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KAUFBERATUNG:Audi Q3: Groß geworden


auto Test - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 27.03.2019

In der zweiten Generation ist der Audi Q3 deutlich gewachsen. Und in seinem Fall gehen Wachstum und Reifung im Gleichschritt einher. Wir stellen das SUV im Format Kompakt plus vor


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Bildquelle: auto Test, Ausgabe 4/2019

Die zweite Generation des Audi Q3, Typ F3, steht seit wenigen Monaten bei den Händlern. Die Veränderungen in puncto Optik verorten wir gegenüber dem Vorgänger irgendwo zwischen moderat und markant – zwar deutlicher, als es manch anderer Hersteller beim Modellwechsel wagt, aber nicht so mutig, wie es dem Neuen gerecht würde. Denn auf technischer Seite hat sich richtig viel getan.

An erster Stelle führen wir hier das Wachstum an. ...

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... Der zweite Q3 ist im Radstand fast acht Zentimeter und in Gänze fast zehn Zentimeter länger. Von diesem Größenwachstum profitiert der gesamte Innenraum. Im Vorgänger litten groß gewachsene Fahrer aufgrund der hohen Sitzposition unter dem störend ins Sichtfeld ragenden Dachhimmel – passé. Passagiere in Reihe zwei haben sogar mehr Raum als gleichenorts im Audi Q5 – noch Fragen? Und das Gepäckabteil fasst jetzt schon im Minimalzustand einen großen Koffer mehr als der Vorgänger (plus 70 Liter), beim Maximalmaß (plus 160 Liter) dürfen es sogar deren zwei sein.

Vom Strecken und Stecken

Dem Q3 wurde aber nicht nur das Blech gestreckt, darunter steckt jetzt auch deutlich mehr als zuvor. Besonders hervorzuheben sind die umfänglichen serienmäßigen Sicherheitsassistenten: aktiver Notbremsassistent inklusive Fußgänger- und Radfahrererkennung, ein gut arbeitender Spurhaltehelfer sowie ein verlässlicher Totwinkel-warner. Für die beiden letztgenannten Helfer wurden beim Vorgänger noch jeweils 600 Euro berechnet.

Daneben bringt das aktuelle Modell schon serienmäßig ein digitales Kombiinstrument mit 10,25-Zoll-Diagonale mit, über welches auch das Radio bedient wird. Denn da, wo wir in modernen Autos mittlerweile mit einem großen Infotainmentbildschirm rechnen – zentral, am oberen Ende der Mittelkonsole –, klafft beim Basis-Q3 lediglich ein tiefes Fach. Aber keine Sorge, die Preisliste hält allerlei Optionen zum Aufhübschen bereit. Zuerst ließe sich das Kombiinstrument in seiner Funktionalität noch etwas aufbohren – für 180 Euro gibt’s virtuelle Darstellungsformen, unter anderem einen wählbaren, sportiv angehauchten Modus für die Anzeige von Drehzahl und Geschwindigkeit, außerdem die erweiterten Funktionen des dann zwingend erforderlichen MMI Radio plus (475 Euro). Damit hält dann auch der – etwas zu tief positionierte – 8,8 Zoll große, zentrale Touchscreen Einzug in die Mittelkonsole. Und wer sich für das mit 2170 Euro sehr teure integrierte Navigationssystem entscheidet, der kann ein noch größeres virtuelles Kombiinstrument mit 12,3-Zoll-Diagonale ordern (420 Euro). In Verbindung mit dem Navi können Sie außerdem zahlreiche Funktionen nutzen, die sich hinter dem Begriff Audi connect verbergen. Dazu zählen zum Beispiel aktuelle Kraftstoffpreise, Nachrichten, Wetterdaten oder In-formationen über Parkplätze und Sehenswürdigkeiten in Standortnähe. Für 220 Euro lassen sich die Dienste um so Nettigkeiten wie 3D-Stadtkarten, Diktatfunktion für E-Mails oder Nachrichten sowie Google-Earth-Navikarten anreichern.

