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KAMERAS: Panasonic Lumix G91 (ca. 1.000 Euro): Zurück zu den MFT-Wurzeln


CHIP Foto-Video - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 05.06.2019

Neuer Sensor, starke Bewegtbild-Modi und verbessertes Handling: Die Panasonic Lumix G91 präsentiert sich auf dem Papier als ernsthafte Konkurrenz zu den Profimodellen aus dem eigenen Haus. Doch kann die Video-DSLM auch in Sachen Fotos punkten?


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Bildquelle: CHIP Foto-Video, Ausgabe 7/2019

IN LABOR & PRAXIS GETESTET

Mit der Panasonic Lumix G91 löst der Hersteller sein Versprechen ein, auch in Zukunft parallel zu den prestigeträchtigen Kameras mit Kleinbild-Sensor das etablierte Micro-Four-Thirds-Format zu bedienen. Und so viel vorneweg: Die handliche DSLM weiß zu begeistern, spielt die Stärken des Systems gekonnt aus und stellt am Ende deutlich mehr ...

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... als nur ein Facelifting der direkten Vorgängerin dar – insbesondere was das Aufnehmen von Videos angeht.

Die auffallendste Verbesserung gegenüber der Lumix G81 betrifft den Sensor: Mit 20 Megapixeln ist die Auflösung um satte 25 Prozent gewachsen und bewegt sich nun auf Augenhöhe mit den MFT-Topmodellen des Herstellers. Auf einen Tiefpassfilter wird auch bei der Lumix G91 verzichtet – zugunsten schärferer Aufnahmen, versteht sich. Daraus resultierende potenzielle Moiré-Effekte waren aufgrund dieser Tatsache im Test nicht zu beobachten. In Sachen Bildqualität fällt der Unterschied gegenüber der Lumix G81 allerdings nicht allzu gravierend aus. Erfreulich dennoch, das die gemessene Auflösung im Spektrum bis ISO 6.400 angenehm hoch bleibt und sogar mit der Lumix G9 mithalten kann. Bei der Darstellung feiner Details ergibt sich ein leicht anderes Bild: Hier ist das Foto-Flaggschiff des Herstellers deutlich überlegen, die Messwerte der Lumix G91 bewegen sich auf dem guten Level der Vorgängerin, bei hoher Empfindlichkeit ab ISO 6.400 dann aber leider leicht darunter.

Den Wacklern an den Kragen

Mit an Bord ist auch wieder der sogenannte Dual-I.S.-Bildstabilisator: Der im Gehäuse beweglich gelagerte Sensor arbeitet direkt mit den optischen Stabilisierungssystemen der Lumix-G-Objektive zusammen. Das verspricht eine Stabilisierungsleistung von rund fünf Blendenstufen. Ein Vorsatz, den die DSLM auch in die Tat umsetzt. Zusammen mit dem exzellenten Porträt-Objektiv Lumix Nocticon 42,5 mm f/1,2 beispielsweise gelingen scharfe Freihand-Aufnahmen mit Belichtungszeiten von 1/5 Sekunde jederzeit – beeindruckend! In der Praxis sinnvoller ist natürlich, dies zu nutzen, um die ISO-Werte bei Aufnahmen mit wenig Umgebungslicht angenehm niedrig zu halten. Das kann in manchen Aufnahmesituationen einen deutlichen Unterschied machen, denn: Neben den bereits beschriebenen Schwächen des Sensors bei höheren ISO-Werten lassen sich so auch Störpixel zuverlässig vermeiden. Denn in puncto Bildrauschen zeigt die Lumix G91 zwei Gesichter: Bis einschließlich ISO 3.200 sind störende Pixelmuster kaum zu erkennen, hier kann sich sogar wiederum die Lumix G9 eine Scheibe von ihrer deutlich günstigeren Schwester abschneiden. Doch spätestens ab ISO 6.400 nimmt das lästige Rauschen dann sehr deutlich zu. Der kamerainterne Weichzeichner setzt abrupt ein und bügelt das Rauschen mitsamt allen Details erbarmungslos glatt.

Scharfstellen leicht gemacht

Beim Autofokus wagt Panasonic dagegen keine Kompromisse. Das Kontrast-AF-System erweist sich als flott und zuverlässig. Und auch die Objektverfolgung samt Augen-AF arbeitet dank DFD-Technik – eine Art Phasen-Autofokus – tadellos. Ein besonderes Lob gibt es an dieser Stelle für die Flexibilität. Wie auch in den Top-Modellen des Herstellers suchen die Anpassungsmöglichkeiten der verschiedenen Fokus-Modi der Lumix G91 ihresgleichen. Vom Einzelpunkt-AF bis hin zu frei konfigurierbaren Linien- oder Rechteckmustern – die DSLM ist auf jede Aufnahmesituation bestens vorbereitet. Die Anpassung der Muster geht intuitiv und jederzeit flott von der Hand, absolut vorbildlich!

