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KATJA KESSLER über GUTE PARTYS


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myself - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 09.11.2022

Sie war bei Präsidenten und Oligarchen zu Gast, dinierte mit Königen und Hollywood-Stars – und ist selber passionierte Gastgeberin. Wenn die ehemalige Society-Kolumnistin und gefragte Inneneinrichterin Katja Kessler etwas anpackt, dann richtig. Das gilt auch beim Feiern. Was Salatköpfe und Ehemänner zur perfekten Party beitragen, erzählt sie im Gespräch mitmyself.

Sind Sie eine gute Gastgeberin?

Also, ich sage mal so: Zu rufen „Jeder nimmt sich ein Bier aus dem Kühlschrank!“ funktioniert nur in der Werbung. Und zu denken, der Gastgeber hat selber immer den meisten Spaß, ist auch ein Schmarrn. Gute Partys regnen nicht vom Himmel. Es braucht eine gewisse Vorbereitung und Energie. Ich persönlich mag das sehr, wenn ich merke, dass der Gastgeber die Extrameile geht. Und damit meine ich nicht Wachteleier in Aspik.

Sondern?

Na ja, wenn mir als Gast das Gefühl gegeben wird: Ich zähle, ich bin wichtig. Die ...

Artikelbild für den Artikel "KATJA KESSLER über GUTE PARTYS" aus der Ausgabe 12/2022 von myself. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Katja Kessler hat als Society-Kolumnistin viel mit Promis und Politikern gefeiert. Heute arbeitet sie auch als Innenarchitektin: katjakesslerkreation.de
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... freuen sich, dass ich gekommen bin. Das ist doch der Grund, warum ich auf eine Party gehe. Nicht der Käse-Igel oder die Discokugel.

Schon probiert, jemanden via Sitzordnung zu verkuppeln?

Na klar. Ist doch spannend, ein bisschen Amor zu spielen. Und so ein Dinner-Setting eignet sich natürlich auch hervorragend dafür: Es ist laut, man muss die Köpfe zusammenstecken. Keiner kann weglaufen, dazu ein paar Gläser Wein...

Wen platziert man am unbeliebten Ende der Tafel?

Am besten sich selbst. Mein Mann und ich setzen uns gern ans Kopfende – und Simsalabim ist jeder Platz Premium, nicht nur die Tischmitte. Mir fällt dazu eine schöne Geschichte ein: Wir waren mal beim Bundespräsidenten zum großen Gala-Dinner geladen. Mein Mann tafelte wichtig, wichtig in der Mitte vom Saal mit ganz vielen Würdenträgern. Und wir Frauen kriegten den zugigen Tisch in der Peripherie. Fehlte nur das blinkende Hinweisschild: „Paria-Abteilung“.

Gibt es noch andere Fauxpas als Gastgeberin?

Fauxpas ist ein hartes Wort. Eher denke ich: Autsch, würde ich anders machen. Einmal war ich im „Ritz-Carlton“ auf einem Empfang, und die Gastgeberin schob mich mit dem russischen Botschafter zusammen. Die beiden ratschten kurz auf Russisch. Dann meinte sie zu mir: „Sie können jetzt auf Französisch fortfahren.“ Und ließ mich stehen.

Was halten Sie von den guten alten Schnittchen?

Die guten alten Schnittchen sind die guten neuen Schnittchen, würde ich mal sagen. Kleine Toastecken mit Lachs oder Tatar sind zu Recht Partyklassiker. Lustigerweise sehen sie auch in jedem Land und auf jeder Veranstaltung gleich aus.

„Was immer Sitzordnung. Leute, die reden können, mit denen zu mischen, die etwas zurückhaltender sind“

Bitte nicht!

Auch als Gast sollte man diverse Dinge niemals tun, findet Katja Kessler. Und zwar bloß nicht …

… ungefragt alle Fenster aufreißen

… sich selbst eine Hausführung geben

… zu Discomusik Standard tanzen und mit der Partnerin komplizierte Kreiselfiguren aufführen

… Tischkärtchen vertauschen

… wenn serviert wird von der aktuellen Diät erzählen

Bei eigenen Einladungen stelle ich gerne einen großen Parmesanblock auf den Küchentresen. Serranoschinken, Cracker, Chips – alles, was man beim Warmup im Stehen gut wegsnacken kann.

