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KAMERAS: Sony Alpha 9 II (ca. 5.300 Euro): Perfektes Timing


CHIP Foto-Video - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 04.12.2019

Den entscheidenen Moment verpasst? Nicht mit dem neuen Spitzenmodell von Sony: Die Alpha 9 II vereint die zweitschnellste Serienbildfunktion unserer Bestenliste mit einem präzisen Autofokus. Eine ideale Kombination für Sport und Wildlife.


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Bildquelle: CHIP Foto-Video, Ausgabe 1/2020

Der große Fotograf des 19. Jahrhunderts, Henri Cartier-Bresson, hat einst den Ausdruck „entscheidender Augenblick“ geprägt, nach dem ein Fotograf streben sollte. Dieser hat nach wie vor Gültigkeit und in besonderem Maße für all jene, die ihr Geld mit Fotojournalismus verdienen. Ein Sportfotograf wird vor allem die Bilder an Agenturen und Redaktionen verkaufen können, ...

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... die einen entscheidenden Moment festhalten. Mehr noch: Um aus der Masse der anderen Fotografen vor Ort herauszustechen, muss das Timing einfach perfekt sein: Nicht nur der Torschuss sollte zu sehen sein, auch die Bildkomposition muss überzeugen und der Ausdruck im Gesicht des Torwarts die Dramatik der Szene widerspiegeln. Dass die Schärfe makellos sitzen sollte, versteht sich von selbst.

Auch erfahrenen Sportfotografen gelingt ein solches Bild kaum als Einzelaufnahme. Um die Chancen zu erhöhen, fotografieren sie also im Serienbildmodus. Damit sich selbst Bruchteile einer Sekunde abbilden lassen, hat Sony schon vor zwei Jahren mit der spiegellosen Alpha 9 eine Kamera mit einer überragenden Serienbildgeschwindigkeit von 20 Bildern pro Sekunde vorgestellt. Jetzt ist mit der Alpha 9 II die Nachfolgerin erschienen. Wir haben die Hochleistungskamera in unserem Testlabor einem ausführlichen Belastungstest unterzogen.

Topsensor, rasante Serienbildfolge

Im Body der Vollformat-DSLM steckt derselbe Sensor wie im Vorgängermodell Alpha 9: ein lichtempfindlicher Exmor RS mit 24 Megapixeln Auflösung. Um ein auf Sportfotografen zugeschnittenes Serienbildtempo zu realisieren, besitzt der Sensor einen eigenen Speicherchip, der die riesigen Mengen an Daten aufnimmt, bevor sie kameraintern weiterverarbeitet werden. Nur so ist die rasante Serienbildgeschwindigkeit überhaupt möglich, ganz gleich ob im JPEG- oder RAW-Format. Und den Sport-, Agentur- oder auch Wildlife-Profis eröffnet dies allerbeste Möglichkeiten, ein rasantes Geschehen in allen Details auf den Speicherchip zu bannen.

Die von Sony beworbenen 20 Bilder pro Sekunde konnte unser Testlabor nicht bestätigen. Nach unserem Testverfahren können wir der Systemkamera 19,3 bzw. 19,4 Bilder pro Sekunde attestieren – ein immer noch überragender Wert. Dennoch ist festzuhalten, dass die Vorgängerin Alpha 9 vor zwei Jahren diese magische Marke erreicht hat.

Diese Diskrepanz zwischen den Schwestermodellen kann unterschiedliche Ursachen haben – etwa Anpassungen in der Signalverarbeitung. Oder der Grund liegt darin, dass beim Messen der Serienbildgeschwindigkeit im Fall der Alpha 9 II ein anderes Objektiv zum Einsatz kam. In der Praxis dürfte die minimale Drosselung des Tempos allerdings nicht ins Gewicht fallen.

Zum Vergleich: Die Nikon D5, ein bei Sportfotografen ebenfalls beliebtes Kameramodell, schafft „nur“ 14 Bilder pro Sekunde, und auch die Canon 1Dx Mark II reicht mit 16 Bildern pro Sekunde in dieser Spezialdisziplin nicht an die beiden Sonys heran.

