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KAMPF um die Oscars


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TV Digital XXL-Ausgabe - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 18.03.2022

SHOW

Artikelbild für den Artikel "KAMPF um die Oscars" aus der Ausgabe 7/2022 von TV Digital XXL-Ausgabe. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TV Digital XXL-Ausgabe, Ausgabe 7/2022

FIESER COWBOY Eine der zwölf Oscarnominierungen für ?The Power of the Dog?: Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch

Der Glamour ist zurück! Vergangenes Jahr wurden die Oscars coronabedingt in kleiner Runde in der Los Angeles Union Station verliehen. Nun findet die wichtigste Award-Show der Welt wieder im gewohnt noblen Rahmen statt: Rund 2500 Filmschaffende nehmen am 28.3. im Dolby Theatre in Hollywood Platz. Auf der

Bühne wird es so spannend wie eh und je. TV DIGITAL stellt die fünf wichtigsten Fragen zur Verleihung und wagt Prognosen. Es geht u. a. um den ersten großen Netflix-Sieg und einen 34-jährigen Oscarfluch.

? BRICHT „THE POWER OF THE DOG“ DEN „TITANIC“-REKORD?

Beeindruckende zwölf Nominierungen konnte „The Power of the Dog“ einsammeln.

Damit führt der ruhig erzählte Netflix-Western mit Benedict Cumberbatch das Feld an. Auf den ersten Blick scheint sogar ein Allzeitrekord möglich. Zur Erinnerung: Noch nie konnte ein Film mehr als elf Trophäen gewinnen. An der Spitze gleichauf liegen „Titanic“, „Ben ...

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... Hur“ und „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“.

Aus den zwölf Nominierungen allerdings können in gar keinem Fall auch zwölf Oscars werden – schließlich sind die Nebendarsteller Jesse Plemons und Kodi Smit-McPhee in der gleichen Kategorie nominiert. Für den Hauptpreis als Bester Film (s. nächste Seite) jedoch ist „The Power of the Dog“ tatsächlich der Topfavorit, vor den Familiendramen „Coda“ und „Belfast“.

TV TIPP

94. Oscarverleihung

SHOW Der größte Filmpreis der Welt, zurück auf großer Bühne in Hollywood SO 27.3. 2.00 PROSIEBEN

Es wäre der erste Oscar für Netflix in dieser Kategorie. Insgesamt sind wohl drei bis sechs Oscars für den Western realistisch.

Der Rekord von „Titanic“ & Co. wird also weiter Bestand haben.

? BEKOMMT NICOLE KIDMAN IHREN ZWEITEN OSCAR?

Sehr offen ist das Rennen in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin. Zur Wahl stehen: Olivia Colman („Frau im Dunkeln“), Jessica Chastain („The Eyes of Tammy Faye“), Penélope Cruz („Parallele Mütter“), Kristen Stewart („Spencer“) und Nicole Kidman („Being the Ricardos“).

Für Kidman wäre es der zweite Oscarsieg nach „The Hours“ (2002). Und die Chancen stehen nicht schlecht. Zum einen stammt „Being the Ricardos“ aus dem bei der Oscarjury stets beliebten Genre des Biopics. Zum anderen spielt Kidman darin eine Schauspielerin, nämlich die Amerikanerin Lucille Ball (1911–1989). Mit dieser

Art von Rolle konnten sich in den vergangenen Jahren gleich zwei Hauptdarstellerinnen den Oscar sichern: Emma Stone in „La La Land“ (2017) und Renée Zellweger in „Judy“ (2020).

Kidmans diesmal vielleicht stärkste Konkurrentin ist Jessica Chastain. Im Drama „The Eyes of Tammy Faye“ glänzt sie als christliche Sängerin und ist unter Massen von Gesichtsprothesen und Schminke kaum wiederzuerkennen. Diese Art von Mut zur Hässlichkeit wurde bei den Oscars schon häufig belohnt.

? TRIUMPHIERT STEVEN SPIELBERG NACH 23 JAHREN PAUSE?

