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Kampf um den Zuschauer


Digital Fernsehen - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 04.10.2019

Zuwachs im Streaming schreiten voran – steht Netflix am Abgrund?

Der Platzhirsch

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Bildquelle: Digital Fernsehen, Ausgabe 11/2019

Vor einigen Jahren war Netflix noch selbst der Anbieter, der den Streaming-Markt, wie man ihn bis dahin kannte, revolutionierte: War VoD bis dahin vor allem eine flexible Form, die bereits aus dem Fernsehen bekannten Inhalte noch einmal abzurufen, zeigten die US-Amerikaner, dass Streaming mehr kann, als nur eine Abspielplattform zu sein. Netflix produzierte eigene Serien auf hohem Niveau, „House Of Cards“ wurde zu einer populären Polit-Serie, die es aber nicht im regulären TV sondern nur bei Netflix gab. Dazu brachte Netflix ...

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... das Binge Watching mit. Statt jede Woche auf eine neue Folge warten zu müssen, stellte der Dienst die gesamte Staffel auf einen Schlag zur Verfügung. Damals revolutionär, heute versucht sogar das lineare Fernsehen dieses Prinzip mit Marathon-Programmierungen zu adaptieren, bei denen eine Season innerhalb weniger Tage komplett gesendet wird.

Doch das, was Netflix damals auszeichnete, gehört heute zum guten Ton. Streaming-Anbieter, die sich aufs Abspielen konzentrieren, gehen nach und nach unter. Wer die Welle mitsurfen will, produziert am laufenden Band Eigenproduktionen, die Exklusivität versprechen und damit Abonnenten anlocken.

Konnte sich Netflix damit bisher noch gut behaupten, rollt nun eine Welle auf den Dienst zu, die ihn auch überfluten könnte. Versuchte die Konkurrenz bisher lediglich mit eigenen Inhalten Akzente zu setzen, kommen die neuen Player zum Teil mit prall gefüllten Portfolios und ziehen gleichermaßen ihren Content, der bisher mit bei Netflix lief, von dem US-Dienst ab. So produziert Netflix zwar nach wie vor viele Serien selbst, das zugekaufte Angebot wird aber immer kleiner. Denn diese Inhalte werden nun auf neuen Plattformen gebündelt.

Das Schwergewicht

Der wohl härteste Schlag, den Netflix verdauen muss, kommt aus dem Hause Disney. Der Mäusekonzern bringt im November mit Disney+ einen eigenen Streaming-Dienst auf den Markt, der alle Inhalte bündeln soll, die mittlerweile zu Disney gehören – und das sind so einige. Disney mag als Zeichentrickstudio angefangen haben, doch die Company ist längst nicht mehr nur das Zuhause von Mickey Maus, dem König der Löwen und Schneewittchen. Diese illustrierten Figuren sind nach wie vor das Aushängeschild des Hauses, denn Disney wird vor allem als Produzent von Kinder- und Familien-Titeln wahrgenommen, doch der Konzern investiert bereits seit Jahrzehnten auch in Realfilme, die sich durch fast alle Genres ziehen. So gehen unter anderem populäre Titel wie „Fluch der Karibik“, „Die Chroniken von Narnia“ oder „Highschool Musical“ auf das Konto von Disney. Mit den milliardenschweren Zukäufen von Marvel und Lucasfilm hat Disney nicht nur das Superhelden-Team rund um die Avengers im Portfolio, sondern auch die „Star Wars“-Saga mit all ihren Filmen und Serien – und die sollen sich auf Disney+ noch weiter vermehren. So steht unter anderem der „Star Wars“-Ableger „The Mandalorian“ auf dem Programm. Weitere namhafte Inhalte kommen von 21st Century Fox, an dem Disney Anfang des Jahres für satte 71 Milliarden Dollar große Teile übernommen hat. Die „X-Men“, die bunte Welt aus „Avatar“ oder auch die Kultserie „Die Simpsons“ sind damit Teil des Mäusekonzerns geworden. Einen gekonnten Spagat legt Disney auch bei den Real- verfilmungen seiner Zeichentrickklassiker hin: Die Inhalte sind teils Jahrzehnte erprobt und werden von ganzen Generationen geliebt, nun als Realfilm neu aufgelegt versprechen Disney klingelnde Kassen. Allein in diesem Jahr kamen mit „Dumbo“, „Aladdin“ und „Der König der Löwen“ drei neue Filme in die Kinos. „Mulan“ und „Arielle“ sind bereits angekündigt, und es folgen mit Sicherheit noch viele mehr.