Erstklassige AF-Performance

Neben dem begeisternden Serienbildtempo weiß die Alpha 9 II durch minimale Auslö Auslöseverzögerung zu überzeugen, mit aktivem Autofokus reagiert sie nach sensationellen 0,2 Sekunden. Die Vorgängerin Alpha 9 ist mit 0,25 Sekunden etwas langsamer. Die DSLR-Konkurrentinnen Nikon D5 und Canon 1Dx Mark II haben da das Nachsehen: Im regulären DSLR-Aufnahmemodus schaffen sie zwar ebenfalls respektable 0,35 bzw. 0,3 Sekunden, im Live-View sind sie aber nach unseren Messungen vor allem mit Autofo Autofokus deutlich langsamer: 0,9 bzw. 0,54 Sekunden. Nur in einer Geschwindigkeits-Disziplin patzt die Sony Alpha 9 II: Die Einschaltzeit fällt mit 1,1 Sekunden recht lang aus. In der Sport- und Wildlife-Fotografie kommt es oft darauf an, dass das Arbeitsgerät blitzschnell einsatzbereit ist. Nikon und Canon brauchen dafür nicht einmal die Hälfte der Zeit. Aus diesem Grund muss sich die Sony Alpha 9 II in unserer Testtabelle auch mit der Geschwindigkeitsnote 1,3 zufriedengeben.


Besonderes Vergnügen bereitet das Fotografieren mit dem hervorragenden kontinuierlichen Autofokus.


Reaktionsfreudiger Autofokus

Der Hybrid-Autofokus der Alpha 9 II ist mit 693 Phasen- und 425 Kontrastfeldern üppig bestückt und kann 93 Prozent des Bildausschnitts abdecken. Bei der Scharfstellung berücksichtigt der AF Helligkeit, Kontrast, Muster und räumliche Tiefe des Motivs und sorgt dank leistungsstarker künstlicher Intelligenz für schnelle und präzise Vorhersagen der Bewegungsabläufe. Wie bei Sony üblich, ermöglich der Einsatz von Gesichtserkennung und Augen-AF (rechts oder links) ein präziseres Fokussieren von Menschen und Tieren. Gerade im Telebereich und bei offener Blende ist dies, wenn die Schärfentiefe zu gering ist, um den ganzen Sportler zu erfassen, eine große Hilfe. Mit der Alpha 9 II kann sich der Fotograf darauf konzentrieren, den Athleten im Bildausschnitt zu halten, während die Kamera die präzise Scharfstellung auf das Gesicht bzw. das Auge übernimmt. Dies steht nun auch beim 4K-Filmen zur Verfügung, zudem lassen sich bei der AF-Verfolgung die Empfindlichkeit wie auch die Geschwindigkeit regulieren, um allzu unruhige Schärfeverlagerungen zu vermeiden.

Alles im Rahmen : Für Sportfotografen stellt der empfindliche und reaktionsstarke Hybrid-Autofokus der Alpha 9 II eine enorme Arbeitserleichterung dar. Per kontinuierlichem Autofokus ist es ein Leichtes, den Athleten konstant im scharfen Bereich zu halten, während der Fotograf sich voll auf die Bildkomposition konzentrieren kann.


FOTO: MORITZ WANKE

Sony wirbt mit bis zu 60 Autofokus- und Belichtungs-Berechnungen pro Sekunde. Tatsächlich hat uns das Fotografieren mit dem für die Sport- und Wildlife-Fotografie so wichtigen kontinuierlichen Autofokus besonderes Vergnügen bereitet. Dieser erwies sich als reaktionsstark und sicher, selbst bei zufälligen Bewegungswechseln, langen Telebrennweiten und suboptimalen Lichtverhältnissen. als reaktionsstark und sicher, selbst bei zufälligen Bewegungswechseln, langen Telebrennweiten und suboptimalen Lichtverhältnissen.

