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KAUFBERATUNG: Canon EOS 90D & M6 Mark II


DigitalPHOTO - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 06.09.2019

NEUHEITEN | Lange war es still im APS-C-Segment. Der Fokus fast aller Hersteller lag auf dem Vollformat. Doch nun belebt Canon mit gleich zwei Modellen das Feld. Mit brandneuem Sensor, innovativem Spiegelreflexkonzept und ultraflexiblem Autofokussystem. Und übrigens, auch EOS-R-Fans dürfen sich freuen.


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Bildquelle: DigitalPHOTO, Ausgabe 10/2019

ERHÄLTLICH AB SEPTEMBER
Die DSLR EOS 90D und die Systemkamera EOS M6 Mark II sollen beide ab dem 12. September verfügbar sein.


BENJAMIN LORENZ
stv. Chefredakteur DigitalPHOTO


Die EOS 90D misst 140,7 x 104,8 x 76,8 mm und wiegt 701 Gramm. Damit ist sie minimal größer und rund 30 Gramm leichter als die 80D. ...

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Hand aufs Herz: Erinnern Sie sich spontan an die letzte Spiegelreflex, die auf den Markt kam? Zugegeben, auch wir mussten kurz in uns gehen. Doch all zu lange ist es gar nicht her. Und auch der Hersteller ist derselbe. Es war die EOS 250D, die im April 2019 eingeführt wurde. 2018 kamen die Einsteigermodelle EOS 2000D und EOS 4000D auf den Markt. Nikon brachte Anfang 2019 die Nikon D3500 heraus. Ebenfalls eine DSLR für Fotoneulinge. Im Segment der Semiprofis war es indes mucksmäuschenstill. 2017 kamen hier zuletzt die EOS 6D Mark II, die Nikon D7500 sowie die Pentax K-70 und KP auf den Markt. Dies zeigt, so richtig im Fokus lagen klassische Semiprofi-Spiegelreflexkameras in jüngster Zeit nicht. Stattdessen fokussierten sich fast alle Hersteller auf das spiegellose Feld der Vollformatkameras. Insbesondere Canon und Nikon, die mit ihren Rbeziehungsweise Z-Modellen kurz vor der photokina 2018 Sony (endlich) den Kampf angesagt haben. Auch Panasonic stieg mit der S und SR ein Einzig Olympus und Fujifilm gehen der Vollformatschlacht aus dem Weg und fokussieren sich stattdessen auf andere Schauplätze.

Neuer Sensor für DSLR und CSC

Nun wird das Feld der gehobenen Spiegelreflexmodelle wieder mit der EOS 90D, der Nachfolgerin der EOS 80D, belebt. Und wie! Denn mit der DSLR, die im Mai 2016 das Licht der Welt erblickte, hat die Neuheit nicht mehr allzu viel gemein. Abgesehen von den vergleichbaren Abmessungen, dem Gewicht und dem schon damals sehr guten Handling. Hier sind die technischen Daten sehr nah beieinander. Auch der Akku, der 1860 Aufnahmen nach CIPA liefert, ist geblieben. Ebenso lässt sich der Batteriegriff der EOS 80D auch an der EOS 90D nutzen. Gut so!

Highlight der EOS 90D ist in erster Linie ihr brandneuer 32,5-Megapixel-CMOS, der für besonders hochaufgelöste Aufnahmen in Kombination mit dem sehr schnellen Digic-8-Prozessor sorgen soll. Darüber hinaus bietet die EOS 90D zahlreiche Features, die wir sonst aus spiegellosen Kameras kennen (und schätzen). So besitzt die Semiprofi-DSLR als erste Spiegelreflex sowohl einen mechanischen als auch einen elektronischen Verschluss. Letzterer lässt sich auf minimal 1/16.000 Sekunde reduzieren. Das erhöht die Aufnahmemöglichkeiten deutlich. Zudem arbeitet der Verschluss auf Wunsch komplett lautlos, wenn die DSLR im Live-View-Modus genutzt wird. Perfekt, um in sensiblen Umgebungen, wie einer Trauung, rücksichtsvoll zu fotografieren. Die EOS 90D, ein DSLR-CSC-Hybrid.

