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KAMERAS: IN LABOR & PRAXIS GETESTET: 100 Megapixel für Platz 1


CHIP Foto-Video - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 04.09.2019

Enorme 100 Megapixel löst der Mittelformat-Sensor der Fujifilm GFX100 auf. Doch das Profi-Modell allein darauf zu reduzieren, würde der Kamera nicht gerecht. Denn die Fujifilm hat noch erstaunlich mehr auf dem Kasten.


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Bildquelle: CHIP Foto-Video, Ausgabe 10/2019

Zoomen und staunen: Kleinste Details, feinste Texturen, und das alles sogar noch bei hohen ISO-Werten – wohl jeder, der mit der Fujifilm GFX100 fotografiert, dürfte von den Aufnahmen begeistert sein. Unfassbare 11.648 x 8.736 Pixel misst jede Aufnahme der Fujifilm GFX100. Im Bereich der APS-C- oder Kleinbildsensoren wäre das mehr als verrückt. Doch das Herz der GFX100 ist ein ...

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... Mittelformat-Sensor, der rund 70 Prozent mehr Fläche besitzt als ein Kleinbild-Chip, wie etwa der einer Sony Alpha 7R IV mit ihren 61 Megapixeln. Hochgerechnet ist der „Pixelpitch“, also der Abstand der Pixelelemente voneinander, sogar in etwa der Gleiche wie bei der Sony. Allerdings besitzt die Fujifilm einen entscheidenden Vorteil: die verfügbaren Objektive.

Die Optiken sind alles andere als kompakt und teils sogar über ein Kilogramm schwer. Dazu erreichen die lichtstärksten Modelle gerade mal f/2,8. Doch die superbe Abbildungsleistung der GFX-Objektive lässt einen Preis, Gewicht und die moderat hohe Lichtstärke vergessen. Selbst an der GFX100 mit ihren 100 Megapixeln leisten sie Beeindruckendes. In der 100-Prozent-Ansicht am Bildschirm erstrahlen selbst feinste Details wie Tierhaare hochaufgelöst.

Im Labor erzielt die Fujifilm GFX100 bis zu 4.358 Linienpaare pro Bildhöhe – neuer Rekord! Hinzu kommt eine erstaunlich hohe Objektivgüte. Selbst in der 1:1-Ansicht lassen sich chromatische Aberrationen kaum bis gar nicht erkennen. Lediglich eine leichte Vignettierung tritt bei einigen Optiken wie dem 63 mm f/2,8 in Erscheinung. Doch dies lässt sich in Lightroom oder Capture One im Handumdrehen korrigieren.

Bildqualität der Superlative

Eine nicht minder beeindruckende Leistung zeigt der Bildchip, was die Minimierung von Bildrauschen angeht. Wer angesichts der 100 Megapixel vermutet, dass ab ISO 800 die Störpixel überhandnehmen, darf aufatmen. Ein Thema ist Bildrauschen erst ab ISO 3.200 – in der 100-Prozent-Ansicht. Bei Ausdrucken in DIN-A3-Größe können Fotografen selbst ISO 12.800 ohne erkennbare Kompromisse bei Details, Schärfe oder Farbwiedergabe nutzen. Selbst in der 100-Prozent-Ansicht erscheinen Aufnahmen mit so hoher ISO akzeptabel.

Die Kehrseite der gigantischen Auflösung ist aber die enorme Datenmenge. Sogar eine 128-GByte-Speicherkarte fasst gerade mal 650 Aufnahmen unkomprimierter RAWs, die über 200 MByte groß sind – pro Datei! Mit etwa halb so großen komprimierten RAWs lässt sich zwar Platz sparen. Doch speziell in dunklen Bildbereichen treten bei nachträglicher Aufhellung leichte Kompressionsartefakte auf – ein Grund, komprimierte RAWs eher zu meiden. Denn nur mit unkomprimierten RAWs ist es möglich, den vollen Dynamikumfang des Sensors von 15 Lichtwerten auszunutzen. Bei JPEGs empfiehlt sich die bestmögliche Stufe „Super Fine“, die mit etwa 30 MByte eine zwar ziemlich opulente, aber vertretbare Dateigröße aufweist.

Aufgrund der Datenmengen sollten Fotografen sehr große SD-Karten mit mindestens 32, besser 64 GByte nutzen, und zwar die schnellen Varianten mit UHS-II-Standard. Da die GFX100 zudem zwei Kartenschächte mit UHS-II-Unterstützung besitzt, empfiehlt sich, zugunsten einer schnellen Speicherung einen Slot für JPEG und einen für RAW zu nutzen.

Wünschenswert sind dabei eine geringere Auflösung sowie andere Seitenverhältnisse bei RAWs. Denn für JPEGs stehen neben dem Sensor-Seitenverhältnis 4:3 weitere Größen und Formate zur Wahl, darunter 3:2 (90 MPixel), 1:1 (76 MPixel) sowie 16:9 (76 MPixel).

