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KAMPF UM DIE SPITZE


Computer Bild Spiele - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 06.03.2019

Online-Actionspiel Mit dem überraschend veröffentlichten Battle-Royale-Shooter „Apex Legends“ steigt ein neuer „Fortnite“-Konkurrent in den Ring. Muss sich der Platzhirsch jetzt warm anziehen?


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Bildquelle: Computer Bild Spiele, Ausgabe 4/2019

Paukenschlag von US-Entwickler Respawn Entertainment! Nur wenige Stunden nach der weltweiten Ankündigung von „Apex Legends“ stand der nagelneue Battle-Royale-Shooter der „Titanfall“-Macher schon zum Download bereit. Das Verrückte: Innerhalb der ersten acht Stunden hatten bereits über eine Million Spieler den Free-to-Play-Titel heruntergeladen, nach einer Woche waren es satte 25 Millionen. Ein starker Auftakt für ...

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... ein bis dato völlig unbekanntes Spiel! Ist der Hype gerechtfertigt? COMPUTER BILD SPIELE hat den „Fortnite“-Herausforderer getestet.

Battle Royale mit ein wenig „Titanfall“

Der Entwickler bezeichnet sein neues Werk als Spin-off der „Titanfall“-Reihe. Heißt: „Apex Legends“ spielt im selben Universum wie die beiden „Titanfall“-Titel, aber rund 30 Jahre nach den Geschehnissen aus Teil zwei. Eine Geschichte gibt es nicht. Stattdessen steigt Respawn ins derzeit so beliebte Battle-Royale-Genre ein und liefert eine Neuinterpretation des Spielprinzips ab. Denn anders als bei „PlayerUnknown’s Battlegrounds“ („PUBG“) oder „Fortnite“ treten Sie in „Apex Legends“ niemals allein, sondern immer in einer Dreier-Gruppe an. Und das verändert die Dynamik merklich: Sie sind viel stärker mit ihren Teamkameraden verbunden sowie wesentlich abhängiger – und spielen den Titel deshalb gleich ganz anders.

TESTFAKTEN

PS4

Das ist das Ende

Ist ein Gegner am Boden, schicken Sie ihn per Finishing-Move mit Fäusten und Nahkampfwaffen endgültig ins Jenseits.

Cleverer Farbcode

Munitionspakete sind farblich markiert. So lassen sie sich leicht der entsprechenden Waffe zuordnen.

Teamwork gefragt

Rambos haben hier aufgrund der auf Dreier-Teams ausgelegten Karten und Mechaniken keine Chance. Besonders erfolgreich sind Spieler, die effektiv per Headset kommunizieren und gutes Equipment für die Kameraden markieren. Gut so!

FÜR FANS VON

„Fortnite“, „PlayerUnknown’s Battlegrounds“, „Call of Duty – Black Ops 4“ (Blackout-Modus)

ENTWICKLER-PROFIL

Sitz und Mitarbeiter: Respawn entstand 2010 aus ehemaligen Mitarbeitern von „Call of Duty“-Erfinder Infinity Ward. Im Sherman-Oaks-Studio Kalifornien arbeiten über 200 Entwickler.

Schwerpunkt: Respawn Entertainment entwickelt Ego-Shooter mit Mehrspieler-Fokus.

Weitere Titel: „Titanfall“-Reihe, „Star Wars Jedi – The Fallen Order“ (2019).

Folgen Sie dem Entwickler auf Twitter unter: @Respawn

Die Grundlagen des Erfolgs

Dieses „anders“ fängt schon beim genretypischen Absprung aus dem Dropship an: Sind Sie der per Zufall bestimmte „Jump-Master“, entscheiden Sie allein, wo das Team auf der Karte landet. Das zwingt Sie einerseits, Verantwortung für die Gruppe zu übernehmen, andererseits geht es so automatisch in die Team-Kommunikation rein. Ihre zwei Gruppenmitglieder können Ihnen via Ping-Funktion im Sturzflug auf der Karte Punkte markieren, auf denen eine Landung lohnend scheint. Den Vorschlägen Folge leisten müssen Sie aber nicht. Den Sturz aus luftigen Höhen sehen Sie in „Apex Legends“ in der Third-Person-Ansicht – ansonsten erleben Sie die Schlacht komplett aus der Ego-Perspektive.

