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KAPITEL WELTKRIEG: Das große Zaudern in Italien


G Geschichte - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 20.03.2020

Nach der Schlacht von Cannae steht Rom vor dem Abgrund. Doch Hannibal wagt nicht den finalen Kampf gegen die Tiberstadt


Abnutzungskrieg

Artikelbild für den Artikel "KAPITEL WELTKRIEG: Das große Zaudern in Italien" aus der Ausgabe 4/2020 von G Geschichte. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: G Geschichte, Ausgabe 4/2020

Triumphaler Einzug in Capua Da Hannibal eine Belagerung Roms scheut, sichert er sich zunächst Italiens zweitwichtigste Stadt


BILDNACHWEIS: AKG/PETER CONNOLLY, INTERFOTO/MARKA/GUSTAVO TOMSICH

Warum marschierte Hannibal nach seinem Sieg bei Cannae nicht gegen Rom? Über die Gründe wurde und wird viel diskutiert. Tatsache bleibt, dass er in den folgenden Jahren scheinbar planlos durch den Süden Italiens zog. Sein Ziel war offenbar, so die neuere Forschung: nicht Rom zu ...

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... vernichten, sondern das Bündnissystem der Römer zu zerschlagen.

Um möglichst viele Verbündete der Römer in Italien zu erreichen, spaltete Hannibal seine Armee in eine nördliche Gruppe, die unter seinem Befehl blieb, und eine südliche, die zunächst unter seinem Bruder Mago, später unter seinem Neffen Hanno agierte.

Der römische Geschichtsschreiber Livius behauptet zwar, dass nach der Schlacht von Cannae sich fast ganz Italien von Rom losgesagt hätte, doch das ist gelinde gesagt übertrieben. Zwar wandte sich Capua, Italiens zweitwichtigste Stadt, schon bald den Karthagern zu, doch von massenhaften Überläufern konnte keine Rede sein. Zudem hatte sich Capua von Hannibal eine ganze Reihe von Zugeständnissen machen lassen. Dazu gehörte neben einer weitgehenden Autonomie auch, dass kein Bürger zum Kriegsdienst verpflichtet werden konnte. Ob auch andere Überläufer wie etwa die apulischen Städte Salapia, Aecea, Herdonea oder Arpi solche Vereinbarungen trafen, bleibt unklar.

Hannibal sucht neue Verbündete. Derweil rüstet Rom wieder auf

Das Ergebnis war für Hannibal zweifellos enttäuschend und sollte sich sogar als Belastung erweisen. Denn Rom war trotz der verheerenden Niederlage bei Cannae und dem Verlust zweier weiterer Legionen im Kampf gegen keltische Stämme keineswegs am Ende. Statt, wie Hannibal offenbar erwartete, um Frieden zu bitten, rüstete Rom erneut auf und hob neue Legionen aus.

Während die Karthager mit ihren Kontingenten kreuz und quer durch den Süden Italiens zogen und dabei neue Bundesgenossen gewannen - mit mehr oder weniger Zwang -, begann sich Rom langsam zu erholen.

Hannibal scheint das nicht registriert zu haben, zumal er scheinbar weitere Fortschritte erzielte: Sein Erfolg bei Cannae und die Schwäche Roms fielen auch dem makedonischen König Philipp V. auf. Dieser hatte zunächst mit dem Gedanken gespielt, seine Finger selbst nach Italien auszustrecken, musste nun aber damit rechnen, dass die Karthager ihrerseits nach Griechenland übersetzen würden. Es erschien ihm daher sicherer, mit dem potenziellen Angreifer Hannibal ein Bündnis zu schließen. Ähnlich dachte vermutlich auch der erst 15-jährige Hieronymos, Enkel Hierons II. und Herrscher von Syrakus auf Sizilien, der sich Anfang 214 v. Chr. den Karthagern anschloss.

Von entscheidendem militärischen Nutzen waren diese neuen Verbündeten aber ebensowenig wie die 212 eroberte süditalienische Stadt Tarent. Dort war es Hannibal nicht gelungen, die strategisch wichtige Stadtburg in Besitz zu nehmen, die den Hafen kontrollierte. Das führte zu der absurden Situation, dass seine Truppen die Stadt sowohl nach innen als auch nach außen absichern mussten.

Als ähnlich kompliziert erwies sich die Situation an der Stiefelspitze. Hier nahmen die von Roms Herrschaft befreiten Städte ihre alte regionale Expansionspolitik wieder auf, sodass die Karthager nun die einen Bündnispartner vor den anderen schützen mussten.

Rom hat gelernt und weicht der direkten Konfrontation aus

In der Zwischenzeit stellten die Römer in einem enormen logistischen und finanziellen Kraftakt 18 neue Legionen auf. Mit diesen begannen sie, ihre einstigen Verbündeten zurückzuerobern. Und sie hatten gelernt: Der Feldherr und mehrfache Konsul Quintus Fabius Maximus hatte wegen seiner vorsichtigen Strategie, einer direkten Konfrontation mit Hannibal aus dem Weg zu gehen, den Spitznamen Cunctator (Zauderer) erhalten. Nun zeigte sein weitsichtiges Vorgehen Wirkung: Die Partner der Karthager fühlten sich zunehmend von ihrer neuen Schutzmacht im Stich gelassen.

Ein weiteres Problem für Hannibal bildete der Personalmangel im Heer: In vielen Städten musste er Schutztruppen abstellen, zudem waren große Kontingente der karthagischen Armee an Kriegsschauplätzen auf Sizilien und der Iberischen Halbinsel gebunden.

So war es kein Wunder, dass die Römer mithilfe ihrer treuen Bundesgenossen wieder Boden gutmachten. Mit vier Legionen belagerten sie 211 Capua, das Hannibal auch durch einen Scheinangriff auf Rom nicht vor der Rückeroberung schützen konnte. Und Syrakus geriet nach jahrelanger Belagerung durch die Römer wieder unter deren Herrschaft (siehe Beitrag ab der nächsten Seite).

Als 209 auch Tarent für die Karthager verloren ging, musste Hannibal einsehen, dass sein Plan nicht aufgegangen war. Aus der Dynamik war Stagnation geworden. Die jahrelangen Belastungen leisteten einer zunehmenden Kriegsmüdigkeit auf beiden Seiten Vorschub. So weigerten sich zahlreiche Bundesgenossen Roms, die geforderten Soldaten zu stellen. Doch das war für den weiteren Kriegsverlauf bereits bedeutungslos geworden.

LESETIPP

Serge Lancel: »Hannibal«. Patmos 2000, antiquarisch