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KAPITÄNLEUTNANT OTTO HERSING: „Retter der Dardanellen“


SCHIFF Classic - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 16.12.2019

Von U 21 ging nicht nur der erste scharfe Torpedoschuss des Ersten Weltkrieges aus, sondern schon bald eine fast mythische Begeisterung im Volk. Als Held gefeiert, wurde Otto Hersing 1918 noch Halbflottillenchef und war ein Jahr darauf an den Kämpfen im Baltikum beteiligt


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GEFEIERT: Nicht erst im Zweiten, sondern bereits im Ersten Weltkrieg bediente sich die Propaganda erfolgreicher „Einzelkämpfer“ wie U-Boot-Kommandanten und Flugzeugführer


Foto: Interfoto/National Maritime Museum London

SPÄT, ABER NICHT ZU SPÄT: Der Aufbau der deutschen U-Boot-Waffe wurde ab 1906 forciert; in das strategische Gesamtkonzept ...

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... nahm die Marine die Unterseeboote erst mit Kriegsbeginn und den ersten Erfolgen vor allem von Otto Hersing und Otto Weddigen (U 9) auf


Foto: picture-alliance/SZ-Photo

Die Briten setzten ein Kopfgeld von 100.000 Pfund auf ihn aus, die Franzosen boten 20.000 Mark für seine Gefangennahme: Otto Hersing. Er war einer der erfolgreichsten deutschen U-Boot-Kommandanten des Ersten Weltkriegs und hatte 1914 als Erster ein feindliches Schiff mit einem Torpedo versenkt. Bei Kriegsende konnte er eine Bilanz von 40 vernichteten Schiffen mit mehr als 113.000 Bruttoregistertonnen vorweisen. Hersing wurde in Deutschland für seinen Einsatz gefeiert und mehrfach ausgezeichnet. So war er nach Otto Weddigen der zweite deutsche U-Boot-Kommandant, der von Wilhelm II. die höchste deutsche Tapferkeitsauszeichnung, den Orden Pour le Mérite, erhielt, zudem verlieh ihm seine Vaterstadt Bad Kreuznach die Ehrenbürgerschaft.

Otto Hersing kam am 30. November 1885 als Sohn eines angesehenen Medizinprofessors in Mülhausen/Elsass zur Welt. 1903 trat er als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Hier durchlief er eine Ausbildung auf dem Kadettenschulschiff Stosch, dem Torpedoschulschiff Blücher sowie dem Artillerieschulschiff Mars und fuhr danach als Fähnrich zur See auf dem Linienschiff Kaiser Wilhelm II. 1906 folgte die Beförderung zum Leutnant und eine zweijährige Dienstzeit auf dem Kleinen Kreuzer Hamburg.

Nach einem anschließenden Einsatz bei der I. Torpedobootdivision diente er als Wachoffizier auf Torpedobooten und reiste mit dem Seekadettenschulschiff Hertha in den Nordatlantik, nach Westindien und ins Mittelmeer. 1912 wechselte Hersing, zwischenzeitlich zum Oberleutnant befördert, zum Unterseebootdienst und war bei Kriegsausbruch Kommandant von U 21.

Mit dem in Helgoland stationierten Boot unternahm er Aufklärungsfahrten in der Nordsee und konnte schon nach wenigen Wochen seinen ersten spektakulären Erfolg feiern. Es war die Versenkung des Leichten Kreuzers Pathfinder, der am 5. September 1914 an der Spitze der britischen 8. Zerstökenrer-Flottille vor der schottischen Ostküste seinen Kurs kreuzte. Da die Pathfinder aus Treibstoffmangel nur fünf Knoten laufen konnte, hatte Hersing leichtes Spiel. Er torpedierte den Kreuzer und traf ihn an einer ungepanzerten Stelle in der Nähe der Munitionskammern, woraufhin das Schiff explodierte und mehr als 250 Seeleute mit sich in die Tiefe riss.

