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Kap Kaliakra 2.0


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GOLF MAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 80/2022 vom 18.07.2022

BULGARIEN

Artikelbild für den Artikel "Kap Kaliakra 2.0" aus der Ausgabe 80/2022 von GOLF MAGAZIN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: GOLF MAGAZIN, Ausgabe 80/2022

Golfen im Pirin-Gebirge, nahe Sofia und natürlich auf den drei damals noch ziemlich oder gar ganz neuen Plätzen am Schwarzen Meer: Für unsere erste große Bulgarien-Reportage, erschienen im Mai 2012, waren wir noch kreuz und quer durch das südosteuropäische Urlaubsland gereist. Warum dieses Update sich nun nur auf die teils atemberaubenden Golfanlagen an der Küste beschränkt, ist schnell erklärt: Die sogenannte »Cape Kaliakra Signature Golf Coast« hat sich als Golfreiseziel etabliert.

Für die Skandinavier etwa sind Thracian Cliffs & Co. sogar zu einer Top-Destination geworden – mit wöchentlichen Charterflügen ab Kopenhagen, Stockholm oder Helsinki, die sonnen- und golfhungrige Touristen einfliegen. Doch auch bei deutschen Golfern hat sich die

Region längst einen Namen als ernsthafte und zugleich preiswertere Alternative zu Spanien und Portugal gemacht. Umso mehr, als ein äußerst milder ...

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... Frühling und ein langer, sonniger Herbst für eine ausgedehnte Saison von März/April bis tief in den November hinein sorgen. Dazu kommen die kurzen Wege.

Vom Flughafen Varna fährt man weniger als eine Stunde bis zu den drei Plätzen von Thracian Cliffs Golf & Beach Resort, BlackSeaRama Golf&Villas sowie Lighthouse Golf & Spa Resort. Die zwei Letztgenannten grenzen dabei sogar direkt aneinander (nur ein Zaun mit einer versteckten Durchgangstür trennt die Anlagen), und Thracian Cliffs komplettiert – keine zehn Fahrminuten entfernt – das grandiose Dreigestirn.

FÜNF STERNE, SPA UND RIESEN-RANGE

Als perfekter Ausgangspunkt für eine Golfwoche eignet sich hier vor allem das Lighthouse Golf & Spa Resort. Bei den renommierten World Golf Awards bereits mehrfach zum besten Golfhotel Bulgariens gekürt, verfügt das 5-Sterne-Haus über alles, was das Herz begehrt: eine tolle Lage hoch oberhalb der Steilküste mit Blick auf das Schwarze Meer, großzügige, elegante Zimmer mit riesigen Balkonen, mehrere Restaurants, Bars, eine riesige Poolanlage und einen interessanten Spa-Bereich. Eigentlich gäbe es kaum Gründe, diese hübsche Herberge zu verlassen, wenn da nicht, keine 300 Meter entfernt, bereits der Golfplatz wäre.

Dessen Übungsanlagen bieten perfekte Trainingsbedingungen für die Saisonvorbereitung, die Auffrischung oder auch nur zum Aufwärmen vor der Runde. Die Driving-Range ist riesig, die Kurzspielmöglichkeiten konkurrenzlos und der Pro-Shop führend. Hinsichtlich dieser Infrastruktur können die beiden Nachbarn nicht mithalten. Und als ob das noch nicht genug wäre, gibt’s auch noch ein Wochen-Package mit unlimited Golf. Hat man so viel wieder gut zu machen? Vor zehn Jahren hatte sich der Lighthouse Golf Course ja als deutlich schwächster des Trios am Kap Kaliakra gezeigt. Doch seither ist hier einiges passiert.

Der Kurs selbst, von der Ryder-Cup-Legende Ian Woosnam entworfen, wurde verlängert, an vielen Stellen spielerisch verbessert und auch die Pflegequalität angehoben. Und dass der Platz auch an Renommee dazugewonnen hat, liegt nicht nur an der Tatsache, dass in 2018 die European Seniors Tour (jetzt Legends Tour) zu Gast war. Der Lighthouse Golf Course hat seinen Dornröschenschlaf eindeutig beendet und sich aufgrund der Infrastruktur sogar zum Mittel- oder zumindest Ausgangspunkt für die Golfer an der Küste etabliert. Bloß die 18 Löcher mit Meerblick, wie in Thracian Cliffs, die gibt es auch weiterhin nicht…

