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Katastrophenvorsorge


Mac Life Wissen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 30.09.2021

Workshop Time Machine

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Bildquelle: Mac Life Wissen, Ausgabe 1/2022

Nichts kommt so ungelegen wie Datenverluste, sei es durch kaputte Festplatten oder einfach aus Versehen gelöschte Dateien. Dabei bietet das zum System gehörige Time Machine kostengünstige Abhilfe, denn du benötigst nur eine externe Festplatte, um dich sehr wirkungsvoll abzusichern.

Die stündliche Sicherung hält die jeweils zu sichernde Datenmenge klein und sorgt dafür, dass du auch zum Schlechten veränderte Dateien wieder auf frühere Versionen zurücksetzen kannst.

Nach einer Weile verdichtet Time Machine ältere Datenbestände: Nach 24 Stunden werden sie zu Tagen zusammengefasst, die wiederum einen Monat zur Verfügung stehen, und noch ältere Sicherungen werden zu Wochen zusammengefasst. Reicht der Platz auf dem Volume nicht, löscht Time Machine schließlich die ältesten Dateien automatisch.

Doppelte Sicherung

Beim Ausfall der Festplatte des Mac hilft die Sicherungskopie, doch was ...

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... ist, wenn die Time-Machine-Platte selbst kaputtgeht? Dagegen hilft die seit Längerem mögliche Nutzung von gleich zwei Festplatten: Sobald in den Time-Machine-Einstellungen ein zweites Volume ausgewählt wird, darf man beide abwechselnd verwenden. Diese Möglichkeit lässt sich auch gut einsetzen, um beispielsweise ein MacBook sowohl zu Hause als auch im Büro auf unterschiedlichen Festplatten zu sichern.

Die Größe zählt

Es gibt eine einfache Faustregel für die angemessene Größe der Time-Machine-Platte: Sie sollte mindestens doppelt so groß sein wie der Dateivorrat des Rechners, der damit gesichert werden soll. Wer eine gut gefüllte 1-Terabyte-Platte in seinem Rechner hat, sollte also zu einer externen 2-Terabyte-Platte greifen – mindestens. Da Time Machine bei Platzmangel irgendwann die ältesten Dateien löscht, bedeutet mehr Platz auch, dass du weiter zurückblättern kannst, was manchmal sehr praktisch ist und angesichts der heutigen Laufwerkspreise auch keine großen Investitionen nach sich zieht.

Stündlich

Der Trick von Time Machine sind die häufigen Sicherungen, die dafür kurz ausfallen.

Die richtige Time-Machine-Platte

Es ergibt keinen Sinn, eine gebrauchte Festplatte als Time-Machine-Volume zu nutzen. Eine hochwertige Markenfestplatte ist immer billiger als der Verlust aller Daten.

Übrigens legt Time Machine vor Software-Installationen sogenannte Snapshots, sofern dort genügend Platz ist, auf lokalen Volumes an, die unter den Backups angezeigt werden. So kannst du zum Zustand davor wieder zurückkehren, falls etwas nicht funktioniert. Da keine Snapshots angelegt werden, wenn der Platz nicht reicht, gibt es nichts zu konfigurieren.

Über die Time-Machine-Einstellungen lassen sich Ordner und Laufwerke von der Sicherung ausnehmen, was sich für häufig wechselnde, riesige Datenmengen wie beispielsweise das TV-Archiv empfiehlt, die sich sonst schnell summieren würden. Viele Programme wie Parallels Desktop nehmen ihre Daten automatisch von der Sicherung aus. Doch je mehr Daten man vom Backup ausnimmt, umso weniger vollständig lässt sich der Rechner im Fall des Falles wiederherstellen.

Datensicherung übers Netz

Sehr gut funktioniert Time Machine auch übers lokale Netzwerk. Die kommerzielle Lösung dafür sind NAS-Laufwerke, die ausdrücklich als Time-Machine- Server geeignet sein müssen, denn sie müssen ein spezielles Protokoll dafür unterstützen.

Doch es lassen sich auch Ordner auf anderen Macs im lokalen Netzwerk als Time-Machine- Volumes freigeben, wobei du sogar ein Speicherplatzkontingent für die Nutzung zur Datensicherung einrichten kannst, um beispielsweise den Platz gerecht auf mehrere Netzwerkbenutzer zu verteilen.