Viele Inhalte

Disney geht also mit einem Katalog an den Start, der sich sehen lassen kann. Und natürlich kennt auch Disney das Gebot der Stunde und setzt auf Exklusivität. Bereits seit einiger Zeit zieht der Konzern seine Inhalte von anderen Plattformen ab. Laufende Verträge werden noch erfüllt, neue aber erst einmal nicht geschlossen. Das heißt am Ende nichts anderes als: Keine Superhelden, Eisköniginnen oder Jedi-Ritter mehr bei Amazon, Netflix und Co. Das gilt nicht nur für all die Filme, sondern auch die zahlreichen Serien, die Disney produziert. Auf dem Disney Channel und den anderen TV-Kanälen laufen viele Produktionen, deren On-Demand-Verwertung künftig ausschließlich über Disney+ erfolgen wird. Gleiches gilt für die Inhalte von Disney Cinemagic. Der Sender wird in Kürze eingestellt, seine Inhalte dann auf Programmplätze der Schwestersender oder eben zu Disney+ gesetzt.

Auch beim Preis macht Disney Druck, denn mit 6,99 Euro pro Monat liegt dieser noch unter dem günstigsten Modell, das Netflix anbietet. Bisher unbekannt sind allerdings noch die Details zu den Abo-Möglichkeiten. Was bekommt man alles für 6,99 Euro? Wie viele Zuschauer können einen Account nutzen? Wer sich gleich für das ganze Jahr an Disney binden will, bekommt das passende Abo für 69,99 Euro und damit quasi zwei Monate kostenlos Zugang. Nähere Details wird es sicher bis zum 12. November geben, wenn der Dienst in den USA und in einigen anderen Ländern an den Start geht. Zum Auftakt sind auch die Niederlande dabei, deren Preis- und Abo-Gestaltung zumindest einige Rückschlüsse für die Platzierung in Europa bieten wird. In Deutschland soll Disney+ bis März 2020 verfügbar werden.

Etwas kniffelig wird es wohl bei den unterstützen Endgeräten. Ein Marktstreit zwischen Disney und Amazon in den USA sorgt aktuell dafür, dass eine Disney+-App auf der Fire-TV-Plattform noch nicht bestätigt ist. Bestätigt sind Apps bereits für die Apple-TV-Box, Android-Smartphones und Fernseher, die iOS-Geräte und auch Chromecast unterstützen.

Der Stratege

Fast zeitgleich mit Disney+ schießt auch Apple einen eigenen Dienst in den Streaming-Orbit, denn auch der iPhone-Konzern möchte künftig in dieser Sphäre mitmischen. Apple hat zwar durchaus die finanzielle Schlagkraft, um hier richtig zu investieren, doch mehr als eine Außenseiter-Rolle kann Apple TV+ erst einmal nicht einnehmen. Denn Apple beginnt mit seinem Dienst bei Null und versteht sich dabei offenbar auch als Premium-Angebot. Nicht irgendwas wolle man den Abonnenten bieten, sondern „die neue Plattform für die weltweit kreativsten Storyteller“. Dafür setzt Apple auf große Namen aus der Traumfabrik: Eine neue Serie von Steven Spielberg („Amazing Stories“), eine Talkshow mit Oprah Winfrey oder eine Drama-Serie mit Jennifer Aniston oder Reese Witherspoon („Morning Show“), die die vermeintlich heile Welt des Frühstücksfernsehens aus den Angeln hebt, sollen den nötigen Glamour mitbringen. Hinzu kommt die Weltraum-Serie „For All Mankind“, die Drama-Serie „See – Im Reich der Blinden“ mit „Game Of Thrones“-Star Jason Momoa oder auch Dokumentationen. Apple versucht sich breit aufzustellen, kann zum Start am 1. November aber nur mit 14 Eigenproduktionen auflaufen. Fortan sollen monatlich weitere Titel folgen. Mit dabei sind offenbar auch Projekte von Ocargewinnerin Octavia Spencer, „Star Wars“-Regisseur J. J. Abrams, „The Sixth Sense“-Regisseur M. Night Shyamalan und „Crazy Rich“-Regisseur Jon M. Chu.