Dafür aber hat sich hier eine andere Institution einen Namen gemacht. Shiv‘s Bar, eine urgemütliche, hölzerne Plattform am Rande des Abgrunds, lädt direkt am Platz zum Verweilen ein. Der indische Tour-Pro Shiv Kapur liebte vom ersten Moment an diese Stelle am Kliff. Die unprätentiöse Atmosphäre, die tollen Drinks und erst recht die faszinierenden Ausblicke führen dazu, dass gerne mal ein Flight nach dem anderen durchgewinkt wird. Es soll auch schon Gäste gegeben haben, die die Schlusspassage fast im Dunkeln spielen mussten oder gar nicht mehr konnten.

ZWEI DEUTSCHE FÜR ZWEI GOLFANLAGEN

Keine zehn Autominuten vom Resort entfernt liegt das idyllische Provinzstädtchen Balchik, das durchaus den ein oder anderen Halbtagesausflug wert ist. Hier machen jene Einheimischen Urlaub, die keine Lust auf die Betonburgen in Sonnenstrand und Albena haben. Sehenswert sind etwa der wundervolle, verwunschene Botanische Garten, der Balchik Palace und die vier Kilometer lange Strandpromenade, die komplett erneuert wurde. Jetzt finden sich hier unzählige Restaurants und Bars mit direktem Blick auf die Marina mit den Jachten. Ein kleines »Puerto Banús«…

Besonders schön sind die vielen kleinen Restaurants, die unter wildwuchernden Weinblättern mit typischen einheimischen Spezialitäten um die Gäste buhlen. Und genau in solch einem Lokal treffen wir zwei alte Bekannte wieder: Perry Einfeldt und seine Gattin Sandrina. Einfeldt war Geschäftsführer und Justiziar des baden-württembergischen Golfverbands, leitete dann den Stuttgarter GC Solitude, den European-Tour-Platz des GC Schloss Nippenburg und das Golf- Resort in Fleesensee, bevor er hier am Schwarzen Meer mit Thracian Cliffs eine neue Golfdestination etablierte.

Danach wurde gleich noch ein Neuaufbau gestemmt, mit Tbilisi Hills in Georgien (s.a. GJ 9/19), und nach dem erfolgreichen Abschluss kehrten die Einfeldts wieder dauerhaft in ihr Haus in Balchik zurück. Es folgte ein Intermezzo als Lighthouse-Berater, inzwischen sind die beiden »nur noch« als Mitglieder im Golfclub aktiv. Und beim GM-Besuch erzählen sie, dass hier die Bulgaren und auch die Westeuropäer weiterhin in der Minderheit sind.

Denn: In Ermangelung von Golfanlagen in Rumänien – dort gibt es bisher nur einen Platz in Siebenbürgen – prägen die noch sehr wenigen, aber golfbesessenen nördlichen Nachbarn an den Wochenenden das Clubleben nicht unerheblich mit.

Dann rollen am Freitagnachmittag die Limousinen aus dem dreieinhalb Stunden entfernten Bukarest an, das Golf-Bag wird aus dem üppigen Kofferraum gezogen, und mindestens neun Löcher müssen es heute noch sein.

Man munkelt hier zwar, dass die rumänische Hauptstadt demnächst einen eigenen Golfplatz erhalten wird. Dann könnte der Wochenend-Konvoi zwischen den beiden Ländern (die sich nicht immer grün waren und auch heute noch nicht sind) sicherlich etwas kürzer werden. Aber: Selbst wenn dieser vom Designer Jeff Howes (u.a. Adamstal) gezeichnete Platz vielleicht schon in 2023 bespielbar ist, dürfte er keine Konkurrenz darstellen. Denn die Beträge, die im künftigen Bukarest G&CC angeblich aufgerufen werden, sollen jenseits von Gut und Böse sein.

EIN SÜDAFRIKANER FÜR ZWEI GOLFPLÄTZE

Das benachbarte Resort BlackSeaRama Golf&Villas wartet mit einem anderen Konzept auf. Hier ist alles etwas dezenter, kleiner und auch exklusiver. Das beginnt beim sehr netten Boutique-Hotel mit seinen fünf Sternen und nur 20 Zimmern und endet bei den Apartments und Villen auf der Anlage, die definitiv hochpreisiger als nebenan sind.