Demgegenüber lassen sich in der iCloud nur Daten einzelner Programme wie beispielsweise Kalender sichern, außerdem der Schreibtisch und der Ordner „Dokumente“. Doch damit ersetzt du keine vollständige Datensicherung, zudem brauchst du viel Platz, der in der iCloud teuer werden kann. Eine externe Festplatte rentiert sich da schnell.

Daten wiederherstellen

Das Genialste an Time Machine ist die Wiederherstellung von Daten: Du öffnest einfach ein Fenster im Finder, in dem die vermisste oder versehentlich geänderte Datei war, startest Time Machine und kannst nun am Zeitstrahl auf der rechten Bildschirmseite zurückblättern, bis die gewünschte Datei erscheint. Klickst du auf „Wiederherstellen“, holt Time Machine die Datei zurück. Sollte es eine aktuellere Version der Datei geben, kannst du das Original zusätzlich erhalten, das entsprechend umbenannt wird. Das Wiederherstellen von Daten unterstützen aber auch einige Programme, wie etwa Mail oder Kontakte: Ist das Programmfenster aktiv und wird Time Machine gestartet, kannst du auch hier in der Zeit zurückblättern. Allerdings handhaben diese Apps die Wiederherstellung teils nicht so flexibel wie der Finder.

Workshop: Time Machine einrichten und Optionen konfigurieren

1 In den Einstellungen zu Time Machine wählst du die Festplatte aus, auf der gesichert werden soll. Hat diese nicht das richtige Format, wird sie initialisiert.

2 Datensicherungen lassen sich mit einem Kennwort verschlüsseln, was wichtig sein kann, wenn die Platte Dieben in die Hände fällt. Die Geschwindigkeit leidet darunter.

3 Es kann sehr praktisch sein, zwei verschiedene Volumes zu nutzen, beispielsweise eines im Büro und eines zu Hause, wenn man einen mobilen Mac nutzt.

4 Ordner mit häufig wechselnden, aber unwichtigen Inhalten kannst du über die Optionen von der Sicherung ausnehmen, sie dann aber auch nicht wiederherstellen.

5 Die einfachste Möglichkeit, Time Machine zu starten und zu überwachen, ist das zugehörige Symbol in der Menüleiste. Hier lassen sich Sicherungen auch manuell starten.

6 Bei Problemen kannst du das Time- Machine-Volume auch mit dem Festplattendienstprogramm überprüfen, was wegen der MultilinkVerzeichnisse lange dauern kann.

Austausch

Alle zwei oder drei Jahre sollte man eine Time-Machine-Platte ersetzen und die alte Platte sicher aufbewahren.

Komplette Wiederherstellung

Wenn du die Festplatte des Mac nach einem Defekt wechseln musstest, ist eine komplette Wieder herstellung naheliegend. Da sich der Rechner nicht vom Time-Machine-Volume starten lässt, braucht man die Wiederherstellungspartition oder einen bootfähigen USB-Stick, bei neueren Macs geht es übers Internet. Nach dem Start kannst du ein Time-Machine-Volume und sogar die Uhrzeit des Datenbestandes wählen, den du wiederherstellen willst. Die Wiederherstellung dauert häufig einige Stunden. Übers Netzwerk braucht es noch mal länger, und selbst ganze Nächte sind für eine komplette Wiederherstellung oft zu kurz.

Teilrestauration

Über den Migrationsassistenten lassen sich auch Teile einer Time-Machine-Sicherung wie Programme, Benutzer und Einstellungen selektiv installieren. Das klappt auch dann, wenn das Backup von einem anderen Rechner stammt oder mit einer anderen Systemversion angelegt wurde.

Der Migrations assistent ist also der Mittelweg zwischen dem Finder zur Wiederherstellung einzelner Dateien und dem kompletten Restaurieren eines Rechners, weil man wesentlich mehr Einflussmöglichkeiten, aber damit natürlich auch mehr Arbeit hat.

USB, Netzwerk oder iCloud?

Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen der iCloud, einem Server im lokalen Netz oder einer USB-Festplatte.

Der Unterschied zeigt sich leider erst bei der Wiederherstellung der Daten, denn diese dauert über das Netzwerk oder die iCloud sehr lange.

