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KAMERA-SPECIAL: SLRs UND SPIEGELLOSE SYSTEMKAMERAS: NEU BEWERTET


fotoMAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 60/2019 vom 03.05.2019

Den großen Test des Jahres haben wir diesmal genutzt, um die Bewertung von Spiegelreflex- und spiegellosen Systemkameras zu aktualisieren. Auf den folgenden Seiten stellen wir die nach unserem neuen Bewertungsschema besten 22 Modelle aus fünf Kategorien vor.


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Bildquelle: fotoMAGAZIN, Ausgabe 60/2019

Die letzte Überarbeitung unseres Kameratests fand 2016 statt. In der Zwischenzeit hat sich bei der Kameratechnik viel getan und es wurde Zeit, die Auswertungskriterien anzupassen. So haben in den letzten Jahren einige Kameras die Obergrenze unserer Auflösungs-, Ausstattungs- und Geschwindigkeitswertung gesprengt. Um der aktuellen Kamerageneration ...

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Die letzte Überarbeitung unseres Kameratests fand 2016 statt. In der Zwischenzeit hat sich bei der Kameratechnik viel getan und es wurde Zeit, die Auswertungskriterien anzupassen. So haben in den letzten Jahren einige Kameras die Obergrenze unserer Auflösungs-, Ausstattungs- und Geschwindigkeitswertung gesprengt. Um der aktuellen Kamerageneration besser gerecht zu werden, haben wir daher folgende Änderungen vorgenommen: • Bildqualität: Die Messlatte für die Auflösung haben wir angehoben. Dies hat zur Folge, dass sich alle Kameras bei den erreichten Prozentwerten verschlechtert haben. Die sehr hochauflösenden nur geringfügig, Modelle mit niedriger Auflösung stärker. Außerdem haben wir Auflösung und Rauschen stärker gewichtet: Diese beiden Werte machen nun jeweils knapp 35 % der Gesamtwertung aus. Die Eingangsdynamik im JPEG gewichten wir mit 10 %, Artefakt- und Scharfzeichnungsnote jeweils mit 8 %, die Ausgangsdynamik mit 5 %.
• Geschwindigkeit: Bei Serienbildern wird nun primär die Geschwindigkeit mit aktivierter AF-Nachführung gewertet. Das führt vor allem bei einigen spiegellosen Systemkameras zu Abwertungen, die ihre höchste Geschwindigkeit nur mit Einzel-AF erreichen. Außerdem haben wir die Skala für die Anzahl der Raw-Bilder in Folge höher gesetzt.
• Ausstattung: Die Checkliste für die Ausstattungswertung haben wir aktualisiert. So werden nun beispielsweise auch die Akkulaufzeit (gemäß CIPA-Standard) und bei spiegellosen Systemkameras die Sucherauflösung nach einem festen Schema gewertet – das kommt tendenziell Spiegelreflexkameras mit längerer Akkulaufzeit zugute. Die Messlatte für die Monitorgröße und Auflösung haben wir angehoben. Kameras ohne Sucher schneiden nun schlechter ab als zuvor.
• Bedienung: Die Bedienung ist der subjektivste Faktor. Wir haben ihn nun in die Ausstattungswertung integriert. Nur bei offensichtlichen Bedienschwächen oder ergonomischen Vorteilen, wie einem Hochformatauslöser, können hier Malus- oder Bonuspunkte vergeben werden.

Zu den Testsiegern bei Micro Four Thirds gehört die Olympus OM-D E-M1X mit integriertem Hochformatauslöser.


Unter dem Strich sind die Bewertungskriterien nun also strenger, was auch zur Folge hat, dass sich einige Noten ändern. So rutscht die Olympus OM-D E-M1X knapp unter die Super-Wertung und rund ein Dutzend Kameras fallen von Sehr gut auf Gut ab.
Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen die 22 besten Kameras aus fünf Kategorien vor. Die komplette, permanent aktualisierte Bestenliste auf Basis unseres neuen Bewertungssystems finden Sie auf unserer Webseite (www.fotomagazin.de/technik/kamerabestenliste).