Die Mittelkonsole des Q3 ist übrigens um zehn Grad zum Fahrer hin geneigt. Mit diesem Ansatz, den BMW in stärkerer Ausprägung schon 1975 beim ersten 3er (E21) verfolgte, wollen die Ingolstädter die Ergonomie steigern. Gleichzeitig wird diese gute Absicht durch die Positionierung des Lautstärkereglers am rechten unteren Rand der Mittelkonsole konterkariert. Denn dort ist der Drehregler aus keiner ordentlichen Sitzposition heraus bequem zu erreichen. Wir haben uns jedenfalls relativ zügig die Bedienung mit der kleinen Walze in der linken Speiche des serienmäßigen Multifunktionslenkrads angewöhnt. Oder Sie nutzen die ebenfalls zum Serienumfang gehörende Sprachsteuerung – die funktionierte bei uns aber nicht so organisch, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Nach diesem Exkurs in die Konnektivität kommen wir nochmal auf die Ausstattung allgemein zu sprechen. Einerseits überzeugt so ein Standard-Q3 mit Akustikverglasung der Frontscheibe, lichtstarken LED-Scheinwerfern (aber Blinkern mit Glühbirnen), längsverschiebbarer Rücksitzbank mit neigbarer Lehne sowie beheizund elektrisch einstellbaren Außenspiegeln. Die zugehörigen Stoffsitze müssen andererseits aber manuell justiert werden. Und eine Komfortaufwertung durch Akustik-Seitenscheiben ist leider nicht möglich.

Linien zum Abstreichen

Neben dem Basistrimm ab 33700 Euro (35 TFSI) bietet Audi für den Q3 die beiden Ausstattungslinien Advanced (1300 Euro) und S-line (2400 Euro) an. Dieses Geld können Sie sich getrost sparen. Denn neben einem einen Zoll größeren Leichtmetallradsatz, dessen Mehrwert sich auf maximal 700 Euro beläuft (statt 17” Serie) und einem Sportfahrwerk für 220 Euro (nur S-line) gibt’s nur noch Alu-Einstiegsleisten und einen schicken Ladekantenschutz aus Edelstahl. Tatsächlich brauchen Sie diese Linien nur, wenn Sie Audi in die Styling-Falle tappen wollen, denn zahlreiche kosmetische Extras lassen sich nur mit einer dieser Ausstattungen kombinieren. Die beiden Sondermodelle Edition One in Grau (10200 Euro) und Orange (9870 Euro) bauen stets auf der SLine auf.

Alle von uns empfohlenen praktischen Extras – das umfangreiche Assistenzpaket (1450 Euro), Komfortschlüssel (410 Euro), Matrix-LED-Scheinwerfer (1590 Euro), Rückfahrkamera (410 Euro) – lassen sich ohne Linienzwänge wählen. Das Assistenzpaket enthält den Adaptivtempomat, und in Kombination mit dem Spurhalteassistent lässt sich hier das teilautonome Fahren bereits erleben. Auf der Autobahn bremst und beschleunigt der Q3 in Abhängigkeit von der eingestellten Geschwindig-keit und der Position der anderen Verkehrsteilnehmer, hält dabei die Spur und reagiert auch auf beschilderte Geschwindigkeitslimits.

Karosserie

Das Raumangebot im Q3 ist für ein Kompakt-SUV beinahe opulent. Allerdings lotet er mit seinen Außenmaßen die Grenzen des Segments haarscharf aus

Innenbreite v. / h.: 1520 / 1475 •
Kofferraum: 530–1525 l •
Wendekreis li. / re.: 11,6 / 11,7 m

Umwelt

Mit der neuen Generation ändert sich der Produktionsstandort: Statt in Spanien wird der Q3 nun in Györ (Ungarn) montiert. Die Umweltstandards sind auch in diesem Werk hoch, reichen aber nicht ganz an die des spanischen Werks heran. Lobenswert ist das innovative Recyclingsystem von Audi. Die Antriebe des Q3 sind dagegen konventionell, es gibt weder einen Mildhybrid noch einen Plugin-Hybrid oder eine Erdgasvariante. Immerhin erfüllen alle Modelle die Norm Euro 6d-Temp. Bei einem komplett neuen Modell wäre jedoch die Euro-6d-Norm wünschenswert. Der Q3 ist damit kein Umweltpionier, die Umweltbilanz erreicht durchschnittliche Werte.

