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KAMERAS: Canon EOS RP (ca. 1.500 Euro) Liebling, ich habe die EOS geschrumpft


CHIP Foto-Video - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 05.04.2019

Eine Kleinbild-DSLM für Profis, eine für Einsteiger: Nach diesem beliebten Motto bringt Canon nun die EOS RP und macht dabei ein Angebot, das man kaum ablehnen kann.


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Bildquelle: CHIP Foto-Video, Ausgabe 5/2019

Nachfolger haben es immer schwer: Nicht nur in der Filmbranche spült nicht jede Fortsetzung mehr Bares in die Kinokassen als das Erstlingswerk. Doch was wäre, wenn der Eintritt für Teil zwei deutlich günstiger wäre als noch beim ersten Teil? Nähme der Zuschauer weniger krachige Szenen oder einen Sparkurs bei den Produktionskosten für ein geringeres Eintrittsgeld in Kauf? Die Canon EOS RP stellt diese These auf die Probe und präsentiert sich ...

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... als waschechte Einsteiger-DSLM mit Kleinbildsensor zum derzeit fast konkurrenzlos günstigen Preis. Film ab!

Mein Name ist EOS; kleinere EOS

Genauso wie ein Sequel im Kino muss sich die spiegellose Canon EOS RP zunächst den Vergleich mit der direkten Vorgängerin gefallen lassen. Rund vier Megapixel weniger bei der Auflösung, effektiv also 26,2 Megapixel, stehen im Vergleich mit der EOS R für Aufnahmen zur Verfügung. Angesichts dieser Zahlen dürfte Canon-Kennern gleich die DSLR-Allrounderin EOS 6D Mark II einfallen – zumal ISO-Werte zwischen 100 und 40.000, die auf ISO 50 nach unten und ISO 102.400 nach oben hin erweiterbar sind, diesen Verdacht noch untermauern. Und auch der mechanische Schlitzverschluss, der eine kürzeste Belichtungszeit von 1/4.000 Sekunde erlaubt, deutet auf eine Nähe zum DSLR-Modell. Warum auch ändern, was sich bisher bewährt hat. Dass Canon die Sensor-Einheit aus der EOS 6D Mark II also quasi recycelt hat, bietet keinen Anlass zur Kritik.

Ein anderer Umstand hingegen schon: Kommt statt des mechanischen Verschlusses der elektronische, bei Bedarf lautlose Verschluss zum Einsatz, zeigt sich häufiger der sogenannte Rolling-Shutter-Effekt. Sprich, besonders bei schnellen Bewegungen können gerade Linien verzerrt oder gebogen erscheinen. Da der gesamte Bildchip nicht simultan, sondern nur zeilenweise ausgelesen wird, bewegen sich Bildelemente während dieser kurzen Zeit ein kleines Stückchen weiter und werden so falsch abgebildet. Ein Problem, mit dem bereits die EOS R zu kämpfen hatte.

Hasta la vista, Touchleiste

Doch zurück zu den Unterschieden zwischen der EOS RP und dem Schwestermodell EOS R. Anders als bei den Vollformat-DSLM-Schwestern von Nikon und Panasonic erkennt man bei Canon bereits am Gehäuse, ob es sich um das Profi- beziehungsweise Einsteigermodell handelt. So ist das Gehäuse der EOS RP nicht nur deutlich kleiner und schmaler als das der EOS R, sondern mit 485 Gramm inklusive Akku und Speicherkarte auch rund 100 Gramm leichter. Die umstrittene Touchleiste an der Rück-, sowie das Info-Display auf der Oberseite fehlen beim neuen Modell.

Ausgetauscht hat Canon auch den elektronischen Sucher. Der ist in der Diagonalen rund drei Millimeter kleiner und verfügt mit 2,36 Millionen Bildpunkten auch nur über zwei Drittel der Auflösung seines Pendants in der EOS R. Für eine ordentlich scharfe und vor allem verzögerungsfreie Darstellung mit 100 Prozent Bildfeldabdeckung und 0,76-facher Vergrößerung reicht es aber allemal. Die Rückseite der DSLM ziert ein ähnlich abgespecktes Touchdisplay mit jetzt 3,0 statt 3,2 Zoll in der Diagonalen und einer zwar halbierten, aber dennoch ausreichend scharfen Auflösung von 1,04 Millionen Bildpunkten. Gleich geblieben ist erfreulicherweise die seitlich am Gehäuse angebrachte Aufhängung des dreh- und schwenkbaren Bildschirms. Neu hinzugekommen ist ein ganz konventionelles Modus-Wahlrad für den Schnellzugriff auf Belichtungs- und Szenenprogramme auf der Oberseite des Gehäuses. Die für Einsteiger wichtige intuitive Bedienfreundlichkeit steigt dadurch deutlich.