WLAN, Bluetooth, HDMI inkl. 4K-Clean-out ohne Crop-Faktor sowie USB 2.0, Mikrofon und Kopfhörer stehen zur Konnektivität bei der EOS 90D bereit.


Zweites Highlight der EOS-DSLR ist das Autofokussystem. Hier stehen – je nach Betriebsart – 45 Kreuzsensoren, davon 27 AFFelder bei Lichtstärke 1:8, über den 100-Prozent-Sucher bereit – oder 5481 Autofokus-Positionen im Live-View. So lässt sich sehr flexibel automatisch scharf stellen. Die Empfindlichkeit reicht dabei bis -5 LW bei Fotoaufnahmen und bis -3 LW (Full HD) bzw. -2,5 LW (4K) bei Videos. Neu ist auch eine automatische Gesichts- und Augenerkennung, die das automatische Fokussieren sowohl im One-Shot-als auch Im Servo-Modus und bei Videoaufnahmen deutlich komfortabler macht

Apropos Video, hier bietet die EOS 90D nun (endlich) als erste EOS-Kamera auch 4K-Aufnahmen ohne Crop-Faktor. Profis werden sich dabei vor allem über die direkte Clean-Out-Ausgabe in 4K über die HDMI-Schnittstelle freuen. In Full-HD sind zudem Zeitraffer mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde möglich.


Mit der EOS 90D belebt Canon endlich wieder das lange brachliegende Feld der Spiegelreflexkameras für Aufsteiger.

Benjamin Lorenz, stv. Chefredakteur & Leiter Testlabor


In der M6 Mark II kommt der gleiche, neue Sensor wie bei der EOS 90D zum Einsatz. Aufgelöst werden auch hier 32,5 Megapixel im APS-C-Format.


Die Rückseite der M6 Mark II erinnert an die Vorgängerin. Neu ist jedoch der MF-AFSchalter neben dem Display. Das soll die Bedienung noch komfortabler machen.


In der einfachsten Modellvariante (nur Gehäuse) wird die M6 Mark II ohne E-Aufstecksucher verkauft. Gegen 270 Euro Aufpreis ist er im Kit gemeinsam mit dem Canon EF-M 15-45mm f/3.5-6.3 IS STM erhältlich.


DIE ALTERNATIVEN: SPIEGELREFLEX- UND SYSTEMKAMERAS FÜR SEMIPROFESSIONELLE FOTOGRAFEN

Spiegelloses EOS-Pendant

Entsprechend der in den letzten Jahren typischen Canon-Manier bringt der Hersteller mit der M6 Mark II eine spiegellose Alternative zur EOS 90D direkt mit auf den Markt. Diese ist in vielen Bereichen identisch zur DSLR. Etwa beim Sensor, dem Live-View-Autofokussystem, der kürzesten Verschlusszeit samt Lautlos-Modus sowie den Videomöglichkeiten. Die größten Unterschiede sind in erster Linie die deutlich kompakteren Abmessungen und das geringere Gewicht gegenüber der EOS 90D. So wiegt die M6 Mark II rund 300 Gramm weniger. Die Größe liegt bei 119,6 x 70 x 49,2 Millimetern. Durch die tiefe Griffmulde liegt die CSC aber dennoch prima in der Hand. Was fehlt, ist ein elektronischer Sucher. Den gibt es hier nur als optionales Zubehör – oder im Kit mit dem Canon EF-M 15-45mm f/3.5-6.3 IS STM. Kein unbedingtes Muss, wenn Sie es gewöhnt sind, über das Display zu fotografieren. Dieses lässt sich bei der EOS M6 Mark II übrigens nach oben und unten klappen, während der Touchscreen der EOS 90D sich zudem drehen lässt. Beachten sollten Sie die vergleichsweise kurze Aufnahmedauer mit der Systemkamera. Hier macht der Akku – laut CIPATest – bereits nach 305 Fotos schlapp. Ersatzakkus sind also Pflicht, um unterwegs entsprechend lange fotografieren zu können. Alternativ lässt sich der integrierte Akku aber auch über die USB-C-Schnittstelle etwa mit Hilfe eines kompatiblen Akkupacks laden.

