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KEINE ANGST VOR FLIEGEN!


ANGELSEE aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 40/2019 vom 06.06.2019

DasAngeln mit der Fliege ist nur etwas für Wurfkünstler am Bach? Nein, auch am Forellensee kann man einfach mit der Fliege angeln – und fangen. Thorsten „Toto“ Brosda zeigt, wie‘s funktioniert


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Glitzernder Köder und silberne Beute: Auch Lachsforellen lassen sich mit kleinen Ködern wie diesem Streamer „mit Köpfchen“ locken.


Text und Fotos: Gregor Bradler

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Toto verwendet beschwerte Goldkopfnymphen bzw. -streamer (re.). Solche Köder führt jeder gut sortierte Angelladen in der Abteilung für Fliegenfischer. Manchmal reicht ein schlichtes schwarzes Muster, manchmal sind Leuchtfarben angesagt.


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Die Fliegen werden an Fluorocarbon-Vorfächer geknüpft und auf Schnuraufwicklern in einer Box einsatzbereit transportiert.


Insekten gehören zur natürlichen Nahrung der Forellen. Und dass diese kleinen Tierchen ziemlich lecker sind, wissen instinktiv auch Forellen, die in Zuchtanlagen mit Pellets groß geworden sind und in Forellenseen besetzt werden. Es macht also Sinn, diese Köder in der Box zu haben. Doch so mancher Angler schreckt vor dem Einsatz von Fliegen am Forellensee zurück. Dafür braucht man doch schließlich eine Fliegenrute, spezielle Schnüre und ordentlich Erfahrung beim sogenannten „Wedeln“. Stimmt nicht!

Auch als Fliegenfischer-Laie kann man am Forellensee mit der Fliege erfolgreich sein. Und es ist auch keine Fliegenrute erforderlich. Es genügt eine Matchrute, die man auch fürs herkömmliche Schleppen am Forellensee verwendet, beziehungsweise eine ultraleichte Spinnrute. Später mehr zum Gerät, kommen wir erst einmal zu den Fliegen.

Toto verwendet beschwerte Nymphen bzw. Goldkopfnymphen. Das sind Imitationen der unter Wasser lebenden Larven von Eintagsfliegen und anderen Insekten. Übrigens ist der Name Goldkopfnymphe ein wenig irreführend: Der Kopf dieser Fliege besteht nicht aus diesem Edelmetall, sondern ursprünglich aus Blei, mittlerweile meist aus Tungsten.

SCHWERER KOPF

Die beschwerten Nymphen schwimmen nicht wie Trockenfliegen auf der Wasseroberfläche, sondern sinken langsam ab. Sie sind ein idealer Köder, wenn sich die Fische in den oberen Wasserschichten aufhalten. Aus der Wahl der Fliege bzw. der Goldkopfnymphe macht Toto keine große Wissenschaft. Er greift am liebsten zu Mustern, die im Angelladen gerade zum Sonderpreis angeboten werden. Bei ihm haben sich sowohl schwarze als auch helle Muster mit Glitter bewährt.

Schwarze Goldkopfnymphen kommen im klaren Wasser zum Einsatz. Auffällige Muster mit Glitter eignen sich für trübe Gewässer. Sie können aber gerne auch ein bisschen experimentieren und einfach zu Mustern greifen, die Ihnen persönlich gut gefallen. Toto hat zwei Methoden, um die Nymphe den Forellen zu präsentieren.

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Eine ultraleichte Spinn-bzw. Spoon-Rute eignet sich fürs Angeln mit der Fliege im Uferbereich. Das Gewicht des Goldkopfs reicht aus für kurze Würfe. Der Köder wird direkt an das Vorfach geknüpft.


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Muss man weiter hinaus, befestigt man die Fliege an einer Sbirolino-Montage. Der schwimmende Sbirolino dient als Wurfgewicht, der Pilot fungiert als Bissanzeiger


ULTRALEICHT ODER SBIRO

Die erste Möglichkeit besteht darin, den Köder an „freier Leine“ bzw. nur an einem unauffälligen Fluorocarbon-Vorfach anzubieten, das mit der monofilen Hauptschnur verbunden ist. Ein derart leichter Köder bzw. eine so leichte Montage lässt sich doch nicht auswerfen, werden nun viele Angler einwenden. Stimmt, an einer „normalen“ Rute klappt das kaum. Aber mit einer ultraleichten Rute, die für den Einsatz von kleinen Spoons vorgesehen ist (etwa die Technium Trout Area von Shimano), kann man auch eine Goldkopfnymphe auswerfen. Hohe Wurfweiten sind damit natürlich nicht möglich; mehr als 10 oder 15 Meter bekommt man den Köder nicht hinaus. Aber häufig muss man auch nicht weiter hinaus. Denn die Forellen patrouillieren gerne an der ersten Abbruchkante entlang – und die befindet sich an vielen Forellenseen ziemlich ufernah. Das bereits erwähnte Fluorocarbon-Vorfach ist 1,50 bis 2 Meter lang und hat einen Durchmesser von 0,12 oder 0,14 Millimeter. Der Durchmesser der monofilen Hauptschnur liegt bei 0,14 bis 0,16. Verbunden werden Hauptschnur und Vorfach über einen Mini-Wirbel, der Schnurdrall entgegenwirkt.