Video? Video!

Der exzellenten Bildqualität von Einzelaufnahmen steht die von Videos in nichts nach – für eine Mittelformatkamera keineswegs selbstverständlich. Die bestmögliche Einstellung ist Cinema 4K (DCI, 17:9) mit 400 MBit, All-Intra-Komprimierung und 30 Bildern pro Sekunde. Da der Sensor komplett ausgelesen wird, entsteht kein zusätzlicher Cropfaktor. Bewegtbilder erscheinen per Supersampling wunderbar scharf und detailreich. Full HD steht auch zur Wahl, die Bildwiederholrate steigt so auf maximal 60 Bilder pro Sekunde. Zeitlupen fehlen hingegen.

Dafür gibt es das flache Farbprofil V-Log, HLG für HDR-Videos, Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer sowie h.265-Container mit interner 4:2:0 10-Bit- oder – via Mini-HDMI – externer 4:2:2 10-Bit-Aufzeichnung. Wer einen cineastischen Look ohne nachträgliche Bearbeitung am PC bevorzugt, schaltet wie im Foto-Modus eine der zehn Filmsimulationen zu, darunter Acros und Eterna. Praktisch ist, dass der triaxial klappbare, 3,2 Zoll große sowie hochauflösende Bildschirm eine Touchfunktion besitzt. Filmer können so auch während der Aufnahme den Fokuspunkt per Fingerzeig verlagern. Das klappt erstaunlich gut und flott. Ein externes Mikro lohnt sich, denn das integrierte Mikro zeichnet die hörbaren Geräusche des AF-Motors mit auf.

Apropos Autofokus: Im Labor und meist auch in der Praxis überzeugen die 425 gut verteilten Phasen-AF-Felder mit schneller, treffsicherer Scharfstellung. Für Action- und Sportaufnahmen bietet sich die GFX100 dennoch nur bedingt an. Zu träge ist die Serienbildrate von nur 4,3 Bildern pro Sekunde und zu kurz die Serienlänge von nur 80 Bildern bei JPEG sowie 16 bei RAW – eine in Relation zur Auflösung aber dennoch solide Leistung.

Stotternder Fokusmotor

Andererseits scheint der Fokusmotor der Optiken nicht immer hinterherzukommen. Zwar blieb das Tracking, wie die grünen Quadrate im Bildschirm signalisierten, am Motiv kleben – in unserem Fall ein galoppierendes Pferd. Doch bei der Sichtung der Fotos wirkte die Stute nicht immer ideal fokussiert. Das lässt vermuten, dass die große Fokuslinse in GFX-Optiken so schwer ist, dass der Fokusmotor sie bei extrem dynamischen Motiven nicht schnell genug bewegen kann.

Bei weniger hektischen Motiven trifft der Fokus allerdings so gut wie immer punktgenau – die allermeisten Aufnahmen zeigen den schon erwähnten hohen Detail- und Schärfegrad. Und das gar bis zu einer erstaunlich langen Verschlusszeit: Mit dem GFX 63 mm f/2,8 entstehen noch bei 1/8 Sekunde verwacklungsfreie Bilder. Möglich macht das zum einen der zur Minimierung von „Shutter Shock“ gedämpfte mechanische Verschluss. Zum anderen eine Weltneuheit: Die GFX100 besitzt als erste Mittelformatkamera einen mechanischen Bildstabilisator. Laut Fujifilm ermöglicht er um bis zu 5,5 Blendenstufen längere Belichtungen. Da der extremen Auflösung wegen die Verschlusszeit bei mindestens einer 1/(doppelte Brennweite) Sekunde liegen sollte, erweist sich eine 1/8 Sekunde bei 63 mm trotz nicht ganz erreichter Herstellerangaben als eindrucksvolle Leistung.

Mittelformat im Panzerschrank

Ein weiteres Highlight markiert der satte 1,4 Kilogramm schwere Body, der sich extrem robust anfühlt. Regen und Staub dürften ihm genauso wenig anhaben wie ein paar ruppige Stöße. Testen wollten wir das aus Versicherungsgründen lieber nicht, aber wir trauen der GFX100 auf diesem Gebiet einiges zu.

Dass die Profi-Kamera so schwer und ähnlich groß wie eine Nikon D5 daherkommt, liegt wie bei der Sport-DSLR an ihrem integriertem Hochkantgriff. Im Gegensatz zur Nikon D5 hat Fujifilm den Griff allerdings nicht 1:1 geklont. Bei horizontaler Haltung liegt die Wölbung angenehm in der Hand, bei vertikaler Haltung aufgrund der kleineren und kantigeren Rundung dagegen weniger. Auslöser, Fokus-Joystick, die sechs Direkttasten wie auch der Quick-Menü-Knopf und die zwei Rändelräder sind aber gedoppelt und bequem bedienbar. Besonders lieben gelernt haben wir die Modus-Taste unter dem Auslöser, die ein Wechseln zwischen »A«- und »M«-Belichtungsmodus ermöglicht.

