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KAMERAS: Samsung Galaxy S10+ (ca. 1.250 Euro) Aller guten Dinge sind fünf Kameras: IN LABOR & PRAXIS GETESTET


CHIP Foto-Video - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 05.04.2019

Gleich fünf Kameras und ein neuer Kamera-Bestwert: Das Android-Smartphone Galaxy S10+ bedient auch höchste Fotoansprüche. Optimierungsbedarf gibt‘s dennoch.


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Bildquelle: CHIP Foto-Video, Ausgabe 5/2019

Drei Smartphones mit der Bezeichnung Galaxy S10 hat Samsung mittlerweile auf dem Markt: Vom kleinsten, dem Galaxy S10e, über das Standard-Modell Galaxy S10 bis hin zum Galaxy S10+, dem Top-Modell der Reihe, sind passende Geräte für unterschiedlichste Bedürfnisse verfügbar. Fotografen dürfte in erster Linie das S10+ ins Auge springen: Mit insgesamt fünf Kamera-Modulen – drei auf der Rück- sowie zwei auf der Frontseite – soll das Samsung in Kombination ...

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Hosentaschen-Foto-Computer

Auf der Rückseite des Galaxy S10+ findet sich das Hauptkameramodul mit auf Kleinbild umgerechnet 26 Millimetern Brennweite, was einem Bildwinkel von gut 77 Grad entspricht. Die Weitwinkel-Optik verfügt über eine variable Iris-Blende – eine Seltenheit bei Smartphones. Das bedeutet, dass Nutzer zwischen f/2,4 und f/1,5 manuell wechseln können. Das ist insbesondere bei wenig Umgebungslicht ein deutlicher Vorteil zu Smartphone-Konkurrenten mit feststehender Blende. Aufgezeichnet wird mit einem ½,55-Zoll-Sensor, der 12 Megapixel Auflösung liefert. Umgerechnet 13 Millimeter Brennweite und somit einen Bildwinkel von knapp 123 Grad bietet das zweite Modul auf der Rückseite. Die Ultra-Weitwinkel-Optik verfügt über eine feste Blende f/2,2 und einen kleineren ⅓,1-Zoll-Sensor mit 16 Megapixeln. Das dritte Modul im Bunde zeichnet sich in erster Linie durch eine deutlich längere Brennweite von umgerechnet 52 Millimetern aus und besitzt einen Bildwinkel von rund 45 Grad, ist also für entferntere Motive bestens geeignet. Der ⅓,6-Zoll-Sensor löst mit 12 Megapixeln auf, bei einer Blendenöffnung von f/2,4.

Zusammengefasst ergibt sich so rein rechnerisch ein Vierfach-Zoom. Ganz stufenlos klappt das Zoomen über den Brennweitenbereich aber nicht: Insgesamt stehen 16 einzelne Stufen zur Wahl, wobei neben drei „echten“ Brennweiten die weiteren 13 Stufen digital errechnete Zwischenschritte sind. Dies ist allerdings auf den Automatik-Modus beschränkt, im manuellen Pro-Modus ist Zoomen nur mit deutlichen Einschränkungen möglich. Hier steht nur das Hauptmodul mit digitalem Zoom zur Verfügung.

Zwei weitere Kamera-Module mit zehn beziehungsweise acht Megapixeln verstecken sich in einer Aussparung im Display auf der Vorderseite. Die Kombination der Daten beider Sensoren generiert Tiefeninformationen, die bei Selfies eine genauere Berechnung des Bokehs, sprich einer Hintergrundunschärfe, erlaubt. Unterstützt wird das Kamera-Duo von einem AF-System, bislang eher eine Seltenheit bei Smartphone-Frontkameras.

Volle Kontrolle: Der sogenannte Pro-Modus bietet Zugriff auf alle für die Aufnahme wichtigen Einstellungen, inklusive der Möglichkeit, im unkomprimierten DNG-Format aufzuzeichnen. Schade bloß, dass in diesem Modus nur die Hauptkamera verwendet werden kann.


Die KI lehrt Fotografieren

Einfach ablichten war gestern: Das Galaxy S10+ erkennt das sich seinen Kamera-Modulen präsentierende Motiv und ordnet es einer von 30 verschiedenen Kategorien zu. Je nachdem, ob ein Gesicht, ein Tier, ein Baby, Essen oder auch Schuhe zu sehen sind, verändert das S10+ Werte wie Sättigung, Farben, Details und Schärfe. Zudem weist das Smartphone den Fotografen auf einen schiefen Horizont hin. Und hat bei einem Gruppenporträt eine Person die Augen zu, poppt praktischerweise ein Warnhinweis auf.

Videos landen in UHD-Auflösung auf dem internen Speicher oder einer microSD-Karte. Die Hauptkamera auf der Rückseite stemmt hier bis zu 60 Bilder pro Sekunde, in 720p sogar enorme 960 Bilder – toll für butterweiche Videos, die einen Aufnahmezeitraum von maximal 0,4 Sekunden auf 12 Sekunden strecken. Mit an Bord ist auch Samsungs HDR10+-Standard, der mit einem höherem Dynamikumfang aufzeichnet. Dazu passt bestens, dass das beinahe randlose 6,4-Zoll-AMOLED-Display mit 522 ppi Auflösung HDR-Videos direkt in brillanter Qualität wiedergibt.


„Fünf Kameras plus KI gleich Profi-Fotos supereinfach“
SASCHA LUDWIG, REDAKTEUR


+ Bildqualität bei Tageslicht, HDR10+, Korrektur-Assistent, tolle Akkulaufzeit

- Nur Hauptkamera im Pro-Modus verfügbar, Ränder im Weitwinkel stark verwaschen

Samsung Galaxy S10+ in Labor & Praxis

Rauschverhalten: Bei ISO 64 und viel Umgebungslicht sehen mit dem S10+ aufgenommene Bilder klar aus, Störpixel sind kaum zu erkennen. Schwachlicht und ISO 320 bringen sowohl Helligkeits- als auch Farbrauschen mit sich, das aber noch homogen wirkt und wenig stört Jenseits dieses ISO-Wertes greift ein starker Weichzeichner ein.

Auflösung und Schärfe: Feine Details stellt das S10+ bei Tageslicht und im Zentrum der Aufnahme sehr gut dar: Mit 1.541 Linienpaaren pro Bildhöhe bei der Zoom-Optik und 1.574 Linienpaaren bei der Haupt-Optik liegt das Samsung nur 15 Prozent unter dem theoretischen Maximum. Beim Ultraweitwinkel-Modul messen wir noch passable 75 Prozent der Maximalauflösung. In den Ecken fällt die Schärfe dann allerdings sehr stark ab und liegt im Mittel aller drei Kamera-Module bei nur noch 60 Prozent. Bei wenig Licht trübt der Weichzeichner den Gesamteindruck deutlich, Bilder wirken bereits im Zentrum verwaschen.