Nach erfolgreicher Landung geht es direkt in klassischer Battle-Royale-Manier weiter: Sie sammeln herumliegende Waffen, Patronen, Rüstungen und Zubehörteile auf, um sich für die Schlacht zu rüsten. Dank der Ping-Funktion markieren Sie für Ihr Team Waffen und Gegenstände mit nur einem Knopfdruck. So unterstützen sich Spieler bei der Suche nach optimaler Ausrüstung – eine sehr nützliche Funktion, die etwa „Call of Duty – Black Ops 4“ in seinem Battle-Royale-Modus „Blackout“ fehlt! Das „Pingen“ erleichtert die Kommunikation nämlich spürbar: hier eine Waffe für die Gruppenmitglieder gesichtet, dort eine Panzerung für alle markiert – einfach und genial zugleich. Und wenn der Feind angreift, braucht es auch keine umständlichen Erklärungsversuche via Headset mehr, um die Position präzise zu beschreiben. Löblich: Damit der Einstieg leicht gelingt, bietet „Apex Legends“ ein Offline-Training an, das

Ihnen alle Grundlagen interaktiv erklärt. Nur ein separater Schießstand fehlt, um Waffen auszuprobieren und deren Schussverhalten für den Ernstfall einzustudieren.

Erst Ping, dann Peng

Das Ping-System nutzen Sie in vielen Situationen – etwa bei Feindkontakt: So markieren Sie die letzte bekannte Position eines gesichteten Gegners. Das ist eine große Hilfe, da Sie sehen, aus welcher Richtung die Bedrohung kommt. Frei nach dem Motto: Sechs Augen sehen mehr als zwei! Über Funkkontakt via Headset lässt sich dann die Gefechtstaktik absprechen, damit es beim Schusswechsel auch an den richtigen Stellen „Peng“ macht: Wer flankiert? Und wer lenkt mit Unterstützungsfeuer den Gegner ab? Der Sprachchat gehört allerdings zu den Basisfunktionen eines Battle-Royale-Shooters und ist entsprechend auch bei der Konkurrenz zu finden.

Teamwork ist besonders wichtig, wenn ein Mitspieler zu Boden geht. Beleben Sie diesen nicht rechtzeitig via Knopfdruck wieder, bleibt noch eine allerletzte Möglichkeit: das hinterbliebene, individualisierbare Banner des Kameraden einsammeln, zu einer auf der Map markierten Maschine namens „Respawn Beacon“ bringen und dort eine Zeit lang per Knopfdruck eine Leiste füllen. Währenddessen sind Sie natürlich anfällig für feindlichen Beschuss. Gelingt Ihnen die Rettungsaktion jedoch, „respawnt“ Ihr Teamkollege erneut auf der Karte und kann wieder ins Geschehen eingreifen – allerdings mit leeren Händen. Dann heißt es also: schnell eine Waffe suchen und weiterballern!

UMLAND Die Map ist abwechslungsreich gestaltet.


FLOTTER DREIER Via Dropship springen Sie ab.


KLASSE Aus sechs Legenden wählen Sie aus.


IM BLICK Bloodhound sieht Gegner durch Wände.


DOPPELT Mirage lenkt Feinde mit Doubles ab.


BOMBIG Gibraltar startet einen Luftangriff.


Bewährtes Rezept

Was hat „Apex Legends“ noch zu bieten? Vor allem die für einen Battle-Royale-Titel typischen Abläufe: Runde für Runde verkleinert sich das Gebiet, in dem Sie sich aufhalten können, ohne Schaden zu nehmen – bis es am Ende zu intensiven Scharmützeln auf engstem Raum kommt. Das letzte überlebende Team dieses Wahnsinns hat gewonnen. Die Spielerzahl ist dabei etwas geringer als bei der Battle-Royale-Konkurrenz: Im Optimalfall stechen Sie 57 andere Spieler beziehungsweise 19 gegnerische Trios aus.