AUF SMS STOSCH: Als Hersing als Kadett auf das Schulschiff Stosch kommandiert wurde, hatte der Dreimaster bereits eine bewegte Karriere hinter sich; unter anderem war er als Kreuzerfregatte das Flaggschiff des Ostafrika-Geschwaders


Foto: picture-alliance/ WZ-Bilddienst

Ungeachtet der Tragödie schrieb der Fall Marinegeschichte. Denn mit der Versenkung der Pathfinder war es Hersing erstmals gelungen, ein Schiff per Torpedoschuss zu versenken. Doch dies war nur der Auftakt. Im November 1914 brachte Hersing den britischen Dampfer Malachite und das Kohlenschiff Primo auf und erzielte damit die ersten Siege in der zunächst auf die Gewässer von Großbritannien und Irland beschränkten deutschen U-Boot-Offensive.

An die Mittelmeerfront

In den letzten Dezembertagen zum Kapitänleutnant befördert, erhielt er Anfang 1915 Befehl, seine Feindfahrten bis zur Westküste der britischen Inseln auszudehnen. Dabei gelang es ihm, vor Liverpool die britischen Dampfer Ben Cruachan, Kilocoan und Linda Blanche zu versenken. Im Frühjahr schließlich folgte seine Abkommandierung an die Mittelmeerfront, um das Osmanische Reich als Bündnispartner Deutschlands gegen britische und französische Angriffe bei den Dardanellen zu unterstützen.

Hersing machte der Einsatz zur Legende. Nachdem er im April 1915 von Kiel gestartet war, nahm er nach einem Zwischenaufenthalt in Cattaro (heute Kotor, Montenegro) Kurs auf die Halbinsel Gallipoli, die er am 25. Mai erreichte. Am selben Tag versenkte er mit einem einzigen Torpedoschuss das britische Schlachtschiff HMS Triumph (11.985 Bruttoregistertonnen) im Golf von Saros.

Zwei Tage später, am 27. Mai, gelang ihm mit der Versenkung des britischen Schlachtschiffs Majestic bei Kap Helles ein noch größerer Fang. Hersing hat dieses Ereignis minutiös festgehalten: „Jetzt war ich in der Richtung genau achterlich der ‚Majestic‘. Ich drückte auf den elektrischen Taster … das Boot schüttelte sich: Der Schuß war draußen. Der Torpedo zog seine feine Blasenbahn, hindurch durch die vielen Fahrzeuge … wenn nichts dazwischen, wenn keine dieser Motorbarkassen dazwischen kam … Nichts kam dazwischen: Eine die Welt schüttelnde Detonation … Ich hatte offenbar in den Heizraum getroffen … mit einemmal sah ich das Schiff sich bewegen … merkwürdig … kopfzeiß, wie der Seemann sagt … es schien ken tern zu wollen … senkte sich … eine Minute verrann, eine zweite, dritte, vierte.

Da wandte sich das Schiff wie ein Wal, überschlug sich ganz, Wellen brausten über die anderen kleinen Fahrzeuge, und aus dem Chaos, aus der namenlosen Panik, ragte plötzlich das Vorderschiff der ‚Majestic‘, kieloben … der übrige Teil des Schlachtschiffes war verschwunden. Viereinhalb Minuten hatte die Vernichtung des 15000-Tonnen-Linienschiffes gedauert.“

ÜBERWASSERANGRIFF EINES DEUTSCHEN U-BOOTES: U 21 versenkte auf elf Feindfahrten fünf Kriegs- und 36 Handelsschiffe mit 78.712 Bruttoregistertonnen


Foto: picture-alliance/akg-images

AUFKLÄRER: Der Leichte Kreuzer Pathfinder, Hersings erstes Opfer, war 1914 Führungsschiff der 8. Zerstörerflottille in der Nordsee


Foto: picture-alliance/arkivi

AN DER PIER: Die U-Boote U 19 bis U 22, die, als Dieselboote gebaut, zu den modernsten der Kaiserlichen Marine gehörten. Rechts im Bild Hersings U 21


Foto: Sammlung GSW

Schlachtschiff-Killer

Die Operation war insofern eine besondere Leistung, als dass das Schlachtschiff von einer Phalanx von Zerstörern geschützt war und Hersing erst einen Durchschlupf finden musste, um seinen Schuss zu platzieren. Für die Briten war der Verlust der beiden Dreadnoughts ein herber Schlag. Sie sahen sich gezwungen, ihre Schlachtschiffe aus der Region abzuziehen und ihre Landungstruppen ohne artilleristische Unterstützung zurückzulassen. Dass sie sogar eine Belohnung von 100.000 Pfund auf Hersings Ergreifung aussetzten, wird sie kaum über den Prestigeverlust hinweggetröstet haben, den die Royal Navy mit ihrem Rückzug erlitt.