Spiegellose Systemkameras

Spätestens seit dem Einstieg von Canon und Nikon in das spiegelloseVollformat im letzten Herbst haben die modernen Systemkameras die traditionellen Spiegelreflexkameras in der öffentlichen Aufmerksamkeit abgelöst. Der erfolgreichste Newcomer ist aber Panasonic: Die brandneue Lumix S1R (47 Megapixel) teilt sich den Testsieg mit der Sony Alpha 7R III (42 Megapixel) – beide erhalten als zur Zeit einzige Kameras die herausragende Super-Note und überzeugen mit einer nahezu perfekten Mischung aus sehr hoher Bildqualität, Geschwindigkeit und Ausstattung. Trotzdem gibt es Unterschiede: Die Alpha ist schneller (10 Bilder/s mit AF-Nachführung), die Lumix punktet mit der noch besseren Ausstattung (unter anderem 4K/60p). Einen Pixel-Shift-Modus zur Erhöhung der Auflösung bringen beide Kameras mit. Auf Platz drei landet wiederum Sony mit der professionellen Sportkamera Alpha9. Sie hinkt zwar bei der Auflösung etwas hinterher (nur 24 Megapixel), erreicht dafür bei der Geschwindigkeit aber die 100%. Knapp dahinter teilen sich die Nikon Z 7 und die Canon EOS R den fünften Platz. Die EOS ist mit 2500 Euro auch die preiswerteste Kamera in den Top 5 und erhält den Preistipp. Nachteil: Als einziger großer Hersteller verweigert sich Canon noch der Bildstabilisierung im Kameragehäuse (IBIS, In Body Image Stabilization). Ein Blick auf unsere Online-Bestenliste zeigt, dass auch unter 2000 Euro einige sehr attraktive Vollformatkameras erhältlich sind, beispielsweise die EOS RP für 1500 Euro (Gesamtwertung 86 %) und die Sony Alpha 7 II (1100 Euro, 84 %) – letztere sogar mit IBIS.
Der spiegelloseAPS-C -Bereich wird von Fujifilm und Sony dominiert. Der Testsieg geht an die Fuji X-H1. Sie punktet neben einer sehr guten Bildqualität vor allem mit der extrem hohen Geschwindigkeit und dem 4K/60p-Videomodus. Auch die Ausstattung ist hervorragend – als einzige Fuji-Kamera ist die X-H1 mit IBIS ausgestattet. Nur knapp dahinter platzieren sich vom selben Hersteller die X-T2 und X-T3, die etwas kleiner sind und noch auf IBIS verzichten. Noch einen Prozentpunkt dahinter folgen zwei Sony-Modelle: Die Alpha 6300 erreicht in unserem Test die beste Bildqualität aller APS-C-Kameras (extrem hohe Auflösung für eine 24-Megapixel-Kamera, sehr niedriges Rauschen). In dieser Hinsicht überbietet sie sogar die teurere Alpha 6500, die dafür als einzige APS-CKamera von Sony mit IBIS ausgestattet ist. Da die Alpha 6300 mit 720 Euro Straßenpreis auch die günstigste Kamera ist, erhält Sie den Preistipp. Ganz knapp den Einzug in die Top-4 verpasst hat die Alpha 6400, die mit dem aktuell besten Tracking-AF unter Sonys APS-C-Modellen punktet.
Den kleinsten Sensor unter den spiegellosen Systemkameras haben dieMicro-Four-Thirds -Modelle (MFT) von Olympus und Panasonic. Den Testsieg teilen sich hier die brandneue Olympus OM-D E-M1X und die Panasonic Lumix G9. Beide erreichen eine Bildqualität, die zumindest im bewerteten Bereich bis ISO 6400 mit der APS-C-Konkurrenz mithalten kann. Der Test in fotoMAGAZIN 5/19 hat allerdings gezeigt, dass bei noch höheren ISO-Werten, die größeren Sensoren Vorteile haben. Absolute Spitzenergebnisse erzielen die besten MFT-Kameras bei der Geschwindigkeit und auch die Ausstattung lässt kaum Wünsche offen. Die beiden Testsieger punkten unter anderem mit Pixel-Shift für höhere Auflösungen, die Lumix G9 ist im Videobereich mit 4K/60p noch besser aufgestellt. Das gilt auch für die Drittplazierte Lumix GH5. Wer in die MFT-Welt für weniger als 1000 Euro einsteigen will, sollte sich die beispielsweise die Lumix G81 ansehen, die schon für rund 640 Euro erhältlich ist (die Nachfolgerin G91 steht in den Startlöchern, siehe Seite 88).

Die Nikon D7500 zählt zu den Testsiegern bei Spiegelreflexkameras mit APS-C-Sensoren.


Den Preistipp für das spiegellose Vollformat bekommt die Canon EOS R.


Spiegelreflex

Den Testsieg bei denVollformat -Spiegelreflexkameras teilen sich die Nikon D850 und Sonys SLT-Kamera Alpha 99 II. Letztere ist keine klassische Spiegelreflexkamera, sondern nutzt den Spiegel nur für den Autofokus, das Sucherbild wird elektronisch erzeugt. Mit einer Auflösung von 2,36 Millionen Punkten ist der Sucher nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Dafür ist die Alpha bei den Serienbildern noch etwas schneller und mit IBIS ausgestattet. Knapp hinter den beiden Testsiegern landen die professionelle Sport-SLR Canon EOS-1D X Mark II und die hochauflösende EOS 5D Mark IV. Letztere hat die bessere Bildqualität, die 1D X II ist dagegen die schnellste Kamera unter den Bestplatzierten. Wer weniger Geld ausgeben will, sollte sich die Canon EOS 6D Mark II ansehen, die mit 86 % in unserer Bestenliste ebenfalls recht weit vorne landet und schon für ca. 1500 Euro zu haben ist.
Die Spiegelreflexkameras mitAPS-C -Sensoren werden von den gleichen Herstellern dominiert wie das Vollformat-Segment. Den Testsieg teilen sich die Nikon D500 und D7500, die den gleichen Bildsensor nutzen und eine ähnliche Bildqualität erreichen. Die D500 hat den schnelleren Serienbildmodus, allerdings haben wir eine längere Auslöseverzögerung gemessen. Nur knapp dahinter landen die Canon EOS 80D und die SLT-Kamera Alpha 77 II von Sony. Die Sony punktet mit dem schnellsten Serienbildmodus (12 Bilder/s), allerdings ist der Pufferspeicher etwas knapp bemessen. Die EOS 80D bekommt mit einem Straßenpreis unter 1000 Euro den Preistipp.