Thomas Wiesand, Geschäftsführer des Umweltinstituts ÖkoTrend

Die Zuladungswerte des Q3 liegen zwischen 530 und 550 Kilo (150-PS-TDI mit Allrad). In beiden Kategorien hat die zweite Generation teilweise zugelegt. In puncto Zuladung erscheint das in Verbindung mit dem deutlichen Raumgewinn sinnvoll. An die Anhängerkupplung (890 Euro) dürfen Sie Lasten von maximal 1,8 bis 2,2 Tonnen hängen. Letztere Angabe bezieht sich aber allein auf den 190-PS-Turbodiesel.

Motoren zum Abfahren

Bei den Antrieben bewegt sich der neue Q3 quasi in den Leistungsgefilden seines Vorgängers. Es gibt Modelle mit 150 oder 190 PS, jeweils als vierzylindrige Benziner oder Diesel. Der Basisbenziner ist der bekannte 1,5-Liter-Direkteinspritzer inklusive Zylinderabschaltung. Der Motor ist drehfreudig und leise und passt ausgezeichnet zum Q3. Den darauffolgenden Zweiliter gibt es wahlweise mit 190 oder 230 PS – das stärkere Aggregat wirkt überaus lebendig, wird von den Insassen aber bei höheren Drehzahlen als akustisch arg präsent wahrgenommen.

Einen Zweiliterdiesel gibt es mit 150 und 190 PS, wobei die schwächere Variante mit 340 Newtonmetern (ab 37900 Euro) schon kraftvoll genug zu Werke geht. Der Topdiesel kostet 5100 Euro Aufpreis – das erscheint uns happig. Aber nur über ihn gelangen Sie an die Kombination aus Diesel, Allrad, Doppelkupplungs-Automatik und höchster Anhängelast.

Die Leistungsspitze im Q3-Portfolio wird der 420 PS starke, fünfzylindrige RSQ3 besetzen. Allerdings gehen wir davon aus, dass der Wagen erst in etwa einem Jahr präsentiert wird. Auf der diesjährigen IAA wird Audi immerhin den Q3 Sportback enthüllen – eine Variante mit Fließheck.

Fahrdynamisch gibt sich der Q3 keine Blößen. Galt schon der Vorgänger als komfortabel, hat die zweite Generation da nochmals aufgesattelt und das Fahrgefühl weiter verfeinert. Wer, zu Unrecht, befürchtet, es könnte ihm zu schaukelig zugehen, der investiert überschaubare 220 Euro in das Sportfahrwerk. Attraktiver ist aber das Adaptivfahrwerk (1180 Euro), welches dem Fahrer die Wahl zwischen den deutlich unterscheidbaren Fahrwerkseinstellungen Komfort und Sport lässt, ohne im letzteren Fall mit übermäßiger Härte zu nerven. Und auch große Rad-Reifen-Kombinationen schaden dem Abrollverhalten nicht nennenswert – immerhin gibt es auf Wunsch Aluguss-Räder mit 20 Zoll Durchmesser.

Weitere Extras, mit denen Sie die Fahreigenschaften des Q3 ein wenig anpassen können, sind die Progressivlenkung (280 Euro) und der Fahrmodusschalter (200 Euro). Die Progressivlenkung ist technisch interessant, weil sich mit ihr die Standardlenkübersetzung von 14,8:1 mit zunehmendem Lenkeinschlag hin zu 11,4:1 reduziert – sie wird direkter. Sowohl bei der Progressiv-als auch bei der Standardlenkung wird die elektromechanische Servounterstützung mit zunehmender Geschwindigkeit reduziert. So soll das Lenkrad bei hohem Tempo von ein wenig mehr Rückmeldung durchdrungen werden. Insgesamt wirkt der Q3 in diesem Punkt aber trotzdem ein wenig unterkühlt.