Apropos Bedienung: Die EOS RP liegt wirklich gut in der Hand, alle Knöpfe und Rädchen sind problemlos erreichbar. Größere Hände freuen sich über die optionale Grifferweiterung EG-E1, mit der dann auch wirklich alle Finger festen Halt am Gehäuse finden. Die Menüstruktur ist übersichtlich, „My-Menu“ und frei belegbare Knöpfe laden zum individuellen Konfigurieren ein.

Unter der Abdeckung des Akkufachs versteckt sich nicht nur der SD-Steckplatz für UHS-II-Karten, sondern auch die Batterie, die uns so gar nicht begeistern kann: Mit einer geringen Kapazität von 1.040 mAh geht der Stromquelle im Test bereits nach 400 Aufnahmen die Puste aus, eine schwache Leistung. Zudem findet sich unter der seitlichen Abdeckung lediglich ein USB 2.0-Anschluss. WLAN und Bluetooth zur drahtlosen Kommunikation oder Steuerung der DSLM per App sind aber vorhanden.

Möge die Bildqualität mit dir sein!

In Sachen Ergonomie punktet die EOS RP, die Ausstattung fällt dafür teils deutlich reduziert aus. Doch welches Niveau erreichen Bildqualität und Leistungsdaten? Kurz gesagt liegt es irgendwo in der Mitte. Der bekannte Dual-Pixel-Autofokus kann zunächst noch durchweg begeistern. Sowohl in Sachen Genauigkeit als auch bei der Geschwindigkeit kann die EOS RP im Vergleich zu den Großen mithalten: Die Schärfeverlagerung vom Vorder- in den Hintergrund oder umgekehrt erfolgt flott, sehr schön. Vom Einschalten bis zum ersten Bild vergeht nur rund eine Sekunde; so ist es angesichts des schwachen Akkus also durchaus praktikabel, die EOS RP zwischendurch bei Nichtbenutzung komplett auszuschalten. Und egal ob bei Tages- oder Schwachlicht: Die Auslöseverzögerung fällt sehr gering aus, prima.

Canon EOS RP mit RF 24–105 mm f/4 |95 mm (KB) |f/4 |1/100Sek. |ISO12.800
Schwachlicht: Bei hohen ISO-Werten und wenig Umgebungslicht leiden feine Details deutlich. Höher als bis ISO 12.800 sollten Sie nur im äußersten Notfall gehen.


Bei Serienbildern lässt es die EOS RP gemächlicher angehen: Kommt die Schärfenachführung im Servo-Modus zum Einsatz, stemmt sie knapp vier Bilder pro Sekunde, ohne kontinuierlichen AF ist noch ein Bild mehr pro Sekunde drin. Dieses Tempo reicht für viele alltägliche Aufnahmesituationen, genügt Sport- oder Wildlife-Fotografen aber eben nicht. Nach gut 50 RAWs in Folge ist bei Höchstgeschwindigkeit eine Pause angesagt. JPEGs schießt die Spiegellose dagegen so lange, bis die Speicherkarte voll ist.

Um die Qualität der Bilder aus der EOS RP zu beschreiben, reicht schließlich beinahe ein Wort, das wir im Zusammenhang mit der DSLM leider des Öfteren benutzen müssen: mittelmäßig. Bei niedrigen ISO-Werten bis einschließlich ISO 400 geht die gemessene Auflösung noch weitestgehend in Ordnung. Rund 80 Prozent der theoretisch möglichen 2.496 Linienpaare pro Bildhöhe werden auch tatsächlich abgebildet. Bei ISO 800 zeigen die Labormessungen ein Absinken auf 70 Prozent, insgesamt aber noch eine passable Leistung. Mit der Darstellung feiner Details tut sich die EOS RP deutlich schwerer: Bereits bei ISO 100 messen wir hier nur mäßige 65 Prozent des theoretischen Maximums.

Video, wir haben ein Problem

Zuletzt noch ein Blick auf die Bewegtbild-Eigenschaften der Canon-DSLM, die – wer hätte es auch anders erwartet – im Vergleich zur großen Schwester ebenfalls abgespeckt wurden. Zumindest sind alle Anschlüsse für Peripheriegeräte vorhanden: 3,5-mm-Klinkenstecker für je einen Kopfhörer und ein Mikrofon, gut so. Ein Mini-HDMI Typ C ist zwar mit an Bord, leitet die Videodaten aber nur mit 8 Bit Farbtiefe und 4:2:2-Farbabtastung zu einem externen Rekorder weiter. 10 Bit Farbtiefe beherrscht die EOS RP nicht und UHD-Videos zeichnet sie nur mit 25 oder 24 Bildern pro Sekunde auf. In Full-HD-Auflösung liegt die Obergrenze bei 60 Bildern. Immerhin ist die EOS RP so die günstigste Kleinbild-DSLM, die auch UHD-Videos aufzeichnen kann. Praktisch: Zwischen zwei vollen Blendenstufen stehen im Video-Modus acht einzelne Zwischenschritte zur Feinjustierung zur Verfügung. Leichte Helligkeitsunterschiede zwischen zwei Aufnahmen lassen sich so sehr exakt ausgleichen.