Welche Rolle spielt Alkohol beim Gelingen einer Party?

Er gehört definitiv dazu. Auch hier muss ich eine lustige Geschichte aus dem Nähkästchen erzählen: Neulich war ich auf einer großen Society-Party in Zürich, da sagte mein Gegenüber nach einem Glas Champagner ganz erschöpft: „Puh, so viel trinke ich sonst nie.“

Wie viele Leute laden Sie gerne ein?

Ganz unterschiedlich. Vier, 30.

Was kredenzen Sie Ihren Gästen?

Ich liebe Italienisch und Asiatisch. Überhaupt mag ich sehr die Idee vonshareddishes:Es stehen verschiedenste Teller und Töpfe auf dem Tisch, und jeder kann sich bedienen

Und wenn es schicker sein soll?

Da ist Catering eine gute Sache.

Wie bringen Sie Ihren Mann, Ex-„Bild“-Chef Kai Diekmann, dazu, bei Partys mitzuhelfen? Was ist sein Gastgeberbeitrag?

Klare Anweisungen in kurzen Sätzen. Und sobald er kreative Anwandlungen zeigt, unterbinde ich die sofort.

Was zeichnet einen guten Gast aus?

Eloquenz, Umgangsformen. Und ganz viel Humor natürlich. Bester Co-Gast aller Zeiten in dieser Hinsicht für mich: George Bush senior. Bei einem kleinen Abendessen war er mein Tischherr, ein gesetzter Herr von über 80, der am Stock ging. Als er aufstehen wollte und schwankte, legte ich stützend meine Hand hinten auf seine Hüfte, worauf er grinsend meinte: „Lower, lower!“

Wie kommt man mit anderen Gästen ins Gespräch?

Gibt’s da eine feste Regel? Ich glaube nicht. Wenn ich selber Gastgeberin bin,mache ich meine Gäste gern proaktiv miteinander bekannt. Und was immer hilft, ist eine gute Sitzordnung. Leute, die reden können, mit denen zu mischen, die etwas zurückhaltender sind.

Bringt man als Gast etwas mit?

Ja! Unbedingt! Blumen, Duftkerzen, Küchenutensilien. Das alles finde ich super und verschenke es auch gern.

Und wenn sich Gäste danebenbenehmen?

Ist mir leider noch nicht passiert.

Was halten Sie von Mottopartys?

Ich quäle mich. Da ist einfach kein Bedürfnis in mir, mich als Sheriff zu verkleiden oder als Sponge Bob. Ich komme aus Norddeutschland.

Sind Sie ein guter Gast?

Ich habe die Tendenz, an der Playlist rumzufummeln. Damit habe ich mir schon eine Reihe böser Blicke eingehandelt.

Ihr peinlichster Partymoment?

Eine Tischrunde mit Gunter Sachs. Ich bin mit seiner Frau am Plaudern, plötzlich donnert er über den Tisch hinweg dazwischen: „Ich wünsche dieses Gespräch nicht!“ Wie so ein Lehrer, der die Zweitklässlerinnen zusammenfaltet, weil sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Hatte wahrscheinlich einen schlechten Tag, der Gute.

Als Kolumnistin waren Sie auf den irrsten Veranstaltungen der Welt, was hat diese Partys besonders gemacht?

Ich war wirklich schon auf echten Traum-Events,picture-perfectsozusagen. Mit hoppelnden weißen Angora-Häschen und Robotern, die Truthähne tranchieren. Mein Resümee ist: Money allein macht keine gute Party. Ich habe schrecklich teure und wunderbar preiswerte Events erlebt. Mein lustigstes war eine Hochzeit an der Riviera mit riesigem Zelt und Zauberwald und einer Festtafel, aus der ganze Birken wuchsen. Zu später Stunde trat dann ein Sänger auf die Bühne, und mein Mann meinte: „Der ist ja gut, wer ist das, kann man den buchen?“ Und ich: „Schatz, das ist Lenny Kravitz.“ Mein Mann hat’s nicht so mit den Promis.