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KEINE ANGST vorm Zahnarzt


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familie & co - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 10.03.2022

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Bildquelle: familie & co, Ausgabe 3/2022

Ben freut sich: Heute Nachmittag geht’s zum Zahnarzt! In der hellen, freundlichen Praxis wartet ein Behandlungszimmer auf ihn, das aussieht wie eine Raumkapsel. Von seinem letzten Besuch kann sich der Fünfjährige noch gut daran erinnern. Probleme mit seinen Milchzähnchen hatte Ben zum Glück noch nie. Damit das auch so bleibt, geht seine Mutter mit ihm regelmäßig zum Kinderzahnarzt. Sie ist glücklich und auch ein bisschen neidisch, wie angstfrei ihr Sohn mit dem Thema „Zahnarzt“ umgeht: „Bei mir war das in Bens Alter deutlich anders. Der laute Bohrer, die kalte Atmosphäre, das grelle Licht – ich bin schon als kleines Mädchen mit schlotternden Knien zu den Kontrollterminen gegangen.“

Die eigene Angst nicht aufs Kind übertragen

Immerhin sieben von zehn Kindern können heute so entspannt zum Zahnarzt gehen wie der kleine Ben: Sie haben keine Karies – dank Fluoridierung, regelmäßiger Vorsorge und ...

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... Zahnversiegelungen. In der Generation ihrer Eltern hingegen war ein kariesfreies Kindergebiss eher die Ausnahme. Kein Wunder also, dass viele Mütter und Väter ängstlicher mit dem bevorstehenden Gang zum Zahnarzt umgehen als ihre Kinder.

Doch von der großen Furcht vor dem Bohrer sollte der Nachwuchs möglichst nichts mitbekommen, raten Experten einhellig. Sie betonen, wie wichtig es ist, dass Eltern die eigene Phobie nicht auf ihre Kinder übertragen, sondern ihnen – im Gegenteil – eine positive Einstellung gegenüber dem Zahnarzt vermitteln. Denn hat sich die Furcht erst einmal aufgebaut, hält sie oft ein Leben lang an – und viele Erwachsene von wichtigen Kontroll- und Prophylaxe-Terminen ab.

Der erste Termin steht spätestens mit drei an

So schwer es Eltern also manchmal auch fallen mag: Der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt sollte für alle kleinen und großen Familienmitglieder etwas Selbstverständliches und Unkompliziertes sein. Das hat sich auch Bens Mutter fest vorgenommen. Von klein auf nahm sie den Jungen zu ihren eigenen Routineuntersuchungen mit. So hatte er schon früh die Chance, die besondere Atmosphäre einer Zahnarztpraxis zu erkunden, ohne zunächst selbst auf dem Behandlungsstuhl zu sitzen. Der erste eigene Termin steht für Kinder spätestens mit drei Jahren an. Auch diesen sollten Eltern mit Gelassenheit und einer gewissen Leichtigkeit vorbereiten, rät Dr. Yvonne Knyhala. Die Zahnärztin aus Müllheim an der Ruhr hat sich auf die Behandlung von kleinen Patienten spezialisiert. Aus Erfahrung weiß sie, dass es dabei auf die richtige Wortwahl ankommt: „Gut gemeinte Aussagen der Eltern wie ,Es tut bestimmt nicht weh‘ oder ,Du musst keine Angst haben!‘ lösen bei Kindern erst recht Unbehagen aus, da nur die Warnsignale ,Angst‘ und ,Schmerz‘ bei ihnen ankommen.“

So bereiten Sie Ihr Kind vor

Der erste Zahnarztbesuch steht vor der Tür? Das sollten Eltern jetzt unbedingt beachten

• Geben Sie Ihre Furcht vorm Zahnarzt nicht an Ihr Kind weiter. Vermeiden Sie Worte wie „Angst“, „Bohrer“ oder „Schmerzen“. Der Zahnarztbesuch soll für Ihr Kind nicht von Anfang an bedrohlich sein.

• Erzählen Sie nur Positives von Ihren eigenen Zahnarztbesuchen. Wenn Sie das nicht können, berichten Sie Ihrem Kind lieber gar nicht davon.

• Wecken Sie die Neugier Ihres Kindes auf das bevorstehende Ereignis. Erzählen Sie ihm z. B. von dem spannenden Stuhl, der sich hoch-und runterfahren lässt. Kinder sind gerade solchen neuen Erfahrungen gegenüber meist aufgeschlossen.

• Stellen Sie keine großen Belohnungen in Aussicht. Sie signalisieren Ihrem Kind damit eher, dass ihm etwas Schlimmes bevorsteht.

Bilderbücher zum Thema eignen sich besonders gut, um den Besuch beim Zahnarzt gemeinsam vorzubereiten.

• Falls Ihr Kind bereits Schmerzen hat, sagen Sie ihm, dass der Zahnarzt ihm helfen kann, sich bald wieder besser zu fühlen. Versprechen Sie aber nichts, was Sie nicht halten können („Er schaut nur nach …“). Sie erschüttern damit eher das Vertrauen Ihres Kindes.

Ein guter Zahnarzt geht auf das Kind ein

„Um beim Nachwuchs erst gar keine Furcht aufkommen zu lassen, tun Eltern gut daran, einen spezialisierten Kinderzahnarzt aufzusuchen und darauf zu achten, dass das Personal wirklich auf die Bedürfnisse der Kleinen eingeht“, rät Dr. Knyhala. Wählen Sie einen Zahnarzt, der sich, gerade beim ersten Termin, viel Zeit für seine kleinen Patienten nimmt – nur so können sie Vertrauen zu ihm aufbauen. Hat ein Kind keine akuten Zahnschmerzen, sollte die eigentliche Untersuchung zunächst Nebensache sein. Gute Zahnärzte führen die Kleinen in Ruhe und spielerisch an die Untersuchung heran, erklären ihnen die vielen fremden Geräte oder lassen sie auf dem Behandlungsstuhl auf- und abfahren.