Der Höhepunkt ist zweifellos das Clubhaus. Landestypische Architektur mit toskanischen Einflüssen trifft hier auf tolles Ambiente mit hervorragendem Restaurant. Insbesondere die Terrasse lässt den Blick über die Weite des Meeres schweifen. Ein antikes Amphitheater wurde noch schnell in das ohnehin etwas abgehobene Gesamtbild integriert. Aber klar, auch hier auf dem Balkan wird in gutbetuchten Kreisen gerne eher geklotzt als gekleckert.

Der BlackSeaRama Golf Course war das erste Werk von Gary Player in Bulgarien. Ein designtechnisch interessanter Platz, wenn man das etwas einfallslose Anfangstrio hinter sich gebracht hat, und rein sportlich immer noch ein bisschen anspruchsvoller als der Nachbar. Dafür verantwortlich ist natürlich in erster Linie das Finale der Runde mit dem großartigen Par 3 über die Schlucht zum Fuße der Clubhausterrasse. Hier kommt schon ein Vorgeschmack auf die noch berühmteren Bahnen auf, die Player 2011 dann in Thracian Cliffs nachlegte.

18 LÖCHER MIT BLICK AUFS MEER

Die vor und nach der Eröffnung des Thracian Cliffs Golf Course entstandenen Fotos hievten das Meisterstück sofort in die Beletage der spektakulärsten Golfplätze überhaupt – also zu Bandon Dunes, Cape Kidnappers, Cape Wickham, Lofoten Links, Tara Iti, Teeth Of The Dog. Äh, halt, und was ist mit Pebble Beach? Fehlt in dieser Aufzählung vielleicht zu Recht, wie eine Anekdote von Perry Einfeldt verrät.

Es war auf einer Golftourismusmesse in Portugal, als Einfeldt in einer Diskussion mit dem damaligen Pebble-Beach-Resorts-Manager Tim Ryan verlauten ließ, dass dessen weltberühmter Platz hinsichtlich der Lage doch gar nicht mit Thracian Cliffs mithalten könne, sogar in einer anderen Liga spiele. Denn: Hier am Schwarzen Meer habe man schließlich an allen 18 Löchern Blick aufs Wasser, in Pebble Beach dagegen nur an maximal zwei Dritteln.

Mit diesem Selbstbewusstsein haben sich die Bulgaren inzwischen einen Namen in der Golfwelt gemacht. Und ja, was die Lage angeht, reicht tatsächlich kaum etwas an den Platz heran, der sich auf mehreren Ebenen zwischen dem dunkelblauen Meer und der Spitze des Kliffs in einem sanften Halbkreis entlang zieht. Die weißen Felsen kokettieren immer wieder mit dem strahlend blauen Himmel und der üppigen Vegetation auf den einzelnen »Stockwerken«.

Spielerisch ist der Kurs allerdings für jeden ein Albtraum, der kein sicheres Bogey-Golf beherrscht. Wenn böse Zungen behaupten, dass man auf der ersten Runde hier ungefähr so viele Bälle verliert, wie das eigene Handicap lautet, mag das arg übertrieben sein. Doch auch so mancher Scratch-Golfer hat hier schon öfter als gewohnt nachgeladen. Dennoch bleibt Thracian Cliffs für viele weiterhin ein Platz, der mindestens ein Mal im Leben gespielt werden muss, egal, wie weit der Score am Ende in die bösen, dreistelligen Tiefen abdriftet.

Die atemberaubenden Fotos auf dem Smartphone lassen die Zahlen auf der Scorekarte ohnehin schnell in Vergessenheit geraten. Und die Zuhörer auf der heimischen Clubhausterrasse dann werden derart punktuell doch sehr gefilterte Erzählungen wohlwollend zur Kenntnis nehmen, insbesondere, wenn man bereit ist, sich einigermaßen objektiv an eigene Desaster auf Plätzen wie dem Porsche Nord Course von Green Eagle oder WinstonLinks zu erinnern.

Mit Blick darauf ist es jedenfalls schön, dass es im Thracian Cliffs Golf & Beach Resort zumindest einen Pro-Shop und damit eine Option für den Ballnachkauf gibt. Denn ansonsten fehlt diesem europäischen Top-Platz nach wie vor ein Clubhaus. Lediglich ein kleines Zelt mit Grill und Kühlschrank – ohne jeglichen Blick auf das Meer, aber mit umso gesalzeneren Preisen – lädt (kaum) zum langen Verweilen ein. Und auch der Pflegezustand könnte noch ein Stückchen besser sein. Doch so bleibt am Kap Kaliakra wenigstens noch etwas Luft nach oben – für ein Update 3.0, sagen wir mal, vielleicht im Jahre 2032?