Stolze sieben Mal war Altmeister Steven Spielberg (75) bereits als Bester Regisseur nominiert. Gewinnen konnte er zwei Mal – für „Schindlers Liste“ und für „Der Soldat James Ryan“. Doch der letzte Sieg liegt schon 23 Jahre zurück. Diesmal tritt er mit „West Side Story“ an. Kritiker und viele Kollegen lieben seine Adaption des Musicalhits. Ob das reicht? Wahrscheinlich nicht. Große Favoritin ist Jane Campion („Das Piano“) für den oben erwähnten Western „The Power of the Dog“. Spielberg wird sich weiter gedulden müssen, aber vielleicht nur ein Jahr: Mit seinem bisher persönlichsten Film – dem semi-autobiografischen „The Fablemans“ – wird er 2023 sicher erneut ins Oscarrennen ziehen.

? KÖNNEN ZWEI DEUTSCHE FÜR „DUNE“ GEWINNEN?

Das ist selten geworden: ein Blockbuster als großer Oscaranwärter. Insgesamt zehnmal nominiert ist das Sci-Fi-Epos

„Dune“ – so häufig wie 1978 „Star Wars“. Sogar als Bester Film steht das Werk von Regisseur Denis Villeneuve zur Wahl. Dort wird für „Dune“ nichts zu holen sein. Dafür stehen die Chancen in anderen Kategorien umso besser. Hans Zimmer kann nach „König der Löwen“ seinen zweiten Oscar für die beste Filmmusik holen. Und für die visuellen Effekte nominiert ist Gerd Nefzer (Oscar für „Blade Runner 2049“). Die diesjährige Konkurrenz für beide ist überschaubar. Zimmer und Nefzer sollten schon mal ihre Dankesreden proben.

DIE 10 BESTEN FILME – und wo sie zu sehen sind

Erstmals seit 2010 sind zehn Titel als „Bester Film“ nominiert. Einige laufen bereits auf Streamingplattformen

BELFAST Kino Kenneth Branagh verfilmt seine Kindheit

CODA Apple TV+ Drama um eine Familie von Gehörlosen

DON’T LOOK UP Netflix Weltuntergangs-Satire mit Leo DiCaprio

DRIVE MY CAR Kino Intensives Beziehungsdrama aus Japan

WEST SIDE STORY Disney+ Steven Spielbergs Version des Hitmusicals

KING RICHARD Kino Will Smith als visonärer Tennis-Mentor

LICORICE PIZZA Kino Coming-of-Age-Story im L.A. der 1970er

NIGHTMARE ALLEY Disney+ Düsterer Thriller mit Bradley Cooper

THE POWER OF THE DOG Netflix Cumberbatch als hasserfüllter Cowboy

DUNE Sky Cinema Sci-Fi-Epos nach Frank Herberts Klassiker

?SICHERT SICH LIN-MANUEL MIRANDA DEN EGOT?

Für die meisten ist der Oscar die Krönung ihrer Karriere. Für Lin-Manuel Miranda wäre es noch ein bisschen mehr. In seiner Laufbahn hat der Komponist („Vaiana“) bereits den TV-Preis Emmy, den Musikpreis Grammy und den Theaterpreis Tony gewonnen. Zur Kombination EGOT (nach den Anfangsbuchstaben der Preise) fehlt ihm nur noch das O – der Oscar. In 90 Jahren gelang der EGOT nur 16 Menschen.

Miranda ist 2022 für den Disney-Hit „Encanto“ nominiert. Doch die Konkurrenz in der Kategorie Bester Song ist brutal – vor allem mit Popstar Billie Eilish für „Keine Zeit zu sterben“. Zudem stehen u. a. Beyoncé für „King Richard“ und Diane Warren für „Four Good Days“ zur Wahl. Letztere ist zum 13. Mal seit 1988 nominiert. Auf die Trophäe wartet die 65-jährige legendäre

Komponistin (u. a. „I Don’t Wanna Miss A Thing“) bis heute. Kann sie ihren Oscarfluch beenden? Oder schafft es Lin-Manuel Miranda in den EGOT-Club? Die Antwort auf diese – und alle anderen – Fragen gibt es am 28. März.

MICHAEL TOKARSKI