„In vielen Praxen dürfen Kinder selber Zahnarzt spielen und zunächst mal ihr mitgebrachtes Kuscheltier untersuchen“, berichtet Dr. Jacqueline Esch vom Bundesverband der Kinderzahnärzte. So erfahren die Kinder: Ein Besuch beim Zahnarzt kann richtig Spaß machen!

Die vertraute Hand der Eltern wirkt beruhigend

Nach dem ersten Kennenlernen steht bei den folgenden Terminen die medizinische Kontrolle im Vordergrund. Zwei- bis dreimal im Jahr sollten Mädchen und Jungen ihren Zahnarzt besuchen – denn im Kindesalter werden die Voraussetzungen für gesunde Zähne bis ins hohe Alter geschaffen!

Behandlungsschritte, die der Zahnarzt plant, sollte er den Kindern immer erst erklären, bevor er mit dem eigentlichen Eingriff beginnt. Bei kleinen Patienten sind das zwar meist harmlose, prophylaktische Maßnahmen wie die Fluoridierung oder Versiegelung der Zähne. Dennoch sind sie durch die vielen fremden Gerüche und Geräusche erst einmal verunsichert. Dass Papa oder Mama ihnen tröstend die Hand hält, ist deshalb besonders wichtig.

Eine britische Studie zeigte sogar: Eltern wirken bei zahnärztlichen Eingriffen beruhigender als ein Betäubungsmittel. Zahnärztin Dr. Yvonne Knyhala hat dennoch eine Bitte an Mütter und Väter, die ihr Kind ins Behandlungszimmer begleiten: „Die Eltern sollten die Erklärung der Behandlung den Spezialisten überlassen. Denn wir benutzen dabei andere Wörter, als sie normalerweise von Erwachsenen gewählt werden. So bezeichnen wir Spritzen beispielsweise als Schlafwasser, weil das auf Kinder beruhigender wirkt.“

Spielerische Ablenkung von der Behandlung

Am besten wäre es natürlich, Ihr Kind würde für lange Zeit keine Bekanntschaft mit dem Bohrer machen müssen. Dabei helfen nicht zuletzt regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt, gesunde Ernährung sowie fleißiges – und richtiges – Zähneputzen. Doch auch wenn die Zähne Ihres Kindes einen Eingriff nötig machen, sollte der Grundatz gelten: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und brauchen deshalb eine altersgerechte Behandlung. Wenn also doch einmal der Bohrer zum Einsatz kommen oder ein Zahn gezogen werden muss, ist das beruhigende Einfühlungsvermögen des behandelnden Arztes besonders wichtig.

Was macht ein Kinderzahnarzt?

Zahnarzt ist gleich Zahnarzt. Oder nicht? Warum es sinnvoll ist, einen Spezialisten für Kinder aufzusuchen

In der Praxis eines Kinderzahnarztes ist alles auf die Bedürfnisse kleiner Patienten zugeschnitten: Warteund Behandlungsräume sind fantasievoll gestaltet, die Untersuchung erfolgt spielerisch und in einer für das Kind verständlichen Sprache. Entspannende Geschichten, Hypnose oder Kinderfilme beruhigen die Kinder während der Behandlung und nehmen ihnen eventuelle Angstgefühle.

Solch ein altersgerechter Umgang mit jungen Patienten kann die Grundlage dafür sein, dass diese ihr Leben lang angstfrei zu zahnärztlichen Behandlungen gehen können.

Kinderzahnärzte müssen jedoch mehr Anforderungen erfüllen als psychologisches Feingefühl. Sie sind vor allem auch Experten für Besonderheiten im kindlichen Zahn-und Kieferbereich: Das Gebiss von Kindern ist noch in der Entwicklungsphase.

Ihr Zahnschmelz ist zudem dünner, die Nerven zarter und weiter verzweigt als bei Erwachsenen, das macht ihre Zähne empfindlicher.

Spezialisierte Praxen finden Sie bei www.bukiz.de

Es hat sich bewährt, Kinder während einer zahnärztlichen Behandlung geschickt abzulenken – etwa mit einer CD oder kleinen Zaubertricks. Auch Konzentrationsaufgaben lassen kleine Patienten für eine Weile vergessen, was gerade in ihrem Mund passiert: „Ob du wohl im Kopf bis 60 zählen kannst, bis ich mit dem Säubern deiner Zähne fertig bin?“

Das Ziel: Auch künftig angstfrei zum Zahnarzt

Steht ein größerer Eingriff an, ist auch bei Kindern eine örtliche Betäubung selbstverständlich. Um Schmerzen beim Spritzengeben abzumildern, kann die Einstichstelle vorab mit einer betäubenden Lösung betupft oder leicht vereist werden. Zur Entspannung und für Erklärungen sollte der Arzt immer wieder eine kurze Pause einlegen. Eltern verlangt das manchmal viel Geduld ab: Die Behandlung von Kinderzähnen geht oft nur langsam voran und erstreckt sich meist über mehrere Sitzungen. Doch dabei sollten Sie niemals vergessen: Eine entschleunigte und kindgerechte Behandung ist die beste Garantie dafür, dass Ihr Kind auch in Zukunft ohne Angst zum Zahnarzt gehen wird.

Übrigens: Der kleine Ben hat den Besuch in der zahnärztlichen Raumkapsel wieder sehr genossen. Er freut sich schon aufs nächste Mal …