AUF UND AB

Nach dem Auswerfen lässt man die Nymphe ein Stück absinken, die Rute wird nun so gehalten, dass die Spitze ziemlich steil nach oben zeigt. Ganz wichtig: Es wird nicht gejiggt wie etwa beim Spinnfischen mit Gummifisch auf Zander. Stattdessen wird lediglich der Köder durch ein bis anderthalb Umdrehungen der Rollenkurbel beschleunigt. Der Köder steigt bei dieser Aktion auf. Nun legt man eine Pause an und lässt die Nymphe wieder absinken. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis eine Forelle nach dem Köder schnappt. Durch die steile Rutenhaltung befindet sich wenig Schnur im Wasser und man hat einen direkten Kontakt zum Köder.

Beim Biss ist es wichtig, dass man umgehend den Anhieb setzt. Denn im Gegensatz zu Paste oder Bienenmaden schlucken die Forellen den Köder nicht, sondern spucken ihn relativ zügig wieder aus. Der Angler muss also auf Zack sein, sonst ist die Chance auf einen schönen Fang dahin. Seien Sie in den Absinkphasen des Köders besonders aufmerksam. Dann erfolgen nämlich die meisten Bisse.

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Die Spoon-Rute wird steil nach oben gehalten. So hat man einen direkten Kontakt zum Köder.


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Durch eine oder anderthalb Kurbelumdrehungen beschleunigt man den Köder. Dabei steigt er auf. Danach lässt man ihn wieder absinken.


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An der ultraleichten Spinnrute hat auch der Drill dieser Portionsforelle Spaß gemacht.


WEIT DRAUSSEN

Muss man weiter hinaus, kommt die Matchrute zum Einsatz. Dann benötigt man allerdings ein Wurfgewicht, um die Nymphe auf Distanz zu bekommen. Das angesprochene Wurfgewicht bildet ein frei auf der Hauptschnur laufender schwimmender Sbirolino. Hauptschnur und Vorfach werden mit einem Dreifachwirbel verbunden. Um den Hauptschnurknoten am Wirbel vor Beschädigungen durch den gleitenden Sbirolino zu schützen, zieht man unterhalb des Sbirolinos eine Perle auf die Hauptschnur.

Weil man weiter draußen angelt, hat man keinen vergleichbar direkten Kontakt zum Köder wie beim ufernahen Angeln mit der Spoon-Rute. Aus diesem Grund befestigt Toto gern ein Stück oberhalb der Nymphe eine gut sichtbare Pilotpose auf dem Vorfach. Wenn sich diese Pose in Bewegung setzt, hat eine Forelle die Nymphe genommen und man kann den Anhieb setzen. Die Köderführung ist ähnlich wie beim Angeln mit der Spoon-Rute: Der Köder wird über eine Umdrehung der Rollenkurbel beschleunigt, dabei steigt die Goldkopfnymphe auf. Bei dem darauf folgenden Stopp sinkt sie wieder ab. So kann man nach einem weiten Wurf einen großen Bereich des Gewässers absuchen.

Packen Sie in Ihre Köderbox ruhig mal ein paar Goldkopfnymphen! Sie sind immer einen Versuch wert.

Wie er mit der Fliege am Forellensee fischt, demonstrierte Toto am Lachsforellenteich im Angelparadies Zwillbrock. Hier hat man immer gute Chancen auf kapitale Salmoniden.

Adresse und Kontakt:

Angelparadies Zwillbrock Zwillbrock 40a 48691 Vreden Tel. 02564-950102 Website: s

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Erfahrene Großforellen fallen manchmal nicht mehr auf Paste und Maden herein, auf Nymphen hingegen schon!


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Im Gegensatz zur Spoon-Rute wird die Matchrute nicht hoch, sondern eher parallel zur Wasseroberfläche gehalten.


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Mit der Matchrute kann Toto ordentlich durchziehen und Forellen anwerfen, die in der Mitte des Gewässers auf Beutezug gehen.

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