Der linke Q3 ist in Chronosgrau lackiert (Edition One, 10 200 Euro); der rechte in Turboblau (345 Euro, nur mit S-line)


Das Kürzel 45 TFSI am Heck ziert den zurzeit amtierenden Spitzenbenziner mit 230 PS. Der RSQ3 mit 420 PS soll in etwa einem Jahr folgen


Getriebe

Das manuelle Getriebe gibt es nur für die Basismotoren, beim Diesel nur mit Allrad


Die Doppelkupplungs-Automatik schaltet mittlerweile sehr komfortabel


Das manuelle Sechsgang-Getriebe gibt es im Q3 nur für den Basisbenziner (150 PS) und den kleinen Diesel in Verbindung mit Allradantrieb. Das Einlegen der Gänge erfordert mitunter etwas Nachdruck. Aufgrund eines Ganges weniger wirken die Q3 mit Schaltgetriebe speziell in den hohen Gängen etwas weniger dynamisch als die Versionen mit Doppelkupplungs-Automatik.

Beim manuellen Getriebe handelt es sich um ein Dreiwellengetriebe. Hier ändert sich beim Wechsel vom vierten in den fünften Gang auch die Achsübersetzung. Das geschieht für den Fahrer völlig unmerklich und hilft, die Bautiefe des Getriebegehäuses gering zu halten.

Die Doppelkupplungs-Automatik S-tronic (2000 Euro) mit sieben Gängen wird in zwei Varianten verbaut. In allen Benzinern handelt es sich um eine Trockenkupplung, bei den beiden drehmomentstärkeren Dieseln wird die Kupplung mittels Ölbad gekühlt – sie ist dadurch höher belastbar. Die Doppelkupplungen schalten sehr schnell und komfortabel. Für 260 Euro montiert Audi ein Lenkrad mit Schaltwippen, über die Sie manuell ins Schaltgeschehen eingreifen können.

Die Messung des Wendekreises absolviert der Q3 links herum mit 11,6 und rechts herum mit 11,7 Metern. Das sind keine spektakulären Werte, gehen aber für ein Auto dieses Formats völlig in Ordnung. Mit der Fahrmodustaste lässt sich das Wesen des Q3 auf sechs voreingestellte Charakteristika – automatisch, dynamisch, effizient, komfortabel, offroad und individuell – einstellen. Mit den programmierten Voreinstellungen werden beispielsweise die Klimaanlage, die Lenkunterstützung oder die Motorcharakteristik und, sofern vorhanden, auch das Adaptivfahrwerk, der Adaptivtempomat und die Schaltcharakteristik der Automatikgetriebe beeinflusst. Das funktioniert spürbar, manchmal aber auch etwas unbefriedigend. So wirkt die Klimaautomatik im Effizienzmodus etwa an kalten Wintertagen etwas schlapp. Sie lässt sich aber trotz effizienter Fahrzeugeinstellung auch im normalen Modus nutzen. Oder sie schalten einfach die Lenkradheizung (340 Euro) ein.

Gefertigt wir der neue Q3 im ungarischen Györ, der Vorgänger stammt aus dem spanischen Martorell. In Anbetracht der massiven Veränderungen, die im neuen Q3 stecken, erscheint uns der Aufpreis von rund 3500 Euro gegenüber dem letzten Neupreis des Vorgängers fast schon als Schnäppchen.

Alle Anzeigeformate werden digital erzeugt. Der zentrale Infotainmentschirm – MMI Radio plus – schlägt mit 475 Euro zu Buche


Sicherheit

Erwachsene Insassen sind im Q3 sehr gut, Kinder in Rückhaltesitzen immer noch gut geschützt. Der Notbremsassistent (Serie) erkennt Fußgänger und Radfahrer auch bei Nacht sehr gut.

