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KAUFCHARTER:Der andere Weg zum eigenen Schiff


Charter Horizonte - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 18.01.2019

Charterunternehmen bieten Yachten zum Kauf an, die sie anschließend in ihre Flotten integrieren. Je nach Vertrag erhalten die Eigner Mietzahlungen, freie Segelwochen und eine Rundumversorgung für das Schiff. Ein interessantes Angebot, um zur eigenen Yacht zu


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Der Einsatz des eigenen Kapitals hält sich in Grenzen. Ein großer Teil wird durch die Einnahmen der Charter erzielt


Foto: Sunsail

Welcher Segler träumt nicht von einer eigenen Yacht? Doch Wartung, Liegeplatz-Kontrolle und Winterüberholung sind arbeitsintensive Arbeiten, die sich nicht ohne Weiteres in den Alltag integrieren lassen. Außerdem wollen ...

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... Mitsegler vielleicht nicht nur segeln, sondern auch mal Skilaufen oder bergwandern. Und noch reicht das Ersparte auch nicht aus, um ein Schiff zu kaufen, das groß genug für die ersehnten langen Törns ist.

Yachtinvest

Eine Alternative können Yachten bieten, die in sogenannten Kaufcharter-Programmen laufen. Grob umrissen funktionieren diese Programme folgendermaßen: Der Kunde kauft über eine Charterfirma ein Schiff und überlässt es ihr zur Vermietung. Im Gegenzug kümmert sich das Unternehmen um Wartung, Winterlager und selbstverständlich auch um die Buchungsvermittlung und Betreuung der-Chartergäste. Der Eigner kann das Schiff für seine Urlaubstörns kostenlos nutzen. Je nach Programm-Ausgestaltung trägt entweder der Eigner die kompletten laufenden Kosten und erhält im Gegenzug 100 Prozent der Charter-Einnahmen abzüglich einer Agentur-Provision, oder es sind anteilige Kosten-Einnahmen-Regelungen ausgehandelt, beispielsweise eine 80 zu 20 Prozentregelung, in der der Eigner das Gros der Kosten übernimmt und dafür 80 Prozent der Einnahmen bekommt. Die Prozent-Aufteilung ist abhängig vom Revier, den durchschnittlichen Charterwochen, die dort pro Saison möglich sind, der Programmlaufzeit und dem Aufwand, den die Charterfirma betreibt. Basis aller Kaufcharter-Modelle ist, dass Wartung und Vermarktung von der Charterfirma durchgeführt werden, auch, wenn es sich um Programme handelt, bei denen die Yachten einer Eignergemeinschaft eingegliedert werden. Hierbei landen die Einnahmen von Yachten desselben Typs stützpunktweise in einem großen ‚Topf ‘ und werden dann unter den Eignern gleichmäßig aufteilt. Die Idee hinter diesem Konzept: eine gerechtere Einnahmeverteilung.


»Basis aller Kaufcharter-Modelle ist, dass Wartung und Vermarktung von der Charterfirma durchgeführt werden«


Insgesamt lässt sich sagen: Kaufcharter-Modelle sind für jene geeignet, die eine eigene Yacht besitzen möchten, sich aber (vorerst zumindest) nicht um deren Instandhaltung kümmern können oder wollen oder es erst in einigen Jahren in Vollzeit nutzen möchten. Die Zeit bis zur Pensionierung oder bis zum Sabbatjahr soll schon einmal zum Eingewöhnen genutzt werden, indem man einige Urlaube auf dem eigenen Schiff verbringt. Außerdem können Yachtinvest-Programme, wie sie auch genannt werden, eine gute Hilfe bei der Finanzierung eines eigenen Schiffes sein. Zu bedenken gilt allerdings: Je mehr Zeit man selbst auf dem Schiff verbringt, desto niedriger sind die Einnahmen (die sicher den aufgenommenen Kredit bedienen sollen).

In jedem Fall müssen die Chartereinnahmen als ‚Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung‘ bei der Steuererklärung angegeben werden. Ob und gegebenenfalls wie man seine Ausgaben steuerlich geltend machen kann, sollte zuvor mit einem Steuerberater geklärt werden.