Die lokale Festplatte ist also immer die beste Wahl, denn sie ist schnell, günstig, und man hat sie selbst unter Kontrolle. Achten solltest du da rauf, dass sie zumindest über USB 3 an den Rechner angeschlossen wird. Es muss keine teure SSD sein, auch sich drehende Platten sind heutzutage leise und schnell.

Organisation

Datensicherungen werden auf Time-Machine-Volumes in einem Ordner namens „Backups.backupd“ und dort in einem Ordner mit dem Namen des jeweiligen Rechners gespeichert. Zu jedem Datum gibt es einen Ordner mit sämtlichen zu dem Termin vorhandenen Dateien, der aktuellste Stand findet sich immer in „Latest“ ganz unten in der Liste. Wer nicht den Finder, sondern das Time-Machine-Interface zum Durchsuchen nutzen möchte, kann über das Dock-Symbol „Andere Time Machine-Volumes durchsuchen“ aktivieren.

Apple nutzt die Möglichkeiten eines speziell erweiterten Dateisystems für Time Machine, bei dem mehrere Verzeichniseinträge auf die gleiche Datei verweisen dürfen. Klassische Unix-Tools können Time-Machine-Volumes daher nicht kopieren, aber dafür reicht auch der Finder, wenn die neue Platte das passende Format hat und man das Ignorieren der Zugriffsrechte auf dem Zielvolume anwählt. Allerdings dauert eine solche Kopie extrem lang.

Workshop: Time Machine übers Netzwerk einrichten und nutzen

1 Um einen Ordner in der Dateifreigabe als Time-Machine-Ordner zu deklarieren, wählst du ihn mit gedrückter Control-Taste beziehungsweise rechter Maustaste an.

2 Unter den erweiterten Optionen kannst du ihn als Time-Machine- Volume für andere freigeben und hast dann die Möglichkeit, den Speicherplatz zu begrenzen.

3 In den Time-Machine-Einstellungen können andere den freigegebenen Ordner als Ziel für ihre Datensicherung auswählen – praktisch für Firmen und MacBook-Besitzer:innen.

Workshop: Dateien oder Daten per Time Machine wiederherstellen

1 Um eine Datei wiederherzustellen, öffnest du den Ordner, in dem sie lag, und das TimeMachine- Programm. Im Zeitstrahl auf der rechten Seite kannst du nun zurückblättern, bis du die gewünschte Datei gefunden hast.

2 Ist die Datei noch vorhanden, aber verändert, bekommst du die Möglichkeit, sie durch die Sicherungskopie zu ersetzen oder beide zu behalten. In diesem Fall benennt Time Machine die noch vorhandene Datei automatisch um.

3 Manche Programme wie Mail haben eine eigene Time-Machine- Anbindung. Allerdings ist Mail ein Beispiel für Programme, die nicht so flexibel sind, denn meist lassen sich nur komplette Postfächer wählen.

4 Ähnlich wie Mail besitzt auch Kontakte eine eigene Time-Machine-Steuerung. Hier kannst du sogar einzelne Kontakte, die du versehentlich geändert hast, restaurieren. Der Kontakt wird dann als Duplikat importiert.

5 Der Migrationsassistent ist ideal, wenn du nicht nur einzelne Dateien, aber auch nicht gleich den ganzen Rechner restaurieren möchtest. Und natürlich kann er Informationen aller Art von einem Rechner zum anderen übertragen.

6 Wählst du die Möglichkeit, Informationen aus einer Time-Machine- Sicherung wiederherzustellen, kannst du das Datum auswählen.

Diese Sicherung muss weder vom gleichen Rechner noch von der gleichen Systemversion stammen.

7 Hast du die Datensicherung ausgewählt, musst du die Art der zu übertragenden Daten angeben. Das können Programme oder Benutzeraccounts sein. Diese Auswahl kannst du im nächsten Schritt noch verfeinern.

8 Hältst du beim Klicken auf das Time-Machine-Symbol in der Menüleiste die Optionstaste gedrückt, kannst du ein anderes Time-Machine-Volume für die Wiederherstellung einzelner Dateien oder Daten auswählen.

9 Das Time-Machine-Volume enthält pro Sicherungspunkt einen Ordner, der alle Dateien enthält. Die aktuellste Version findest du unter „Latest“. Normalerweise solltest du aber immer über das Programm auf die Sicherung zugreifen.