Beim Test der Canon EOS 80D waren wir im Mai 2016 in London unterwegs. Damals gefielen uns vor allem das sehr gute Handling der EOS-Spiegelreflex und ihr schnelles Dual-Pixel-CMOS-Autofokussystem. Letzteres kommt auch bei der EOS 90D zum Einsatz. Die Bildqualität dürfte aber in Kombi mit dem deutlich schnelleren Digic-8-Prozessor, den erweiterten AF-Möglichkeiten und dem neuen 32,5-Megapixel-CMOS-Bildsensor noch besser ausfallen. Im Testlabor kam die EOS 80D hier auf 87,30 Prozent.


CANON EOS 90D IM BODY-CHECK: LEISTUNGSSTARKES SPIEGELREFLEX-PAKET

1 32,5-MEGAPIXEL-SENSOR

Der Sensor wurde neu entwickelt und löst 32,5 Megapixel auf. Damit ist die EOS 90D aktuell die DSLR mit der höchsten Auflösung im APS-C-Segment.

2 100-PROZENT-SUCHER

Genau wie die 80D bietet auch die 90D einen Dachkantprisma-Sucher, der 100 Prozent des Bildfelds abdeckt und 0,95-fach vergrößert.

3 5481 AF-POSITIONEN

Im Live-View wird die Spiegelreflexkamera zum spiegellosen Hybrid – samt 5481 ansteuerbaren Autofokuspositionen. Im Suchermodus arbeitet die 90D mit 45 Kreuzsensoren, davon 27 AF-Felder bei Lichtstärke 1:8.

4 FLEXIBLER JOYSTICK

Als erste EOS-DSLR der Mittelklasse erhält die 90D einen flexiblen Joystick, wie ihn etwa auch die EOS 5D Mark IV bietet. Auch das Multicontrol-Rad hält erstmalig Einzug in die Klasse der EOS-Semiprofis.

In Sachen Tempo macht die EOS M6 Mark II im direkten Vergleich das Rennen. Mit nachgeführtem Autofokus lichtet sie bis zu 14 B/s auf der SD-Karte (UHS II) ab. Die EOS 90D kommt im Servo-Betrieb auf 10 B/s über den optischen Sucher beziehungsweise 7 B/s im Livebild inklusive Motivverfolgung.

Beide Modelle sollen am 12. September in den Handel kommen. Der Preis der EOS 90D soll bei 1.299 Euro liegen –und damit auf dem unverbindlichen Preisniveau der 80D zur Markteinführung. Kit-Alternativen werden ebenfalls verfügbar sein. Die EOS M6 Mark II soll indes 929 Euro kosten, ein Preisplus von 130 Euro gegenüber der UVP der EOS M6 von 2017. Damit sind beide Modelle zu Beginn sicher kein Schnäppchen, angesichts der zahlreichen Neuerungen und Innovationen kön-nen wir die aufgerufenen Preise aber nachvollziehen. Hier gilt es, individuell abzuwägen, ob die neuen Funktionen und Features den jeweiligen Aufpreis gegenüber alternativen Modellen, die wir Ihnen im Folgenden noch etwas näher vorstellen werden, wert sind.

Im direkten Vergleich weist die neue EOS M6 Mark II viele Parallelen zur EOS 90D auf. Ihre größten Unterschiede: die kompakteren Abmessungen und das geringere Gewicht.


DIE ALTERNATIVEN: SPIEGELREFLEX- UND SYSTEMKAMERAS FÜR SEMIPROFIS

APS-C LEBT!

Benjamin Lorenz:
stv. Chefredakteur


Nach einer Vielzahl von Neuheiten im Vollformatsegment belebt Canon nun mit gleich zwei Modellen das APS-CSegment. Gut so! Denn auch wenn uns der große Sensor zuweilen träumen lässt, sind doch gerade die Modelle mit dem etwas kleineren Chip meist die Kameras der Wahl. Günstigere Objektive sind hier ein nicht zu verachtendes Kaufargument für APS-C. Zudem zeigt Canon mit neuem Sensor und spannendem DSLR-CSC-Hybrid, dass auch im Semiprofi-Segment noch Innovationen möglich sind.