Innenraum

Kofferraum Das Ladeabteil zählt mit seinem ordentlichen Volumen zu den Schokoladenseiten. Nur die Ladekante dürfte gern noch etwas tiefer liegen


Fond Das Platzangebot ist in Reihe zwei teils nicht schlechter als im eine Klasse darüber positionierten Q5. Hier halten wir es eine Weile aus


Konnektivität

Das „virtual cockpit plus“ (420 Euro) ermöglicht neben drei wählbaren Darstellungsformen für Drehzahlmesser und Tacho auch die großflächige Abbildung der Navikarte

Serienmäßig mit attraktiven Assistenten: Erwähnenswert sind der aktive Spurhaltehelfer und der Totwinkelwarner. Mit Assistenzpaket (1450 Euro) wird’s teilautonom

Im Q3 gibt es keine analogen Instrumente mehr. Das digitale Kombiinstrument misst ab Werk 10,25 Zoll, in Kombination mit dem Onboard-Navi (2170 Euro) lässt es sich für 420 Euro auf 12,3 Zoll ausdehnen. Damit steigt auch der Umfang der darstellbaren Inhalte deutlich – großflächige Navikarten, sportliche Drehzahl- und Geschwindigkeitsanzeige. Auf dem 10,1 Zoll großen zentralen Bildschirm (475 Euro) lassen sich Buchstaben per Schreibgeste eingeben. Im Standard-Q3 findet sich an dieser Stelle nur ein großes Ablagefach, das Radio wird dann via Kombiinstrument bedient.

Fazit – Echte Größe attila.langhammer@auto-test.com

Der Q3 überzeugt mit technischen Talenten, ausgewogenen Fahreigenschaften und hochwertigem Interieur


Die Erinnerung an 7000 Kilometer in sieben Tagen im alten Q3 – das war 2014 und nicht immer komfortabel – ist beim Schreiben dieser Kaufberatung noch präsent. Und tatsächlich kann der neue Q3 schon nach wenigen Kilometern vermitteln, wie viel Arbeit in ihm steckt, um den für Audi-Verhältnisse eher mittelmäßigen Ahnen weit hinter sich zu lassen. Die Integration auch großer Fahrer gelingt nun tadellos, und auch sonst ist das mit echtem Wachstum erkaufte Raumangebot fein, die digitale Volleinrichtung passt zum technophilen Wesen der Marke, die Materialien und deren Verarbeitung erfüllen alle Erwartungen.

Fahrerisch enttäuscht der Q3 all die nicht, die von einem SUV unauffällig-neutrale Fortbewegung mit hohem Komfort erwarten. Einzig die gepriesene Aeroakustik haben wir nicht als rundum gelungen erlebt.

Das Preisniveau erscheint fair, eben weil sich so viel getan hat; dazu sind mit Spurhaltehelfer und Totwinkelwarner zwei wertvolle Assistenten serienmäßig an Bord. Die beiden Linien verbuchen wir dagegen als Ulk.

TIPP

Der Wenigfahrer
Unser Motorentipp an dieser Stelle ist nicht nur für den kostenbewussten Wenigfahrer interessant. Denn der 1,5-Liter-Benziner mit 150 PS setzt den Q3 gekonnt in Szene. Er läuft flüsterleise, hat genügend Kraft für alle Alltagssituationen, und mit der integrierten Technik der Zylinderabschaltung lässt er sich tatsächlich relativ sparsam bewegen.
Empfehlung: 35 TFSI (150 PS) Listenpreis: ab 33 700 Euro

Der Vielfahrer
Auch hier raten wir zu einem Motor mit 150 PS, dann aber nach Selbstzünderprinzip. Mit 340 Nm darf der Basisdiesel bis zu 2000 Kilo an den Haken nehmen. Eine den Langstreckenkomfort steigernde 7-Gang-Doppelkupplungs-Automatik hat er serienmäßig an Bord. Wer Allrad braucht, wird an dieser Stelle ebenfalls fündig, dann als 6-Gang-Handschalter.
Empfehlung: 35 TDI (150 PS) Listenpreis: ab 37 900 Euro

Der sportliche Fahrer
Den dynamischsten Fahreindruck vermittelt der 230 PS starke Topbenziner. Um den Sportler in ihm konsequent zu nutzen, bedarf es aber noch weiterer, preistreibender Extras: Adaptiv- oder Sportfahrwerk, Progressivlenkung. Wer geduldig (und vermögender) ist, wartet aber besser auf den fünfzylindrig hämmernden RS Q3 (Anfang 2020).
Empfehlung: 45 TFSI qu. (230 PS) Listenpreis: ab 43 900 Euro


Fotos: E. Fleischmann; wir danken der Tourist-Information Bad Gögging; www.bad-goegging.de