Um den Sieg zu erringen, setzen Sie natürlich wie gewohnt allerlei Kriegswerkzeug ein, das mehr oder weniger zufällig auf der Karte verteilt ist. Von der Pistole und dem Sturmgewehr über die Schrotflinte bis hin zum Scharfschützengewehr sind alle gängigen Waffentypen vertreten. Explosives wie Splittergranaten gehören ebenso zur Ausrüstung. Zudem erhöhen unterschiedlich starke Helme, Panzerungen, Medi-Kits und Rüstungs-Reparaturkits Ihre Überlebenschance. Sämtliche gefundenen Gegenstände wandern in Ihren Rucksack, der allerdings ein begrenztes Volumen hat. Deshalb misten Sie gelegentlich auch mal aus oder besorgen sich eine größere Tasche.

HOCH HINAUS Mithilfe der roten Luftballons samt gelber Seile schießen Sie sich in die Luft, um längere Fußwege per Sinkflug zu überbrücken


+

Exakte Steuerung

Geschmeidige Bewegung, die Schüsse sitzen.

+

Einfach hübsch

„Apex Legends“ ist das grafisch schönste Battle-Royale-Spiel.

+

Gruppengefühl

Das Dreier-Team-Konzept schweißt die Spieler zusammen

Zu große Map

Manchmal ist aufgrund der riesigen Map Feindkontakt rar.

Aufstiegschancen nach Eingewöhnung

Damit die Motivation auch nach einer Niederlage gewahrt bleibt, belohnt Sie das Spiel mit Level-Aufstiegen und Extras. Sie erhalten nach jeder Partie eine genaue Auflistung darüber, womit Sie wie viele Erfahrungspunkte gesammelt haben. Punkte gibt’s unter anderem für Ihre Überlebenszeit, getötete Gegner, Wiederbelebungen oder das Ausschalten des besten Spielers auf dem Server. Durch all diese Aktionen können Sie ein maximales Level von 100 erreichen. Gerade zu Beginn steigen Sie auch ohne eigene „Kills“ schnell im Rang auf. Nach einer Stunde Spielzeit ist Level drei realistisch, danach hängt alles vom individuellen Können und dem Erfolg des Dreier-Teams ab.

Klar, nicht nur Battle-Royale-Neulinge erleben in „Apex Legends“ Spielrunden, in denen Sie unmittelbar nach der Landung sterben. Etwa, weil man auf die Schnelle keine Knarre findet und direkt in einen bewaffneten Gegner hineinläuft. Das kann frustrieren, lässt sich bei diesem Spielprinzip jedoch nicht vermeiden – siehe „Fortnite“ und Co.

Legenden mit Charakter

Das Wort „Legends“ im Titel kommt übrigens nicht von ungefähr. Damit sind die wählbaren Charaktere gemeint, die sich optisch und in ihrem Auftreten unterscheiden. Sie kommentieren das Geschehen mal markant, mal humorvoll oder mysteriös. Viel entscheidender für den Sieg in einer Runde sind jedoch die Eigenschaften einer Figur und wie Sie diese für sich nutzen. Jede Legende ist dabei nur einmal pro Trio wählbar. Das sorgt dafür, dass sich die Spieler mit ihren individuellen Fähigkeiten ergänzen und unterstützen müssen. Ein cleverer Schachzug! Zu Beginn haben Sie die Wahl zwischen sechs Charakteren, zwei weitere erspielen Sie sich oder schalten Sie gegen Echtgeld frei. Von Beginn an wählbar ist Bloodhound. Die passive, dauerhaft aktive Spezialfähigkeit des maskierten Mannes mit einem Raben auf der Hand erlaubt es ihm, Fußspuren von Gegnern zu sehen. Seine taktische Fähigkeit müssen Sie hingegen stets auf Knopfdruck aufrufen. Sie bleibt nur eine gewisse Zeit lang aktiv und muss sich danach regenerieren. Sie ist aber auch sehr mächtig: Bloodhound kann so in seiner Umgebung Gegner auch durch Wände hindurch sehen. Seine dritte, ultimative Fähigkeit ist der Jagdinstinkt. Damit bewegt er sich deutlich schneller und sieht noch mehr Spuren, sodass er die Fährte seines nächsten Opfers noch besser aufnehmen kann.

