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Kandelaber und skurrile Korkenzieher


Kunst und Auktionen - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 22.02.2019

Bonhams versteigert Galeriebestand und die private Sammlung des Münchner Kunsthändlers Alain Morvan


Artikelbild für den Artikel "Kandelaber und skurrile Korkenzieher" aus der Ausgabe 3/2019 von Kunst und Auktionen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Kunst und Auktionen, Ausgabe 3/2019

TAXE 1700 € Partner-Schreibtisch, neun gegenüberliegende Schubladen auf Sockelbasis, Kirsche, ebonisiert, Biedermeier, 205 x 205 x 92,5 cm


Der Münchner Kunsthändler Alain Morvan hat zu Beginn dieses Jahres sein Geschäft geschlossen: Altersbedingt zieht er sich nach über vier Jahrzehnten Berufstätigkeit ins Privatleben zurück. Seine eigene Kunstsammlung und der Bestand seiner Galerie kommen am 6. März bei Bonhams in London zum Aufruf – im Rahmen der Auktion „The Private Collection & Gallery of Alain Morvan ...

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... Anitiquitäten“. Dem Senior Representative für Deutschland und Österreich, Thomas Kamm, ist es gelungen, diesen umfangreichen und überaus interessanten Bestand für das Auktionshaus zu gewinnen.

Offeriert werden 505 Lose mit rund 3000 Einzelobjekten. Sie alle sind in einem sorgfältig erarbeiteten und kurzweilig gestalteten Katalog dokumentiert, der Alain Morvans breit gefächerte, durchaus ungewöhnliche Kollektion für die Nachwelt festhält. Kamm betrachtet es „als großes Privileg für Bonhams“, Morvans Sammlung versteigern zu dürfen. Die durchweg moderaten, ja: niedrigen Taxen werden zweifelsohne dazu beitragen, die Auktion zum Erfolg zu führen.

TAXE 3400 € Paar Empire-Kandelaber, nach Pierre-Philippe Thomire, je 6-armig, vergoldete, patinierte Bronze, 34 x 34 x 86 cm


Morvans Ladengeschäft war zentral im ruhigen, geradezu idyllischen Theatinerhof an der hochbarocken Hof-und Klosterkirche St. Kajetan (Theatinerkirche) gelegen, unweit von Residenz, Feldherrenhalle und Odeonsplatz. Die Kunsthandlung bereicherte mit einem Angebot aus den Bereichen Malerei, Grafik, Plastik und Kunsthandwerk (Möbel, Goldschmiedekunst, Glas, Porträtminiaturen etc.) den Antiquitätenmarkt der Stadt.


Ein Konvolut Glaskaraffen lässt seine Taxe von 460 Euro bestimmt hinter sich


Schon beim ersten Durchblättern des Katalogs wird deutlich, dass Morvan einen Sammelschwerpunkt hatte, den man – in Anlehnung an das Festspielmotto von Neubayreuth – mit „Hier gilt’s dem Kerzenleuchter!“ umschreiben könnte: So werden nun rund 190 bronzevergoldete Kerzenhalter, Kandelaber, Girandolen des Empire (Taxen ab 500 Euro) und rund 30 silberne, meist von Augsburger Meistern geschaffene Objekte aus Rokoko und Klassizismus (Taxen ab 300 Euro) offeriert – in der Regel paarweise. Die Qualität dieser Stücke lässt die Kunstwelt staunen. Zudem: Wurden jemals Leuchter in so großer Zahl versteigert?

Aus dem Angebot sticht ein Paar französischer Empire-Kandelaber (Abb.) mit der geflügelten Victoria heraus (Taxe 3400 Euro). Eine formal ähnliche gestaltete Girandole, die Pierre-Philippe Thomire um 1810 / 15 in Paris gefertigt hat, befindet sich im Metropolitan Museum of Art in New York. Die Möbel Morvans stammen nahezu ausschließlich aus Süddeutschland und Norditalien. Bemerkenswert sind zwei Objekte aus dem Biedermeier: ein großer, schlichter und wohlproportionierter Bibliotheksschreibtisch (Abb.) aus Kirschbaumholz (Taxe 1700 Euro) und ein Bücherschrank mit geschlossenem Unterbau und Glastüren in vorzüglichem Erhaltungszustand (Taxe 2300 Euro; s. TITEL). Darüber hinaus werden einige überaus interessante kleine Möbel angeboten: beispielsweise eine weiß gefasste und teilvergoldete norditalienische Kommode (Taxe 690 Euro) und eine dreischübige süddeutsche Miniaturkommode mit reicher Marketerie (Taxe 690 Euro).

TAXE 2300 € Paar Speiseteller aus dem „Service fond rose guirlande de fleurs et attributs“, gefertigt in Sèvres für Napoleon I., ca. 1805, ø 23,4 cm


Unter den wenigen Porzellanen in der Auktion ragen sechs Speiseteller aus dem „Service fond rose guirlande de fleurs et attributs“ (Abb.) heraus, das in der Manufaktur von Sèvres für Napoleon I. gefertigt wurde. Der Kaiser nutzte dieses Service erstmals im Mai 1805, als er sich vor seiner Krönung zum König von Italien im prachtvollen, unweit von Turin gelegenen Jagdschloss Stupinigi der Herzöge von Savoyen aufhielt. Die Teller werden paarweise mit einer Taxe von je 2300 Euro offeriert.

Und allen Weinliebhabern seien zwei Sammellose ans Herz gelegt: ein Konvolut von 19 unterschiedlichen Glaskaraffen des 19. Jahrhunderts, das seine Taxe von 460 Euro mit Sicherheit weit hinter sich lassen wird; und eine skurrile Sammlung von Dutzenden Korkenziehern des 19. und 20. Jahrhunderts, die jeden, der sich mit der Kulturgeschichte des Weins beschäftigt, in Begeisterung versetzen dürfte (Taxe 920 Euro).

BONHAMS London, Auktion 6. März, Besichtigung 22. Februar München; 3. – 6. März London


Abb.: Bonhams, London