sind Störpixel schließlich deutlich körniger in allen Bildbereichen zu erkennen; angesichts der hohen Sensor-Auflösung eine Topleistung.

Mehr Ausstattung macht glücklich

Wem Bilder mit 9.504 x 6.336 Pixeln nicht genug sind, kann den Multishot-Modus nutzen: Die Kamera nimmt dabei bis zu 16 Bilder in Folge auf und verlagert den Sensor zwischen den Aufnahmen mithilfe des Bildstabilisators. Die Verrechnung der Einzelaufnahmen mit insgesamt knapp 1.000 Megapixeln zu einem Einzelbild mit dann 240 Megapixeln findet allerdings nicht in der Kamera, sondern nur am Rechner über Sonys kostenlose Software Imaging-Edge statt.

Das 3,0-Zoll-Touchdisplay auf der Rückseite der Kamera blieb unangetastet; sowohl die 1,44 Millionen Bildpunkte als auch die klappbare Aufhängung des Monitors kennen wir bereits aus der Alpha 7R III und einigen anderen Modellen der Reihe. Neu dagegen ist der elektronische Sucher: Dank stolzer 5,76 Millionen Bildpunkte und einer maximalen Wiederholfrequenz von 120 Bildern pro Sekunde erscheint das Vorschaubild des kleinen 0,5-Zoll-Bildschirms kristallklar und völlig verzögerungsfrei. Wie schon bisher bietet der Sucher die bewährten und, so meinen wir, guten 100 Prozent Bildfeldabdeckung mitsamt 0,78-facher Vergrößerung.

Darüber hinaus hat sich die Alpha 7R IV in vielen kleinen Details entlang des Feedbacks der Kunden weiterentwickelt: Die DSLM verfügt nun beispielsweise über zwei UHS-IISD- Slots, die Anordnung der Speicherkartenplätze haben die Entwickler kurzerhand umgedreht. Nur einen XQD-Slot suchen wir vergebens. Tethered-Shooting ist nun per WLAN oder über USB-C mit gesteigerter Übertragungsgeschwindigkeit möglich.

Video auf bekanntem Niveau

Im Vergleich zum Leistungszuwachs bei den Standbildern fallen die Verbesserungen beim Bewegtbild eher moderat aus: Am spannendsten ist hier die Tatsache, dass der Augen-AF in Echtzeit nun auch bei Videos zur Verfügung steht. Zudem wurde der Blitzschuh um eine digitale Audio-Schnittstelle erweitert; der Clou: Signalverarbeitung und Digital-Umwandlung finden direkt im speziell dafür entwickelten Mikrofon statt. Störgeräusche, die bei der Übertragung per Kabel entstehen können, werden so zuverlässig eliminiert.

Die 7R IV zeichnet nach wie vor maximal UHD-Videos mit bis zu 30 Bildern/s beziehungsweise Full HD mit bis zu 120 fps und 100 MBit/s auf, extern mit 4:2:2-Pixel-Auslesung und 8 Bit Farbtiefe. Erste Testaufnahmen zeigen jedoch einen deutlichen Rolling-Shutter-Effekt bei schnellen Bewegungen. Über den genannten Dynamikumfang von 15 Blendenstufen und das Auflösungsvermögen lässt sich noch kein abschließendes Urteil fällen. Wir warten gespannt auf die Messungen aus dem Labor. Aber nicht mehr lange, denn: Die Sony Alpha 7R IV soll bereits im September in den Händler-Regalen stehen.


Der Megapixel- Riese, der beinahe alle Wünsche erfüllt. SASCHA LUDWIG, REDAKTEUR


Die Sony Alpha 7R IV ist ein wahr gewordener Fotografen-Traum, gar keine Frage. Mit einer Auflösung von 60 Megapixeln stößt sie dennoch an eine Grenze, denn: Je höher die Auflösung, desto anfälliger sind die Aufnahmen für Unschärfe, die durch die Bewegungen des Fotografen entstehen. Bildstabilisator und sogenannte Shock-Absorber leisten zwar sehr gute Arbeit, Abhilfe und somit ultimative Schärfe kann hier aber nur ein Stativ oder eine verhältnismäßig kurze Belichtungszeit schaffen. Wer mit dem Kauf einer hochauflösenden Kleinbild- DLSM liebäugelt, freut sich doppelt, dürfte doch das starke Vorgängermodell bald deutlich günstiger zu haben sein.