Alternativen ab 495 Euro

Direkt von Beginn an müssen sich die EOSNeuheiten gegenüber einem bereits sehr gut besetzten und leistungsstarken Konkurrenzfeld behaupten. Hier gilt es zum einen, genügend gute Gründe gegenüber den direkten Vorgängermodellen zu liefern, aber zum anderen auch, die Mitbewerber der anderen Hersteller in die Schranken zu weisen. Bei Punkt eins können wir uns direkt festlegen: Es gibt – trotz deutlich niedrigerer Preise – aus unserer Sicht keine Gründe, alternativ zur EOS 80D oder EOS M6 zu greifen. Beide Modelle sind nicht mehr auf dem aktuellen Niveau, so dass sich bei einem Kauf keine echten Vorteile ergeben. Deutlich spannender wird es indes beim Blick auf aktuelle Modelle anderer Anbieter. Allen voran: die Sony Alpha 6500. Diese kommt im Digital PHOTO-Test auf 92,50% und damit auf unsere Bestnote „super“. Im Vergleich zu den EOS-Neuheiten löst sie allerdings mit 24,2 MP geringer auf und ihr Hybrid-Autofokus liefert mit insgesamt 594 Messfeldern weniger Autofokuspositionen. Zudem arbeitet der Autofokus nur bis zu -1 LW gegenüber -5LW bei den Canon-Modellen. Besonders spannend wird hier, wie gut der neue EOS-Sensor performen wird, da der Sony Exmor CMOS mit 93,50% ordentlich in Vorleistung geht. Die Antwort auf diese Frage wird indes erst unser noch folgender Labortest liefern. Unsere Vermutung: Es wird ein Duell auf Augenhöhe mit schwer vorherzusehendem Ausgang werden. Auch beim Vergleich der AF-Performance. Denn der reine Vergleich der technischen Daten ist immer nur eine Seite der Medaille und im tatsächlichen Test kann es mitunter zu überraschenden Ergebnissen kommen. Interessant wird auch das Duell der EOS-Kameras mit Erzrivale Nikon, stellvertretend durch die D7500, werden sowie der interne Canon-Kampf mit der 7D Mark II. Kurzum: Unsere Labortests werden ausgesprochen spannend.

RF15-35MM F/2,8 UND RF24-70MM F/2,8

Canon Ambassadorin und Abenteurerin Ulla Lohmann gehörte zu den Er sten, die das neue RF 15-35mm L IS USM f/2,8 an ihrer EOS R testen konnten.


Auf diese Nachricht haben viele Canon-RFotografen und -Fotografinnen gewartet: Die ersten zwei lichtstarken Profi-Zoomobjektive mit durchgehender Offenblende von f/2,8 kommen voraussichtlich gegen Ende September auf den Markt. Damit erfüllt Canon die ersten hohen Erwartungen an das noch junge spiegellose EOSVollformatsystem. Wie ihre EF-Pendants besitzen auch die RF-Objektive die typischen L-Merkmale. Dazu zählen Staubund Spritzwasserschutz sowie eine Fluorbeschichtung auf der vorderen und hinteren Linse. Das RF 15-35mm IS USM f/2,8L wird das einzige Zoom mit f/2,8 auf dem Markt sein, das mit 82mm-Filtern kompatibel sein wird. Konstruiert ist es aus 16 Linsen in zwölf Gruppen. Gegenüber dem EF 16-35mm 1:2,8L III USM soll es eine noch bessere Gesamtauflösung – insbesondere in den Ecken – bieten. Das RF 24-70mm IS USM f/2,8L besitzt indes eine Naheinstellgrenze von 1:3,3 bei 32mm und ist aus 21 Linsen in 15 Gruppen konstruiert. Zudem soll es sich auch durch weniger „Focus Breathing“ für Filmer eignen. Auch hier soll die Gesamtauflösung gegenüber dem EF 24-70mm 1:2,8L II USM noch einmal signifikant besser sein. Beide Objektive werden für je 2.499 Euro angeboten.


Fotos: Benjamin Lorenz

Fotos: Hersteller, Benjamin Lorenz

Fotos: Benjamin Lorenz, Hersteller