Wozu die Displays?

Etwas aufgesetzt wirken dagegen die beiden monochromen OLED-Displays: ein großes auf der rechten Schulter, ein kleines unter dem Klappdisplay. Was bei einer DSLR des optischen Suchers wegen durchaus Sinn ergibt, spielt bei einer DSLM eine weniger wichtige Rolle. Denn hier flimmert stets ein Display mit identischen Informationen, sprich Einstellungen, Speicherplatz und Histogramm. Heißt auch: Das Display auf der Rückseite lässt sich nicht deaktivieren, um Strom zu sparen. Denn wie bei einer Mittelformatkamera mit solch hoher Auflösung zu erwarten, gehört die GFX100 nicht gerade zu den Stromsparern. Maximal 188 UHD-Videominuten sowie 910 Auslösungen klingen für eine Spiegellose zwar recht ordentlich. Doch diesen Wert erreicht die GFX100 nur, wenn beiden Batteriefächer mit NP-T125-Akkus belegt sind. Wer den mitgelieferten Aufstecksucher nutzt, kommt gar nur auf rund 470 Fotos. Das dürfte der realistischere Wert sein, denn die Arbeit mit dem OLED-Sucher, der 5,7 Millionen Subpixel auflöst und eine riesige 0,87-fachen Darstellung bietet, macht enorm viel Spaß. Das rückseitige Display will man daher eigentlich nur zur Bildkontrolle nutzen.

Zwar lässt sich die Kamera per USB-Typ-C-Kabel und einer Powerbank laden. Das geschieht allerdings so langsam, dass dies eher als Notlösung gedacht zu sein scheint. Denn die beigelegte Ladeschale braucht etwa 1,5 Stunden für eine volle Ladung, was deutlich schneller ist. Zudem führt Fujifilm den Netzadapter AC-15V für rund 120 Euro im Programm, der sich zum Beispiel bei Studio-Shootings anbietet. Apropos: Tethered Shooting via USB sowie ac-WLAN bietet die DSLM ebenso an wie die Verbindung von Studioblitzen per Mini-Synchronkabel.

Mittelformat-Sensoren bei hoher Lichtempfindlichkeit zu betreiben, hätte sich bis vor wenigen Jahren wohl kaum jemand getraut. Der rückwärtig belichtete Sensor der Fujifilm zeigt, dass sich das Blatt gewendet hat. Stark!


Zubehör und Details

Kostspielige Extras? Die gibt es für eine 11.000-Euro-Kamera natürlich. Hinzu kommen neue Menüpunkte sowie ein vielseitiger Objektivpark.

Was bekommt man für rund 650 Euro? Zum Beispiel eine Woche Urlaub oder eine Fujifilm X-E3. Oder den Winkeladapter EVF-TL1 für GFX-Sucher.


Um Model und Visagist/ in nicht in pure Verzweiflung zu treiben, lässt sich ein dezenter Weichzeichner hinzuschalten, der Mikrokontraste und somit Hautunebenheiten etwas ausbügelt.


Ein weiterer neuer Menüpunkt zeigt den Ladezustand der Batterien. In fünf Level unterteilt gibt die Info Aufschluss, wie hoch die noch verfügbare Kapazität der Stromspeicher ist.


Verfügbare GF-Objektive (von links nach rechts): Fujinon 32–64 mm f/4, 120 mm f/4 OIS, 63 mm f/2,8, 110 mm f/2, 45 mm f/2,8, 250 mm f/4 OIS, Mitakon 85 mm f/1,2, 100–200 mm f/5,6 OIS. Weiter wurden
bereits angekündigt das Fujinon 50 mm f/3,5 sowie das Laowa 17 mm f/4 Zero-D.

@ @Gestochen scharf Sogar die Zoomobjektive des GFX-Systems lösen die extrem anspruchsvollen 100 Megapixel klasse auf.
Fujifilm GFX100 mit GF 32–64 mm f/4 R LM WR |50 mm (KB) |f/4 |1/400Sek. |ISO200


Die GFX100 im Labor und in der Praxis

Detailtreue: Der riesige Bildsensor ist freilich im Vorteil, wenn es um die Erfassung von feinen Strukturen geht. Bei hoher Lichtempfindlichkeit ist das weniger selbstverständlich. Deshalb begeistert die starke Leistung der GFX100: 3.778 Linienpaare pro Bildhöhe erzielt die DSLM bei ISO 100, lediglich 20 Prozent verlieren sich bis ISO 12.800 – klasse!