Investitionen

Das ist zugegebener Maßen erst einmal nicht viel, doch die Tatsache, dass Apple bereits jetzt etwa sechs Milliarden Dollar in diese Inhalte investiert hat, zeigt, dass es der Konzern Ernst meint. Dafür spricht auch die Tatsache, dass Apple TV+ gleich in 100 Ländern parallel an den Start gehen soll. Damit macht der neue Dienst Netflix auf vielen Märkten Konkurrenz. Disney geht hier Schritt für Schritt vor, will aber auch binnen zwei Jahren auf allen wichtigen Märkten vertreten sein.

Das noch schmale Portfolio von Apple wirkt sich auch auf den Preis aus, denn mit nur 4,99 Euro pro Monat ist dieser durchaus als Kampfansage zu verstehen. Günstiger ist aktuell kein Streaming-Dienst, allerdings hat Apple auch noch nicht so viel zu bieten, um höhere Preise aufrufen zu können. Es ist aber davon auszugehen, dass, wenn Apple weiter in exklusive Inhalte investiert, dieser auch noch steigen wird, wenn genügend Content zur Verfügung steht. Beim Thema Abo-Modell setzt Apple auf die Strategie von Netflix: Bis zu sechs Familienmitglieder können dann über einen Account streamen. Zudem soll es auch eine Offline-Funktion geben, über die Filme und Serien auch ohne dauerhafte Internetverbindung geschaut werden können. Ein zusätzlicher Bonus: Wer ein neues Apple-Gerät wie das iPhone11 kauft, bekommt Apple TV+ ein Jahr gratis dazu. Danach muss dann ein Abo abgeschlossen werden, um den Dienst weiter zu nutzen. Das bietet Apple die Möglichkeit, zügig einen gewissen Stamm an Kunden aufzubauen.

Apple platziert sich also strategisch mit dem klaren Zeichen, dass mit dem hauseigenen Dienst zu rechnen sein wird. Eine ernsthafte Bedrohung wird Apple TV+ für die Konkurrenz zumindest in den nächsten Jahren nicht sein, zu viel Arbeit liegt hier noch vor Apple. Doch die neue Plattform aus dem iPhone-Konzern hat das Potenzial, den anderen empfindliche Nadelstiche zuzufügen. Sobald Apple die ersten richtigen Hits an Bord hat, wird sich seine Position deutlich ändern.

Der Unberechenbare

Interessant wird in dieser Frage auch die Position sein, die HBO Max einnehmen wird. Der neue Dienst wird im Frühjahr starten, und wie der Name schon sagt seine Inhalte zu großen Teilen aus denen des US-Senders HBO speisen, der für zahlreiche Hit-Serien verantwortlich zeichnet. Zu diesen gehören neben dem Dauerbrenner „Game Of Thrones“ auch Titel wie „The Wire“, „Six Feet Under“, „Sex And The City“, „The Newsroom“, „Westworld“, „Die Sopranos“, „True Blood“ oder auch „Boardwalk Empire“. Allein diese Titel haben eine nicht zu unterschätzende Fangemeinde, zudem gilt der Sender als sichere Schmiede für Premium-Inhalte, was auch für den Abrufdienst ein gutes Etikett ist. Zudem hat sich HBO Max ältere Dauerbrenner wie „Der Prinz von Bel-Air“ und „Friends“ gesichert. Jüngst kam „The Big Bang Theory“ dazu. Nach eigenen Angaben will man mit rund 10 000 Stunden Streamingmaterial an den Start gehen. Die große Frage wird allerdings sein, ob HBO Max auch außerhalb der USA agieren und damit zum globalen Player wird. In den Vereinigten Staaten ist der neue Dienst durchaus als ernstzunehmende Konkurrenz für Netflix, Apple und Co. zu werten, darüber hinaus bleibt die Frage offen. In Europa kooperiert HBO bereits seit Jahren in enger Partnerschaft zu Sky und wird das wohl auch so schnell nicht ändern. Denkbar wäre, dass diese Partnerschaft im Streming-Bereich weiter ausgebaut wird, aber auch, dass HBO – sollte es gut laufen – sich in einigen Jahren vom Pay-TV-Anbieter löst und als eigenständige Plattform weitermacht.