Spezialfunktionen für Profis

Für eine Profi-Kamera wirkt die Alpha 9 II, bedingt durch die spiegellose Bauweise, eher klein. Das Gehäuse aus Magnesiumlegierung liegt durch den prominenten Griff mit rauer Oberfläche sehr sicher und angenehm in der Hand, wobei Profi-Fotografen meist den zusätzlich erhältlichen Batteriegriff nutzen dürften. Der Staub- und Spritzwasserschutz fällt besser aus als noch bei der Vorgängerin. Wichtig für das Fotografieren aus der Hand und mit längerer Brennweite: Der Body verfügt über einen 5-Achsen-Bildstabilisator, der laut Sony eine um 5,5 Stufen kürzere Verschlusszeit möglich machen soll. Weiterhin hat Sony den mechanischen Verschluss überarbeitet, er soll nun weniger Vibrationen verursachen.

Die Alpha 9 II ist mit einigen Funktionen ausgestattet, die speziell Fotojournalisten die Arbeit erleichtern sollen. So lassen sich den Aufnahmen nun Sprach- und Textnotizen hinzufügen. Für viele unverzichtbar dürfte auch der Gigabit-LAN-Anschluss sein, der die Aufnahmen im Hintergrund überträgt, während man weiterfotografieren kann. Anders als die Vorgängerin Sony Alpha 9, die mit einem 2,4-GHz-WLAN auskommen musste, unterstützt die Alpha 9 II nun auch 5-GHz-WLAN. Dies ermöglicht es gerade Sportjournalisten, aber auch anderen Reportern, ihre Aufnahmen ohne Umweg über den Computer oder das Smartphone direkt an ihre Redaktionen zu schicken.


Spitzenleistung, aber wir hätten noch etwas mehr erwartet“
MARGIT HOFGÄRTNER, REDAKTEURIN 83-


Keine Frage, die Alpha 9 II ist eine überragend gute Kamera und für Sportfotografen und Fotojournalisten eine sinnvolle Investition. Dennoch enttäuscht sie etwas, da sie sich nur in Details vom Vorgängermodell abhebt. Das Gehäuse ist etwas besser abgedichtet, die LAN- und Wi-Fi-Übertragung schneller, der Autofokus scheint noch einen Tick präziser. Aber an ihrer Kernkompetenz, den schnellen Serienbildern, hat sich nichts getan. Viele Interessenten dürften sich deshalb wohl für die günstigere Vorgängerin Alpha 9 entscheiden.

+ Rasante Serienbildgeschwindigkeit, überragender Autofokus, gute Bildqualität

- Hoher Preis, kaum fundamentale Veränderungen, langsame Einschaltzeit

Sony Alpha 9 II im Labor und in der Praxis

Exklusiv auf Ihrer DVDPraxisbilder und Beispiele in allen ISO-Stufen DVD SEITE 06

Gute Auflösung: In Sachen Bildqualität schließt die Sony Alpha 9 II an die durchweg guten Leistungen ihrer Vorgängerin an. Dass die beiden Kameras in dieser Disziplin keine Spitzenplätze belegen, ist vor allem dem 24-Megapixel-Sensor geschuldet, welcher der möglichen Auflösung Grenzen setzt. Doch an den 1.891 Linienpaaren bei ISO min und einer Detail-treue von 94 Prozent in den unteren ISO-Bereichen gibt es nichts auszusetzen.

Wenig Rauschen: Bis ISO 6.400 sind sowohl im Druck als auch am Monitor nur wenig Artefakte durch Bildrauschen zu entdecken. Da hebt sich die Alpha 9 II positiv von der Konkurrentin Nikon D5 ab. Bei High-ISO-Aufnahmen kommt es zu weicheren Kanten, der Schärfeeindruck leidet. Erfreulicherweise verblassen die Farben nur wenig.


FOTO: HERSTELLER; MORITZ WANKE