In Deutschland war Hersing ein Held. Die Bevölkerung feierte ihn als „Retter der Dardanellen“ und „Zerstörer der Schlachtschiffe“, am 5. Juni 1915 verlieh ihm Kaiser Wilhelm II. den Pour le Mérite, nachdem er schon beide Eisernen Kreuze erhalten hatte. Auch im Osmanischen Reich schlug die Begeisterung für den U-Boot-Kommandanten und seine Mannschaft hohe Wellen.

Aber viel Zeit für Siegesfeiern blieb nicht. Nach einem Reparaturaufenthalt in Konstantinopel verließ U 21 die Dardanellen und begab sich erneut auf Feindfahrt. Dabei versenkte es am 4. Juli – wiederum mit einem einzigen Torpedoschuss – das französische Passagierschiff Carthage, musste aber infolge einer Minenkollision nach Konstantinopel zurückkehren. Anschließend folgten Patrouillenfahrten im Schwarzen Meer und im Mittelmeer, bis die Alliierten die Einfahrt in die Dardanellen verminten und mit U-Boot-Netzen versperrten.

Italienische Schiffe als Ziel

Hersing kehrte daraufhin nach Cattaro zurück. Hier erhielt er den Befehl, die Marine Österreich-Ungarns in ihrem Kampf gegen Italien zu unterstützen. Für diesen Zweck erhielt sein U-Boot vorübergehend die Bezeichnung U 36, um ungeachtet des damals noch bestehenden Friedens zwischen Italien und dem Deutschen Reich Jagd auf italienische Handelsschiffe machen zu können.

Hersings erste Opfer waren allerdings ein britisches und ein französisches Schiff, nämlich der Dampfer Belle of France, den er am 1. Februar 1916 aufbrachte, und der Panzerkreuzer Amiral Charner, der am 8. Februar versenkt wurde. Ihnen folgten im Verlauf des Jahres die Dampfer City of Lucknow (30. April) und SS Glenlogan (31. Oktober) und darüber hinaus noch drei kleine italienische Segelschiffe vor Korsika.

LETZTE MISSION: Am 22. Februar 1919 sank U 21 auf seiner Auslieferungsfahrt durch einen vom Kommandanten herbeigeführten Unfall in der Nordsee


Foto: Sammlung GSW

PERSÖNLICHKEITEN 1903 VOM STAPEL GELAUFEN: Das britische Linienschiff Triumph hatte eine Armierung von vier mal 25,4-cm-Hauptartillerie sowie 14 mal 19-cm- und 14 mal 7,6-cm-Geschützen


Foto: picture-alliance/WZ-Bilddienst

UNGLEICHER KAMPF: U 21 versenkt den britischen Dampfer Linda Blanche am 30. Januar 1915 in der Irischen See


Foto: Interfoto/Mary Evans/Illustrated London News Ltd.

Stattliche Beute

In den ersten drei Novembertagen 1916 kamen vier weitere italienische Schiffe hinzu, am 23. Dezember schließlich traf ein Torpedo den britischen Dampfer Benalder vor Kreta. Wenngleich dieser beschädigt nach Alexan dria entkommen konnte, war Hersings Bilanz für das Jahr 1916 mit zwölf versenkten Schiffen und über 20.000 Tonnen beachtlich.

Im Jahr 1917 knüpfte er an diese Erfolge an. Im Februar verließ Hersing das Mittelmeer, um sich an dem von der deutschen Seekriegsleitung inzwischen angeordneten uneingeschränkten U-Boot-Krieg gegen alliierte Passagier- und Handelsschiffe zu beteiligen. Hierbei versenkte er am 16. und 17. Februar zwei britische und zwei portugiesische Segelschiffe. Wenige Tage später folgte die Vernichtung des französischen Frachters Cacique im Golf von Biskaya. Am 22. Februar 1917 brachte U 21 in der Keltischen See den bereits durch einen U-Boot-Angriff beschädigten holländischen Dampfer Badoeng und sechs weitere alliierte Schiffe zur Strecke, darunter die Noorderdijk mit 7.166 Bruttoregistertonnen.