Farbe, Kantenschärfe, Bildrauschen: Ausgehend von der Filtersimulation Provia erscheinen Farben sehr natürlich. Tendenziell fallen einige Farbtöne etwas dunkler aus als das Original (jeweils rechte Hälfte der Farbtabelle). Die Kantenschärfe überzeugt ebenfalls: Bis ISO 400 erzielt die GFX100 zusammen mit dem GF 63 mm f/2,8 die physikalisch mögliche Grenze von 4.358 Linienpaaren. Bis ISO 6.400 fällt der Schärfeverlust sehr gering aus. Ebenso wie Bildrauschen: Erst ab ISO 3.200 treten Störpixel auf – in der 100-Prozent-Zoomstufe.

Bei rund vier Bildern/Sekunde fällt die Serienaufnahme kaum unter sporttauglich, der flotte, fest am Objekt klebende kontinuierliche Autofokus dagegen schon. Nur die Fokuslinse in der Optik kommt manchmal nicht schnell genug mit.
Fujifilm GFX100 mit GF 32–64 mm f/4 R LM WR |51 mm (KB) |f/4 |1/800Sek. |ISO64


GFX100 – der Koloss

Im Studio dürfte die Fujifilm ohnehin am häufigsten zum Einsatz kommen. Klar, der Bildstabilisator, die erstaunlich gute Bildqualität bei hoher ISO sowie der abgedichtete Body stellen die Weichen für Outdoor-Shootings. Doch das bullige Gehäuse sowie das hohe Gewicht, das samt Objektiv durchschnittlich Richtung drei Kilogramm geht, machen die GFX100 nicht gerade zur handlichen Alltagsbegleiterin. Dazu ist jede Aufnahme 100 Megapixel groß und lässt sich im Fall von RAWs nicht einmal verkleinert speichern. Für Outdoor-Fotografen wirken die Schwestermodelle GFX50S sowie die GFX50R daher deutlich attraktiver – erst recht angesichts des deutlichen Preisunterschiedes.

Denn mit rund 11.000 Euro ohne Objektiv ist die GFX100 die weitaus teuerste Kamera in unserer Bestenliste, sie ist aber insofern ein Schnäppchen, als vergleichbare Modelle wie die Phase One XF IQ3 100 Trichromatic mit über 40.000 Euro zu Buche schlagen. Die Fujifilm kostet gerade mal ein Viertel und besitzt zudem spannende Videofunktionen und allerhand nützlicher Extras. Wer sich also auf die GFX100 einlässt, bekommt kurz gesagt: die insgesamt beste Kamera, die CHIP FOTO-VIDEO bislang getestet hat.

Das Testurteil


Die Fujifilm GFX100 ist nicht nur die teuerste, sondern auch die beste Kamera, die wir bislang getestet haben.
MORITZ WANKE, CHEFREDAKTEUR


Die Fujifilm GFX100 erobert Platz 1. Wenig verwunderlich, dürfte manch einer sagen, schließlich fungiert ein riesiger Mittelformat-Sensor mit 100 Megapixel als Herzstück. Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht: Denn zwar triumphiert die Kamera vor allem in puncto Bildqualität. Doch auch in den Kategorien Ausstattung, Video und Geschwindigkeit muss die Leistung stimmen. Aber auch hier punktet die GFX100 kräftig. Insbesondere drei Aspekte haben mich beeindruckt. Zuerst der Bildstabilisator. Im ersten Moment belächelt, da ich mir kaum vorstellen konnte, wie Fujifilm solch eine riesige Pixeltanzfläche still halten will. Letztendlich staunte ich nicht schlecht über die Leistung des Bildstabilisators. Ebenso überrascht hat mich der Videomodus, der mit seiner Fülle von Funktionen und C4K-Auflösung mindestens genauso wenig zu erwarten war. Zum Dritten verdient der Autofokus ein entschiedenes Lob. Ja, er hat seine Tücken – insbesondere bei dynamischen Motiven. Doch wohl kaum jemand hätte die GFX100 als Sportkamera deklariert. Dennoch ist der DSLM-Bolide erstaunlich nahe dran. Bleibt eigentlich nur noch eine Frage zu klären: Für wen hat Fujifilm die Kamera gebaut? Für mich definitiv nicht. Vom Preis mal abgesehen stören mich das riesige Gehäuse und die entsprechend großen Objektive. Aber ich spreche schließlich nicht für jeden Fotografen. Produkt-, Werbe- und Landschaftsfotografen dürften bereits die Sparschweine schlachten. Das erscheint angesichts des klasse Gesamtpakets durchaus angebracht. Denn die Fujifilm GFX100 ist zwar die teuerste Kamera, aber auch die Spitzenreiterin in unserer Bestenliste.