Yachteignerprogramm

Eine besondere Variante von Kaufcharter stellt das Programm ‚Garantiertes monatliches Einkommen‘ dar, wie es Sunsail oder The Moorings anbieten. Der Eigner kauft ein Schiff über Sunsail oder The Moorings aus dem Yachteignerprogramm und lässt es verchartern. Während der Programmlaufzeit, in der sich das Unternehmen um Liegeplatzgebühren, Versicherungen und Wartung kümmert, erhält er ein monatliches Einkommen beziehungsweise eine Mietgebühr, unabhängig von den erzielten Charterwochen. Der Fokus liegt hier auf unkompliziertem Urlaubssegeln, und zwar weltweit. Sollte die eigene Yacht schon verchartert sein, kann eine vergleichbare aus dem riesigen Flottenpool genutzt werden oder eine größere, für die man dann eine geringe Gebühr bezahlt.

Dazu muss man wissen, dass Sunsail und The Moorings die größten Charterflotten der Welt unterhalten, mit Stützpunkten in den meisten beliebten Segelrevieren. Monohulls kommen von Bénéteau und Jeanneau, Multihulls von Leopards Catamarans.

In der Charter werden die Boote auch stark beansprucht, beispielsweise auf Regatten


»Segler, die ausschließlich in der Nebensaison unterwegs sind, erhalten so die Möglichkeit, bis zu zwölf Wochen im Jahr zu segeln«


Die Boote liegen in den schönsten Revieren der Welt und können durch den Eigner genutzt werden


Der Eigner kann sich aufs Segeln konzentrieren – Reparaturen und Wartung werden von der Charterfirma erledigt


Die am Stützpunkt stationierten Schiffe sind neu und bis maximal sechs Jahre alt. Sie gehören Eignern aus aller Herren Länder. Viele von ihnen haben ihre Schiffe im Rahmen des garantierten monatlichen Einkommens in die Flotte eingebracht. Möglich werden Yachtkäufe für dieses Programm ab einer Eigenfinanzierung von 30 Prozent. Aktuell beträgt das monatliche Einkommen für eine Sunsail 38, die in einer Karibik-Basis stationiert ist, 1.200 Euro. Ausgehend von einer gängigen Programmlaufzeit von 52 Monaten und den aktuell moderaten Zinsen reicht der Einkommens-Betrag annähernd aus, um die monatlichen Kreditraten zu decken. Wie hoch die verbleibende Restsumme ist, hängt natürlich von der Länge der Kreditlaufzeit, der Höhe des Eigenanteils und der Programmlaufzeit ab und kann im Vertrag individuell festgelegt werden.

Das Boot liegt an den Charterstützpunkten und kann auch selber genutzt werden


Neueinstieg

Nach Ablauf der Programm-Zeit wird das Schiff entweder über das angeschlossene Maklerbüro verkauft (nach 52 Monate Laufzeit wird derzeit ein Wiederverkaufswert von knapp 50 Prozent des Neuwerts angenommen) oder als Inzahlungnahme für einen Neueinstieg ins Programm verwendet. Natürlich kann man das Schiff fortan auch selbst nutzen. Wolfgang Anderiasch vom Sunsail / The Moorings-Yachtverkauf Deutschland sagt aber dazu: „Ich würde das garantierte Einkommensprogramm als gute Möglichkeit beschreiben, dem Lieblingshobby Segeln nachzugehen und die Urlaube in den schönsten Destinationen zu verbringen, ohne über Liegeplatz, Versicherung, Wartung und Überführung nachdenken zu müssen. Es ist das Rundum-sorglos-Paket.“

Kaufoption

In einem zweiten Programm, Kaufoption genannt, zahlt der Eigner nicht den gesamten Kaufpreis der Yacht, sondern nur 65 Prozent des Verkaufspreises. Diese Summe ist unterteilt in eine Gebühr von 25 Prozent und ein Darlehen von 40 Prozent. Das Charterunternehmen bleibt bis zum Ende der Programmlaufzeit Eigner der Yacht. Der Kunde kann das Schiff danach übernehmen, oder er erhält garantiert 40 Prozent des Kaufpreises zurück. Die Kaufoption, wie eben beschrieben, ist momentan nur in einigen wenigen Ländern möglich, derzeit in Griechenland, Kroatien und Thailand. Die damit verbundenen Vergünstigungen, wie die Möglichkeit auf zwölf Segelwochen, sind identisch mit denen aus dem Einkommens-Programm.
www.sunsailyachteigner.de
www.mooringsyachteigner.de


Fotos:Silke Springer, James Connolly

Fotos: Evan Smogor, Silke Springer, Jessica To‘oto’o, Eric Ward