Deutlich geringer fallen dafür die Datenraten aus, sie betragen bei der EOS RP in der Spitze 120 MBit/s. Zum Vergleich: Die EOS R liefert das Vierfache, samt der Möglichkeit, alle Einzelbilder eines Videos als unkomprimierte All-Intra-Frames zu speichern.

Am Ende kämpft die EOS RP bei Videodrehs auch noch mit einem deutlichen Beschnitt, der sogenannte Crop-Faktor liegt bei 1,6. Das zumindest kennen wir bereits von der EOS R. Für Videografen dennoch ein Punkt, den es im Hinterkopf zu behalten gilt, denn: Beim Filmen mit Crop verlängert sich die verwendete Brennweite quasi um genau diesen Faktor. Ein Beispiel: Aus 24 Millimetern werden so rein rechnerisch knapp 40 Millimeter. Wenn also Aufnahmen im Weitwinkel gewünscht sind, kann sich dieser Umstand zu einem echten Ärgernis entwickeln.

Beinahe einziger Wermutstropfen: Das Dual-Pixel-AF-System erlaubt es nun, den beliebten Augen-Autofokus auch im Video-Modus zu nutzen. Das funktioniert, wie übrigens auch alle anderen Autofokus-Modi, im Bewegtbild sehr gut. Beim Thema Video hat Canon dennoch die große Chance verpasst, Filmern und vor allem Bloggern mit einem Faible für das angesagte Vollformat ein bezahlbares und zugleich leistungsstarkes Werkzeug an die Hand zu geben. In diesem wie auch in fast jedem anderen Punkt ist die EOS RP somit „nur“ Mittelmaß. Bis auf den Preis; da ist die spiegellose Vollformat-EOS richtig großes Kino!


Ein potenzieller Kassenschlager, trotz Hungerkur
SASCHA LUDWIG, REDAKTEUR


+ Tolle Ergonomie, einsteigerfreundliche Bedienung, vergleichsweise günstiger Preis

- Bildqualität bei Schwachlicht, Videos mit deutlichem Crop, schwacher Akku

Zubehör für die Canon EOS RP

Einsteiger können mit der EOS RP samt Kit-Optik jederzeit loslegen. Wer die DSLM vielseitiger einsetzen möchte, kommt um die Anschaffung von Zubehör nicht herum. Ein Zusatz-Akku ist dabei fast schon ein Pflichtkauf.

Der größte Pluspunkt des EOS-Systems ist die Palette an EF-Objektiven – per Adapter lassen sie sich an der EOS RP problemlos nutzen.


Der Handgriff EG-E1 sorgt für ein deutlich verbessertes Handling. Akku- und Speicherkartenfach bleiben dennoch immer erreichbar. Preis: rund 80 Euro


Die Kapazität des in der EOS RP verwendeten Akkus LP-E17 ist mit 1.040 mAh nicht gerade üppig. Eine zweite oder gar dritte Batterie ist von Vorteil, kostet aber jeweils 45 Euro.


Bei niedrigen Werten bis ISO 400 weisen Bilder aus der EOS RP sowohl eine hohe Auflöung als auch ansprechende Details auf.
Canon EOS RP mit RF 24–105 mm f/4 |105 mm (KB) |f/8 |1/160Sek. |ISO200

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Auflösung und Details: Von theoretisch möglichen 2.496 Linienpaaren pro Bildhöhe liefert die EOS RP bei der Auflösungsmessung gute 2.036 Linienpaare bei ISO 100. Die Marke von 1.800 Linienpaaren unterschreitet die DSLM ab ISO 800, hält aber bis ISO 6.400 dieses Niveau recht konstant. Anders bei der Detaildarstellung: Bereits bei ISO 100 liegen die Werte knapp unterhalb der Marke von 1.700 Linienpaaren, bei ISO 400 messen wir nur noch ernüchternde 1.595 Linienpaare; feine Details wirken hier schon matschig und weich.

Rauschverhalten: Mit Störpixeln kommt die EOS RP besser klar und übertrifft dabei sogar die große Schwester EOS R: Bis einschließlich ISO 3.200 hält die DSLM das Rauschen auf einem erfreulich unauffälligen Niveau. Dieser Umstand ist weitestgehend dem kamerainternen Weichzeichner zu verdanken, der sich aber negativ auf die Detaildarstellung auswirkt.