Top 5 Bulgarien

Thracian Cliffs: Unsere Meinung heute wie vor zehn Jahren – diese 18 Löcher mit Blick aufs Meer muss man einfach gespielt haben!

Balchik: Die Altstadt und der Botanische Garten waren schon immer sehenswert. Hinzu kommt nun die komplett erneuerte, vier Kilometer lange Promenade, an der sich jetzt unzählige Bars und Restaurants mit direktem Blick auf die Marina mit den Jachten finden. Ein kleines »Puerto Banus«…

Speis & Trank: Ob im Clubhaus, in Balchik oder anderswo, Bulgariens Leckereien sollten Sie probieren. Unsere Tipps: das Blätterteig-Gebäck »Baniza«, der Schafsmilchkäse »Kaschkawal«, das heimische Bier »Zagorka« sowie – eher für hartgesottene Neugierige – das Nationalgetränk »Boza«.

Kap Kaliakra: Die rötlichen, bis zu 70 Meter hohen Felsen dienten seit der Antike mit ihren Festungen vor allem der Verteidigung. Heute ist das stark zerklüftete Kap ein beliebtes Ausflugsziel, in einer der Höhlen befindet sich ein Museum.

Varna: Noch etwas Zeit vor dem Rückflug?

Dann lohnt der Besuch der gewaltigen Muttergottes-Kathedrale und der Römischen Thermen. Und bei einem Tagesausflug in die drittgrößte Stadt des Landes sollte man das Kloster Aladja und den Steinernen Wald mit einplanen.

Lighthouse Golf Course

Der überwiegende Teil des von Ian Woosnam gezeichneten Platzes ist offen und wartet in diesem Bereich mit zwei taktischen Leckerbissen auf, die scheinbar spiegelverkehrt in das Layout integriert wurden. Bahn 4 bietet einen sicheren, längeren Weg zum Grün, wenn der kleine See umschifft wird – wer sich aber die 200 Meter carry über das Nass zutraut, hat nur noch einen kurzen, geraden, direkten Pitch ins Grün. Hat es geklappt, kann an der 10 das Gleiche noch einmal probiert werden. Aber, Vorsicht:

Hier ist der Schlag über das Wasser noch ein paar Meter länger. Die weiteren Herausforderungen liegen dann definitiv in dem vom Wald geprägten Teil. Das verlängerte Loch 7 strebt auf das Schwarze Meer zu, bevor es sich kurz vor der Klippe entscheidet, im 90-Grad-Winkel nach links zu drehen. Reizend enden die beiden Par- 3-Bahnen mit den Nummern 8 und 14 vor Shiv‘s Bar, weit oberhalb des brodelnden Wassers, bevor jeweils die nächsten Par 4 einen schnurgeraden Abschlag durch ein langes, grünes Kanonenrohr erforderlich machen.

BlackSeaRama Golf Course

Wenngleich dieses Links-Style-Design von Gary Player dem Nachbarn doch etwas ähnelt, kommt auch hier kaum Langeweile auf. Dafür sorgt zunächst die Passage der Bahnen 4 bis 7, die eine sehr hohe Genauigkeit und großes taktisches Verständnis benötigt. Die Herausforderung liegt dabei im richtigem Anspiel der sehr gut ondulierten Grüns, sei es in Regulation oder entsprechend der Spielstärke mit einem oder zwei Schlägen mehr. Wer das falsche Plateau erwischt, kann sich schnell noch manchen Drei-Putt einfangen. Das Schlussquartett setzt noch einen drauf: Nach zwei gefährlichen Par 4 stürmt die 17 lang und hart auf die Steilküste zu. Das kleine Grün vor dem Abhang versteckt sich links hinter einem Bunker, als ob es den Ball gar nicht aufnehmen möchte. Das Signature-Hole folgt an der 18, wenn ein mutiger, langer Tee-Shot über die Schlucht vor die Füße des Clubhauses ansteht. Selbst vom regulären Herrenabschlag sind es 198 Meter, und jegliches Vorlegen, ob beabsichtigt oder nicht, führt zum Verenden des Balls im steilen Anstieg oder im Bunker.