HÖCHSTE AUSZEICHNUNGEN: Am 5. Juni 1915 erhielt Otto Hersing aus der Hand des Kaisers den Pour le Mérite. Hier eine Aufnahme als Korvettenkapitän, kurz vor seinem Ausscheiden aus der Reichsmarine im Jahr 1924


Foto: picture-alliance/WZ-Bilddienst


„Ich blicke aus dem Sehrohr: 400 m vor mir das Schlachtschiff. Ich war an der Ziellinie vorbeigefahren, musste hart beidrehen. Mit erhöhter Fahrt vorwärts. 300 m … 200 m … Da löse ich das Torpedo! Durch das Torpedonetz hindurch! Sehe, bevor ich, um den einzig möglichen Weg zu machen, unter dem Schlachtschiff hindurchtauche, dass sich sämtliche Geschütze auf mich richten … Krachende Salven. Furchtbare Schläge erfolgen … Das U-Boot wird wie ein Ball umhergeworfen … wir taumeln an die Wände … Es war ein Schrecken, der sich gelohnt hat: das Linienschiff kenterte und war in 9 Minuten in der blauen Flut verschwunden“ Otto Hersing in seinen Erinnerungen U 21 rettet die Dardanellen (1932)


33.000 Tonnen an einem Tag

Insgesamt belief sich das Ergebnis dieses einzigen Tages auf mehr als 33.000 Tonnen. Anschließend nahm Hersing Kurs auf die Gewässer zwischen Schottland und Norwegen. Hier fielen ihm am 22. April die Dampfer Giskö und Theodore William zum Opfer, denen am 29. und 30. April der Norweger Askepot und die russische Bark Borrowdale folgten. Am 3. Mai traf es den russischen Segler Lindisfarne, am 6. beziehungsweise 8. Mai die britischen Dampfer Adansi und Killarney. Seinen letzten Abschuss verzeichnete Hersing am 27. Juni 1917, als er die schwedische Bark Baltic versenkte.

Otto Hersings Zeit als Kommandant auf U 21 endete im September 1918 mit seiner Berufung an die U-Boot-Schule Eckernförde. Nach Kriegsende wurde der hochdekorierte Kriegsveteran, der außer dem Pour le Mérite den sächsischen Albrechtsorden, den Eisernen Halbmond des Osmanischen Reiches und das Hanseatenkreuz der Stadt Lübeck erhielt, in die Reichsmarine übernommen und war für den Abzug deutscher Truppen aus Riga/Lettland zuständig.

Der Marine treu

Obwohl er im Februar 1919 an der mysteriösen Versenkung seines ehemaligen U-Bootes auf dem Weg zur Auslieferung nach Großbritannien beteiligt gewesen sein soll und während des Kapp-Putsches Befehlshaber aller schwimmenden Seestreitkräfte war, blieb er in der Marine und wurde 1922 zum Korvettenkapitän befördert.

Seine einstigen Kriegsgegner hatten seine Erfolge als U-Boot-Kommandant nicht vergessen. So setzten die französischen Behörden in den besetzten Rheinprovinzen eine Belohnung von 20.000 Mark auf seine Gefangennahme aus. Otto Hersing quittierte 1924 gesundheitsbedingt den Dienst, blieb aber bis 1935 Verbindungsoffizier der Reichsmarine im Wehrkreis 6. Im Zivilleben betätigte er sich als Landwirt und lebte mit seiner Frau zunächst in Rastede und zuletzt in Angelmodde bei Münster, wo er am 5. Juli 1960 nach längerer Krankheit starb.

Seine sämtlichen Papiere und Aufzeichnungen befinden sich heute im Deutschen U-Boot-Museum/U-Boot-Archiv in Cuxhaven-Altenbruch, wo auch sein Nachlass mit Fotos und Mobiliar aufbewahrt wird. Darüber hinaus erinnern die Hersingstraße in Bremerhaven, die Otto-Hersing-Straße in Bad Kreuznach und der Otto-Hersing-Weg in Münster an den berühmten Namensgeber.

MAJESTIC IST GESCHICHTE: Innerhalb weniger Minuten hatte sich das Schicksal des britischen Linienschiffes vor Gallipoli erfüllt, 49 Besatzungsmitglieder starben


Foto: picture-alliance/Mary Evans

EINMALIGES ZEUGNIS: Dieses Foto vom Untergang der Majestic entstand unmittelbar nach dem Torpedotreffer


Foto: picture-alliance/ Mary Evans