Bis hier könnte man fast meinen, dass Panasonic mit der Lumix G91 eine günstigere und zugleich leistungsfähige Alternative zum Flaggschiff Lumix G9 ins Rennen schickt. Doch spätestens bei Serienbildern wird deutlich, wo der Hersteller den Rotstift angesetzt hat. Ohne Schärfenachführung schaufelt die DSLM immerhin flotte neun Bilder pro Sekunde auf die Speicherkarte. Wenn die Schärfe dem Motiv folgen soll, stemmt sie noch sechs Bilder pro Sekunde. Trotz der Tatsache, dass der SD-Kartenslot den schnellen UHS-II-Standard unterstützt, fällt die Serienlänge – zumindest wenn in RAW fotografiert wird – vergleichsweise gering aus. Hier ist bei Höchstgeschwindigkeit nach rund 35 Aufnahmen in Folge Schluss. Anders bei komprimierten JPEGs: Mehrere Hundert Aufnahmen in Serie sind für die Lumix G91 kein Problem. Anstatt der sehr praktischen 6K-Foto-Modi in der Lumix G9 und der GH5 findet sich in der G91 nur das Pendant mit 4K-Auflösung. Schade eigentlich, ist letzterer Modus doch mittlerweile in so gut wie allen Kameras des Herstellers zu finden. Hier hätte sich die Lumix G91 unserer Meinung nach gerne von den Kompakt- und Reisezoom-Modellen aus dem eigenen Haus absetzen dürfen. Neu ist dagegen die »LiveView-Composite«-Funktion, bei der sich der Fortschritt einer Langzeitbelichtung auf dem Monitor in Echtzeit begutachten lässt. Ein insbesondere für Astro-Fotografen spannendes Werkzeug, um sich im Dunkeln intuitiv an die richtige Belichtungszeit heranzutasten.

Gesunder Geist im gesunden Body

Das gegen Staub und Spritzwasser geschützte Gehäuse fällt indes nur minimal größer aus. So wächst die Lumix G91 zwar sowohl in der Breite als auch in der Tiefe und in der Höhe jeweils faktisch um ein paar Millimeter, am nach wie vor angenehmen Handling ändert dies freilich nichts. Selbst für größere Hände bietet die DSLM ausreichend Grifffläche, sämtliche Knöpfe und Einstellräder sind sehr gut zu erreichen. Und so tut sich beim grundlegenden Bedienkonzept genauso wenig, die Menüstruktur ist übersichtlich gestaltet und dank vollständiger Touch-Kompatibilität sehr intuitiv – gut so! Sowohl der elektronische Sucher mit einer Auflösung von 2,36 Millionen Bildpunkten als auch der 3,0 Zoll große Touchscreen mit rund einer Million Bildpunkten sind in OLED-Technik gefertigt. Beide Anzeigen stellen Inhalte somit scharf und verzögerungsfrei dar. Die seitliche Aufhängung des Monitors gefällt und erlaubt die Bildvorschau in jeder erdenklichen Situation – vom Selfie bis zur Überkopf-Aufnahme.

Zubehör für Filmer und Fotografen

Passende Zusatzgeräte steigern die Leistungsfähigkeit der Panasonic Lumix G91 sowohl beim Fotografieren als auch Filmen deutlich.

Hörbar besser : Das externe Richtmikrofon DMW-MS2 steigert die Ton-Qualität deutlich, kommt aber zum stolzen Preis von 350 Euro.


Kraftquelle : Pro Akkuladung zeichnet die Lumix G91 rund 500 Fotos auf. Eine Ersatzbatterie DMWBLC12 kostet knapp 70 Euro.


optionale Batteriegriff DMW-BGG1 verbessert das Handling und verdoppelt die Laufzeit. Der Preis: rund 350 Euro.


Porträt-Profi : Der flotte Autofokus inklusive Augen-AF und Objektverfolgung erleichtert Porträtaufnahmen enorm. Die Schärfe liegt zuverlässig auf den Augen, der Hintergrund verschwimmt in Unschärfe.


Die Akkulaufzeit hat solide Fortschritte gemacht: Trotz identischer Batterie hat sich die Ausdauer im Vergleich zur direkten Vorgängerin leicht verbessert. Bei den Messungen im Testlabor ging der Lumix G91 nach rund 500 Bildern die Luft aus – im Vergleich mit anderen DSLMs eine gute bis sehr gute Leistung. Kommt der integrierte Ausklappblitz in jeder Aufnahme zum Einsatz, halbiert sich die Laufzeit.

