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Keine Resistenzen, keine Nebenwirkungen: Senföle – das bessere Antibiotikum


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 46/2018 vom 09.11.2018

Viele Antibiotika sind bereits unwirksam gegen Keime. Ärzte setzen daher vermehrt auf Helfer aus der Naturapotheke


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 46/2018

Wurzel-Medizin: Meerrettich enthält die bakterienkillenden Senföle


Sie gelten als eine der wichtigsten Entdeckungen der Medizingeschichte, allein die Deutschen schlucken jedes Jahr 700 Tonnen von ihnen: Antibiotika heilen als effektive Bakterienkiller Erkrankungen, die früher oft tödlich endeten. Doch mittlerweile schlagen etliche der Mittel nicht mehr an – immer mehr Erreger sind resistent gegenüber den Medikamenten. Mit ein Grund: „In der Vergangenheit sind zu viele Antibiotika ...

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... unreflektiert verschrieben worden“, sagt Prof. Ruth Kirschner-Hermanns, Leiterin der Neuro-Urologie am Universitätsklinikum Bonn.


Die Pflanzen wehren sich mit Senföl gegen Fressfeinde


Um der Resistenzen Herr zu werden, sind Ärzte und Forscher daher auf der Suche nach Antibiotika-Alternativen – und finden sie immer öfter in der Naturapotheke. Einer ihrer Favoriten: Senföle, die in Kapuzinerkresse und Meerrettich stecken und bei vielen Atemwegs- und Harnwegsinfekten wie Bronchitis oder Blasenentzündungen helfen. „Die in den letzten 30 Jahren in Vergessenheit geratenen pflanzlichen Arzneistoffe erleben gerade eine Renaissance“, sagt Prof. Ruth Kirschner-Hermanns.

Kein Wunder, denn Senföle sind eine wahre Allzweckmedizin. Pflanzen wehren sich mit ihnen gegen ihre Fressfeinde. Beim Menschen wirken sie nicht nur gegen Bakterien, sondern auch antiviral, antientzündlich und pilztötend. „Gleichzeitig stimulieren sie die eigenen Abwehrkräfte“, sagt die Expertin. Gegen die sekundären Pflanzenstoffe haben viele Erreger oft keine Chance, wie mehrere Labor-Studien zeigen. Forscher der Universitäten Heidelberg und Marburg entschlüsselten jetzt den dahintersteckenden Heiltrick der Senföle: Sie verhindern, dass die multiresistenten Problemkeime Biofilme bilden – das sind Schutzschilde gegenüber dem Immunsystem und den Medikamenten. Nur mit ihrer Hilfe können die Bakterien auch längere Zeit unbemerkt in befallenen Körperregionen überdauern und immer wieder neue Infektionen hervorrufen. Gleichzeitig dringen Senföle in bereits vorhandene Biofilme ein, als Folge werden die Bakterien lahmgelegt.

Doch die natürlichen Antibiotika haben noch mehr Vorteile gegenüber ihren chemischen Kollegen. „Bislang wurden keine Resistenzentwicklungen bei Bakterien gegenüber den Senfölen beobachtet. Außerdem sind sie gut verträglich“, sagt Prof. Ruth Kirschner-Hermanns. Denn die wirksamen Substanzen werden im Dünndarm aufgenommen und vom Körper über die Lunge und die Nieren wieder ausgeschieden. Damit schädigen sie die nützlichen Bakterien im Dickdarm nicht, die unter anderem das Immunsystem stärken und die Verdauung regeln. Anders hingegen Antibiotika: „Sie schwächen die Darm- und auch die Scheidenflora, die so leichter von anderen Keimen besiedelt werden können“, sagt Prof. Kirschner-Hermanns. Finnische Forscher wiesen erst vor Kurzem nach, dass die Darmflora bei kleinen Kindern ein Jahr braucht, um sich von einer Antibiotika-Gabe zu erholen. Übergewicht und Asthma können später die Folge sein.


Die Natur-Therapie dauert etwas länger als die chemische


Allerdings braucht es bei der Anwendung von Senfölen etwas Geduld. „Mit Antibiotika dauert zum Beispiel die Behandlung einer Blasenentzündung fünf bis sieben Tage, mit pflanzlichen Mitteln zwei Wochen. Doch die Chance, dass man sich danach den Infekt gleich wieder zuzieht, ist geringer“, sagt Prof. Kirschner-Hermanns. Urologen raten jetzt bei unkomplizierten Harnwegsinfekten Meerrettich-Kapuzinerkresse-Präparate aus der Apotheke anzuwenden. „Doch wenn Erkrankungen nicht nach wenigen Tagen besser werden oder gar Fieber hinzukommt, sollte man immer zum Arzt gehen“, sagt Prof. Kirschner-Hermanns.

Zu kalt am Po? Senföl-Mittel heilen Blasenentzündungen nachhaltig


4 Heil-Rezepte für die Hausapotheke

Meerrettich-Honig gegen Husten:

2 EL frisch geriebenen Meerrettich mit 4 EL Honig verrühren. Über Nacht ziehen lassen, danach durch ein Sieb filtern. Dreimal täglich jeweils 1 Teelöffel Meerrettich-Honig im Mund zergehen lassen.

Meerrettich-Nackenkompresse bei Nasennebenhöhlen-Entzündung:

1 TL frisch geriebenen Meerrettich in ein dünnes Stofftuch wickeln – so, dass eine Seite nur von einer Lage bedeckt wird. Diese an den 6. und 7. Halswirbel legen. Bei starkem Brennen, spätestens aber nach 5 Minuten, abnehmen. Stelle waschen, mit Pflegeöl einreiben. Maximal 2 Wochen lang alle 1–2 Tage wiederholen.

Kapuzinerkresse-Sitzbad bei Blasenentzündung:

4 EL Kapuzinerkresse-Blüten hacken, mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, nach 15 Minuten abseihen. Danach in warmes Sitzbad-Wasser geben und 20 Minuten darin baden.

Kapuzinerkresse-Essig bei Halsentzündungen:

1 Handvoll Blüten in ein Glas geben, mit 350 ml Apfelessig übergießen, 1 Woche hell und warm stellen. Danach bei Bedarf zum Gurgeln 1 EL Essig in 100 ml lauwarmes Wasser geben.


Fotos: 123RF, F1online, fotolia, Your_Photo_Today