Gibraltar hingegen zieht als klassischer Kampfkoloss in die Schlacht, der mit seinem Schild die gesamte Gruppe beschützt. Lifeline wiederum ist die perfekte Kampfsanitäterin. Und der freispielbare Mirage setzt im Gefecht einen Doppelgänger ein, der als Zielscheibe und Ablenkungsmanöver schnurstracks auf einen Gegner zumarschiert. Jeder Charakter in „Apex Legends“ ist durch Skins, die bereits erwähnten Banner, derbe Sprüche und gleichermaßen spektakuläre wie brutale Finishing-Moves individualisierbar – „Ab 18 Jahren“ ist hier die passende Einstufung der USK.

Technisch auf der Höhe

Als Battle-Royale-Schlachtfeld dient eine Karte namens „Kings Canyon“. Dort gibt es in einem Gebiet ein abgebranntes Waldstück, an anderer Stelle stoßen Sie auf einen Betonbunker. Hinzu kommen hohe Berge und Felslandschaften, Flüsse, Sandgebiete und Flachland. Optisch spielt „Apex Legends“ für einen Battle-Royale-Titel in der Oberklasse. Die Textur-Tapeten sind aus nächster Nähe zwar nicht gestochen scharf – das schafft der modifizierte, auf „Titanfall“ basierende Grafikmotor nicht. Aber die Technik bewegt sich auf dem Niveau eines Vollpreistitels. Zudem läuft das Spiel jederzeit flüssig und steuert sich sowohl mit Maus und Tastatur als auch mit dem Controller angenehm direkt und präzise.

Die Karte ist ähnlich groß wie die Map aus dem Blackout-Modus von „Call of Duty – Black Ops 4“. Fahrzeuge sind in „Apex Legends“ nur als Deko vorhanden, dafür gibt es aber sogenannte „Jump Towers“ – rote, gut sichtbare Luftballons, die an einer gelben Schnur in der Luft schweben. Wenn Sie sich am Seil von unten nach oben hochziehen, fliegen Sie kurz im Sinkflug umher und überwinden größere Distanzen schneller.

Damit das Spiel frisch bleibt, gibt es in Zukunft Saisons, die etwa drei Monate laufen. Zu einer neuen Spielzeit sollen dann jeweils neue Legenden und Waffen kommen. Weitere Karten sind Respawn zufolge ebenfalls geplant. Zudem gibt es einen Ingame-Store. Zum Bezahlen wandeln Sie Echtgeld in die virtuelle Währung „Apex Coins“ um. 2000 Coins bekommen Sie für 20 Euro. Damit lassen sich dann etwa die beiden freispielbaren Charaktere Mirage (holografischer Trickser) und Caustic (Giftexperte) direkt kaufen. Für jeden Charakter sind umgerechnet 7,50 Euro fällig. Ein legendärer Waffenskin kostet 1800 Apex Coins. Ebenfalls im Angebot sind sogenannte Apex-Pakete, die zufällig ausgewählte kosmetische Extras wie Waffenskins enthalten. Zehn Boxen kosten 10 Euro, sie lassen sich aber auch durch Levelaufstiege erspielen.[jmk/bpf]

FAZIT

„Apex Legends“ ist nicht nur überraschend erschienen, sondern auch überraschend gut: Vor allem die punktgenaue Steuerung, abwechslungsreiche Spielwelt und die ausgereifte Technik sind für ein Battle-Royale-Spiel alles andere als selbstverständlich. Dazu haben die Legenden richtig Charakter. Vor allem aber macht das Teamwork dank clever designter Spielmechaniken mächtig Spaß. Nur die Karte fühlt sich für 60 Zocker etwas zu groß an. Vielleicht hebt Respawn ja das Spielerlimit an oder schraubt noch etwas an der Arena. Es bleibt also spannend, wie sich „Apex Legends“ langfristig entwickelt und ob es zu einem ernsthaften „Fortnite“-Rivalen heranreift. Der Start ist auf jeden Fall mehr als vielversprechend.