Der Testsieger im spiegellosen APS-C-Bereich ist die Fujifilm X-H1.


So testet fotoMAGAZIN Kameras

Die Auflösung ermitteln wir anhand eines Testbildes mit neun Siemenssternen.


Für den Test des Jahres haben wir alle Wechselobjektiv- und Kompaktkameras im Testlabor Anders Uschold Digitaltechnik mit dem Verfahren DCTau 5 getestet (im JPEG-Modus mit Werkseinstellungen). Die von der ISO-Einstellung abhängigen Werte Auflösung, Bildrauschen und Belichtungsumfang (Eingangsdynamik) messen wir in allen bei der jeweiligen Kamera verfügbaren ISO-Stufen. Für die Bewertung werden nur die in den jeweiligen Kategorien von allen Kameras unterstützten Werte herangezogen: Bei Wechselobjektivkameras aktuell Werte bis ISO 6400, bei Kompaktkameras bis ISO 3200.
Die Labormessungen erfolgen bei Wechselobjektivkameras mit Referenzobjektiven (in der Regel den jeweils besten Festbrennweiten des Kameraherstellers). Insgesamt erfassen und bewerten wir folgende Aspekte der Bildqualität:
Auflösung : Die Auflösung geben wir in effektiven Megapixeln an. Dieser Wert beschreibt, wie viele Details die jeweilige Kamera-Objektiv-Kombination tatsächlich darstellt. Das Verhältnis von theoretischer zu gemessener Auflösung ist derWirkungsgrad . Eine Kamera mit 24-Megapixel-Sensor und 24 effektiven Megapixeln hätte also einen idealen Wirkungsgrad von 100 %. In der Regel nimmt die gemessene Auflösung in den höheren ISO-Stufen ab, da durch das Bildrauschen bzw. den Rauschfilter Details verloren gehen. Bei Kompaktkameras mit Zoomobjektiven messen wir die Auflösung außerdem in drei Brennweiten.
• BeimBildrauschen sind Werte zwischen 1 und 2 sehr gut, um die 3 gut, über 4 stört das Rauschen deutlich.
• DerBelichtungsumfang (Eingangsdynamik ) gibt an, wie gut die Kamera helle und dunkle Bildbereiche differenzieren kann. Ab 8 Blendenstufen ist er sehr gut, ab 9 hervorragend.
Artefakt-/ Scharfzeichnungsnote : Mit Schulnoten bewerten wir die Anfälligkeit für Artefakte (Bildstörungen, vor allem Moirés und Aliasing, also Treppenbildung an schrägen Kanten). Die Scharfzeichnungsnote ist umso schlechter, je stärker Kanten für eine Steigerung des visuellen Schärfeeindrucks manipuliert werden und dadurch Geisterlinien entstehen.
• Nur bei Kompaktkameras werdenVerzeichnung undVignettierung bewertet.
Visuelle Bewertung : Im Praxistest vergleichen wir Bilder visuell und im Raw-Modus. Auffälligkeiten können zu Auf- oder Abwertungen führen.

Geschwindigkeit und Ausstattung

Im Labor messen wir außerdem dieAuslöseverzögerung mit Einzel-Autofokus. Diese wird bei Systemkameras in der Regel mit Kitobjektiven oder anderen Standardzooms im Weitwinkel und im Tele sowie bei viel und wenig Licht gemessen. Die Auslöseverzögerung fließt zusammen mit der in der Redaktion gemessenenSerienbildgeschwindigkeit mit aktivierter AF-Nachführung und Serienbilddauer in die Geschwindigkeitswertung ein. DieAusstattungswertung erfolgt auf Basis einer Checkliste mit den wichtigsten Funktionen. Für die Gesamtnote wird die Bildqualität am stärksten gewichtet (60 %), die Geschwindigkeit mit 20 %, die Ausstattung und Bedienung mit zusammen 20 %. Aufgrund der unterschiedlichen Kriterien und Gewichtungen sind die prozentualen Ergebnisse zwischen Wechselobjektivkameras und Kompaktkameras nicht vergleichbar, die reinen Messwerte schon. Eine ausführliche Beschreibung unseres Testverfahrens finden Sie unter: www.fotomagazin.de/technik/der-kameratest-laborund-praxis.


PRODUKTFOTOS: © HERSTELLER

FOTO: © ANDERS USCHOLD