Der Unterschätzte

Amazon Prime ist zwar kein Neuling mehr auf dem Markt, hat sein Potenzial bisher aber nicht voll ausschöpfen können. Denn obwohl Amazon sowohl die Finanzen als auch die Kontakte nach Hollywood hat und bereits seit Jahren exklusive Inhalte für Prime Video produziert, konnte der Dienst bisher kein echtes Zugpferd finden. Das könnte sich allerdings bald ändern, denn Amazon beginnt in wenigen Monaten mit der Produktion der angekündigten „Herr der Ringe“-Serie. Der große Hype um Mittelerde ist zwar schon einige Jahre her, die Verfilmung des „Hobbit“ hat aber gezeigt, dass dieser sich mühelos wieder entfachen lässt. Wenn Amazon den Stoff gut umsetzt, steht einem echten Dauerbrenneer nichts im Wege. Zumal man die Geschichte des Rings – sofern die Rechte das zulassen – üppig erweitern könnte: neue Zeitalter, andere Orte, neue Charaktere. Tolkiens Welt bietet Spielraum für sehr viele Staffeln oder auch verschiedene Ableger zur Haupstserie. Das könnte auch für Amazon den großen Durchbruch bringen, mit dem Prime Video aus der zweiten Reihe hervor ins große Rampenlicht treten kann.

Ist Streaming bald zu teuer?

So schön es ist, dass die verschiedenen Anbieter das Potenzial von Streaming-Inhalten erkannt haben und fleißig investieren wollen, für die Zuschauer wird dieses Engagement zunehmend zum Problem. Denn bald stellt sich die Frage, ob man sich Streaming bald noch leisten können wird oder ob es zu einem Luxus-Gut wird, dass man sich leisten können muss. Fakt ist nämlich: Die Auswahl auf den einzelnen Plattformen wird immer kleiner. Disney+ bringt zwar von Haus aus ein üppiges Portfolio mit, doch wer den neuen „Star Wars“-Film, „Dark“ und „American Gods“ sehen will, braucht künftig schon drei Abos, die es zu bezahlen gilt. Konkret hieße das 69 Euro im Jahr für Amazon, nochmal 70 Euro für Disney und für Netflix im günstigsten Abo werden im Jahr rund 96 Euro fällig. Alles zusammen wären das 236 Euro im Jahr. Will man dann auch noch ein wenig Sport sehen, kommt das nächste Abo obendrauf. Und die Tendenz steigt. Je mehr sich der Markt aufsplittet, je mehr Geld muss im Zweifel investiert werden, wenn sich die zehn Lieblingsserien auf sieben verschiedene Anbieter verteilen. Dann gilt es abzuwägen, welches Abo sich noch lohnt, denn alle werden sich wohl die wenigsten Zuschauer leisten.

Das Ende des Binge Watching?

Eine Taktik hierfür könnte es natürlich sein, alle paar Monate den Dienst zu wechseln. Binge Watching macht’s möglich. Wenn die komplette Season zur Verfügung steht, lässt diese sich innerhalb weniger Tage schauen. Sobald erstmal nichts Neues kommt, könnte man den Dienst kündigen und zum nächsten wechseln, bis man auch dort alles geschaut hat, was gerade interessiert. Disney und Apple wollen dem aber nun einen Riegel vorschieben: Beide Dienste wollen auf eine Veröffentlichung der Episoden im Wochenrhythmus setzen. Das erhöht zwar unzweifelhaft die Spannung, dürfte echten Serien-Fans, die eine ganze Season auch gern mal in einer Nacht kucken, aber doch sauer aufstoßen. Das öffnet den Anbietern natürlich die Chance, Inhalte zeitgleich im TV zu verwerten, wo eine wöchentliche Ausstrahlung nach wie vor gang und gäbe ist. Zudem kann man Abonnenten so länger im Abo halten, da bei einer Staffellänge von zehn oder mehr Folgen mindestens drei Monate vergehen, ehe man das Abo vielleicht wieder kündigt und wechselt. Ob das funktioniert, wird von den Inhalten abhängen. Werden diese sehnsüchtig von einer großen Fanbase erwartet, wie in den letzten Jahre jede neue Folge von „Game Of Thrones“, geht das Konzept auf. Haben die Inhalte diese Strahlkraft nicht, könnten Konkurrenten wie Netflix wieder im Vorteil sein, die auf Binge Watching setzen.