Paradedisziplin Bewegtbild

Zu guter Letzt ist die Lumix G91 wieder ein Highlight für Filmer: UHD-Videos mit bis zu 30 Bildern und Full-HD-Clips mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde landen ohne die ansonsten häufig in dieser Kameraklasse vorhandenen Zeitbegrenzung auf der Speicherkarte. Besonders praktisch dabei ist, dass die Lumix G91 direkt über den USB-Anschluss während einer Aufnahme auch geladen werden kann. Und alle Fans von Zeitlupensequenzen freuen sich über einen Hochgeschwindigkeits-Modus. Die Sensorausgabe entspricht hier maximal 120 Bildern pro Sekunde, gespeichert wird das entsprechende Video allerdings direkt mit einer Bildfrequenz von 30 Bildern.

Solide Optik : Für Einsteiger ist das Lumix G 12–60mm f/3,5–5,6 einen zweiten Blick wert. Das Kit-Objektiv kostet 200 Euro mehr. Der neue Zehnfach-Zoom Lumix G 14–140 mm f/3,5–5,6 kommt auf 400 Euro Aufpreis.


Die Lumix G91 im Labor und in der Praxis

Rauschverhalten: Bei viel Umgebungslicht und somit niedriger ISO 800 sind Störpixel nur bei sehr starker Vergrößerung sichtbar. Im Druck bis DIN A3 spielt dieser Umstand schlicht keine Rolle. Bis einschließlich ISO 3.200, was bereits Aufnahmen in Innenräumen entspricht, nimmt das Rauschen moderat zu. Jenseits dieser Marke treten Störpixel sehr deutlich zutage. Der Weichzeichner glättet die Rauschmuster zwar zuverlässig, was aber starke Detailverluste zur Folge hat.

Schärfe und Details: Von theoretisch möglichen 2.333 Linienpaaren pro Bildhöhe ergibt die Auflösungsmessung bei ISO 200 rund 1.900 Linienpaare, was sehr gut ist. Bis einschließlich ISO 1.600 bleibt es bei rund 1.800 Linienpaaren. Danach geht es steil bergab: So messen wir beispielsweise bei ISO 12.800 nur noch knapp 1.500 Linienpaare. Bei der Darstellung feiner Details ein ähnliches Bild: Bis ISO 1.600 messen wir stabile Werte um 1.600 Linienpaare, jenseits dieser Marke rutscht die Lumix G91 drastisch ab. Das Ergebnis: deutlich matschige Bilder bei ISO 6.400 und darüber.

Gehäuse per Klinkenbuchse. Davon gibt es zwei – eine für ein externes Mikro und jetzt neu eine weitere für den Kopfhörer. Abgerundet wird das Bewegtbild-Angebot mit 4:2:2-Pixelauslesung und 8 Bit Farbtiefe, wenn das Videosignal extern über HDMI aufgezeichnet wird. Intern schafft die Lumix G91 immerhin 4:2:0, ebenso mit 8 Bit Farbtiefe. Unabhängig davon begeistert sie mit einer hohen Video-Auflösung. Dabei übertrifft sie sogar die sehr guten Werte der Lumix GH5S, Hut ab!

Fazit: Kompakter Tausendsassa

Insgesamt betrachtet hat die kleine Schwester der Lumix G9 und GH5 einige Ausstattungs-Highlights dieser beiden geerbt. Wer auf der Suche nach einem angenehm portablen System ist, wird fündig. In Kombination mit dem neuen Lumix G 14–140 mm f/3,5–5,6 werden kompakte Abmessungen erreicht, von denen man bei Kamera-Objektiv-Kombinationen mit größerem Sensor nur träumen kann. Alles in allem erhöht die Lumix G91 den Druck auf die DSLM- und die letzten verbleibenden DSLR-Modelle anderer Hersteller. Mit den leistungsstarken und intuitiv zu bedienenden Foto-Modi ist es Panasonic mittlerweile ohnehin schon gelungen, zur APS-C-Konkurrenz aufzuschließen. Das Hauptargument für den Kauf einer MFT-DSLM wie der Lumix G91 ist und bleibt allerdings die sehr starke Video-Performance.


Tolle Bildqualität bei niedrigen ISO-Werten, sehr gute Video-Performance, Akkulaufzeit

Starker Detail- und Auflösungsverlust bei Schwachlicht, kein 6K-Foto-Modus

ALTERNATIVEFujifilm X-T30: Die DSLM mit APS-C-Sensor glänzt mit bedingungsloser Bildqualität und ebenfalls sehr guter Video-Performance.