Thracian Cliffs Golf Course

Lage, Lage, Lage. Was für Top-Immobilien schon immer gilt, zählt auch bei modernen Golfplätzen immer öfter, wie weltweite Rankings bestätigen. Und bei solch einem Terrain wie hier konnte Gary Player kaum etwas falsch machen. Hat er auch nicht. Lediglich für die fehlenden Auslaufflächen in den Drive-Landezonen für schwächere Spieler hätte man etwas mehr Platz schaffen können. Ansonsten sind die Bahnen spektakulär, die Blicke atemberaubend und die Ballverluste beim ersten Mal erheblich. Das mittlerweile weltberühmte Loch 6, das 40 Meter steil bergab auf ein scheinbar bierdeckelgroßes Grün stürzt, sucht seinesgleichen. Jede Abweichung nach links bringt unbarmherzig die Felsen, jede nach rechts das Wasser ins Spiel. Das Ergebnis bleibt gleich: Der Ball fliegt Richtung Kaukasus und versinkt in den Fluten. Heroisch ist der nächste Abschlag für die Herren, von einer kleinen Insel 180 Meter carry zurück zum Festland. Wer nicht mehr als maximal 10 Grad von der Ideallinie streut, hat den nächsten Kick vor sich – ein kurzes bis mittleres Eisen auf ein nestartiges Grün, welches sich schon wieder auf der zweiten Ebene befindet. Diese permanenten Höhenunterschiede erfordern ständig einen kühlen Kopf, obwohl die Umgebung zum Träumen verführt.

GM-Reiseführer: Bulgarien

HOTELS

Das Lighthouse Golf & Spa Hotel bietet hohen Standard zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Zimmer sind elegant-modern eingerichtet, mit tollen Blicken Richtung Meer und/oder Golfplatz.

Die Preise für 1 Ü/F im DZ starten bei 109 Euro, stark ist das Package mit 7 Ü/F und unlimited Golf für 600 Euro p. P. Ab Mitte August wird’s übrigens deutlich günstiger – und wem die Pool-Landschaft nicht reicht, der nimmt den Shuttle an den hauseigenen Strand am Fuße der Klippen (lighthousegolf resort.com).

RESTAURANTS

Während das Lighthouse-Hauptrestaurant etwas bieder rüberkommt und ein wenig das Flair von Massentourismus verbreitet, überrascht das À-la-carte-Restaurant Le Passage mit intimer, elegantromantischer Atmosphäre. Das Clubhausrestaurant 19th Hole ist perfekt geeignet für einen Snack vor oder den Lunch nach der Runde. Im wunderschönen Clubhaus von BlackSeaRama bietet das Steak House anspruchsvolle Küche und tolles Ambiente. GM-Tipp:

Richtig gut und preiswert isst man im Hotel Helios in Balchik oder – direkt am Meer – im Restaurant Laguna an der White Lagoon nahe Kavarna.

GM-TIPP

Seit 1. Mai 2022 sind alle pandemiebedingten Beschränkungen für die Einreise nach Bulgarien aufgehoben. Die Maskenpflicht ist entfallen, wie das Auswärtige Amt berichtet, zudem gebe es derzeit keine Einschränkungen in Bezug auf die Öffnungszeiten und Zutrittsbedingungen öffentlicher Gebäude.

ANREISE

sDer Varna Airport wird ab Deutschland von diversen Billig- und Charter-Airlines nonstop angesteuert

(Stand: Anfang Juli). Gestartet wird an fast allen größeren Flughäfen, die einzige prominente Ausnahme ist München. Golfer aus dieser Region müssen ab Nürnberg oder Memmingen bzw. mit Austrian via Wien ans Schwarze Meer fliegen.

REISEZEIT

Der Frühling beginnt eher als in unseren Gefilden, ebenso zieht sich der Herbst mit viel Sonne lange hin.

Insofern ist für Golfer der Zeitraum von März bis November interessant, die Hauptsaison geht jedoch von Mai bis Mitte Oktober.

INFOS

Die Telefonvorwahl für Bulgarien ist 00359. Währung ist der Bulgarische Lew (BGN), derzeit entspricht 1 BGN rund 0,51 Euro. Hilfreiche deutschsprachige Informationen über die Region Varna und das ganze Land bietet das Bulgarische Fremdenverkehrsamt im Internet: 0 bulgariatravel.org 0 auswaertiges-amt.de