Das Kräftemessen kommt

Welches Konzept am Ende funktioniert, wird sich in den kommenden Monaten und Jahren zeigen. Eines steht aber fest: Im November wird ein Kräftemessen auf dem Streaming-Markt beginnen, das in der Geschichte von VoD ein neues Kapitel aufschlägt. Netflix wird dabei zweifelsohne zu den Verlierern dieses Duells gehören, denn auch wenn der US-Dienst sich gegen die neue Konkurrenz behaupten kann, so wird er dennoch einen Teil seiner Vormachtstellung einbüßen. Vor allem Disney dürfte sich mit ziemlicher Leichtigkeit ein gutes Stück vom Streaming-Kuchen sichern können, und das geht natürlich nur, wenn ein anderer Anbieter etwas hergeben muss. Auch Apple ist nicht zu unterschätzen. Zwar kann der Konzern aus Cupertino noch nicht im großen Stil mitpokern, doch es ist anzunehmen, dass auch Apple seine Zielgruppe findet und sich positionieren kann. Bleibt nur die Frage, wer sich bei diesem Wellengang über Wasser halten kann und wer am Ende untergeht.

Spartipp

Eine Lösung, um es beim Preis für VoD nicht ins unermessliche zu treiben, ist die Nutzung von Familienaccounts. Netflix bietet hier beispielsweise eine Möglichkeit an, bei der der Premium-Zugang von maximal vier Mitgliedern der Familie parallel genutzt werden kann. Das spart Kosten, denn während der Einzelanschluss Basis Abo 7,99 Euro kostet, sind es beim Familienaccount nur knapp rund vier Euro pro Familienmitglied. Die nächste Familienfeier sollten Sie nutzen.

Tipp: Probeabo

Die meisten Anbieter bieten für ihre VoD-Pakete auch so genannte Probeabos an. Der Nutzer kann hier einen Monat testen, ob ihm das Angebot zusagt, und bezahlt somit erst ab dem zweiten Monat. In der Regel sind derartige Probeangebote auch uneingeschränkt nutzbar, sodass alle Vorzüge genossen und natürlich getestet werden können. Auf jeden Fall kann in diesem Monat das Inhalteangebot ausgiebig erforscht werden.

Qualität bei VoD

Die verscheiden Streamingplattformen bieten heute nahezu standardmäßig die Inhalte auch in 4K-HDR Videoqualität an. Auch die neuen Plattformen Disney+ und Apple TV+ wollen in diesem Standard starten. Um die beste Qualität aber auch nutzen zu können, sind bei allen Anbietern Grundvoraussetzungen beim Internetanschluss zu erfüllen. 4K-Qualität ist somit in der Regel erst ab einem VDSL-25-Anschluss, sprich einem Internetanschluss, der mindestens 25 MBit/s verarbeitet, möglich. Steht ein solcher Anschluss nicht zur Verfügung, wird die ausgewählte Sendung in der best möglichen Qualität gezeigt.

Geräteauswahl

Nicht jeder Dienst kann auch auf jedem Gerät genutzt werden. Speziell wer VoD am Großbild-Fernseher sehen will, sollte vorab schauen ob das zur Verfügung stehende TV-Gerät den Dienst unterstützt oder nicht. Während Netflix aber auch Maxdome fast überall integriert sind, muss vor allem bei den neuen Diensten von Disney und Apple vorab genauer geschaut werden auf welchen Plattforen diese bereitgestellt werden. Eine gute Alternative bieten nicht selten Streamingsticks wie der Fire TV 4K. Diese günstigen Lösungen (Kosten je nach Angebot zwischen 35 und 70 Euro) machen aus jedem noch so preiswerten Flachbildfernseher einen modernen Smart TV – vorausgesetzt eine HDMI-Schnittstelle ist vorhanden.


Bilder: Disney, Netflix
Bilder: Amazon, Apple, HBO
Bilder: © adimas – Fotolia.com, Netflix